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    Verheiratet und verliebt in eine Prostituierte

    Hallo Bricom,
    in meiner derzeitigen Lebenssituation fühle ich mich unwohl, denn ich habe das Gefühl, mich immer weiter zu verstricken. Ich suche den Austausch hier, in der Hoffnung, meine Gedanken und Gefühle mit Eurer Hilfe sortieren und dann die notwendigen Entscheidungen treffen zu können.

    Meine Frau kenne ich seit einem Vierteljahrhundert. Wir sind eine Patchworkfamilie mit ihren Kindern, meinen Kindern und gemeinsamen Kindern und dabei gab es auch Zeiten mit erfüllendem Sex. Jetzt sind die Kinder aus dem Haus. Wir sind immer noch sehr eng und nett miteinander, wir sprechen viel und nicht nur oberflächlich und wir berühren uns, küssen uns und sind zärtlich. Doch sobald meine Frau auch nur die Andeutung einer sexuellen Absicht in meinem Verhalten sieht, verschließt sie sich. Sie sagt dann so Sachen wie: Sie könne nicht auf Knopfdruck. Nachdem ich derartiges immer wieder zu hören bekam, haben wir darüber gesprochen und vereinbart, dass ich ihr die Initiative überlasse. So etwa alle zwei Monate ergreift sie diese auch. Bisweilen habe ich sie dann auch schon verschreckt, weil ich vom gewohnten Prozedere abgewichen bin und manchmal hat sie auch ohne dies einfach mittendrin die Lust verloren. Dennoch bleiben wohl noch vier befriedigende Begegnungen im Jahr, solche, von denen ich für 24 Stunden ein richtig gutes, wohlig - warmes Körpergefühl behalte. Das sage ich ihr dann auch mit Worten und Blumen. Sie berichtet von solchen Nachwirkungen allerdings schon lange nicht mehr, obwohl sie durchaus zum Orgasmus kommt.

    Mein unter den Scheffel gestelltes sexuelles Begehren hat allerdings immer heftiger rumort. Sexuelle Fantasien, Pornofilme, Selbstbefriedigung etc. gehen schon, sind aber auch irgendwie schal. Die Nutzung professioneller Sexdienstleistungen erschien mir als geeignetes Ventil, ohne den Nachteil emotionaler Verstrickungen. Und dann traf ich im vorigen Jahr auf diese Frau, die mir seither nicht mehr aus dem Kopf geht.

    Seit einem halben Jahr denke ich jeden Tag und jede Nacht an diese andere Frau. Viermal war ich inzwischen bei ihr. Wir haben auch über Privates gesprochen, doch es wäre weit übertrieben, zu sagen, ich kenne sie; denn schließlich fanden unsere Begegnungen in einem professionellen Kontext mit klarer Grenze zu Privatem statt. Ich weiß nicht viel über die sozialen Bezüge, in denen sie lebt. Es kann gut sein, dass, hätte ich sie in einem anderen Zusammenhang kennengelernt, sie in keiner Weise mein Interesse erweckt hätte. Vielleicht ist das ja auch gut so, denn ich lebe ja mein mir vertrautes Leben mit meiner Frau und brauche diese Prostituierte eigentlich nur zur Substitution des weitgehend eingeschlafenen ehelichen Sexuallebens.

    Ich kenne die Frau nicht wirklich und so lässt sich wohl annehmen, dass ich sie als Projektionsfläche für meine Verliebtheit benutze. Das kann ich mir klar machen. Wenn ich dann in der nächsten Nacht wach liege, führe ich aber dennoch wieder fiktive Gespräche mit ihr. Also vermute ich bei mir eine Sex- und Liebessucht. Die Daten meiner Beiträge hier liegen viel zu oft innerhalb meiner Arbeitszeit, die ich als Selbstständiger selbst definiere und kontrolliere, also kommt auch noch eine Internetsucht hinzu. Infolgedessen, muss ich auch diesen Text hier als Ausdruck meines Suchtverhaltens ansehen. Ich treffe daher mit mir und Euch die Vereinbarung, dass ich dieses Forum nur noch nach 17 Uhr aufsuche. Damit bin ich gewiss nicht clean. Ich hoffe einfach nur, dass ich mit dieser Maßnahme mein Leben und meine Arbeit in der nächsten Zeit noch halbwegs hinkriege, bis ich hoffentlich irgendwann die Kraft und den Mut habe, mich ganz aus dem Suchtverhalten zu lösen.

    Auch die Prostituierte werde ich wohl wieder aufsuchen. Wobei mir durchaus klar ist, dass die Idee, den fehlenden Sex in der Ehe durch die Inanspruchnahme professioneller Sexdienste zu ersetzen, bei mir nicht gut funktioniert. Diese 24 Stunden Glücksgefühl nach gutem Sex bergen bei mir offenbar ein erhebliches Risiko, mich emotional zu binden. Wobei das nicht zwangsläufig geschieht. Ich habe das ausprobiert. In einem Freierforum fand ich den Rat, im Falle des Verliebens, andere Prostituierte aufzusuchen. Das habe ich getan. Auch dort habe ich überraschend interessante Gespräche geführt, an die ich viel denke und die ich gerne fortsetzen würde und auch diese Frauen schätze ich und auch dort habe ich dieses anhaltende Glücksgefühl mitgenommen. Die Verliebtheit in die Eine ist davon dennoch nicht gewichen.

    Seit vier, fünf Jahren ist das Berufsleben meiner Frau in einer schwierigen Phase. Sie ist dadurch psychisch belastet, leidet an Schlafstörungen und Ängsten. Ich achte darauf, dass ich sie mit meinem Verhalten nicht zusätzlich verängstige. Unsere Gespräche drehen sich häufig um ihre Probleme und unsere gemeinsamen Aktivitäten richten sich danach, was mit ihrer Seelenlage vereinbar ist. Nun hat dieses Zurücknehmen meiner Person zur Folge, dass ich nach Auswegen suche. Allerdings ist, was eigentlich als Überdruckventil gedacht war, nun schon zu einem mächtigen Strom geworden. Nach dem Sex mit der Anderen fühle ich mich euphorisch und glücklich. In den folgenden Tagen kann ich durch Gedanken an sie dieses gute Gefühl wieder aufrufen. Einige Tage später wird ein Sehnen in der Körpermitte spürbar, das nach und nach immer mächtiger wird. Mit diesen heftigen Gefühlslagen dränge ich eine abgrundtiefe Traurigkeit zurück, die mich immer häufiger überkommt, wenn ich mich in Gegenwart meiner Frau zurücknehme, so dass dann auch noch das Verbergen meiner depressiven Gefühlslage hinzukommt; also ein Teufelskreis. Weil ich die Freizeit überwiegend in Gesellschaft meiner Frau verbringe, nutze ich für das Ausagieren der Internetsucht die Arbeitszeit und so leidet auch die Arbeit. Wenn ich nicht gerade euphorisiert bin, fühle ich mich verzweifelt und eingesperrt. Auch das nehme ich als Indiz, dass es sich um Sucht handelt.

    Ich kenne niemanden, mit dem ich über meine Situation sprechen kann, weil ich Freunde nicht mit Wissen belasten möchte, dass sie vor meiner Frau geheim halten müssten. So wende ich mich in meiner Not hier anonym an die interessierte und wohlwollende Forumsgemeinde, mit der Bitte um Beistand und weisen Rat.

  2. Inaktiver User

    AW: Verheiratet und verliebt in eine Prostituierte

    Einen Rat kann ich Dir nicht geben, nur mein Mitgefühl.

    Vielleicht wäre euch allen geholfen, wenn Du offen mit Deiner Frau darüber sprichst.

    Denn ganz sicher ist eure Familie in Gefahr und es könnte ein großer Scherbenhaufen entstehen.
    Geändert von Inaktiver User (24.03.2015 um 18:22 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Verheiratet und verliebt in eine Prostituierte

    Huckleberry, ahnt deine Frau eigentlich, wie sehr die sex-reduzierte Zeit an deine Seele nagt, oder ist sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt? Was ihre Ängste angeht, lässt sich hier nichts drüber vermuten, aber wenn es starke Ängste sind, kann es schon eine Ursache sein.

    Puh...was soll man schreiben. Gibt es für dich gar keine Möglichkeit, das Thema Nähe/Intimität/Sex anzusprechen? Wie sieht sie das selbst? Ist das für sie gar kein Thema mehr?

    In meiner Ehe hätte die Verdrängung und das Stillschweigen auch fast das Aus bedeutet. Und dabei ging es nicht um sexlose Zeiten in der Ehe, sondern um große emotionale Distanz.
    Geändert von Inaktiver User (24.03.2015 um 19:10 Uhr) Grund: Umstrukturiert

  4. Inaktiver User

    AW: Verheiratet und verliebt in eine Prostituierte

    Ich weiß auch keinen Rat, aber ich habe eine Menge Fragen. Darf ich?

    Habt ihr einander explizit sexuelle Treue versprochen? Wenn ja, wann habt ihr zuletzt darüber gesprochen?

    Wie lange fühlst du dich sexuell schon zurückgewiesen von deiner Frau? Gab es einen bestimmten Anlass, kannst du dich daran erinnern, wann es dir zum ersten Mal aufgefallen ist?

    Wie war der Sex zu Anfang eurer Beziehung?

    Und wie war er in deinen vorherigen Beziehungen?

    Diese abgrundtiefe Traurigkeit, von der du schreibst - kennst du die aus anderen Zusammenhängen? Oder ist dir die im Zusammenhang mit der Verliebtheit in die Prostituierte zum ersten Mal aufgefallen?

    Du schreibst von der schwierigen beruflichen Situation deiner Frau und dass du darauf Rücksicht nimmst. Steht das in zeitlichem Zusammenhang mit der sexuell für dich unbefriedigenden Situation?

    Wie lange, glaubst du, hältst du diesen Zustand des Abgewiesenwerdens noch aus?

    Das sind so die allerersten Fragen, die mir in den Sinn kamen. Ich erwarte keine Antwort. Vielleicht dienen sie dir als Anregungen beim Nachdenken. Und Nachspüren. Mir ging es lange Zeit ähnlich, ich suchte keinen aushäusigen Sex. Irgendwann war die Ehe erschöpft.

  5. Inaktiver User

    AW: Verheiratet und verliebt in eine Prostituierte

    wäre eine Paartherapie für Euch denkbar?

    ich denke, es ist alles schon zu weit fortgeschritten, als dass Du da alleine einen Ausweg finden könntest

  6. Moderation

    User Info Menu

    AW: Verheiratet und verliebt in eine Prostituierte

    Hallo Huckleberry,

    ich finde es gut, dass du den Mut hast, das Thema anzusprechen.
    Wenn Gespenster einen Namen haben, dann ist es schon mal einfacher.

    Kann es sein, dass die Situation deiner Frau sie unlustig macht? Nimmt sie Medikamente?
    Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

    Moderatorin in "Schule, Uni, Studium und Ausbildung" "Gehören Kinder zu einem erfüllten Leben dazu?" Coronavirus und...Userin

  7. Inaktiver User

    AW: Verheiratet und verliebt in eine Prostituierte

    @Huckleberry,

    jede sehnsucht, die nicht gestillt wird, wird zur sucht.

    wenn du da raus willst,
    wirst du nicht umhin kommen, mit deiner frau klartext zu reden.
    nicht für alles verständnis zu haben,
    auch nicht für die regelung, wann und wie oft ihr sex habt.

    nimmt sie dich überhaupt noch als mann wahr?
    du sie als frau?

    du kommst mir leider weinerlich und unterwürfig vor.

    die prostituierte sehe ich als nebenschauplatz.

  8. Inaktiver User

    AW: Verheiratet und verliebt in eine Prostituierte

    Um mal auf deine Ehe einzugehen: betrachtest du deine Frau als erwachsene Person? Klingt mir irgendwie nicht so, so wenig wie du sie forderst. Eine Ehe kann doch nicht daraus bestehen dass einer auf Zehenspitzen um die Befindlichkeiten des anderen herumschleicht???

  9. User Info Menu

    AW: Verheiratet und verliebt in eine Prostituierte

    Die Welt ist verrückt. Ich würde per Whats App mit deiner Frau darüber sprechen;-).

  10. User Info Menu

    AW: Verheiratet und verliebt in eine Prostituierte

    Ich finde deine Situation sehr traurig.

    Wenn Du mit deiner Frau nicht reden kannst, mit wem sonst?

    Das was Du hier geschrieben hast solltest Du deiner Frau rücksichtslos sagen, sie ist erwachsen - sie muss nicht geschont werden wie ein kleines Kind.
    Die Wahrheit wäre sehr befreiend für Dich und für sie.
    Was sie dann mit dieser Information macht ist ihr überlassen.

    Steh auf und übernehme die Verantwortung über dein Leben und dein wohl sein - egal ob das gehen oder bleiben heisst.
    Rudolf Dellemann geb.1885 Tierschützer!

    "Die Welt wäre eine Paradies wenn es keine Menschen gäbe"

    Mckenzie

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