Danke für die tollen Denkanstöße!
@marathonmann: du hast das wirklich sehr überzeugend interpretiert, ich würde mich da voll anschließen. Mein Mann ist ein ewiger "Geber", der nur sehr schlecht für seine eigenen Bedürfnisse einstehen kann.
Er lässt sich leicht ausnutzen und vielleicht fühlt er sich generell auch von mir ausgenutzt, da ich mich jetzt auch noch emotional abwende von ihm.
Ich muss aber sagen, dass ich nicht die Verantwortung dafür trage, dass er für ein ausgeglichenes Geben und Nehmen sorgt. Ich kann ihm nicht ständig höchste Anerkennung für etwas zollen, das mir nun eben einmal nicht soviel bedeutet. Er muss genau wie ich einiges herausfinden über sich selbst und einen Plan entwickeln, was er sich in einer Beziehung wünscht. Er hat mit Beziehungen nicht viel Erfahrung vor mir gesammelt.
Dennoch kann ich nicht nur ihm zuliebe meine eigenen Bedürfnisse hintanstellen. Ich habe auch ein starkes inneres Bedürfnis und das möchte jetzt heraus- einige von euch haben das wirklich gut erkannt.
Es kann sein, dass der Andere nur ein Ventil ist. Auf der anderen Seite geht er mir (bzw. die Eigenschaften, für die er steht), schon seit 20 Jahren im Kopf herum. Ich hatte bisher noch nie das Gefühl, einen wirklich passenden Partner gefunden zu haben, nachdem sich die Illusionen der Verliebtheitsphase gelegt hatten. Meinen Mann konnte ich heiraten, weil ich der Suche so müde war und er mir das Gefühl gab, er würde alles dafür tun, dass es passt.
Da ich das auch wollte, habe ich lange mitgespielt und war auch zufrieden damit.
Manchmal würde ich am liebsten zurück in diese "blinde" Zufriedenheit".
Momratz
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27.03.2017, 17:05
AW: Soll ich oder soll ich nicht?
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27.03.2017, 17:26Inaktiver User
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27.03.2017, 17:27Inaktiver User
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27.03.2017, 17:41Inaktiver User
AW: Soll ich oder soll ich nicht?
Danke jaws... du hast mich begleitet (wie so einige in der bri).
Liebe momratz,
Dein Mann kann nicht fragen. Er hat es sich erlaubt so dermaßen auszusteigen, dass er denkt, er muss es dir jetzt zugestehen. Aber... er vergisst sich dabei.
Ich dachte auch, dass ich so offen sein muss, dass ich ihm die Gelegenheit geben muss, damit er aus freien Stücken zu mir kommt.
Ich hätte mich dabei fast selber verloren.
Und ich traute mich nicht zu fragen, da ich wusste, dass ich auch Anteile an dieser verfahrenen Situation hatte. Zudem... Furcht davor nicht, dass zu haben, was die andere hat.
Gesteh ihm zu, dass er weiß, was dir an ihm fehlt. Und das schmerzt ungemein.
Jemand, der ausblendet, dass die andere Kinder hat, finde ich schwierig.
Überlege dir genau... liegt dir etwas an deinem Mann oder mehr an dem Anderen?
Wenn es deinen Mann nicht mehr in deinem Alltag hast, was würdest du vermissen?
Ich bin mit Ehrenämtern fremdgegangen, mein Mann mit Fleisch und Blut. Ich merkte es daran, dass mir das Lachen fehlte, die Berührung und die Gespräche über unsere Themen.
Was würde dir fehlen ohne deinen Mann und könnte M2 dies "aufwiegen "?
(Abgesehen davon, ich glaube nicht, so, wie du über M2 schreibst, dass es parallel funktionieren würde. Das hält dein Mann nicht aus. Du wirst dich entscheiden müssen... einer oder keiner. Aber warmewechseln ist schwierig... )
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27.03.2017, 17:57Inaktiver User
AW: Soll ich oder soll ich nicht?
Wenn ich jetzt allerdings lese, dass der andere seit 20 Jahren dich "verfolgt"... warum ist denn in dieser Zeit nichts daraus geworden?
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27.03.2017, 18:39
AW: Soll ich oder soll ich nicht?
Du trägst keine Verantwortung für einen ewigen „Geber“. Das stimmt. Aber versuche ihm klar zu machen, dass das seine Anteile sind. Du kannst ihn auch nicht davon heilen. Aber versuchen genau das mit ihm aufzuarbeiten oder begreiflich zu machen. Er tut sich selbst keinen Gefallen damit.
Man kann für sich lernen einfach nichts mehr zu erwarten, keine andauernden Bestätigungen. Das kann funktionieren. Auch er hat ja Vorteile, wenn er ein Haus baut, die Kinder umsorgt, arbeiten geht. Er kann lernen das für sich egoistisch zu sehen, sich selbst bestätigen. Das kann gehen, setzt aber viel Einsicht voraus. Einfach den gesunden Egoismus in sich finden.„Wenn du laufen willst dann lauf eine Meile. Willst du aber ein neues Leben, dann lauf Marathon.“
Emil Zátopek
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27.03.2017, 20:33Inaktiver User
AW: Soll ich oder soll ich nicht?
Wie sollte der denn anders werden, mit Anfang 20 und wenig Beziehungserfahrung wurde von dem erwartet, dass er alles dafür tut, damit es passt.
Und musste gleich schauen, wie er mit einem dreijährigen Kind umgehen sollte.
War bestimmt nicht einfach für ihn, dann noch Hausbau, Kinderversorgung, Arbeit, und jetzt ein Zusammenbruch mit Hinterfragen seiner eigenen Lebenssituation und dem Sinn seiner Ehe, scheint er sich einigermaßen wieder gefangen zu haben, um kurz danach feststellen zu müssen, dass seine Frau seine Schwäche zum Anlass nimmt, um sich einem anderen Mann zuzuwenden.
Und durch seine Schuldgefühle belastet, wagt er es nicht, klare Kante zu zeigen, und meint tatsächlich, er müsse ihr entgegen kommen, und könne durch seine "Zustimmung" wieder etwas gut machen, nur wird das leider sowieso nicht funktionieren.
Selbst wenn die TE ihre Wünsche mit dem anderen Mann auslebt, wird sie dadurch nicht weniger ärgerlich auf seinen Zusammenbruch und seine Zweifel schauen, das wird sie ihm immer wieder vorwerfen.
Ich würde ihm echt wünschen, dass er die tatsächliche reale Situation erkennen kann, und anfängt sich selbst zu schützen, und etwas mehr für sich zu tun.
lg jaws
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27.03.2017, 20:41Inaktiver User
AW: Soll ich oder soll ich nicht?
Der Mann tut mir nicht leid, denn es liegt an ihm, Dinge zu erkennen, die sich gegen ihn wenden (gewendet haben). Ohne den anderen Strang gelesen zu haben, schätze ich mal, dass seine Krise ein kleines Aufbäumen war, eine Erkenntnis.
Aber er hat Respekt verdient, momratz, wie du auch.
Es geht um Fairness, um nicht mehr, aber auch um nicht weniger.
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27.03.2017, 20:44
AW: Soll ich oder soll ich nicht?
"20 Jahre verfolgt"... naja, er war eher immer so eine unterschwellige Idee... vor 20 Jahren hatte ich einen Freund, mit dem ich sehr unglücklich war. Ich habe dann jemanden kennengelernt, an dem ich "nicht vorbei kam", ich habe mit ihm parallel heimlich was angefangen und mich dann auch wegen des furchtbar schlechten Gewissens von meinem Freund getrennt. M2 ist der beste Freund dieser Affäre gewesen, sein zweites "Ich" sozusagen. Ich war dann mit der Affäre auch zusammen (es war leider total chaotisch und ich hatte insgesamt eine schreckliche Zeit zermürbt von schlechtem Gewissen), M2 habe ich erst später richtig kennengelernt und dachte dann, dass wir beide eigentlich viel besser zusammenpassen würden. Da gab es immer eine Spannung zwischen uns, wir haben das aber nicht ausgelebt, das wäre noch chaotischer gewesen.
Dann hatten wir immer mal sporadisch Briefkontakt, das letzte Mal vor knapp 7 Jahren, kurz vor meiner Hochzeit (auch ein interessanter Zeitpunkt so im Nachhinein...), das ging damals von mir aus. Wir haben uns über Monate ellenlange Mails geschrieben, aber bevor wir zum Telefonieren übergehen wollten, musste ich die Reißleine ziehen, denn ich wollte ja heiraten.
Mir ist jetzt auch erst aufgefallen, dass meine jetzige Situation der vor 20 Jahren ähnelt. Mein damaliger Freund war emotional sehr verschlossen, er hat mich richtig "verhungern" lassen, ich kam einfach nicht an ihn heran. Dann platzte dieser neue Mann herein, der für mich Abenteuer, Emotion und Lebenslust schlechthin verkörperte. M2- seinen besten Freund- nahm ich auf dieselbe Weise wahr.
Mit der Affäre ging es auch noch ewig hin- und her, aber meine festen Lebenspartner waren eher nüchterne, rationale Männer. Meinen Mann würde ich da auch dazu zählen. Und jetzt kommt M2 und zeigt mir wieder die gleichen überschäumenden Emotionen, nach denen ich mich so sehne.
Mein Mann hat mir vorhin erzählt, dass er mit seiner 1. Freundin (die auch noch genauso hieß wie ich) auch eine ähnliche Situation wie heute hatte. Sie hat ihn betrogen mit einem Freund und schon bevor das geschah, wusste er, dass sie immer "freundschaftlich" bei ihm war und er hat sie einfach so machen lassen und nichts dazu gesagt. Dann war die Beziehung vorbei und es wurde nie so richtig geklärt.
Das finde ich schon seltsam: jeder von uns scheint ein Muster zu wiederholen. Vielleicht ist es eine Aufforderung, diesmal etwas an dem Verlauf zu ändern?
Ich habe insofern etwas anders gemacht, als dass ich meinen Mann eingeweiht habe. Es ist nichts heimliches und so fühle ich mich auch nicht schuldig.
Als ich vorhin noch einmal mit ihm sprach, kam aber von seiner Seite ganz deutlich heraus, dass er nicht auf den "Tisch hauen wird". Am liebsten würde er davon nichts mitkriegen, er würde das mittragen und erst nach dem Treffen reflektieren. Vorher kann er das nicht. "Er habe auch den Kopf voll", oder so ähnlich. Muss sagen, ich finde es gut, zu wissen, dann brauche ich mir nicht das Hirn um ihn zermartern, aber ein bisschen verletzt hat es mich doch.
Er überlässt es einfach vollkommen mir und sagt, er habe damit auch eigentlich gar nichts zu tun.
Was haltet ihr davon?
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27.03.2017, 20:48Inaktiver User
AW: Soll ich oder soll ich nicht?
Nein.. er tut das nicht. Er weiß nicht, wie er damit umgehen soll.
Du erwartest, dass er etwas Positives ausstrahlt? Du bist in der guten Situation: Dich finden zwei Männer gut.
EDIT:
Wer will nicht, das der Partner frei und unaufgefordert zu einem kommt?
Was willst du von welchem Mann?


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