Und da soll noch mal einer sagen, daß man mit dem gleichen Wort, des Gleiche meint....
zuMUTung...war ein glänzendes Beispiel!
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26.11.2006, 13:52
AW: Wie soll es weitergehen...2.Teil - Anhang
ICH HAB NE LILA KUH....ICH BIN EINE PRINZESSIN !!!
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26.11.2006, 14:00Inaktiver User
AW: Wie soll es weitergehen...2.Teil - Anhang
Die Stelle ist mir auch aufgefallen. Und ich kann sie nur verstehen, wenn ich haarspalterisch daran gehe.
Zitat von Murkami
Die Schwäche im Selbstbewusstsein war vorher - das scheint mir klar.
Und unter "Problem mit seinem Selbstbewusstsein" verstehen wir normalerweise ein schwaches Selbstbewusstsein. Das kommt nicht daher, dass er von dem Arbeitskollegen weiß.
Könnte natürlich sein, dass er es nicht als Problem "mit sich" empfunden hat - weil es gerade vordergründig keine Rolle zu spielen schien. Und dass er durch das Erzählen seiner Frau an das Problem erinnert wurde und sich verletzt fühlte. Weil er sie für etwas verantwortlich machte, was eigentlich in ihm steckt.
Jetzt kann man darüber diskutieren, ob bzw. inwieweit der Partner auf dieses schwache Selbstbewusstsein Rücksicht nehmen soll. Vielleicht geht es scheinbar gar nicht anders, weil sonst gar keine liebevolle Beziehung geführt werden kann.
Aber mir geht es wie Prijon: Das Argument "ich verheimliche etwas, um ihn/sie nicht zu verletzen, und wenn ich es mir recht hindrehe, hat es ja auch mit dem anderen nichts zu tun" ist immer höchst suspekt.
Das ist doch eine Scheu vor Ehrlichkeit, Auseinandersetzung und Weiterenwicklung. M.E. aus Bequemlichkeit. So kommt man doch nicht weiter.
Vor einer ganzen Weile (mittlerweile im Bithimmel) hat eine Frau nach langjähriger Beziehung von einer Fremdverliebtheitssituation ihres Freundes berichtet und beschrieb ihren Kummer mit:
Es hat unserer Beziehung die Unschuld genommen.
Meine Antwort war: Das wurde ja auch 'mal Zeit.
(wobei ich nicht meinte, dass eine Beziehung nur durch Fremdverliebtheit reifen kann, sondern dass man nicht ewig Märchenprinzvorstellungen hinterherhängen soll).
Sie war erst verstört - und aber es leuchtete ihr dann ein.
Gruß, Leonie
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26.11.2006, 14:04Inaktiver User
AW: Wie soll es weitergehen...2.Teil - Anhang
Zitat von fireandice
Fireandice,
wenn die Kommunikation so darnieder liegt, dass die Feststellung, dass die Sonne scheint, problembehaftet ist, sind wohl tatsächlich andere Baustellen wichtiger, und unsere Diskussion erscheint abgehoben.
Aber das Problem ist doch, dass so etwas über weite Strecken akzeptiert wird, ohne daran etwas zu ändern. Und dann ist die Verwunderung groß, wenn die Sache tatsächlich gegen die Wand fährt.
Gruß, Leonie
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26.11.2006, 14:16
AW: Wie soll es weitergehen...2.Teil - Anhang
Hallo Prijon,
ich höre nicht auf, mir Dich weiter zuzumuten
.
Ja, weil ich nicht glaube, dass das unmittelbar mit seinem Selbstbewusstsein zusammenhängt. Ok, da differieren unsere Meinungen. Lassen wir es so stehen.Du meinst, ein normal selbstbewusster Mann könnte von so einer ja eher harmlosen Eröffnung dermaßen in seinem SELBST getroffen werden? Glaub ich nicht...
Ich immer die Möglichkeit alles erzählen zu können. Die Frage ist nur, macht es immer Sinn? Verletze ich nicht auch mitunter dabei meinen Partner?Zitat von Murkami
Das trifft es wohl eher. Daher habe ich ja so auf dem "alles" rumgehackt, man sollte unterscheiden können und dürfen zwischen dem, was ich mitteile und dem, was ich lieber für mich behalte.
Ganz großer Widerspruch. Ich möchte Leonie zitieren:
Und man muss alles erzählen können.
(ein Satz, den Du interessanterweise ausgeklammert hast, als Du Dich auf sie bezogen hast)
Du schreibst:
Nein, ich bevormunde ihn nicht! Ich achte und liebe meinen Partner und zu einem liebevollen Umgang gehört es für mich dazu, Dinge, die ich selber nicht wissen möchte, meinem Partner auch nicht zu erzählen. Ich möchte von ihm genauso wenig verletzt werden wie er von mir. Das hat doch nichts damit zu tun, dass wir keine gleichberechtigte Partnerschaft führen.DU entscheidest, was Du mitteilen möchtest. Du versteckst Dinge, von denen Du MEINST, sie könnten Deinen Partner verletzen.
Das ist für mich eine Bevormundung. DU entscheidest, was IHN verletzt. DU bestimmst, OB er verletzt sein "darf" oder nicht. In meinen Augen stellst Du Dich damit meterweit über Deinen Partner.
Wer will denn schon verletzt werdenIch sage: Ich habe ein Recht darauf, verletzt zu sein. Und ein Recht darauf, mit meinen Verletzungen so umzugehen, wie ICH das für richtig halte. Das allerletzte, was ich brauche, ist ein Partner, der mich SCHÜTZT. Ich bin erwachsen und will auch so behandelt werden. Meine Beziehung ist die zweier erwachsener Menschen.
?
Liebt mich mein Partner, habe ich eine Beziehung, in der sich beide wohl fühlen, in denen es beiden gut geht, dann schützt mich mein Partner nicht, wenn er mir etwas verschweigt, sondern das, was er mir verschweigt hat mit meiner Beziehung selber nichts zu tun. Es ist nicht relevant für UNS als Paar.
Denke ich so kompliziert?
Gruss in die Waschküche
Murkami
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26.11.2006, 14:24
AW: Wie soll es weitergehen...2.Teil - Anhang
Nur mal eine Blitzantwort, weil ich was besser verstehen möchte
und zu einem liebevollen Umgang gehört es für mich dazu, Dinge, die ich selber nicht wissen möchte, meinem Partner auch nicht zu erzählen. Ich möchte von ihm genauso wenig verletzt werden wie er von mir. Das hat doch nichts damit zu tun, dass wir keine gleichberechtigte Partnerschaft führen.
Basiert das auf einer klaren Absprache zwischen Euch beiden? Oder ist das DEIN Denkmodell, von dem er gar nichts weiß?
Prijon
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26.11.2006, 14:25Inaktiver User
AW: Wie soll es weitergehen...2.Teil - Anhang
@ alle
..habe nur mal schnell mitlesen koennen, kann mich aus Zeitmangel nicht ausfuerlicher zu Wort melden...
Will euch allen nur schnell sagen, dass die letzten Beitraege dieser Diskussion fuer mich persoenlich sehr sehr interessant und zum nachdenken anregend sind.
Schaue heute abend wieder rein.
ciao
Helga
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26.11.2006, 14:36
AW: Wie soll es weitergehen...2.Teil - Anhang
Was sind für Dich "klare Absprachen"?Basiert das auf einer klaren Absprache zwischen Euch beiden? Oder ist das DEIN Denkmodell, von dem er gar nichts weiß?
Wir haben keine Punkteliste durchbesprochen, wo steht, was gesagt und was nicht gesagt werden darf. Wir führen auch keine offene Beziehung.
Mein Partner kennt mich gut genug nach all den Jahren, um zu wissen, was mich verletzen würde. Das Gleiche gilt umgekehrt. Ich bin ein toleranter Mensch und habe für mich nicht den Anspruch, über alle Gedanken meines Partners Bescheid wissen zu müssen.
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26.11.2006, 15:42
AW: Wie soll es weitergehen...2.Teil - Anhang
Ich hatte Dich bisher immer so verstanden, als pflegtest Du eine Nebenbeziehung bzw. als wäre es für Dich völlig in Ordnung, das zu tun.
So täuscht sich der Mensch...
Es gibt also keine Absprachen. Das bestätigt mich darin, dass Du Dein Denkmodell lebst und nicht weißt, wie Dein Partner dazu steht.
Mein Partner kennt mich gut genug nach all den Jahren, um zu wissen, was mich verletzen würde. Das Gleiche gilt umgekehrt.
Also, ich bin mit meiner Frau 22 Jahre zusammen. 20 Jahre verheiratet. Mit DER Sicherheit könnte ich das nicht sagen. Die findet manchmal Dinge verletztlich, da staune ich und denke "nur gut, dass wir drüber geredet haben".
Diese Angst vor Verletzungen...
Die ist mir unheimlich. Das macht auf mich den Eindruck, als gäbe es da so eine Art blinde Stelle in Eurer Beziehung. Wer liebt, der lässt sich ein. Ganz tief. Er öffnet sich. Wird dadurch natürlich auch verletzlich.
Kann das dann wirklich gehen, solche Verletzungen "auszuschließen"? Wie tief lasse ich mich ein, wenn ich das versuche?
Ob Du es glaubst oder nicht: Ich will Verletzungen in meiner Beziehung spüren. Will mich mit denen auseinandersetzen. Will, wenn es sein muss, auch die Konsequenzen daraus ziehen. Das kann auch eine Trennung sein (ich bin offenbar kein Typ, der sich mal eben so trennt..)
Würde das alles von mir fern gehalten, ich würde mich entmündigt fühlen.
Prijon
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26.11.2006, 16:27Inaktiver User
AW: Wie soll es weitergehen...2.Teil - Anhang
Ja, für mich ist das zu kompliziert. Sozusagen ein Widerspruch in sich.
Zitat von Murkami
Wenn es mit der Beziehung nichts zu tun hat (und mit dem Partner auch nicht), dann kann es doch auch nicht verletzen.
Und wenn es verletzt, dann hat es offensichtlich mit ihm zu tun.
Könntest Du ein Beispiel nennen (außer der Fremdverliebtheit, die für mich offensichtlich mit der Beziehung zu tun hat).
Gruß, Leonie
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26.11.2006, 16:50Inaktiver User
AW: Wie soll es weitergehen...2.Teil - Anhang
Ja natürlich kann es sein, dass mein Partner sich dann verletzt fühlt und ich das auch vorher abschätzen konnte.... immer die Möglichkeit alles erzählen zu können. Die Frage ist nur, macht es immer Sinn? Verletze ich nicht auch mitunter dabei meinen Partner?
Aber das ist für mich nicht wirklich ein Argument. "Den Partner nicht verletzen" hat für mich keinen Absolutheitsanspruch. Nicht um den Preis der Ehrlichkeit (und bewusstes Verschweigen ist Unehrlichkeit). Nicht um den Preis der Nähe. Und nicht um den Preis des Verbiegens.
(Abgesehen davon, dass das Argument: Du darfst das nicht, das verletzt mich, ein Totschlagargument ist, aber das ist gerade nicht das Thema).
Das ist doch wie bei Streit. Ständiger Streit zerstört die Beziehung. Aber auf jeden Fall Streit vermeiden, macht sie im Zweifel auch kaputt. Wenn etwas zu klären ist und reden nicht hilft, dann muss man eben manchmal streiten - auch wenn das im Augenblick wehtut. Weil das die Beziehung weiterbringt und auf Dauer Schmerz vermeidet.
Hier kommen wir offensichtlich wieder zu "Beziehungskonzepten" und ich finde interessant, dass die "Front" diesmal an anderer Stelle verläuft (mal herüberwink zu Murkami und Prado). Ich hätte gedacht, dass das eng zusammenhängt.
Natürlich ist es nicht mein Ziel, meinen Partner zu verletzen. Aber "als Nebenwirkung" kommt das vor. Das ist dann halt so.
Mal ein paar Thesen:
- Ich tue nichts nur um den Partner zu verletzen. Und ich verletze ihn auch nicht um plump meine Interessen durchzusetzen.
Das ist nicht so selbstverständlich, wie es klingt. Im Streit passiert oft genau das (und solche verletzenden Streits meine ich nicht, wenn ich hier schreibe, dass Streit die Beziehung weiterbringen kann).
Und wenn Machtspielchen gespielt werden, dann läuft es auch oft über Verletzungen (oder deren Androhung).
- Wenn ich meinen Partner nicht verletzen will, dann muss ich vermeiden, Dinge zu tun, die ihn verletzen. Es zu tun und dann zu verheimlichen, untergräbt die Beziehung.
- Wenn ich hierzu Dinge lassen muss, die mir wichtig sind, oder mich verbiegen muss, dann tue ich es trotzdem. Und nehme die Verletzung in Kauf. Auch dann ist aber Verschweigen keine Lösung.
- Und wenn meinen Partner etwas verletzt, wofür ich nichts kann (und das Gefühl der Fremdverliebtheit zähle ich dazu), dann ist es sowieso sein Problem.
Eine andere Frage ist, wie ich dann mit solchen Situationen umgehe. Natürlich nehme ich die Gefühle des Verletztseins des Partners ernst, nehme ihn fest in den Arm, versuche Lösungen zu finden. Auch in dem von Murkami beschriebenen Fall kann man es so oder so sagen, wir waren nicht dabei.
Noch einmal zusammenfassend: Unbedingte Ehrlichkeit und "Sich-Nicht-Verbiegen" sind für mich höhere Werte als "Nicht-Verletzen". Und Nähe plus Weiterentwicklung der Beziehung sind genauso wichtig - ich weiß nicht, wie das auf der Grundlage des "Nicht-Zumutens" gehen soll.
Und der Trick bei der Sache: Wenn beide das so sehen, dann verletzen auch viel weniger Dinge.
Gruß, Leonie


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