+ Antworten
Seite 1 von 10 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 100
  1. VIP Avatar von R-osa
    Registriert seit
    29.08.2009
    Beiträge
    16.258

    Destruktive Beziehungen- Empfehlungen zu Literatur und Medienangeboten

    Hallo!


    In diesem Strang werden eure Empfehlungen zum Thema gesammelt.


    Wer also gute Tipps für Bücher, Artikel und aktuelle Sendungen etc. über Destruktive Beziehungen im weiteren Sinne hat, möge die hier nennen.

    Bitte seht davon ab Angebote aus Shops zu verlinken. Nennt Titel und Autor, bei Sendungen Uhrzeit und Programmplatz.
    Dann kann bei Interesse eine Suchmaschine bemüht werden, um weitere Informationen zu bekommen.
    Das erleichtert uns als Moderation die Arbeit



    Mit besten Grüßen und im Namen der Moderation

    R-osa
    .
    Öffne die Augen und knutsche das Leben

  2. Avatar von Zitronenfalter
    Registriert seit
    12.11.2005
    Beiträge
    1.465

    AW: Destruktive Beziehungen- Empfehlungen zu Literatur und Medienangeboten


    Vielen Dank an dich, R-osa

    und vielen Dank an das gesamte BRIGITTE Community-Team


    von allen Schmetterlingen und Schmetterlings-Lehrlingen aus dem
    Mr. Mc Münchhausen-Strang ...

    und von allen Schmetterlingen, Schmetterlingspampen und Schmetterlingsraupen auf der ganzen Welt


    Hilfreiche Stränge:

    Mr. Mc Münchhausen - Teil I

    Mr. Mc Münchhausen - Teil II

    Für die Neueinsteiger in diese Stränge: VKA steht für den Begriff „Pippimann“
    Ein Begriff, der nach meiner persönlichen Empfindung eher einer Verniedlichung entspricht, nach Bri-Regeln jedoch einem KraftAusdruck gleichkommt. Insofern trafen wir uns auf der Mitte des Weges: Pippimann iss also nü in den Münchhausen-Strängen und in der Bri-Öffentlichkeit ein Verniedlichter KraftAusdruck => VKA.



    Gute Bücher zum Thema:

    "Destruktive Beziehungen - Anzeichen und Auswirkungen seelischer Beziehungsgewalt"
    Hinweise und Tipps für Betroffene, Fachbuch, von Silke Schaudinn, unserem Mit-Schmetterling "Narrare", e-book 17€, gedruckte Version 21,90€

    "Die Masken der Niedertracht"
    Seelische Gewalt im Alltag und wie man sich dagegen wehren kann
    M.F. Hirigoyen, ca. 9,90 Euro

    "Borderline brach Herz"
    Hilfe zur Trennungsverarbeitung für Borderline-Partner
    Szomoru, S, ca. 12,90 Euro

    "Schluß mit dem Eiertanz"
    Für Angehörige von Menschen mit Borderline
    R. Kreger, ca 17,90 Euro

    "Der Soziopath von Nebenan"
    Die Skrupellosen: ihre Lügen, Taktiken und Tricks
    Martha Stout, ca 32,95 Euro

    "Die Liebe und der Psychopath: Psychopathische Beziehungen erkennen und vermeiden" Bärbel Mechler

    "Ich hasse dich, verlass mich nicht"
    Die schwarzweiße Welt der Borderline-Persönlichkeit
    J. Kreismann, ca. 21,95 Euro

    "Jein"
    Bindungsängste erkennen und bewältigen. Hilfe für Betroffene und deren Partner
    Stefanie Stahl, ca. 14,95 €

    "Wenn Frauen zu sehr lieben"
    Norwood

    "Giftige Beziehungen"
    Harriet Braiker, ca. 8,90€

    "Warum hast du mir das angetan"
    Hans Jellouschek, ca. 8,90 €

    "Das Kind in uns" - Wie finde ich zu mir selbst
    John Bradshaw, Knaur Verlag MensSana




    Noch ein paar esoterisch angehauchte Buchtipps für die harte Nacharbeit:

    "Ich kann doch ohne dich nicht leben!"
    Die Macht energetischer Verbindungen und ihre Auflösung
    von Karin Brandl, erschienen im ALCHIMA-Verlag,
    Preis ca. 13,00 Euro

    "Das Geheimnis der Dualseelen"
    Seelengefährten und Seelengeschwister
    von Sandra Ruzischka, erschienen im Bohmeier-Verlag,
    Preis ca. 15,00 Euro


    Nützliche Links:

    emotionale Gewalt in Beziehung und Partnerschaft
    www.re-empowerment.de
    www.narzissmus.net
    www.blpl.de

    Ich bin ein Psychopath, hier Teil 1 von 9
    https://www.youtube.com/watch?v=iCaXUFJUSZo

    (wenn sich links nicht öffnen lassen einfach in die Browserleiste kopieren oder googlen.)


    Durch deine Fähigkeiten wirst du erreichen, was anderen nicht möglich ist.
    (Chinesischer Glückskeks vom 23.02.2008)

    Immer schreibt der Sieger die Geschichte des Besiegten. Dem Erschlagenen entstellt der Schläger die Züge. Aus der Welt geht der Schwächere, und zurück bleibt die Lüge.

    Berthold Brecht in "Verhör des Lukullus"

    Wer ist wer ... und wenn ja, wie viele?
    Geändert von Zitronenfalter (03.09.2015 um 19:37 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Destruktive Beziehungen- Empfehlungen zu Literatur und Medienangeboten

    "Weg aus dem Chaos: Das Hans-mein-Igel-Syndrom oder Die Borderline-Störung verstehen"
    Heinz-Peter Röhr, Patmos-Verlag, 1999
    Taschenbuch 14,80 Euro

  4. gesperrt
    Registriert seit
    31.07.2014
    Beiträge
    1.113

    AW: Destruktive Beziehungen- Empfehlungen zu Literatur und Medienangeboten

    Zur Beziehung selbst und dem Herauskommen:

    "Die Flucht vor Nähe."
    Warum Liebe, die abhängig macht, keine Liebe ist.
    Anne Wilson Schaef, ca. 8.90 Euro

    "Wege aus der Abhängigkeit"
    Destruktive Beziehungen überwinden.
    Heinz-Peter Röhr, ca 9.20 Euro

    "Von Psychopathen umgeben"
    Wie Sie sich erfolgreich gegen schwierige Menschen zur Wehr setzen.
    Bärbel Mechler, ca. 10.30 Euro


    Zu den Eigenanteilen und der eigenen Heilung:

    "Will I ever be good enough"
    Healing the daughters of narcissistic mothers.
    Karyl McBride, ca. 15 Euro.
    Geändert von Govindasa (02.09.2015 um 10:30 Uhr)

  5. Avatar von Zitronenfalter
    Registriert seit
    12.11.2005
    Beiträge
    1.465

    AW: Destruktive Beziehungen- Empfehlungen zu Literatur und Medienangeboten

    Dies war nur ein Platzhalter zum Schutz vor Liselotte

    Alle wichtigsten Jobs erledigt ... kann den Beitrag hier bitte jemand löschen?


    Durch deine Fähigkeiten wirst du erreichen, was anderen nicht möglich ist.
    (Chinesischer Glückskeks vom 23.02.2008)

    Immer schreibt der Sieger die Geschichte des Besiegten. Dem Erschlagenen entstellt der Schläger die Züge. Aus der Welt geht der Schwächere, und zurück bleibt die Lüge.

    Berthold Brecht in "Verhör des Lukullus"

    Wer ist wer ... und wenn ja, wie viele?
    Geändert von Zitronenfalter (02.09.2015 um 02:07 Uhr)


  6. Registriert seit
    08.09.2011
    Beiträge
    13.027

    AW: Destruktive Beziehungen- Empfehlungen zu Literatur und Medienangeboten

    Der VKA und Kind(er) und der Umgang mit dieser Situation

    "fremde" Kinder
    Das ist ziemlich leicht. Der Kontakt wird abgebrochen, so dass die Kinder den VKA nicht mehr sehen (müssen). Sie erholen sich von den Einflüssen relativ schnell, brauchen hin und wieder ein offenes Ohr bei Mutter und dem leiblichen Vater.

    gemeinsames Kind
    Hier wird es schwierig. Denn durch das Kind ist Frau lange Zeit an VKA gebunden. Der Kontaktabbruch kann nicht so durchgeführt werden, wie er für die Heilung nötig wäre.

    Als erstes sollte Frau die Gefühls- von der Sachebene trennen. Denn alle Versprechungen, die ein VKA macht, sind sofort hinfällig, auch die gegenüber seinem Kind. Die Mutter ist doppelt gefragt, weil sie neben ihrer eigenen Verarbeitung auch noch die Verwirrung des Kindes auffangen muss. Das bringt fast jede an die Grenze ihrer Kraft. Das gemeinsame Sorgerecht mit dem VKA führt oft dazu, dass Entscheidungen nicht rechtzeitig getroffen werden, dass die Mutter ständig Vorwürfe hört, dass sie eigenmächtig handelt, und dass der VKA bewusst Entscheidungen torpediert, um weiterhin Mutter und Kind(er) manipulieren zu können.

    Die Sachebene ist am leichtesten zu organisieren und zu beherrschen. Geregelt werden müssen nach der Trennung sofort der Kindesunterhalt und die Besuchszeiten. Dabei sollte die Mutter sich nicht mit Ausreden abspeisen lassen, dass er sein(e) Kind(er) liebt und auf jeden Fall zahlt. Als Vater hat der VKA umgehend einen Unterhaltstitel zu unterschreiben, damit die finanzielle Versorgung des Kindes gesichert ist. Ohne Titel ist eine Zwangsvollstreckung nicht möglich. Zugleich sollte die Mutter in etwa wissen, wie viel der VKA verdient. Denn Einkünfte zu unterschlagen, um weniger zahlen zu müssen, ist ein beliebtes Mittel. Der Unterhalt wird normalerweise an die Mutter gezahlt. Vielleicht ist ein "Kinderkonto" besser, auf das der monatliche Unterhalt eingeht.
    Beim Besuch wird es schwierig. Ein VKA-Vater braucht Kind(er) zur Selbstbestätigung, aber wirklich auf sie eingehen kann und will er nicht. Für ein Kind ist es zwingend notwendig, feste Zeiten mit dem Vater zu haben, damit überhaupt eine Bindung entstehen kann. Eine schriftliche Vereinbarung über die Besuchszeiten hilft, damit der VKA-Vater sich z.B. die Hälfte der Ferien, jedes zweite Wochenende und durchaus einen Nachmittag unter der Woche (falls er in der Nähe wohnt) um sein Kind kümmert.
    Ist Papa-Wochenende, muss der VKA sein Kind holen und bringen und sich an die vereinbarten Zeiten halten. Tut er das nicht, sollte die Mutter die Abweichungen am besten mit Zeugen dokumentieren.

    Meistens laufen die Trennungen aber nicht ohne Probleme ab. Deswegen kann und sollte sich die Mutter möglichst bald Hilfe holen: beim Jugendamt und beim Anwalt für Familienrecht.
    Das Jugendamt berät und vermittelt. Ein Gesprächstermin über das Besuchsrecht wird vom JA moderiert, damit sich die Eltern auf einvernehmliche Besuchstermine einigen. Diese werden schriftlich festgehalten, so dass niemand später behaupten kann, der nächste Termin wäre aber wann anders gewesen. Achtung: VKA-Väter glänzen hier mit ihrer ganzen Bandbreite an Blendung. Sie wären ja sooo interessiert, aber die "pöhse, frustrierte, hinterhältige" Mutter und das arme Kind - aber auf Termine festlegen lassen wollen sie sich nicht, weil sie ja so beschäftigt sind ect pp. Es kostet Kraft, in so einem Theaterstück ruhig zu bleiben und nur auf den gesetzlichen Vorgaben zu bestehen: einem regelmäßigen, pünktlichen Umgang zwischen Vater und Kind. Das Jugendamt ist auch ein guter Ansprechpartner, wenn der VKA mal wieder unzuverlässig ist. In der Akte wird jede Nachricht der Mutter abgeheftet, wenn der VKA-Vater Termine "vergisst", frühzeitig beendet, zu spät kommt oder nach Belieben zu verschieben versucht. Auch ein begleiteter Umgang zwischen Vater und Kind kann über das Jugendamt angeleiert werden. Wenn der VKA-Vater sein Kind finanziell hängen lässt, sorgt eine Beistandschaft dafür, den geschuldeten Unterhalt umgehend einzutreiben. Dazu gehören auch Kontopfändung und Lohnpfändung. Zumindest in dieser Hinsicht muss der VKA seine Pflichten erfüllen.

    Die andere Hilfe kommt vom Anwalt. Dieser muss fit im Familienrecht sein, damit dem VKA enge Grenzen gesetzt werden können. Über den Anwalt oder eine Anwältin sollte der komplette Rechtsverkehr laufen. Das mildert Spannung ab und schützt vor übereilten Handlungen.

    Bei Entscheidungen, bei denen der Vater zustimmen muss, soll die Mutter frühzeitig ihn informieren. Antwortet er nicht innerhalb der gesetzten Frist, soll sie sich ans Familiengericht wenden, damit dieses anstelle des Vater die Zustimmung erteilt. Das gilt für große Entscheidungen wie Auslandsreise, aber auch für kleine Entscheidungen wie die Anmeldung im Kindergarten oder den Schulwechsel. Hier spielen die VKAs gerne und oft auf Zeit. Denn wenn die Mutter ohne seine Zustimmung das Kind im Kindergarten anmeldet, macht sie sich gesetzlich gesehen strafbar. Wenn sie dagegen das Familiengericht anruft, weil der VKA nicht antwortet, handelt sie korrekt. Zudem merkt das Familiengericht, wie (selten) der VKA-Vater die gemeinsame Sorge wahrnimmt, so dass er im Wiederholungsfall sein Sorgerecht verliert und die Mutter das alleine Sorgerecht erhält.

    Kinder werden heute früher vor Gericht als kompetente Auskunftspartner gesehen. Mit 8 Jahren dürfen sie gehört werden, mit 12 Jahren müssen sie gehört werden.

    Das Kind hat einen Anspruch auf Umgang mit der Mutter und dem Vater, auch bei Trennung. Je älter das Kind wird, desto selbstständiger kann und darf es entscheiden, ob es den VKA-Vater sehen möchte. Wenn ein Kind nein sagt und partout nicht zum Vater möchte, darf die Mutter es nicht zwingen. Der Vater hat das Nein zu akzeptieren und an einem anderen Tag einen Versuch zu starten, mit dem Kind Zeit zu verbringen.

    Wegen den Besuchszeiten müssen die Eltern miteinander kommunizieren. Das ist mit einem VKA eine Schleuderpartie. Entweder meldet er sich gar nicht oder er bombardiert. Es ist also nötig, zwei Kommunikationskanäle zu haben: z.B. Telefon und Mail. Alle anderen Kanäle sollten im Interesse der Distanz geschlossen sein.

    Alle Behauptungen, dass der VKA der Mutter das gemeinsame Kind wegnehmen kann, sind heiße Luft. Denn - ein VKA kommt mit dauerhaften Pflichten schlecht zurecht. Ein Kind ist nicht nur Freude, sondern macht auch Arbeit. Ein Kind stellt Ansprüche an Grenzen und Zuwendung. Mit jedem Jahr wird ein Kind kritischer und hinterfragt die väterlichen Verhaltensweisen. So etwas kann und will ein VKA nicht leisten.

    Wenn ein VKA mit Gericht droht, kann Frau ihm lächelnd und entspannt sagen: "Gut, dann sprechen wir uns vor Gericht." Meistens erlebt ein VKA-Vater dort sein blaues Wunder.
    "beinhalten" wird wie "halten" konjugiert, als "beinhält", und gehört zur Kategorie schlechtes Deutsch. Warum nicht "enthalten", "umfassen" oder "bedeuten"?

    Sorge dich nicht, lebe!




    Bunny Maja Lukas (14.2.)
    Maxi (3.3.2017)
    Bella (27.8.2018)

  7. Inaktiver User

    AW: Destruktive Beziehungen- Empfehlungen zu Literatur und Medienangeboten

    Vorab: auch mein Dank an R-osa und das Bri-Online Team!

    Für einen Überblick, was Destruktive Beziehungen überhaupt sind, stelle ich meinen Artikel auch nochmals hier rein, damit Betroffene die Möglichkeit haben, zu erkennen (wieder zu erkennen), welche Anzeichen eindeutig auf eine Destruktive Beziehung hinweisen:

    DESTRUKTIVE BEZIEHUNGEN

    Der nachfolgende Artikel bezieht sich vordergründig auf Erfahrungen aus meiner therapeutischen Arbeit mit Betroffenen, die in einer Paarbeziehung mit einem Menschen mit ausgeprägten Anteilen einer oder mehrerer Persönlichkeitsstörungen in Berührung gekommen sind und die destruktiven Auswirkungen innerhalb dieser erfahren haben.
    Zudem spiegeln sich hier auch meine "Lektionen" wieder, auch die meiner Familie, die wir während und nach meiner Destruktiven Beziehung mit einem Mann an Seele und Körper erfahren haben.

    Die Bezeichnung „PSler“ ist allgemein gewählt für Menschen mit Symptomen einer/mehrerer Persönlichkeitsstörung/en. Der Begriff dient zur Unterscheidung der „Betroffenen“, so oder „Beziehungspartner“ genannt, und soll beide Seiten nicht stigmatisieren.

    Ich möchte Hinweise und Erfahrungswerte weitergeben, aber besonders aufzeigen, was im gelebten Alltag einer Destruktiven Beziehung passiert und – sind Sie Betroffene – typische Merkmale einer Destruktiven Beziehung – benennen, die Sie dabei unterstützen können sich wiederzuerkennen.

    Destruktive Beziehungen gehen vor allen Dingen mit Persönlichkeitsstörungen der Cluster-B Gruppe (emotional-instabile, impulsiver und Borderline-Typ); histrionische, dissoziale, narzisstische Persönlichkeitsstörung) einher, der Fokus gilt dem Betroffenen, der sich aus einer solchen Beziehung gelöst hat, lösen musste, um seine eigene Gesundheit, in Härtefällen sein eigenes Leben, nicht weiter zu gefährden.

    Der Anfang

    Nahezu alle Betroffenen berichten davon, dass sie anfänglich das Gefühl hatten, ihrer großen Liebe begegnet zu sein. Das Wort Seelenverwandtschaft wird gewählt, auch sind Begriffe wie Magie und Schicksal, selbst bei Menschen, die für esoterische Themen nicht empfänglich sind, keine Seltenheit.
    Männer wie Frauen berichten vom besten, außergewöhnlichsten Sex, den sie erlebten oder noch nie so erlebten. Es kommt auch vor, dass diese Beziehungen als Affären beginnen, Persönlichkeitsstörungen des Cluster B gehen oftmals mit Promiskuität einher.

    Alles fühlt sich so „richtig“ an, „nichts kann uns trennen“, „wir schaffen alles gemeinsam, wenn wir nur zusammen sind“. Haben Betroffene vorher ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben gelebt, sind sie nunmehr extrem fokussiert auf den PSler, vice versa.
    Es werden Höhenflüge in der Paarbeziehung erlebt, der PSler idealisiert den Beziehungspartner und hebt ihn schier in den Himmel; er scheint geradezu Gedanken lesen zu können, jeden Wunsch zu erfüllen, die tiefsten Sehnsüchte zu wissen. Kurzum: man befindet sich in einem nicht enden wollenden Märchen. Vermeintlich.
    Die Erfahrung mit einem PSler stellt alles bisher Erlebte in den Schatten und entsprechend verklärt reagieren die Beziehungspartner.

    Ein Leben ohne den PSler scheint schon in diesem frühen Stadium nicht mehr denkbar.

    Beziehungsverlauf

    Im Zuge einer zunehmenden Paar-Symbiose ziehen viele Paare sehr schnell zusammen, heiraten unter Umständen sogar schon nach wenigen Wochen. Freunde/Hobbys verlieren an Wichtigkeit für den Beziehungspartner, während der PSler auffällig oft keine eigenen engeren Bezugspersonen hat.
    Gibt es im sozialen Umfeld des Beziehungspartners dazu kritisches Hinterfragen, wird dieser subtil oder auch gezielt, versuchen, diese Bindungen seines Beziehungspartners zu sabotieren. Da sich auch der Beziehungspartner immer mehr auf den PSler fokussiert, bleibt wenig Zeit für das, was vorher sein eigenständiges Leben ausmachte.
    Ein PSler beschäftigt seine Partner: 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche - selbst wenn er nicht anwesend ist, kreisen die Gedanken ständig um ihn.

    Häufig sind PLler mit den neuen Medien so vertraut, dass sie diese auch zu nutzen wissen. Wichtig für sie ist, einen beständigen Kontakt zum Beziehungspartner zu manifestieren, auch bei körperlicher Abwesenheit; seitenlange Mails, unzählige SMS am Tag und in der Nacht zeugen von diesen Bemühungen. Für die Betroffenen wird das Handy zum ständigen Begleiter.

    Die ersten besorgniserregenden Momente mit dem PSler treten bereits kurz nach Beziehungsbeginn auf: erste Abwertung, erste Ausraster, erste Lügen, erste Selbstverletzung (die nicht zwingend vorkommen muss).
    Diese werden vom Beziehungspartner wahrgenommen, aber eher verwundert zur Seite geschoben oder es finden sich gute Gründe, derer ein PSler nie verlegen ist, diese ausführlich darzulegen, z.B. Verletzungen aus der Kindheit, Ex-Beziehungen, die meist als sehr negativ beschrieben werden.

    Schon an diesem Punkt zeigt sich, dass der PSler immer das „Opfer“ ist. Stichwort Ich-Syntonie: ein PSler fühlt seine problematischen Anteile zu sich selbst gehörend und als nicht problematisch.

    Da sich der PSler aber wieder schnell beruhigt und der Betroffene ihm Glauben schenkt, kehrt er zum Alltag zurück, in der Hoffnung, er habe es mit einer Ausnahmesituation zu tun gehabt. Es bleibt aber nicht bei einmaligen Situationen dieser Art.
    Im längeren Verlauf der Beziehung verändert sich die Stimmungslage, zunächst langsam, aber immer deutlicher spürbar. Den Beziehungspartnern fällt bewusst auf, wie schwer sich ein PSler, noch längst nicht als solcher erkannt, mit Kritik tut oder, um es deutlicher zu formulieren: Er ist absolut nicht kritikfähig.

    Egal, wie logisch eine Situation erscheint, wie viele Erklärungen, Fakten es für ein X gibt: Der PSler macht sich auf, daraus ein Y zu machen. Ist man als Betroffener anfänglich völlig, und zu Recht, von der eigenen Wahrnehmung überzeugt, sieht man sich schwindelerregenden Diskussionen mit dem PSler ausgesetzt, die zu nichts führen, schon gar nicht zu einer Einsicht seitens des PSlers.
    Nicht selten lenkt der Beziehungspartner ein oder lässt sich sogar vom Gegenteil überzeugen, PSler sind Meister der Manipulation, und fängt so schleichend an, seine eigene Integrität zur Disposition zu stellen.

    Der PSler hingegen bekundet, aggressiv, traurig oder zynisch, dass ihm der Beziehungspartner etwas Böses will, projiziert seine eigenen Hass- und Wutanteile auf den Beziehungspartner und so ist der Beziehungspartner „schuldig“, „hasserfüllt“, „unterstellt Unglaubliches“, „will draufhauen“, „ist nicht konstruktiv“, „ist ja soo perfekt“, „muss immer Recht haben“, „kann nicht verzeihen“.
    Final werden verbale Ausraster damit begründet, dass der Beziehungspartner ihn verletzt habe.
    Die Betroffenen, nun öfter mit diesen Ausbrüchen konfrontiert, verstehen die Welt nicht mehr und suchen verzweifelt nach dem Menschen, in den sie sich ursprünglich verliebt hatten.

    Angst beginnt Raum einzunehmen, in einer Beziehung, die noch vor wenigen Wochen als das Höchste an Liebe und Wärme empfunden wurde. Der Beziehungspartner fängt an, an sich und seiner eigenen (gesunden!) Wahrnehmung zu zweifeln. An diesem Punkt, an dem der PSler erstmals und dann häufiger in der Kritik für sein Agieren steht, geht die Beziehung in eine typische Phase der immer wiederkehrenden Abwertung und Idealisierung über. Je länger diese Phase dauert, desto aggressiver, langwieriger nehmen die Teile der Abwertung zu, die Teile der Idealisierung verringern sich beständig, bis sie fast ganz verschwinden.
    Um den ständigen Anschuldigungen und Attacken (auch physische Angriffe können zu dem Zeitpunkt beginnen – müssen aber nicht) zu entgehen, fangen die Betroffenen an, in ein Vermeidungsverhalten auszuweichen und werden zum Schatten ihrer selbst.

    Zunehmend schwinden die Kräfte der Betroffenen, und auch wenn aus der Not geboren, es rührt sich etwas in ihnen, es dringt ins Bewusstsein, dass dies alles nichts mehr mit einer „normalen“ Beziehung oder Streitkultur zu tun haben kann und so entstehen erste zaghafte Versuche, wieder Stellung für sich zu beziehen und dem PSler erste Grenzen zu setzen.
    Ein PSler versteht Grenzen-Setzen allerdings als eine erneute Kritikzuweisung, quasi eine Aufforderung, jetzt erst richtig loszulegen.

    Unterschätzen Sie bitte niemals die verbalen und psychischen Formen der Gewalt!

    Es gibt Destruktive Beziehungen, in der keine körperliche Gewalt stattfindet, was aber nicht heißt, dass sie weniger gewalttätig wären, als die Beziehungen, die unsere Gesellschaft unter „Häuslicher Gewalt“ einordnet.
    Ich habe Betroffene kennen gelernt, die bezeugen, dass sie unter der psychischen Gewalt heftiger litten, als unter der körperlichen!

    Angriffe und Attacken auf den Beziehungspartner finden nun zunehmend im Beisein von Anderen statt, wie es der Beziehungspartner womöglich schon täglich Zuhause hinter verschlossenen Türen erlebt. Aus Scham wird auch dieses Verhalten vom Beziehungspartner bagatellisiert oder gar nicht erwähnt: „Wie soll ich nur erklären, dass ich in so einer Beziehung weiterleben möchte und ihn/sie trotzdem liebe. Die halten mich doch für verrückt“.

    Die Ablösungsphase/ erste Konsequenzen/der "Ich-gebe-auf-Punkt"

    Die Auswirkungen von Beziehungsgewalt, führen dazu, dass die Betroffenen irgendwann den Rückzug einleiten, sich emotional versuchen zu distanzieren, mit nun deutlicher Abgrenzung reagieren, sofern sie dies noch können. Nach vielfach gescheiterten Anläufen, die "Probleme", die in den meisten Fällen dem Beziehungspartner zugewiesen werden, in den Griff zu bekommen, wird ein weiterer Versuch über eine Paartherapie unternommen. Gerade die Betroffenen erwarten sich viel davon, da nun endlich ein Außenstehender, zudem professionell geschult, Einblick in den destruktiven Beziehungsalltag bekommt und sie endlich gehört und verstanden werden.
    Leider passiert oft das Gegenteil.

    Keine Paartherapie bei Destruktiven Beziehungen!

    Dies könnte ein erneuter „Spielplatz“ für die Manipulationsfähigkeiten des PSlers werden, nicht jeder Therapeut kann die Persönlichkeitsstörung so „sehen“, im Gegenteil. In solchen Therapien passiert es häufig, dass der Beziehungspartner zum Täter wird, etwas, das ein PSler sehr überzeugend darlegen kann), die Beziehung zu verbessern, schließlich resignieren.

    Das destruktive Beziehungsverhalten der PSler hat fatale Auswirkungen auf die ohnehin schon angeschlagene seelische Verfassung der Beziehungspartner und führt zu tiefster Verzweiflung. Schlafstörungen, depressive Verstimmungen mit Selbstmordgedanken, Ahedonie (Verlust der Lebensfreude), beginnendes Burn-out-Syndrom, Alkohol- und Substanzmittelmissbrauch sowie radikaler Gewichtsverlust können die Folge sein.

    Die Trennung

    Ist dem Betroffenen die Ausweglosigkeit der Situation klar geworden, wird er sich bewusst darum, dass der destruktive Beziehungskreislauf nicht zu durchbrechen ist, dass er vielleicht auch körperliche Schäden davon getragen hat, wird als letzter Ausweg die Trennung gesehen.
    Der seelische und körperliche Zustand von Betroffenen kann – in schweren Fällen - zu diesem Zeitpunkt so angegriffen sein, dass die Loslösung vom PSler nur noch durch einen stationären Klinikaufenthalt, Frauenhaus oder andere Zufluchtsorte möglich ist. Eine ambulante therapeutische Behandlung ist in jedem Fall unbedingt empfehlenswert.
    Schämen Sie sich nicht. Im Gegenteil, sehen Sie die positive Seite, Ihr Selbstschutz funktioniert wieder und.. es zeugt von Stärke, sich Hilfe zu holen!

    Sollten Sie ein Betroffener sein, der sich aus einer solchen Beziehung lösen will, gibt es Regeln, gerade bei ausgeprägten Merkmalen von Persönlichkeitsstörungen der Cluster B-Gruppe.

    Wichtige Anhaltspunkte für die Trennungsphase

    • Ist die Trennung nur durch den Auszug des Klienten realisierbar, sollte dieser vorher beim PSler nicht angekündigt werden!
    • Neigt der PSler zu Gewalt/Stalking, dokumentieren Sie die Vorfälle, informieren Sie die zuständigen Behörden (Polizei) Anzeigen! Stalking ist heute in Deutschland ein Strafdelikt.
    • Für den Umzug ein Team zusammenstellen, nicht alleine mit dem PSler bleiben!
    • Alle rechtlich wichtigen Unterlagen vor Auszug sichern!
    • Droht der PSler mit Selbstmord, Behörden/Arzt/Therapeuten des PSlers informieren. Sie sind nicht verantwortlich!
    • Anwaltliche Unterstützung einholen. Für Betroffene, die kein eigenes oder geringes Einkommen haben, gibt es Prozesskostenbeihilfe.
    • Dokumentation von Gewalt, Zerstörung!
    • Keine SMS, Mail, Schreiben des PSlers löschen; Bitte dringend aufheben! Es sind wichtige Dokument des Stalkings, verbaler und emotionaler Gewalt.
    • Wenn es irgendwie geht (schwierig mit Kindern): absolute Kontaktsperre nach der räumlichen Trennung in den ersten Wochen, besser Monaten.


    Häufig haben Betroffene traumatische Erfahrungen in einer Destruktiven Beziehung erlitten, die sich oft erst nach der Trennung bemerkbar machen. Durch die dauerhafte Anspannung zwischen Idealisierung und Abwertung kommen der Körper, die Seele und auch der eigene Chemie-Haushalt erst lange nach einer Trennung zur Ruhe. Folgen können sein: akute Belastungsstörung, Anpassungsstörung, Posttraumatische Belastungsstörung, depressive Episoden.

    Achtung: Es besteht unter Umständen Suizidgefahr, holen Sie sich Hilfe, reden Sie darüber, wenn sie suizidale Gedanken haben, d.h., wenn sie vermehrt darüber nachdenken, auf welche Art sie den eigenen Freitod umsetzen würden!

    Betroffene leiden zudem unter körperlichen Trennungssymptomen, ähnlich einem Entzugsdelir. Bitte nehmen Sie die Symptome ernst, denn es sind echte, körperlich erlebte Schmerzen, die über einige Wochen/Monate, explizit bei erneuter Kontaktaufnahme/-abbruch, andauern können.

    Trauer(arbeit)


    Nach Elisabeth Kübler-Ross, einer Schweizer Ärztin/Psychiaterin(1926–2004), gibt es nach dem Tod fünf Trauerphasen der Zurückgelassenen, die sich gut auf allgemeine Trennungserfahrungen bei Betroffenen übertragen lassen.

    Die Trauerphasen im Einzelnen:

    • Nichtwahrhabenwollen und Isolierung (Denial)
    • Zorn (Anger)
    • Verhandeln (Bargaining)
    • Depression (Depression)
    • Akzeptanz (Acceptance)

    Die Trauerphasen nach einer Destruktiven Beziehung werden im Vergleich zu einer „normalen Trennung“ allerdings heftiger, länger, nachhaltiger durchschritten. Durch Trigger können Sie auch noch Jahre (!) danach in die Trauerphasen wie z.B. Wut und Depression zurückfallen.
    Viele Betroffene weigern sich, überhaupt zu trauern, weil sie nach der Erfahrung glücklich sind, irgendwie „da rausgekommen“ zu sein, den Absprung geschafft zu haben. Andere fragen sich immer wieder fassungslos, warum musste ich den Menschen loslassen, den ich so liebte?
    Es ist wichtig, dass Sie bereit sind, die Trauer zu aktivieren, zuzulassen, Sie haben einen Menschen geliebt, lieben ihn vielleicht auch noch, der durch sein Störungsbild oft gar nicht anders konnte, als zu verletzen. Gerade die nächsten und intimsten Angehörigen dienen als Projektionsfläche.

    Trauerrituale können sehr hilfreich sein, z.B. Abschiedsbriefe schreiben, diese aber nicht abschicken, „Begräbnisse“ von persönlichen Erinnerungsstücken. Dieses Vorgehen wird Ihnen helfen, die Trauer anzunehmen. Die Seele kann besser in Bildern „verstehen“.
    Erst dann kann eine Loslösung überhaupt stattfinden und danach mit der Aufarbeitung der Beziehung und den eigenen Anteilen begonnen werden.

    Wenn die Wut kommt (und sie kommt), gibt es Betroffene, die überreagieren; zumeist versteckt sich hinter der Wut auf den Ex-Partner die eigene Wut: wie konnte ich das so lange zulassen, warum bin ich nicht früher aufgewacht? Was habe ich mir, sogar den eigenen Kindern angetan? Rachegedanken kommen verstärkt vor. Halten Sie sich Ihr eigenes (etwaiges) Tun klar vor Augen. Rache-Aktionen können sicher Druck abbauen, sind aber fehl am Platz, denn Sie haben Konsequenzen. Für Sie. Unangenehmen.
    Beschränken Sie Ihr Tun auf die Gedanken.

    Machen Sie sich bewusst, dass niemand, selbst psychologisch geschulte Menschen gefeit sind, eine Beziehung mit einem PSler einzugehen. Diese Beziehungsgeflechte werden oftmals sehr subtil gesponnen und sind mit einem normal ausgeprägten Verständnis von Liebe und Partnerschaft zunächst nicht zu entlarven. PSler können zudem unglaublich faszinierende Persönlichkeiten sein, beruflich erfolgreich, mit Charme, Ausstrahlung und einer Eloquenz die ihres gleichen sucht, Empathie vorgebend (zumeist ist diese kaum oder gar nicht vorhanden, was sich allerdings erst später zeigt).

    Nach einer solchen Beziehungserfahrung ist das Selbstwertgefühl der Betroffenen am Boden oder gar nicht mehr vorhanden Ein Therapeut kann hier unterstützend eingreifen und mit Übungen und Anregungen zur Seite stehen. Dabei sollten Sie jedoch ein besonderes Augenmerk auf Ihre Kraftreserven legen.

    Auch wenn Betroffene nach dem Ende der Beziehung durchaus unglaubliche neue Energien entwickeln können, Vorsicht! Das ist immer noch eine Folge der Destruktiven Beziehung. Das nächste Burn-out-Syndrom könnte nicht weit sein.
    Eine destruktive Beziehung zehrt nachhaltig an seelischer und körperlicher Substanz; der Beziehungspartner hat sich in einem Dauererregungszustand befunden, der noch lange nachwirkt. Erholung, seelische und körperliche, ist das A und O nach dieser Beziehung die einem einzigen Spannungsfeld glich.
    Es gibt Fälle, da brechen die Betroffenen erst lange nach der Trennung zusammen. Das kann nach einem Zeitraum von etwa ein bis zwei Jahren nach der Trennung geschehen und tritt insbesondere dann auf, wenn der Betroffene damit überfordert ist, im Leben ohne den PSler zurechtzukommen oder ohne therapeutische Hilfe alles alleine schultert.

    Hilfe im Danach. Therapeutische Begleitung/Aufarbeitung, Selbsthilfe.

    Im Privat- wie im Berufsleben geben Betroffenen PSler gerne eine Aufgabe an die Hand, und nicht selten entdecken die Betroffenen selber ungesunde Beziehungsmuster, die in ihrer eigenen Historie und damit in ihrer Persönlichkeit begründet liegen.
    In vielen destruktiven Beziehungen entwickelt sich eine Co-Abhängigkeit und es ist zu beachten, dass auch diese manipulative Züge aufweisen (tertiärer Krankheitsgewinn, d.h. über das ständige Kümmern und "therapieren" des PSlers holen sich die Betroffenen Selbstbestätigung).

    Mit Hilfe eines Therapeuten kann sich der Betroffene auf die Suche nach den Hintergründen begeben, denn solchen Entwicklungen liegen oft Glaubenssätze zugrunde, die in der Kindheit erlernt wurden. Diese können mit dem Betroffenen aufgespürt und neu formuliert werden, die Supportive Gesprächstherapie - besonders wichtig zum Therapie Beginn - Kognitive Verhaltenstherapie nach Aaron T. Beck, dialektisch behaviorale Verhaltenstherapie nach Marsha M. Linehan leisten hier gute Arbeit.

    Neben der Co-Abhängigkeit und anderen komplementären Störungsbildern kommen Betroffene im Rahmen einer Therapie vielleicht das erste Mal mit der Thematik von Suchtbeziehungen in Berührung. Es ist immer noch mit großer Scham behaftet, von eigener Sucht überhaupt zu sprechen, viel unwahrscheinlicher erscheint es aber, den Suchtbegriff auf Beziehungen anzuwenden. Auch wenn diese Suchtformen so gar nicht oder nur in Bereichen anderer Störungsbilder in der ICD-10 auftauchen, es gibt sie.
    Vermehrt handelt es sich um Sex-, Romantik- und/oder Beziehungssucht. Nach meinen Erfahrungswerten kann ich heute von einem direkten Zusammenhang bei Suchtbeziehungen und Destruktiven Beziehungen sprechen, deren Beziehungsteilhaber vor allen Dingen darauf ausgerichtet sind – selbst bei ausgeprägten symbiotischen Beziehungsstrukturen – Nähe vermeiden zu wollen. Dies gilt übrigens für PSler und Betroffenen im gleichen Maße.

    Die Arbeit mit Betroffenen erfordert von einem Therapeuten ein Höchstmaß an Fingerspitzengefühl, gerade während oder kurz nach der Trennung. Sie sind sehr wahrscheinlich emotional und körperlich gebrochen und zutiefst in ihrer Seele verletzt. Achten Sie unbedingt auf die Wahl „Ihres“ Therapeuten.

    Müssen Sie einem Therapeuten eine Destruktive Beziehung erklären, sind Sie an der falschen Stelle.

    PSler haben häufig Beziehungen zu „starken“ Menschen, die darauf konditioniert sind durchzuhalten, alle Probleme zu meistern und ihre eigenen Bedürfnisse in einer Beziehung hinten anzustellen. Es geht um Menschen, die vor dieser Beziehung geerdet im Leben standen, oft finanziell unabhängig waren und sich nicht im Traum hätten vorstellen können, jemals in eine solche Lage zu geraten.
    Es kann ein riesiger Schritt gewesen sein, wenn der Betroffene überhaupt Hilfe sucht und meist tut er dies wirklich erst dann, wenn er spürt, dass ihm etwas widerfahren ist, was er alleine nicht mehr bewältigen kann.
    Bitte seien Sie auf emotionale Zusammenbrüche vorbereitet! Legen die Scham ab. Es gibt keinen, keinen einzigen Grund für Scham. Sie sind nicht schuldig!

    Selbsthilfegruppen erweisen sich als sehr förderlich und können Therapie-unterstützend sein. Es kann passieren, und es passiert oft, dass - bei aller verbaler und/oder körperlicher Gewalt - der Klient zurück in die Beziehung geht oder mehrere Anläufe braucht, um eine Trennung aus- und durchzuhalten.
    Verurteilen Sie sich nicht dafür! Viele Betroffene haben ein paar „Ehrenrunden“ gedreht, bevor Sie sich endgültig lösen konnten.

    Bitte versuchen Sie, Ihr Bewusstsein dahingehend auszurichten, dass PSler trotz aller Bekundungen und Bemühungen nur durch langfristig angelegte Therapie und Krankheitseinsicht, nachhaltige Veränderungen in ihrem Verhalten und Mustern erlernen können.

  8. gesperrt
    Registriert seit
    31.07.2014
    Beiträge
    1.113

    AW: Destruktive Beziehungen- Empfehlungen zu Literatur und Medienangeboten

    Noch ein paar weitere Bücher und Links, die mir geholfen haben:


    Zur Beziehung selbst:

    "Worte, die wie Schläge sind"
    Verbale Misshandlung in Beziehungen, von Patricia Evans

    "Hilfe, ich liebe einen Narzissten"
    Überlebensstrategien für alle Betroffenen, von Umberta Telfener

    "Emotionale Erpressung"
    Wenn andere mit Gefühlen drohen, von Susan Forward

    "Manipulation in der Liebe"
    Wie Sie sie erkennen und sich vor ihr schützen, von Isabelle Nazare-Aga


    Zu den Eigenanteilen, zur Suche nach sich selbst, der eigenen Vorgeschichte und den gegenseitigen Mechanismen:

    "Das Drama des begabten Kindes"
    und die Suche nach dem wahren Selbst, von Alice Miller

    "Vergiftete Kindheit"
    Elterliche Macht und ihre Folgen, von Susan Forward


    Zum Neustart nach VKA

    "Neu anfangen nach einer Misshandlungsbeziehung"
    von Meg Kennedy Dugan


    Einige nützliche Sofort-Links:

    Tipps zum Umgang mit Persönlichkeitsgestörten:
    Narzissten: Elf Tipps gegen den Psychoterror in einer Beziehung - DIE WELT

    Narzissten als Lebenspartner - UMGANG mit NARZISSTEN

    Hypothesis Too Simple: Umgang mit Narzissten

    Tipps und Chancen nach der destruktiven Beziehung:
    Chancen und Nebenwirkungen destruktiver Beziehungen - Die Liebe und der Psychopath

    Wie erkennt man, ob man sich in einer Beziehung mit einem Persönlichkeitsgestörten befindet: https://erkennepsychopathie.wordpres...then-befindet/

    Psychopathische Liebe:
    Die Liebe und der Psychopath - Estherblaesing Blog

    Allgemeine, nützliche Infos zu Persönlichkeitsstörungen:
    "Wo andere ein Gewissen haben, ist da nichts" | Technology Review

    Zu parasitärem Verhalten in Beziehungen:
    http://parasitenblender.blogspot.de/...parasiten.html

    Zu den Eigenanteilen:
    http://parasitenblender.blogspot.de/...auf-einen.html
    Geändert von Govindasa (04.09.2015 um 19:16 Uhr)

  9. Avatar von Archana
    Registriert seit
    04.02.2015
    Beiträge
    182

    AW: Destruktive Beziehungen- Empfehlungen zu Literatur und Medienangeboten

    Arno Gruen
    ein deutsch-schweizerischer Schriftsteller, Psychologe und Psychoanalytiker, geb. 1923
    Ich schätze diesen älteren Herrn sehr, seine Arbeit ist einzigartig und sehr menschlich.

    Seine Bücher, Artikel, aber auch seine Videos sind sehr aussagekräftig zum Thema
    und eröffnen neue Sichtweisen, wenn man sich darauf einlassen kann.

    Arno Gruen
    Der Verlust des Mitgefühls
    ".... Das Mitgefühl ist die in uns eingebaute Schranke zum Unmenschlichen. ..."

    Arno Gruen
    Der Verrat am Selbst - Die Angst vor der Autonomie bei Mann und Frau

    Arno Gruen
    Der Fremde in uns

    Arno Gruen
    Wider dem Gehorsam


    Arno Gruen über Empathie
    link
    https://www.youtube.com/watch?v=O0g6DvI56pg

    Arno Gruen
    "Leben als Original" in Sternstunden der Philosophie
    link
    Arno Gruen
    Geändert von Archana (03.09.2015 um 19:22 Uhr)

  10. Avatar von Archana
    Registriert seit
    04.02.2015
    Beiträge
    182

    AW: Destruktive Beziehungen- Empfehlungen zu Literatur und Medienangeboten

    Kevin Dutton
    Gehirnflüsterer
    - Die Fähigkeiten andere zu beeinflussen

    Warum fallen wir auf manche Mittel oder Tricks herein, auch wenn wir es eigentlich besser wissen? Welche »psychologischen Keulen« werden eingesetzt? Wie kommt es, dass wir manipulierbar sind? Diese Fragen beantwortet Kevin Dutton.

  11. 08.09.2015, 13:21

    Grund
    AGB Verstoß Werbung

+ Antworten
Seite 1 von 10 123 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •