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    Nach der Trennung von einem Narzissten

    Mein Exmann hat sich vor knapp zwei Jahren von mir getrennt.
    Wir waren 27 Jahre zusammen, davon 22 verheiratet, 4 Kinder.
    Er wollte raus aus dem "goldenen Käfig", endlich leben, frei sein. Er liebe mich nicht mehr, ich habe ihn nie genug wertgeschätzt, es sei immer alles nur nach meinem Willen gegangen, er habe nie die Chance gehabt erwachsen zu werden, ich würde mich niemals ändern, ich sei kontrollsüchtig, zwanghaft eifersüchtig und und und.
    Er ist nicht von heute auf morgen ausgezogen. Das Ganze Drama hat sich über mehr als 2 Jahre hingezogen.
    Ich habe mich bis zur Selbstsaufgabe verbogen. Wir haben Paartherapie gemacht.
    Er hat während dessen munter Kontakte zu "Nur-Freundinnen" gepflegt, Seelenverwandte.
    Sein Rückzug von mir wurde immer stärker.
    Keine gemeinsamen Unternehmungen mehr, nichts körperliches mehr, ich fühlte mich in seiner Gegenwart wie ein ekliges Insekt.

    Nach seinem Auszug war ich total am Boden. Ich glaubte wirklich, ohne ihn nie wieder glücklich werden zu können, fühlte mich entwurzelt und minderwertig.
    Ich habe gelitten, getrauert, verarbeitet, mich langsam entliebt und ganz viel gelesen, vor allem über destruktive Beziehungen und Narzissmus.

    Heute bin ich dankbar, dass er gegangen ist.
    Mein Selbwertgefühl hat sich nach und nach wieder erholt. Ich habe nach einem Jahr die Scheidung eingereicht (er hat darüber getobt), habe viel alleine geschafft und bin glücklich.

    Dennoch, ich verarbeite ständig, was da passiert ist. Mir werden rückblickend immer mehr Sachen klar. Seine Manipulationen und die Tatsache, wie blind ich dafür war.

    Kennt das hier noch jemand und mag sich darüber austauschen?

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    AW: Nach der Trennung von einem Narzissten

    Hallo,

    ich habe gezielt nach Austausch über die Erfahrungen mit einem Narzissten gesucht und bin auf Deinen Thread gestoßen.

    Ich bin vor etwa 1,5 Jahren darauf gekommen, dass mein Partner stark narzisstische Züge hat. Zuvor habe ich alles rein auf mich bezogen, also konnte die Angriffe, Beleidigungen und das gesamte Verhalten überhaupt nicht mehr von mir abgrenzen.

    Es war, glaube ich, ein Betrag der Zeitung "Die Welt", in dem ich vor kurzem noch einmal typische Merkmale lesen konnte. Als ich ihn dann das letzte Mal traf, dachte ich: Wie aus dem Lehrbuch. Er tut mir zum einen leid. Zum anderen ist er unerträglich. Ich darf nicht an die Jahre denken, die es gedauert hat, um klarer zu sehen :-(

    Es macht ihm Spaß, mir wehzutun. Er zieht eine Befriedigung daraus, andere hilflos und unfähig zu sehen, denn über den Vergleich fühlt er sich anscheinend besser. Das entspricht nicht meiner Weltvorstellung, denn ich denke, dass Menschen sich eigentlich besser fühlen, wenn sie anderen Gutes tun und auch etwas Gutes in ihnen sehen. Ich glaube, das ist mit ein Grund dafür, dass ich so lange nicht darauf gekommen bin, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Lange habe ich andere Erklärungen herangezogen. Oft Fehler, die ich gemacht habe. Es sind viele Kleinigkeiten und auch offensichtliche, plumpe Beleidigungen, die er von sich gibt.

    Wie gesagt: Ich darf nicht daran denken, was ich habe mit mir machen lassen und wie oft ich gelitten habe. Ich habe ihn wirklich geliebt. Inzwischen mag ich ihn nicht mehr besonders. Er kommt mir vor, wie ein schlecht aufgeblasener Ballon. Es ist fast unmöglich, sich gegen das ständige Runtermachen zu wehren. Er fühlt ja nicht mit, deswegen zeigt er sich nur kurz irritiert, wenn ich mich zur Wehr setze und versucht dann einfach an anderer Stelle weiterzumachen.

    Leider bestehen noch Abhängigkeiten :-( Wenn die gelöst sind, möchte ich ihn wirklich nur noch in homöopathischen Dosen "genießen". Es macht mich traurig darüber zu schreiben, weil ich so viel Energie darin gesteckt habe, die Beziehung zu halten, zu retten und zu einem guten Verlauf zu bringen. Letztendlich stehe ich mit leeren Händen und viel Misstrauen da. Auf der anderen Seite ist es gut, dass ich die Klarheit gewonnen habe. Nur: Was bringt sie mir außer den verlorenen Jahren?

    Entschuldige bitte, wenn ich grade so negativ schreibe. Es ist einfach so, wie ich mich in der Erinnerung daran fühle. Hilflos, handlungsunfähig ohne die geringste Chance Einfluss zu nehmen und etwas zu verändern. Es ist, als ob er in perverser Weise schlechte Energie in anderen Menschen erzeugt und sich dann davon ernährt. Aber das kann doch nicht schmecken! Ich verstehe es einfach nicht und denke teilweise auch, dass mir kein Mensch mit meiner Sichtweise Glauben schenken wird.

    Wie sind Deine Erfahrungen? ich würde mich freuen, weiter von Dir zu hören.

    Liebe Grüße
    Mischwald

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    AW: Nach der Trennung von einem Narzissten

    Es gibt hier einen Thread "Mr. Mc Münchhausen". Seht da mal nach. Da werdet ihr viele Frauen finden, die in einer ähnlichen Situation waren oder aber noch sind. Auch schreiben dort Frauen, die sehr viel Einfühlvermögen und Emphatie haben. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr dort gute Antworten und Hilfestellung bekommt.

    Ich wünsche euch alles Gute!

    Liebe Grüße
    Kessie
    Die Größe eines Menschen ist daran zu erkennen, wie er Geschöpfe behandelt, von denen er keinen Vorteil zu erwarten hat
    (Teddy, Polizeihund in Berlin)

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    AW: Nach der Trennung von einem Narzissten

    @Mischwald
    Meine Erfahrung sagt mir, wenn der Partner wirklich eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat, kann man NICHTS tun, außer die Beziehung zu beenden. Man wird sonst krank.

    So schlau war ich leider nicht!
    Mir ist das alles erst klar geworden nachdem er sich getrennt hatte.
    Obwohl es mir inzwischen wieder gut geht, habe dennoch mit den Nachwehen zu kämpfen. Diese subtilen Manipulationen, Abwertungen und Lügen, über so einen langen Zeitraum wie bei mir, machen einfach was mit einem.

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    AW: Nach der Trennung von einem Narzissten

    Hallo Traubensaft,

    immerhin bist Du ihn jetzt los :-)
    Ich meinen leider noch nicht. Er hat mich grade in der Hand. Noch.

    Natürlich macht es etwas mit einem. Es geht u.a. unheimlich aufs Selbstwertgefühl. Das letzte war: "Du hast Falten." Dazu eine ständig arrogante, belehrende Art, die mir sagt: "Du hast keine Ahnung. Ich bin alles und Du nichts."

    Ich könnte Dir jetzt eine Reihe von Beleidigungen aufzählen, die mich bis ins Mark getroffen haben. Er ist beruflich erfolgreich, hat Geld und lässt das andere spüren. Wenn ich etwas sage, wird das sofort entwertet. Er fährt mir über den Mund usw..

    Hast Du noch Kontakt zu Deinem Ex-Mann?

    Ich muss den Kontakt leider noch etwas halten, obwohl er giftig ist für mich. Es ist nicht möglich offen zu leben, mit so einem Menschen im Umfeld. Ich glaube, im Grunde weiß er auch, dass er unerträglich ist. Deswegen: Ich sage demnächst nichts, sondern entferne mich unauffällig aus seinem Dunstfeld.

    Oder meinst Du, es täte gut, ihm die Meinung zu sagen?

    Liebe Grüße
    Mischwald

  6. Inaktiver User

    AW: Nach der Trennung von einem Narzissten

    Zitat Zitat von Mischwald Beitrag anzeigen
    Natürlich macht es etwas mit einem. Es geht u.a. unheimlich aufs Selbstwertgefühl. Das letzte war: "Du hast Falten." Dazu eine ständig arrogante, belehrende Art, die mir sagt: "Du hast keine Ahnung. Ich bin alles und Du nichts."
    Ich habe nun jetzt wirklich keine supertolle vorzeigbare Beziehungssituation aber ich war schon mit einem NPSler zusammen und das ist einfach nur fies.

    Wisse, dass Menschen, die es nötig haben, andere herabzusetzen, selbst unglaublich klein und bedauernswert sind.

    Schau doch mal, wie du dir selbst wieder als Freundin begegnen kannst und welche Werte dir wichtig sind.

    Keine Frau braucht einen Mann, der meckert und zweifelt und sich am Gefühlebüffet bedient.

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