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    AW: wie geht es nach affäre weiter ?

    letthesunshine
    du fühlst dich klein und bleibst klein - er fühlt sich klein und macht sich groß, siehe den Womanizer Spruch. Tja....
    Die Machtprobleme kannst du lösen, wenn du dich selber nicht mehr klein fühlst - momentan ein Teufelskreis, vielleicht hat hier jemand ein Buchtipp oder ähnliches. Oder bist du irgendwann so runter (so wie es mir ergangen ist) dass dir alles egal ist, und dann schlägst du zurück und merkst, wie du von Minute zu Minute größer wirst. (Ich hoffe mehr auf ein schlaues Buchtipp, den Trip den ich gemacht habe würde ich dir gerne ersparen)
    Dein Mann scheint Ähnlichkeit mit meinem zu haben.... Ich habe meinem an dem besagten Tag meinen exLover zitiert, dass er (mein Mann) ihm eigentlich dankbar sein sollte, dass er sich so gut um seine Frau gekümmert hat... als mein Mann entrüstet antwortete "das wäre MEIN Job gewesen!!!" habe ich ihm seelenruhig gesagt "stimmt! Das wolltest du aber nicht tun" Das hat gesessen, weil es die Wahrheit war. Von ihm ist kein Wort mehr darüber gekommen. Vielleicht hilft dir das weiter.
    Und sonst bleibt meine Meinung unverändert - beantworte seine Fragen.
    Ich habe den K(r)ampf mit den deutschen Artikel(n) aufgegeben!

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    AW: wie geht es nach affäre weiter ?

    Hallo letthesunshine,

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Es fällt mir sehr schwer, ich habe Angst ihn noch mehr zu verletzen. Bei uns ist es so, daß war schon seit Beginn unserer Beziehung vor 15 Jahren nicht so den heißen Sex hatten, dafür viele gemeinsame Interessen, uns prima über vieles unterhalten, diskutieren können. Nur über Gefühle...da hakt es einfach
    Das kommt mir unglaublich bekannt vor.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Zum Einen, weil mein Mann ... sich nicht so offenbaren mag.
    Woher weißt Du das? Hast Du ihn mal drauf angesprochen? Oder fällt es vielleicht auch Dir selbst schwer, und Ihr weicht beide diesem Thema aus? Könnte es sein, dass er vielleicht froh ist, wenn er von Dir das Gefühl bekommt, dass er sich Dir gegenüber mehr öffnenen kann? Mir jedenfalls ging das so. Es hat aber ziemlich lange gedauert.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Es war hart aber in der verfahrenen Satuation, in der wir miteinander waren der Knall, der alles Verklebte gelöst hat.
    Könnt Ihr das vielleicht nutzen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Offenheit....Mein Mann sagte mir schon sehr oft, wie ihn die Affäre zerstört hat, wie klein er sich fühlt. Mit käme es so vor, als würde ich dann nochmal draufhauen, versteht ihr?
    Ja. Aber wenn der Schmerz überwunden werden soll, führt da, glaub ich, kein Weg dran vorbei. Es geht, denke ich, nicht darum ALLES zu erzählen, sondern ALLE Fragen zu beantworten. Auch wenn es schmerzhaft ist. MF hat mir einiges - auch ungefragt - erzählt. Das war natürlich schmerzhaft. Aber es hat mir die Möglichkeit gegeben, das anzunehmen und zu verarbeiten. Außerdem war es dann doch nicht sooo schlimm, wie ich es mir in meiner total heißlaufenden Phantasie gedacht habe. Auch das hat gutgetan.
    Das, was noch nicht erledigt = erzählt ist, liegt mir immer noch schwer auf der Seele.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wie ich ja schon schrieb, fehlte mit die Nähe und auch, daß er mich als Mann auch nehmen kann. Ich hoffe, ich drücke mich nicht zu nebulös aus....
    Nein, kein Nebel. Hast Du ihm das mal gesagt oder signalisiert? Viele Männer mit sexueller Sozialisation in den 70ern/80ern und offenen Augen haben versucht, sich von alten Rollenbildern abzugrenzen: Macho out, Frauenversteher in. Im Grunde sicher nicht falsch. Und bei vielen, auch bei mir, ganz stark im Kopf verankert. Dass das nicht bedeutet, auch im Bett dauernd Zurückhaltung zu üben und immer ganz genau den Partner zu beobachten (was dann ganz schnell zum Sexkiller wird), habe ich erst lernen müssen. Das habe ich aber gerne gelernt :-))))

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Habt ihr Rituale gefunden, es zu verzeihen?
    Wir haben einen Wir-Abend eingeführt. Einmal die Woche sitzen wir und reden wir. Über alles, was sich in der Woche aufgestaut hat, aber mehr noch darüber, was zwischen uns steht und stand. Verzeihen kommt dann - langsam, langsam - von alleine.

    Ich wünsche Euch viel Erfolg.

    roggos

  3. Inaktiver User

    AW: wie geht es nach affäre weiter ?

    Guten Morgen Roggos, Ypno & all,

    Eure Antworten treffen bei mir ins Schwarze, berühren mich sehr.
    Es stimmt, nützt wenig, wenn ich mich weiter klein mache, mein Mann hat dadurch kein Gegenüber. Momentan bin ich wütend auf mich selbst, daß ich in dieses "Programm" falle. Und Wut kann ja bekanntlich was weiterbringen, wenn sie kontrolliert bzw. kanalisiert wird.

    Es macht mich hoffnungsvoll, was roggos schreibt.

    Woher weißt Du das? Hast Du ihn mal drauf angesprochen? Oder fällt es vielleicht auch Dir selbst schwer, und Ihr weicht beide diesem Thema aus? Könnte es sein, dass er vielleicht froh ist, wenn er von Dir das Gefühl bekommt, dass er sich Dir gegenüber mehr öffnenen kann? Mir jedenfalls ging das so. Es hat aber ziemlich lange gedauert.

    Ja ich habe ihn darauf angesprochen und er reagierte äußerst bockig. Ihm ist es zu fordernd, ich komme für ihn dann in die Rolle, die seine Mutter hat und verwechselt mich mit ihr. Sie ist sehr ehrgeizig und fordernd für ihre Kinder..
    Manchmal gibt es doch auch wieder Lichtblicke dann erzählt er etwas, läßt mich teilhaben an seinen Gedanken..Da merke ich es bewegt sich ganz laaaangsam..

    Ja. Aber wenn der Schmerz überwunden werden soll, führt da, glaub ich, kein Weg dran vorbei. Es geht, denke ich, nicht darum ALLES zu erzählen, sondern ALLE Fragen zu beantworten. Auch wenn es schmerzhaft ist. MF hat mir einiges - auch ungefragt - erzählt. Das war natürlich schmerzhaft. Aber es hat mir die Möglichkeit gegeben, das anzunehmen und zu verarbeiten. Außerdem war es dann doch nicht sooo schlimm, wie ich es mir in meiner total heißlaufenden Phantasie gedacht habe. Auch das hat gutgetan.
    Das, was noch nicht erledigt = erzählt ist, liegt mir immer noch schwer auf der Seele.


    Es geht mir damit so, daß ich es selbst möchte. Ich habe den Wunsch, es "mit Empathie offenzulegen". Ich möchte in dem Punkt zu mir selber stehen und zu meinen Bedürfnissen.
    und wieder authentisch leben. Alles andere zerreißt einen selbst, so hab ich es erlebt.

    Nein, kein Nebel. Hast Du ihm das mal gesagt oder signalisiert? Viele Männer mit sexueller Sozialisation in den 70ern/80ern und offenen Augen haben versucht, sich von alten Rollenbildern abzugrenzen: Macho out, Frauenversteher in. Im Grunde sicher nicht falsch. Und bei vielen, auch bei mir, ganz stark im Kopf verankert. Dass das nicht bedeutet, auch im Bett dauernd Zurückhaltung zu üben und immer ganz genau den Partner zu beobachten (was dann ganz schnell zum Sexkiller wird), habe ich erst lernen müssen. Das habe ich aber gerne gelernt :-))))

    Roggos, das ist ein Superabsatz
    Stimmt genau


    Ja die Rollenvorbilder....Gleiches gilt sicher auch umgekehrt für uns Frauen...schmachtendes Augenaufschlag-Weibchen out....omnipotente Organisationsfrau an........

    Das mit dem Abend finde ich gut, bei uns ist es oft so, daß wir vom Berufs-Familienleben so absorbiert sind, daß kein Wir Abend bleibt.
    Denke daß muß man sich nehmen.

    Schönen Tag und denke für den Gedankenaustausch hier..der baut auf..

    letthesunshine mit Kerzenlicht

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    AW: wie geht es nach affäre weiter ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Roggos, das ist ein Superabsatz
    Stimmt genau
    *rotwerd* Danke!! *flöt*

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Das mit dem Abend finde ich gut, bei uns ist es oft so, daß wir vom Berufs-Familienleben so absorbiert sind, daß kein Wir Abend bleibt.
    Erst der Leidensdruck hat uns klar gemacht, dass wir uns auch für unsere Beziehung Zeit nehmen MÜSSEN. Wir haben dann einen festen Abend in der Woche eingerichtet. Der war für Anderes absolut blockiert, auch für Job, Freunde... So haben wir uns dran gewöhnt und wollen das heute nicht mehr missen. Inzwischen sind wir so weit, dass wir den fixen Termin nicht mehr brauchen. Beide werden unruhig, wenn unser letzter Wir-Abend länger als 7 Tage zurückliegt. Und die Gespräche tun uns beiden gut, auch wenns immer mal wieder schmerzhaft ist und der eine oder andere Abend schlecht läuft. Beim nächsten Mal tauschen wir uns dann darüber aus, was das letzte Mal schlecht lief, verletzend war.
    Ohne den Abend wäre bei uns alles auseinandergeflogen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ja ich habe ihn darauf angesprochen und er reagierte äußerst bockig.
    Geduld. Wenn du hartnäckig bleibst, löst sich das vielleicht. Aber dazu ist ziemlich viel Vertrauen nötig. Ich hatte am Anfang in meiner Verletzung die Angst, dass alles, was ich "rauslasse" nur dazu benutzt wird, mich noch weiter zu demütigen. Deswegen habe ich den Starken rausgekehrt ("Der Starke ist am mächtigsten allein!"). Rückfall in uralte Rollenmuster, aus Enttäuschung ("sag Du mir nix, Dir gefallen doch solche Typen"). Irgendwann konnte ich das überwinden. Auch dadurch, dass ich ein Revanchefoul gesucht habe und bei der Jagd (für mich erstaunlich rasch) erfolgreich war. Dann bin ich doch zurückgeschreckt. Die Sozialisation war stärker. Aber ich habe auch gemerkt, dass ich meine tollste denkbare Geliebte zuhause habe. Zwanzig Jahre lang war mir das nicht bewusst.
    Ohgott, klingt das schmalzig. Aber es ist so.

    Liebe Grüße

    roggos

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