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    Was war ich für ihn? Depressiver Partner

    Hallo,
    Ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll, da ich noch nie so offen in einem Forum geschrieben habe.

    Vor über einem halben Jahr, habe ich einen Mann kennengelernt. Es passte alles und ich habe mich komplett darauf eingelassen, sodass wir wenige Wochen später ein Paar wurden. Ich bin Männern immer sehr misstrauisch gegenüber gewesen,wegen schlechten Erfahrungen. Bei ihm hatte ich ein ganz anderes Gefühl. Er war sehr liebevoll und hat mir schon vor Beginn der Beziehung alles aus seinem Leben erzählt. Unter anderem auch,dass er wegen Depressionen in Behandlung war,klinischer Aufenthalt etc. Für mich war das kein Problem, da ich selbst aufgrund einer Essstörung vor ca 10 Jahren in Behandlung war. Demnach war es nichts was mich davon abgehalten hätte, mit ihm zusammen zukommen,da eine Therapie absolut nix schlimmes ist. Leider habe ich mich extrem getäuscht.

    Wir arbeiteten beide im Schichtdienst und er hatte einen anderen Einsatzort als ich, sodass wir nach wenigen Monaten beschlossen,dass er bei mir wohnen bleibt, in der Zeit. Ich weiß das war sehr früh aber es klappte einfach besser. Die ersten Monate waren schön,aber dann wurde es immer unschöner.

    Er fing an mich ständig zu kritisieren,sich über mich lustig zu machen , im Spaß wie er meinte. Ich wurde immer empfindlicher und verließ öfters den Raum um nicht heulen zu müssen. Wir unternahmen nie was, meine Vorschläge wurden abgetan und ich kam mir sehr fehl am Platz vor. Zu der Zeit hatte ich selbst ein eigenes Problem was mich sehr beschäftigt hat. Mir mussten Knoten entfernt werden, weil die Gefahr zu groß war,dass etwas bösartiges dahinter stecken könnte. Ihm habe ich nur von der op erzählt aber nicht den Grund,weil ich selbst kaum damit klar kam.

    Er wurde immer merkwürdiger und Freunde meinten, dass er mich ausnutzen würde, billige Bleibe etc. Immer wieder kamen neue Sachen ans Licht. Es gab keine Nähe, keine großartigen Berührungen noch besonders viel Sex. Nur den obligatorischen Abschiedskuss wenn der andere zur Arbeit ging. Immer wenn wir uns einige Tage nicht gesehen hatten, hab ich mich wahnsinnig auf ihn gefreut, aber bei ihm kam mir das nicht so vor. Dann auf all das angesprochen, gab er zu dass er wieder unter Depressionen leidet. Einiges ergab für mich dadurch Sinn. Es gab schöne Tage, aber es fehlte Geborgenheit und Zuneigung von sei er Seite. Immer ständige Zurückweisung ,sodass ich mich kaum noch getraut habe ihn zu berühren! Als dann meine Op anstand, war er nicht für mich da. Lieblose antworten und als ich dann doch noch ins Krankenhaus kam, hat er sich über mich lustig gemacht. " Die Op wäre ja nicht so schlimm gewesen, wäre ja keine Herzop usw. Versteht mich nicht falsch,aber das möchte man ganz sicher nicht hören, wenn man einen Eingriff hinter sich hat und den Befund nicht kennt. Nachem Krankenhaus bin ich zu meiner Familie, da er seinen Urlaub bei Verwandten verbringen wollte. Eine Woche davor sagte, er wäre für mich da und dann kurz darauf schiebt er mich ab. Mehrere Tage hab ich nix gehört " Er brauchte seine Ruhe" . Nach einer Woche kam ich nach hause und war so froh wieder bei ihm zu sein, aber es gab keine Umarmung nix. Ich zerbrach innerlich immer mehr. Dann war er wieder anders und etwas wie früher.

    Viel Streit gab es immer wieder um nichts. Er rastete aus oder ignorierte mich tagelang, wenn ich ihn zur Rede stellte, dann war wieder alles gut. Aber in meinem Inneren wusste ich,dass es nichts bringt. Es kam nichts nettes von ihm und wenn dann nur wenn er was wollte. Im Endeffekt hat er mir nur weh getan mit seiner Art, hat mich versucht vor meiner Familie runterzumachen, sich üble Scherze erlaubt und mich nicht wahrgenommen. Als ich ihn mehrfach fragte, ob er mich zu einer Familienfeier begleiten will, zu der er auch eingeladen war, wich er aus und zum schluss rastete er aus und beleidigte mich. Ich sagte ihm dann am frühen morgen dass er gehen kann und packte seinen Koffer. Ich glaube es hat ihn nicht gestört, aber ich weiß es nicht. In der ganzen Zeit hat er sich finanziell an nichts beteiligt obwohl ich es angesprochen habe und er anfangs selbst den Vorschlag gemacht hat.

    Seit es vorbei ist, leide ich entsetzlich,aber vorher ging es mir auch nicht gut, da ich mir wie Dreck vorkam.
    Ich möchte nur wissen, ob ich einfach nur ganz böse auf jemanden reingefallen bin, oder die Depressionen einen Menschen so negativ verändern können??

    Achja wir haben seitdem nicht mehr geredet und er hat mich komplett ignoriert.

    Danke fürs Zuhören und ich würde mich über ehrliche Antworten freuen!

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    AW: Was war ich für ihn? Depressiver Partner

    Das was du hier schreibst klingt nicht nach nur Depression. Da steckt auch eine sehr unangenehme Persönlichkeit hinter.

    Mir scheint, dass du dir die Depression als Entschuldigung für sein unmögliches Verhalten ausgesucht hast.
    -== Dies ist kein Forum, in dem man sich wohl fühlt ==-
    -== Ich verabschiede mich und wünsche noch viel Spaß mit all den unkonstruktiven Beiträgen und der Moderation ==-

  3. Inaktiver User

    AW: Was war ich für ihn? Depressiver Partner

    Zitat Zitat von Chirocee Beitrag anzeigen
    Seit es vorbei ist, leide ich entsetzlich,aber vorher ging es mir auch nicht gut, da ich mir wie Dreck vorkam.
    Ich möchte nur wissen, ob ich einfach nur ganz böse auf jemanden reingefallen bin, oder die Depressionen einen Menschen so negativ verändern können??
    ist das nicht total egal?

    ich würde mich von niemandem so behandeln lassen, egal, warum er sich so verhält, egal ob er jetzt depressiv oder einfach so ein schlechter mensch ist.

    ab einem bestimmten punkt zählt nur noch das ergebnis, finde ich.

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    AW: Was war ich für ihn? Depressiver Partner

    Zitat Zitat von bittersweet0403 Beitrag anzeigen


    Mir scheint, dass du dir die Depression als Entschuldigung für sein unmögliches Verhalten ausgesucht hast.
    und er depression als entschuldigung für sein eigenes unmögliches verhalten be- und ausnutzt.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

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    AW: Was war ich für ihn? Depressiver Partner

    Zitat Zitat von Chirocee Beitrag anzeigen
    Seit es vorbei ist, leide ich entsetzlich,aber vorher ging es mir auch nicht gut, da ich mir wie Dreck vorkam.
    Schon merkwuerdig, dass man so darunter leiden kann obwohl man doch eigentlich froh sein kann, dass der Stressfaktor weg ist. (Ich spreche da aus Erfahrung.)

    Ich möchte nur wissen, ob ich einfach nur ganz böse auf jemanden reingefallen bin, oder die Depressionen einen Menschen so negativ verändern können?
    Was heisst reingefallen? Er wird wohl nicht rein aus boeser Absicht so gehandelt haben.

    Eine Depression ist eine ernste psychische Erkrankung und sowas ist immer eine Belastung fuer die Angehoerigen. Ich kenne zwei Depressive, die sich ganz unterschiedlich verhalten. Beiden ist aber gemein, dass sie nicht sehr zuverlaessig sind. Man kann mit ihnen etwas ausmachen und dann funkt wieder ein Depri-Schub dazwischen und es wird nichts draus. In einer Freundschaft kann man sowas tolerieren aber als Partner ist so jemand nicht geeignet.

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    AW: Was war ich für ihn? Depressiver Partner

    Zitat Zitat von Letho Beitrag anzeigen
    Schon merkwuerdig, dass man so darunter leiden kann obwohl man doch eigentlich froh sein kann, dass der Stressfaktor weg ist. (Ich spreche da aus Erfahrung.)


    Ja, einfach deswegen weil er mir extrem viel bedeutet hat und ich kein Mensch bin, der sich mal eben verliebt sondern Zeit dafür braucht um so etwas sagen zu können. Ich habe gesagt er soll gehen,weil die Belastung zu stark war. Niemand möchte so ein Leben führen. Da wir vorher mehrfach darüber gesprochen haben, musste ich ihn rauswerfen.

    Mag sein, dass es keine Absicht war, aber es kann einfach nicht nur an den Depressionen gelegen haben,oder? Wie die anderen schon sagten es kann nicht die Entschuldigung für alles sein!
    Ich selbst sehe ja auch dass ich aufgrund der Hintergründe weniger sauer sein kann, aber doch hab ich das Gefühl, dass es er von der Persönlichkeit her generell so ist. Er sagte zwar, mal dass er das zurzeit alles nicht kann, weil er nicht er selbst wäre.
    Aber ich kenne mich auch zu schlecht damit aus, umzusagen oder zu beurteilen ob so etwas dann normal wäre??
    Geändert von Analuisa (29.03.2015 um 17:15 Uhr) Grund: Zitat repariert

  7. Inaktiver User

    AW: Was war ich für ihn? Depressiver Partner

    Mag sein, dass es keine Absicht war, aber es kann einfach nicht nur an den Depressionen gelegen haben
    Ich weiß, dass es schwer ist, aber versuche, nicht über ihn und seine Beweggründe zu spekulieren. Das bringt nichts und verlängert den Schmerz. Ich finde es wahnsinnig stark von dir, dass du die richtigen Konsequenzen gezogen hast. Du bist auf einem guten Weg.

    Falls du nicht aufhören kannst, über ihn nachzudenken, empfehle ich dir das Buch "Jein" von Stefanie Stahl.

  8. Inaktiver User

    AW: Was war ich für ihn? Depressiver Partner

    Alles was endet, hinterlässt erst einmal eine Lücke. War es schlecht, sollte sich die Lücke wie von selbst schließen, war es gut, kann man die Lücke nur mit etwas besserem schließen.

    Gut bei der ganzen Geschichte ist doch, dass Du rechtzeitig erkannt hast, dass es Dir nicht gut tut, und Du die Notbremse ziehen musst.

    Schlecht ist wohl, dass Du geglaubt hast eine Liebesbeziehung, die so beginnt wie eure, kann alles meistern.

    Nein, diese Krankheit ist wirklich nicht berechenbar und der Mensch ist nicht er selbst, doch wenn dann zusätzlich noch ein schlechter Charakter dazu kommt, dann leidet die Umgebung mehr als der Kranke selbst.

    Depressionen sind wie eine energiesaugende Krake, man wird lethargisch, motivations- und emotionslos und man ärgert sich über seinen eigenen Zustand, wird vielleicht schlecht gelaunt, doch nicht gemein und demütigend.

    Es ist verständlich, dass Du es im Nachhinein einfach verstehen möchtest und für Dich die Gewissheit haben willst, fair gehandelt zu haben. Doch lade Dir nicht die ganze Verantwortung dafür auf den Rücken.

    Ihr habt zu Zweit die Beziehung begonnen und es war sein Teil zumindest offen und fair mit sich, mit Dir, mit der Erkrankung umzugehen. Depressionen entschuldigt einiges, doch nicht bösartiges Verhalten gegenüber den Menschen, die einem lieben.
    Dafür trägt er die volle Verantwortung.

    Deine Verantwortung war es Dich genau davor zu schützen, gerade in einer Zeit, da Du selbst hättest Unterstützung brauchen können. Du hast alles bis zu einem gewissen Punkt für die Beziehung getan, dann hast Du dich GOTT SEI DANK selbst geschützt, darauf kannst Du stolz sein.

    Du wirst nie genau heraus finden, was denn jetzt genau von seinem Handeln Krankheit, und was genau schlechter Charakter war. Er hatte eine faire Chance in dieser Beziehung und sie nicht genutzt.

    Lass ihn los, er muss noch viel lernen.

  9. Inaktiver User

    AW: Was war ich für ihn? Depressiver Partner

    Liebe Chirocee,

    einmal mehr empfhle ich diesen link
    re-empowerment – Frauen gegen Partnerschaftsgewalt Statt Liebe: Angst, Abwertung, Kälte, Hass. Unsichtbare Gewalt

    sowie zwei Bücher:
    Worte die wie Schläge sind, über verbale Gewalt in Beziehungen von Patricia Evans

    Die Masken der Niedertracht von Hirigoyen

    ev auch Der Soziopath von Nebenan

    Alles Liebe und viel Kraft
    Magdalena

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    AW: Was war ich für ihn? Depressiver Partner

    Zitat Zitat von Chirocee Beitrag anzeigen
    Mag sein, dass es keine Absicht war, aber es kann einfach nicht nur an den Depressionen gelegen haben,oder? Wie die anderen schon sagten es kann nicht die Entschuldigung für alles sein!
    Es haengt natuerlich vom Charakter ab, wie jemand damit umgeht. Mein einer depressiver Kumpel z. B. sagte mal, dass er in diesem Zustand ueberhaupt gar nicht erst eine Beziehung eingeht.

    Aber ich kenne mich auch zu schlecht damit aus, umzusagen oder zu beurteilen ob so etwas dann normal wäre?
    Vielleicht hilft es ein bisschen, mit der Sache abzuschliessen, wenn du ihn besser verstehst aber das muss nicht so sein. An der Situation als solches aendert es nichts.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass im Laufe der Zeit solche Fragen immer unwichtiger werden. Irgendwann interessiert es einen gar nicht mehr und dann ist man drueber hinweg.

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