Hallo,
Mein Name ist Carlie und ich bin 26 Jahre alt. Ich lese seit 2 Wochen täglich Berichte in diesem Forum ... Ich bin zufällig im Internet auf dieses Forum gestossen, weil ich nach Infos und Berichten zum Thema "Affären" und "unglücklich verliebt sein" gesucht habe.
Ich befinde mich derzeit in einer sehr komplizierten, auswegslosen Lage, und weiss nicht, wie ich alleine damit fertig werden soll.
Zu meiner Situation : Ich bin seit gut 8 Jahren mit meinem Freund zusammen. Wir haben immer eine sehr glückliche Beziehung geführt, die auf gemeinsamen Interessen,Unternehmungsgeist, gegenseitigem Verständnis und einer sehr tiefen Zuneigung beruhte. Das Gefühl der wirklich grossen Liebe fehlte mir jedoch irgendwie seit langer Zeit. Und deshalb begann ich, mir die üblichen Fragen zu stellen- Ist er der Richtige? Ist er der Mann fürs Leben? Gehören wir zusammen oder leben wir eher aus Gewohnheit und Bequemlichkeit zusammen? Ist es wahre Liebe oder eher eine tiefe Freundschaft zwischen uns? Ich muss dazu auch noch sagen, dass sexuell seit langer Zeit nicht mehr viel zwischen uns läuft. Unsere sexuelle Beziehung war nie besonders aufregend und einfallsreich. Ich bin eher der spontanere, intensivere Typ, er liebt Gewohnheiten und hasst Dinge, die nicht geplant sind. Seit längerer Zeit hat er kein grösseres sexuelles Interesse mehr an mir gezeigt, was mir sehr viel zu schaffen gemacht hat. Wir leben eher wie Bruder und Schwester oder gute Freunde zusammen, ausser Kuscheln und Schmusen läuft seit gut einem Jahr nichts mehr. Diskussionen über dieses Thema haben uns nie wirklich weitergebracht. Er versteht mich nicht in dieser Hinsicht, und ich ihn auch nicht wirklich. So wurde das Thema Sex zu einer Nebensache in unserer Beziehung, und lange Zeit redete ich mir ein, das hätte keine grosse Bedeutung für mich.
Parallel dazu muss ich euch von einer anderen Freundschaft berichten, welche sich weiterentwickelte : Vor 7 Jahren lernten wir über Freunde ein nettes Paar kennen, mit dem wir uns anfreundeten. Sie und er waren in unserem Alter und wir begannen, regelmässig gemeinsam Dinge zu unternehmen : ausgehen, Kinobesuche, ...
Vor 3 Jahren ging dieses Paar auseinander, worüber zunächst unser ganzer Freundeskreis sehr schockiert reagierte- ich übrigens auch. Anfangs versuchten wir, zu beiden Seiten Kontakt zu halten, doch schnell stellte sich heraus, dass dies sich als sehr schwierig erweisen würde, weil sich beide Seiten erhofften, dass wir als Freunde Position ergreifen würden.
Er wurde von ihr verlassen, wegen eines anderen, und ihm ging es lange Zeit sehr sehr schlecht deswegen. Monatelang zog er sich zurück, nahm Distanz und versuchte, alleine mit der Situation klar zu kommen. Er fing an, mir sehr sehr leid zu tun, weil sich viele Freunde auf die Seite seiner Ex-Freundin schlugen, da sie immer noch präsent war, sich nicht zurückzog und jedem erzählte, wie schlecht ihre Beziehung zu ihm doch eigentlich gewesen war. Und so war ich diejenige, die Kontakt zu ihm aufnahm, ihm anbot, mit ihm darüber zu sprechen, ihn zu uns einlud, und ihn so nach und nach besser und anders kennenlernte.
Einige Monate später fand er eine neue Freundin, mit der er auch heute noch zusammen ist. Wir lernten diese Frau sehr schnell kennen und schlossen sie sofort ins Herz. Und so fing eine sehr intensive Freundschaft zwischen uns vier an- er und seine neue freundin + mein Freund und ich.
Besonders meine Beziehung zu ihm änderte sich. Und auch meine Meinung über ihn. Früher hatte ich ihn während all den Jahren mit seiner Exfreundin nur relativ oberflächlich gekannt, so wie das eben ist, wenn man sich alle paar Wochen zu einem gemeinsamen Essen trifft. Nach der Trennung von seiner Ex und zu Beginn seiner neuen Beziehung lernte ich ihn besser und besser kennen, lernte ihn wirklich schätzen und entdeckte, wie viel wir gemeinsam hatten. Ich ertappte mich immer öfters dabei, wie ich an ihn dachte und ihn als den idealen Mann sah, nachdem ich mich irgendwie sehnte, obwohl ich in einer festen Beziehung lebte.
Er ging sehr viel auf mich ein, wir verbrachten Stunden und Stunden mit Reden, und ich stellte immer mehr Gemeinsamkeiten fest. Anfang dieses Jahres dann fingen wir an, uns regelmässig zu treffen, um gemeinsam etwas trinken zu gehen, ohne unsere Partner oder unsere Clique - aber hunderprozentig platonisch und ohne jegliche Anspielungen. Wir waren die besten und unzertrennlichsten Freunde und wurden nach und nach auch überall so angesehen und akzeptiert. Er tat Vieles für mich und ich für ihn, und ich dachte mir immer wieder, welches Glück ich doch habe, solch einen besten Freund gefunden zu haben, dem ich 100prozentig vertrauen und mit dem ich über alles reden kann. Ich fühlte mich so unbeschreiblich wohl in seiner Nähe und wusste, dass auf ihn Verlass war. Und verdrängte jeglichen weiteren Gedanken an mehr.
Bis zu jenem Abend, an dem wir gemeinsam einen Geburtstag feierten. Wie immer feierten wir ausgelassen und redeten auch an diesem Abend viel miteinander, und irgendwann sehr spät in der Nacht beschlossen er und ich, Luft zu schnappen und verzogen uns in den Garten. Dort landetete ich - ziemlich beschwipst - in seinen Armen. Ich spürte seinen Atem und er fing an mir sehr zärtlich über den Rücken zu streicheln. Und ich wollte nichts mehr auf dieser Welt als meinen besten Freund, der auch ein guter Freund meines Freundes ist, und dessen Freundin ich sehr gut kenne, zu küssen.
Doch bevor es passierte, forderte ich ihn auf, wieder zu den anderen zurückzukehren, denn es sei "besser so". Am Tag danach erwartete ich mir irgendwie, dass er mich darauf ansprechen würde, doch das tat er nicht. Und ich dachte mir, dass die ganze Sache für ihn bestimmt keine besondere Bedeutung hatte und er gar nicht über das nachdachte, was fast passiert war. Und so verdrängte ich das Ganze.
Ich zog mich ein klein wenig zurück, sah ihn und seine Freundin, die dabei waren, in ihr Haus umzuziehen und sehr viel damit beschäftigt waren, dieses Haus auf Vordermann zu bringen, weniger oft. Doch zu Beginn dieses Sommers wurde unser Kontakt wieder regelmässiger und wir sahen uns fast täglich, meist zu viert, manchmal zu dritt oder nur wir 2.
Mitte Juli fuhr er dann mit seiner Freundin in Urlaub, und ich fürchtete mich regelrecht vor dem Tag seiner Abfahrt. Ich redetete mir immer wieder ein, wie blöd das doch sei, ich dürfe nicht so denken, hätte nicht das Recht dazu, ihn zu vermissen, und tat es trotzdem. Ich erwischte mich immer wieder dabei, mir Fragen darüber zu stellen, wie er wohl über mich dachte, doch ich war irgendwie überzeugt davon, dass ich nur eine gute Freundin für ihn sei, und dass er nichts weiteres in mir sah.
Am Tage ihrer Rückkehr war ich so froh, ihn wiederzusehen, dass ich sogar vorgeschlagen hatte, die beiden am Flughafen abzuholen. Ich wusste, dass das alles nicht gut für mich war, redete mir jedoch immer wieder ein, dass nichts weiter dahinter stecke, und dass ich ihn mit der Zeit schon wieder als "normalen" Freund ansehen würde. Ich war eine wahre Meisterin des Verdrängens von Gefühlen zu dem Zeitpunkt.
Zwei Tage nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub gestand ER mir dann kann plötzlich und unerwartet seine Liebe. Für mich war diese Situation anfangs total irreell, ich checkte gar nicht, was eigentlich passierte. Ich gab ihm gegenüber sehr schnell zu, dass ich das Gleiche für ihn empfand. Wir fanden so nach und nach gemeinsam heraus, dass wir genau das Gleiche über den anderen dachten. Er gestand mir, dass er schon weit mehr als ein Jahr in mich verliebt sei, und deswegen sehr oft die Nähe zu mir gesucht hätte, und sich immer wieder gefragt hatte, wie und was ich über ihn dachte.
Anfangs lief überhaupt nichts Körperliches zwischen uns. Wir befanden uns in einer Phase zwischen Phantasie und Wirklichkeit, zwischen dem, was man hat und dem was man sich wünscht. Wir redeten uns immer wieder ein, dass es bei unserem gegenseitigen Geständnis bleiben müsse, dass wir aufgrund unserer sehr komplizierten Situation niemals mehr wagen könnten. Und fanden parallel dazu täglich immer mehr heraus, wie sehr wir uns einig waren, wie gut wir uns verstanden, wie wohl wir uns bei dem anderen fühlten. Es folgte ein sehr intensiver Kontakt per Mail, Chat, Sms und Telefon.
Wir redeten auch sehr viel über unsere jetztigen Beziehungen, ich erzählte ihm von meinen Ängsten und Problemen gegenüber meinem Freund. Und er erzählte mir, was bei ihm und seiner Freund nicht klappte. Er, ein sehr warmherziger und zuneigungsvoller Mensch, kann sehr schlecht damit umgehen, dass sie ein eher kaltherziger Typ ist. Punkto Liebe und Sex findet quasi überhaupt nichts mehr zwischen den beiden statt, obwohl sie erst seit zwei Jahren zusammen sind. Von diesen zwei Jahren war er über ein Jahr lang heimlich in mich verliebt und hatte sehr viel Kontakt mit mir. Ich war irgendwie sein "Zuneigunsersatz" geworden, weil er diese immer von mir bekommen hat. Ich bin in dieser Hinsicht nämlich das genaue Gegenteil von seiner Freundin. Er leidet sehr unter ihrem abweisenden Verhalten, weiss aber auch, dass er mit dem gemeinsamen Haus einen grossen Schritt gemacht und Verantwortung übernommen hat, die er jetzt zu tragen hat. Ihre Beziehung basiert viel mehr auf einer brüderlichen Liebe und ihre Ansprüche im Bereich Liebe sind grundverschieden. Und trotzdem verstehen sie sich relativ gut, streiten nicht sehr oft und verfolgen momentan ein gemeinsames Ziel : das Haus. Alles, was sie unternehmen und tun, hat irgendwie mit dem Haus zu tun. Doch was passiert, wenn dieses gemeinsame Ziel nicht mehr da ist, wenn das Haus fertig renoviert und eingerichtet ist?
Er war es, der den ersten Schritt mir gegenüber gewagt hatte, und er war es auch,der noch einen Schritt weitergehen wollte. ICh erklärte ihm relativ früh, dass ich auf keinen Fall eine "Affäre" für ihn sein wolle, kein Ersatz für den Mangel an Zuneigung, unter dem er litt, keine Spielsache, mit der er nach einiger Zeit abschliessen würde. Er beteuerte mir immer immer wieder, dass das nicht der Fall sei, wie sehr er mich liebte, wie wichtig ich für ihn sei ... Unserer Vertrauen wurde so noch tiefer und tiefer ... Und langsam kamen wir uns auch körperlich näher. Irgendwann küssten wir uns troztz aller Vorbehalte. Wir schliefen nicht sofort miteinander, aber wir fingen an uns näher zu kommen...
Irgendwann gestand er mir, dass er noch nie so für einen Menschen empfunden hatte, wie für mich. Dass er noch nie so starke Gefühle empfunden hatte. Und ich gestand ihm, dass ich das Gleiche empfand. Wir kamen uns näher und näher, nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Wir sprachen über die Möglichkeit einer gemeinsamen Zukunft, was sicherlich sehr schwierig sein würde, aber nicht unmöglich wäre. Er erklärte mir, dass er sich eine Familie mit mir wünschen würde, und auch ich stellte durch ihn fest, dass ich mir eigentlich Kinder wünschte, etwas, das mir bis zu dem Zeitpunkt nicht bewusst gewesen war.
Im September musste ich für zwei Wochen in einen seit langer Zeit geplanten Urlaub fahren, mit meinem Freund und anderen Freunden. Die Trennung fiel uns sehr sehr schwer, aber ich fuhr mit dem vollen und ganzen Vertrauen und Glauben an seine Liebe weg. Die Beziehung zu meinem Freund hatte sich über die letzten Wochen verschlechtert in dem Sinne, dass ich mehr und mehr Distanz zu ihm genommen hatte, und trotzdem verlief der Urlaub einigermassen gut. Mein Freund stellte sowieso zu dem Zeitpunkt keine sexuellen Ansprüche mehr an mich, so dass während der Ferien nichts zwischen uns lief. Und gut verstanden - eben wie Bruder und Schwester oder wie gute Freunde - haben wir uns ohnehin noch immer.
Ich war mir sicher, dass sich nach dem Urlaub langsam aber sicher alles weiterentwickeln würde, dass ich mich von meinem Freund trennen würde und irgendwann eine Aussicht auf eine gemeinsame Zukunft mit ihm haben würde. Ich war mir so sicher den Richtigen gefunden zu haben. Er meldete sich täglich per SMS bei mir während des Urlaubs, und erklärte mir immer wieder, wie sehr er sich über jedes Zeichen, jede Nachricht von mir freuen würde.
Nach unserem Urlaub hatten wir eine zeitlang sehr intensiven Kontakt zueinander, wir hatten einander sehr sehr stark vermisst ( ich habe noch nie in meinem Leben einen Menschen so sehr vermisst wie ihn ) und ich war trotz der unmöglichen Situation während unseren gemeinsamen Stunden überglücklich. Nach dem Urlaub schliefen wir das erste Mal miteinander, nach langem Hin und Her. Wir hielten es einfach nicht mehr aus und es war wunderschön, noch viel schöner, als ich es mir in all der Zeit erträumt hatte.
Doch das schlechte Gewissen gegenüber den anderen betroffenen Menschen nahm schnell Überhand. Ich brachte es nicht mehr fertig, im Alltag normal mit meinem Freund umzugehen, und das Verschweigen der Wahrheit fiel mir immer schwerer. Hinzu kam, dass wir uns auch zu offiziellen Gelegenheiten, bei Einladungen, ... alle 4 trafen, und diese Situationen für mich immer unerträglicher wurden. Ich ertrug es immer weniger, ihn mit seiner Freundin zu sehen, und von gemeinsamen Plänen bezüglich des Hauses, ... zu hören. Ich fing an, mit ihm darüber zu reden, doch er schien mich in dem Punkt nicht richtig zu verstehen.
Zum ersten Mal wirklich stutzig wurde ich, als seine Freundin vorschlug, einen gemeinsamen Urlaub für Anfang nächsten Jahres zu planen. Bei unserem nächsten Telefonat fragte ich ihn, welche Ausrede wir uns jetzt kurzweilig dazu einfallen lassen sollten, doch er fand diese Idee gar nicht so unmöglich und hatte nichts Direktes gegen einen gemeinsamen Urlaub einzuwenden. Ich erklärte ihm, dass das für mich keinesfalls in Frage kommen würde und dass ich diese Idee angesichts unserer Situation als unmöglich empfinden würde.
Irgendwie ging nun alles nach und nach bergab, jedenfalls meiner Ansicht nach. Er zog sich immer mehr von mir zurück, fing an mich weniger oft zu treffen, weil seine Freundin anfing, konkrete Zweifel an seiner Treue und an unserer Beziehung zu hegen. Eines Tages machte ich so den Schritt und ging auf ihn zu, um ihm vorzuschlagen, die Geschichte auf die ehrliche Art zu regeln. Ich wollte die Karten auf den Tisch legen und alle Beteiligten über unsere Gefühle informieren. Nicht mit dem Ziel, andere Menschen zu verletzen, sondern mit dem Ziel, gerecht und ehrlich gegenüber unserer Partners zu bleiben, oder es zumindest wieder einigermassen zu werden, denn durch unser Fremdgehen hatten wir dieses Ziel ja schon sehr krass verpasst.
Doch er reagierte darauf ganz anders als ich erhofft hatte. Er sei niemals einverstanden, ihr davon zu erzählen, so sehr verletzen könnte er sie nicht, weil sie ja eigentlich ein sehr lieber Mensch sei und er ihr nichts Direktes vorzuwerfen habe. Sie dürfe niemals erfahren, dass er mich liebe und schon gar nicht, was vorgefallen sei. Und auch meinem Freund gegenüber würde er das niemals zugeben. Schliesslich sei er auch ein Freund von ihm. Ich erklärte ihm, dass die Situation für mich zuhause unerträglich sei in der Zwischenzeit und dass ich nicht weiter mit dieser Lüge leben könne. Ich war total am Ende meiner Kräfte und wollte nur noch die Wahrheit sagen dürfen. Er schlug mir daraufhin vor, meinem Freund von meinen Gefühlen zu erzählen, verdeutlichte mir aber auf der anderen Seite, dass er seine Gefühle nicht zugeben und nicht zu unserer Liebe stehen würde, wenn mein Freund ihn darauf ansprechen würde.
Das war ein sehr harter Schlag für mich. Und ich frage mich immer wieder, weshalb ich nicht zu dem Zeitpunkt einfach den Kontakt abgebrochen habe, zumindest den "intimen" und heimlichen Teil unseres Kontaktes. Doch das brachte ich nicht fertig. Ich war total verzweifelt und klammerte mich an alles, was ich noch mit ihm hatte und wollte gar nicht über das nachdenken, was er mir da gesagt hatte. Ich versuchte immer wieder, ihm Recht zu geben in dem was er sagte, und fragte mich, ob ich nicht übertreiben und alles zu eng sehen würde.
Was das Ganze noch schwieriger für mich machte: Bei jedem Treffen erkannte ich, wie sehr er mich liebte. Und jedes Treffen war genial. Wir schliefen weiterhin miteinander, und auch das war genial, aber unsere Beziehung bestand nicht hauptsächlich aus Sex. Wir redeten stundenlang miteinander, lernten uns immer besser kennen und jede Minute mit ihm zeigte mir, wie sehr wir zueinander gehörten.
Doch leider wurden unsere Treffen aufgrund ihres Verdachts seltener. Ich fühlte mich dadurch sehr unwohl weil ich mir immer wieder dachte: ich bin nur gut genug, so lange wie sie keinen Verdacht schöpft, und beim geringsten Risiko bin ich abgeschrieben. Doch auch dafür wollte ich Verständnis zeigen - um ihn nicht zu verlieren.
Irgendwann teilte er mir dann auch mit, dass ich ihm keine "persönlichen" SMS mehr schreiben dürfe. Sie hatte sein Handy kontrolliert, und festgestellt, dass er einen Zugangscode benutzte. Um ihren Verdacht zu unterdrücken, wollte er ab nun diesen Zugangscode desaktivieren. Um ihr Vertrauen zurückzugewinnen. Und in meinem Kopf kreisten die ganze Zeit Fragen wie " Warum ihr Vertrauen zurückgewinnen, wenn ihre Beziehung kurz vor dem Ende steht ?" Er nahm mir so unseren eigenen, täglichen, persönlichen Kontakt weg und ich litt sehr darunter. Was er wiederum nicht verstand. Ich müsse auch ihn und seine Situation verstehen.
Die ganze Situation wurde immer unerträglicher für mich und ich teilte ihm mit, dass ich das Ganze alles andere als normal finden würde. Ich nutzte ein Treffen als Gelegenheit um ihm mitzuteilen, wie sehr ich ihn liebte. Dass ich eine gemeinsame Zukunft mehr als alles andere auf der Welt wolle. Dass ich bereit sei, alles auf mich zu nehmen, was damit verbunden sei.
Doch seine Antwort war folgende: Er sei momentan nicht bereit, sie zu verlassen. Das Haus, die Verantwortung, ... Ausserdem würde sie sich seit einiger Zeit sehr anstrengen, um mehr auf ihn einzugehen, liebevoller zu sein, ... Und so könnte er sie doch jetzt nicht einfach vor den Kopf stossen und verlassen. Ausserdem, seine Familie, seine Freunde, unsere Freunde, keiner würde uns verstehen, und wir ständen sicherlich ganz alleine da.
Ich fragte ihn daraufhin, ob das zwischen uns denn dann vorbei sei. Doch das wollte er keinesfalls. Es müsse Zeit vergehen, damit er eine definitive Entscheidung treffen könne. Aber mich aufgeben, das könne er niemals. Ohne mich sein - das wäre unmöglich für ihn.
Das ganze Hin und Her ging so noch kurze Zeit weiter, bis zu dem Tag, wo er mir dann erklärte, er würde sich mir gegenüber total unwohl fühlen, weil er mir nicht das bieten könne, was ich verdient habe. Er würde mich lieben, könnte mir aber nicht mehr geben, als das was er mir zu diesem Zeitpunkt gab ( seltene Treffen, keine SMS mehr, ... ) und er würde sehen, wie sehr ich darunter leiden würde und das würde er nicht ertragen. Und deswegen habe er sich die Frage gestellt, ob wir nicht unseren "persönlichen" Kontakt vorübergehend abbrechen sollten, damit es mir wieder besser gehen würde, ich wieder zu mir finden könne und mich wieder frei fühlen könne. Ich war darüber total schockiert. Ich erklärte ihm, dass ich ihn nicht verlieren wolle, und er beteuerte mir, dass das nicht der Fall sei. Auch wenn wir keine intime Beziehung mehr zueinander hätten, würde er mich immer noch lieben und ich immer noch über alles wichtig für ihn sein. Aber er könne momentan nichts an seiner Situation ändern. Und wenigstens das , was wir vor diesem Sommer hatten, könnten wir ja immer noch weiterführen.
Das war dann der Punkt an dem bei mir überhaupt nichts mehr ging. Ich erklärte ihm, dass, wenn er mit mir Schluss machen würde, ich dann auch keine Freundschaft mehr von ihm wolle. Darüber war dann wiederum er schockiert. Ich erklärte ihm, dass ich dann von ihm loslassen kommen müsse, ihn vergessen müsse, weil ich nicht mein ganzes Leben einer Sache nachtrauern wolle, aus der nichts geworden ist, weil er sich nicht trenne wollte oder konnte. Ich sagte ihm, dass ich ihn dann nicht mehr sehen wolle, dass er sich dann bitte aus meinem Leben zurückziehen solle und totalen Abstand nehmen solle.
Anscheinend war es nicht das, was er sich erwartet hatte. Er wollte zurück an den Punkt, an dem wir früher waren, einfach so. Und langsam wurde er sich dann der Konsequenzen bewusst. Wenn ich strikte Kontaktsperre von ihm verlangen würde, dann würde sich seine Freundin ja auch Fragen stellen, weshalb sich unsere Freundschaft verändert hat, genauso wie mein (Noch-) Freund und alle unseren anderen Bekannten und Freunde.
Ein paar Tage später beschlossen wir so gemeinsam trotzdem weiter zu machen, wie bisher, also unsere Affäre weiterzuführen. Er erklärte mir, er könne nicht ganz ohne mich sein, er würde nie mehr einen Menschen finden, mit dem er sich so verstehen und mit dem er so reden könne wie mit mir. Und wenn das Aus unserer Affäre bedeute, dass ich ihn nicht mehr sehen wolle, dann würde er alles tun, um wenigstens unsere Affäre weiterzuführen. Weil ich ihm so schrecklich viel bedeuten würde.
Ich willigte ein, ohne wirklich überzeugt zu sein. Weshalb ? Aus Angst, ohne ihn zu sein, aus Angst ihn zu verlieren, aus Angst vor dem Schmerz des Verlustes. Und trotzdem geht es mir alles andere als gut. Ich bin verzweifelt, fühle mich schlecht, kann nicht mehr richtig schlafen, fühle mich alleine und weiss einfach nicht mehr weiter. Worüber ich alles andere als stolz bin, ist die Tatsache, dass ich immer noch mit meinem Freund zusammen bin. Wir hatten in den letzten Wochen endlose Diskussionen über unsere Beziehung, was schief gelaufen ist ... Ohne das Problem "er" anzusprechen, weil ich das ja seinetwegen nicht mache, aus Respekt vor seiner Entscheidung zu schweigen. Weshalb ich mich noch nicht getrennt habe, weiss ich eigentlich selbst nicht. Teilweise, weil ich momentan einfach keine Kraft dazu habe.Andrerseits hat mein Freund das Ganze so akzeptiert: dass ich in einer "Phase" bin, in der ich mich von ihm abwende, und er hofft, dass ich wieder zu ihm finde, wenn diese "Phase" vorbei sei. Ich glaube er weiss ganz genau, dass diese "Phase" ein anderer Mann ist. Ich bewundere ihn für seine Kraft und seinen Respekt mir gegenüber, das alles hinzunehmen und einfach so neben mir weiterzuleben. Andrerseits ist das alles keine Lösung, das weiss ich ganz genau. Ich bin nur momentan total überfordert von der ganzen Situation und weiss nicht mehr ein noch aus.
Die "Beziehung" zwischen ihm und mir sieht momentan folgendermassen aus: Wir treffen uns wenig und selten. SMS kann ich nicht mehr schreiben, da sie sein Handy kontrollieren könnte. Auch er meldet sich nicht mehr per SMS bei mir. Oft vergehen nach einem Treffen mehrere Tage, wo ich überhaupt nichts von ihm höre. Das ist für mich total schwierig und ungewohnt, weil wir früher andauernd Kontakt hatten.Ich habe ihn darauf angesprochen, weshalb er sich nicht wenigstens kurz bei mir melden kann, nur damit ich weiss, dass er an mich denkt. Doch er findet, dass es angesichts der Situation nicht gut für mich ist, wenn er sich zu oft bei mir meldet. Er bringt es aber trotzdem fertig, mit mir zu schlafen, wenn wir uns sehen. Soll das denn besser für mich sein?
Oft habe ich Momente, wo ich total verzweifelt und traurig über die Situation bin. Dann wiederum gibt es Momente, wo ich total wütend über ihn bin. Er hat doch mit der ganzen Sache angefangen, und er ist es, der sich jetzt immer mehr zurückzieht ... Er wusste von Anfang an, wie wichtig mir das Ganze ist, wie sehr ich ihn liebe, das habe ich nie vor iohm versteckt. Weshalb also eine Affäre mit der ehemaligen besten Freundin anfangen, wenn man nicht bereit ist, mit ihr weiterzugehen, zu ihr zu stehen? Und dann gibt es noch die Momente, wo ich einfach weiter hoffe. Wo ich mir sage, dass ihm wirklich viel an mir liegt, denn sonst hätte er unsere Beziehung beendet. Zu diesen Momenten sage ich mie dann auch immer wieder, dass ich Geduld haben muss, und sicherlich irgendwann alles gut wird.
Am meisten verletzt mich die Tatsache, dass er sich gerade zu dem Zeitpunkt von mir zurückgezogen hat, als er gemerkt hat, dass die ganze Sache etwas zu heikel wird, weil sie Verdacht schöpfte. Und es tut mir über alle Massen weh, dass er nicht bereit ist zu unserer Liebe zu stehen. Dass er nicht zu dem stehen will, was bis jetzt zwischen uns geschehen ist, kann ich noch iergendwie nachvollziehen, weil das sicherlich alle Beteiligten sehr verletzen würde, aber dass er nicht dazu steht, sich in mich verliebt zu haben, das tut verdammt weh.
Ich weiss einfach nicht, wie das Ganze weitergehen soll. Ein grosser Teil von mir sehnt sich so sehr nach ihm und danach weiterzumachen, weil ich ihn liebe und brauche und bei mir haben will. Und ein anderer Teil sagt mir, dass ich unbedingt aufhören müsste. Was ist, wenn wir auffliegen. Dann stehe ich mit da als total unehrlicher Mensch, obwohl es mein grosser Wunsch war, ehrlich zu sein dürfen und meinem Freund und unseren Freunden gegenüber über meine wirklichen Gefühle sprechen zu dürfen. Ich frage mich auch immer wieder, ob ich wirklich so total Rücksicht auf ihn nehmen sollte und nur wegen ihm nicht darüber reden sollte, wenn es mir selbst doch bei all den Lügen so schlecht geht...
Es gibt immer wieder Momente wo ich seine Liebe so deutlich spüre, und wo ich merke, was ich ihm bedeute. Doch was bringt mir das für die Zukunft, wenn er nicht zu mehr bereit ist? Ich mache mich selbst krank, denke andauernd an ihn, vermisse ihn, will bei ihm sein ... Doch welche Gefühle werde ich haben, wenn ich ihm sage, dass es definitiv vorbei ist, wenn er nicht zu mehr bereit ist. Ich habe solche Angst vor dem, was dann auf mich zukommt...
Andrerseits weiss ich, dass ich viel zu viel erreichbar für ihn bin. Er braucht nur anzudeuten, dass er mich sehren will und schon springe ich. Ich bin auf Abruf bereit, und dass hat er sehr gut verstanden. Vielleicht müsste ich ihm weniger Bestätigung geben, damit er erkennt, dass ich nicht immer für ihn da bin, dass es auch anders geht. Aber natürlich fällt mir das über alles schwer. Ich weiss dass mein Stolz und meine Selbstachtung von mir verlangen müssten, nicht so weiterzumachen. Vielleicht würde er ja erkennen, was ich ihm bedeutet habe, wenn ich nicht mehr da bin, weil ich beschlossen habe, so nicht weitermachen zu können. Aber ich glaube ich habe zu sehr Angst, dass er sich einfach mit der Situation abfinden würde, mich einfach vergessen würde und zurück in sein Lebenflüchten würde, mit dem er nicht wirklich zufrieden ist, aber nicht unzufrieden genug, um sie zu verlassen.
Und dann gibt es Momente, wo ich mich Frage : Will ich überhaupt so einen Mann ? Einen Mann der entweder zu feige ist, um Entscheidungen mit Konsequenzen in seinem Leben zu treffen, oder aber so egoistisch ist, dass er sich nur genau das nimmt, was ihn zum gegebenen Zeitpunkt arrangiert. Denn egoistisch ist sein Verhalten zweifellos, das weiss ich ganz genau.
Und ausserdem: Wenn ich unsere Beziehung beenden würde, und er mich WIRKLICH liebt, würde er dann nicht sowieso zu mir kommen? Heisst es nicht immer, dass die Liebe sowieso auf lange Dauer siegt?
Er spricht immer wieder von einer gemeinsamen Zukunft, aber in weiter Ferne. Er sagt immer wieder, dass er weiss, dass er nie von mir loskommen wird, und dass er hofft, dass wir es irgendwann im Leben schaffen werden, zusammenzusein. Und dann frage och mich wiederum, weshalb er denn nicht jetzt alles dafür tut. Bin ich zu ungeduldig? Müsste ich einfach abwarten? Müsste ich ihn gehen lassen, damit er irgendwann von sich selbst zu mir findet, wenn er das wirklich will? Wie gestalte ich mein weiteres Leben? Was ist, wenn ich es irgendwann wieder fertig bringe, glücklich zu sein, einen Menschen zu finden der mich liebt, und vor allem, der will, dass ich ihn ohne Einschränkungen liebe, und wenn ER dann wieder auftaucht und mir dazwischen funkt? Werde ich dann stark genug sein?
Ich denke in letzter Zeit auch immer wieder an die Zeit VOR unserer Affäre. Ich weiss nicht, wie alles weitergegangen wäre, wenn er mir seine Liebe nicht gestanden hätte. Hätte ich diesen Schritt irgendwann gewagt? Oder hätten wir ewig weiter nebeneinander her gelebt? Und dann sage ich mir immer wieder, dass es unter den damaligen Umständen wenigstens möglich war, nebeneinander her zu leben. Heute ist das für mich nicht mehr möglich, auch wenn er sich das so erwartet hätte. Er hat durch sein Geständnis mir gegenüber und durch alles, was daraufhin folgte, etwas Wesentliches an und in unserem Leben geändert. Weshalb hat er das getan, wenn er sich seiner Sache nicht sicher war, wenn er nicht sicher wusste, dass er mit mir weitergehen möchte? Weshalb dann unser aller Leben verändern ?
Ihr merkt an diesem riesenlangen Schreiben und an meinen Äusserungen, dass ich wirklich nicht mehr weiter weiss. Ich habe verstanden, dass ich diejenige bin, die bei uns Entscheidungen treffen muss, weil er das nicht tun wird. Aber ich bin hin und hergerissen zwischen dieser tiefen Liebe und unbeschreiblichen Verbundenheit, die ich seit langer Zeit bei ihm gefühlt habe und auch weiterhin bei jedem gemeinsamen Augenblick fühle, und dem Gefühl, dass das ganze falsch,ungerecht und egoistisch ist und ich deshalb daraus ausbrechen MUSS.
Wer dies liest und mir weiterhelfen kann - ich bin überaus dankbar über jegliche Rückmeldung, über jeden Kommentar, sei dies positiv oder negativ. Ich bin so froh, dass ich auf dieses Forum gestossen bin, weil ich in vielen Berichten Aussagen und Gefühle gelesen habe, die genau auf mich zutreffen könnten und ich so erkannt habe, dass ich kein Einzelfall bin, und das ist irgendwie tröstend, auch wenn es einem nicht wirklich weiterhelfen kann.
Mit ganz lieben Grüssen
Carlie
Antworten
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Thema: Geliebte des besten Freundes
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11.11.2006, 16:50
Geliebte des besten Freundes
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11.11.2006, 17:37Inaktiver User
AW: Geliebte des besten Freundes
liebe carlie,
normalerweise kann ich für fremdgeher kein allzu großes verständnis aufbringen, aber dein beitrag hat mich dennoch sehr berührt. während des lesens fiel mir spontan der satz "in jeder beziehung gibt es einen menschen, der mehr liebt als der andere." ein. so wie du es beschreibst, befürchte ich, dass du diejenige bist, die in eurer beziehung mehr liebt. ich möchte seine gefühle nicht abwerten, das kann ich unbekannterweise auch gar nicht, aber er scheint zumindest nicht in der lage zu sein, den letzten schritt mit dir gemeinsam zu gehen. wozu du bereit bist (nämlich zu deinem fremdgehen zu stehen und die konsequenzen zu tragen), kann und will er offenbar nicht. wenn er sagt, dass er seine freundin nicht verletzten möchte (obwohl er das ja schon getan hat, auch wenn sie davon nichts weiß), ist das eine sache. wenn er dafür aber in kauf nimmt, stattdessen dich zu verletzen, spricht das nicht gerade für seine liebe zu dir.
hast du im realen leben keine gute freundin, der du das alles anvertrauen kannst? ich denke, dass könnte dir weitaus mehr helfen als hier. es ist schwer, das alles einzuschätzen, ohne dich, deinen partner und deinen besten freund zu kennen.
trotzdem möchte ich dir, quasi aus der anonymität des internets heraus, dringend raten, für dich eine entscheidung zu fällen. ich glaube nicht, dass du noch lange so weitermachen kannst wie bisher. du hangelst dich sonst weiterhin nur von einem tag zum anderen, getragen von der hoffnung, dass ER endlich zu dir steht. ich halte es jetzt für am wichtigsten, dass du dein eigenes leben neu ordnest. eine trennung von deinem partner scheint überfällig. ob du ihm den wahren grund für die trennung nennen solltest, kann ich nicht beurteilen. das solltest du aber selbst entscheiden und nicht nur aus rücksichtnahme auf deinen besten freund unterlassen. wichtig ist jedoch, dass du dein eigenes leben wieder in die hände nimmst. von deinem besten freund würde ich mich an deiner stelle ebenfalls trennen. und zwar hauptsächlich aus dem grund, weil er dir nicht gut tut. es mag ja sein, dass er dir glücksgefühle vermittelt und es phasen gibt, in denen du wieder hoffnung schöpfst. langfristig jedoch scheint er dich nicht weiterzubringen. was bringt dir seine liebe (wenn es denn überhaupt wirklich liebe ist, ich weiß es nicht), wenn er sie dir nur in worten näher bringen kann?
tatsache ist, dass ihr beide einen riesengroßen verrat an euren partnern begangen habt. das ist nun nicht mehr rückgängig zu machen, daher erspare ich dir auch moralisches geschwafel. das einzige, was ihr aber jetzt noch richtig machen könnt, ist, die konsequenzen für euer handeln zu tragen. wenn ER das schon nicht kann, so solltest du das wenigstens tun. auf keinen fall kann es jetzt noch so weitergehen wie bisher.
ich wünsche dir sehr viel mut und kraft. leider wirst du beides in großem maße brauchen können.
liebe grüße
luci
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11.11.2006, 20:56Inaktiver User
AW: Geliebte des besten Freundes
ich finde, du solltest beginnen, herauszufinden, ob dein jetziger partner nun der "richtige" ist, mit dem du weiterhin zusammen sein möchtest.
das wird nur funktionieren, wenn du für diese zeit - auch wenn es länger ist - keinerlei, wirklich gar keinen kontakt zu deinem "besten freund" hast.
vielleicht endet es damit, dass du dich von deinem jetzigen partner trennst - zumindest hört es sich für mich momentan eher so an.
vielleicht möchtet ihr aber noch etwas in eure beziehung investieren, damit sie doch wieder neu auflebt.
das alles braucht sicher deine ganze energie - und ich denke mir, es ist gut investierte energie.
ich wünsche dir, dass du für dich ganz allein, unabhängig von den männern in deinem leben herausfindest, was für dich gut ist.
ich wünsche dir, dass du gut für dich sorgen kannst.
auch wenn du vielleicht alleine, ohne partner, weitergehen musst.
wenn du für klare verhältnisse sorgst, wird sich ganz von alleine irgendwann zeigen, ob es für dich und deinen "besten" freund eine gemeinsame zukunft gibt.
so wie es jetzt läuft, erscheint es mir sehr verstrickt und mühselig für dich ! hol dich da raus.
ich weiß selber - das ist eine sehr sehr schwere zeit !
und es tut sehr weh ...
aber es tut noch viel mehr weh, so verstrickt weiter zu machen, wie es jetzt bei dir ist - womöglich noch viele wochen, monate, ...
lass dir die entscheidungen nicht von den männern aus der hand nehmen, sondern sorge selber gut für dich !
auch von mir noch der tip: such dir wohlmeinende, liebevolle freundinnen - das ist in solchen situationen immer noch das aller beste, finde ich !!!
herzliche grüße und alles gute !
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11.11.2006, 21:23Inaktiver User
AW: Geliebte des besten Freundes
´´
Geändert von Inaktiver User (13.11.2006 um 20:48 Uhr)
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11.11.2006, 22:51
AW: Geliebte des besten Freundes
Warum bist du immer noch mit deinem Freund zusammen? Faulheit? Bequemlichkeit? Doch Liebe am Ende?
Am Anfang deines langen Postings gehst du sehr vorsichtig mit "Liebe" um und schreibst stattdessen lieber "Zuneigung".
Hast du dich eigentlich auch selbst ein bisschen lieb?
Zieh Konsequenzen und scher dich nicht drum, was Die Freunde (auch bekannt als: Die Leute) sagen.
Wenn du die Beziehung mit deinem Freund schon passiv beendet hast, dann beende sie aktiv. Du musst ihm nicht erzählen, dass du ihn die ganze Zeit betrogen hast, warum ihn noch mehr verletzen?
Dein "bester" Freund, deine Affäre, will nicht zu dir stehen und hält dich mit ein bisschen Hoffnung an der langen Leine. Nicht unbedingt ein feiner Charakterzug.
Ihr habt mit dieser Affäre beide Fehler gemacht, nur sieht er das anders als du: Er will alles, seine Freundin, das Haus, dich.
Und du spielst brav mit.
Wie siehst du dein Leben in drei Jahren? Willst du dann immer noch seine Nummer 2 sein und mit deinem Freund unglücklich zusammen leben?
Nimm dein Leben in deine Hand und lass dich nicht so fremdbestimmen. Greif dich selbst am Haarschopf und reiß dich aus deinem selbstgebuddelten Sumpf raus!
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11.11.2006, 23:40
AW: Geliebte des besten Freundes
Hallo Carlie,
Zitat von MistressWeatherwax
das frage ich mich auch. Hälst du deinen Freund außerdem für so unsensibel, dass er nicht merkt, was in dir vorgeht, gerade wenn ihr schon so lange zusammen seid und er dich sicherlich sehr gut kennt? Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass er von deiner inneren Aufgewühltheit nichts mitbekommt. Wenn du deinen besten Freund liebst und auch wenn er sich in naher Zukunft eventuell noch nicht entscheiden sollte, sei so fair zu deinem Freund und trenne dich von ihm.
LG
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12.11.2006, 10:43Inaktiver User
AW: Geliebte des besten Freundes
Liebe Carlie,
es ist bitter und tut sicher sehr weh, aber offenbar hat er für sich beschlossen, der Beziehung mit seiner Freundin eine Chance zu geben und halt eben nicht euch. Er hat durchaus eine Entscheidung gefällt.
Er ruft an und Du springst? Das solltest Du beenden. Dein Selbstwertgefühl wird immer kleiner werden. Auch Deine eigene Achtung vor Dir.
Mit seinen Reden über seine angebliche Liebe lullt er Dich nur ein, er lebt sie nicht. Solange Du dies mitspielst, muss er sie auch nicht leben...
Vielleicht machst Du es erstmal am besten wie er: wende Dich Deinem Freund wieder zu. Kläre/klärt, was euch noch verbindet und ob ihr die Anstrengung eines wieder aufeinander zugehens auf euch nehmen wollt.
Dass Dein Verhältnis völliger Non-Kontakt erschreckt, sollte Dir völlig egal sein. Ich fände es wichtig, Dich und Dein Wohlbefinden an erste Stelle zu setzen.
Good luck,
NeuanfangGeändert von Inaktiver User (12.11.2006 um 10:53 Uhr)
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12.11.2006, 10:56
AW: Geliebte des besten Freundes
Vielen Dank erstmal an die Leute, die so schnell auf mein langes Posting geantwortet haben ...
Liebe Luci, wie gross der Verrat ist, den wir begangen haben, das wir mir jeden Tag bewusster und bewusster, und genau aus dem Grund erscheint es mir unmöglich, einfach so weiterzumachen. Und in meinem Kopf kreisen immer wieder die Gedanken, dass das einzig Richtige und "Gute", was ich angesichts dieser Tatsache noch machen kann, ist, meinem jetztigen Partner und meinen Freunden, die mir sehr wichtig sind, die Wahrheit zu sagen. Doch was mich immer wieder bremst, ist meine Liebe zu ihm. Ich weiss, dass er nicht damit einverstanden ist, die Situation auf diese Art und Weise zu "regeln". Er hat mir erklärt, dass er auch sehr lange über den ehrlichen Weg nachgedacht hat, dass er jedoch findet,dass wir dadurch nur noch mehr Leid schaffen werden und alles verschlimmern werden. Und trotzdem nichts erreichen. Er hat mich mehrmals darum gebeten, auf seinen Standpunkt Rücksicht zu nehmen, und mich darauf hingwiesen, dass wir am Anfang unserer Affäre beschlossen hatten, dies gemeinsam zu tun und die Ansichten und Sichtweisen des anderen im Hinblick auf unsere Situation und deren Evolution zu respektieren... Kann ich dann trotzdem den Schritt machen, und die Wahrheit sagen, obwohl er niccht einverstanden ist? Kann ich ihm so in den Rücken fallen, obwohl ich ihn liebe? Verliere ich ihn dadurch nicht komplett ?
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12.11.2006, 11:08
AW: Geliebte des besten Freundes
Liebe Am_strand,
Du hast Recht, so wie es jetzt läuft, ist es sehr sehr mühselig und verstrickt ...
Ich weiss, dass ich die Situation mit meinem Freund zu allererst klären müsste. Erstens weil er das verdient hat, im Gegensatz zu diesem Hin- und Her und dieser ganzen Unehrlichkeit, und zweitens weil ich nur so irgendwie weiterkommen kann. Ich glaube ich weiss, was mir davor so viel Angst macht - nämlich dass das bedeutet, dass ich mich von IHM total zurückziehen und emotional loslösen muss, weil ich sonst überhaupt nicht klar über meine aktuelle Situation nachdenken kann... Und das fällt mir einfach total schwer, erscheint mir eigentlich momentan unmöglich. Weil er immer präsent ist, in meinen Gedanken, Gefühlen ...
Eigentlich wäre es ja so einfach, sich sagen zu können : Ich selbst bin mehr Wert als das, ich treffe meine Entscheidungen selbst und lasse sie mir nicht aus der Hand nehmen ... Doch das ist leichter gesagt als getan. Genauso wie Neuanfang ( vielen Dank für die Antwort! ) es schreibt, läuft es momentan: er meldet sich und ich springe. Und ich bin alles andere als stolz darauf. Doch ich sage mir andrerseits auch, dass ich mir täglich mehr und mehr bewusst werde, wie schlecht und falsch das Ganze ist, sowohl gegenüber unseren Partnern - was ja ausser Zweifel steht- wie auch gegenüber mir selbst. Und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich es bald schaffen werde, aus dieser Erkenntnis heraus die Kraft zu entwickeln, ihm zu sagen, dass ich mir mehr Wert bin und dass ich das Ganze nicht mehr mitmachen werde. Bis heute ist die Angst, ihn dadurch komplett zu verlieren, jedoch immer noch zu gross...
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12.11.2006, 11:16
AW: Geliebte des besten Freundes
Liebe jklm,
Es macht Mut zu hören, dass sich für dich alles zum Guten gewendet hat, und du heute noch glücklich mit deinem Mann bist!
Doch eine Frage an dich, die den konkreten Moment betrifft, wo du dich von deiner Affäre losgelöst hast: Wie hast du es geschafft, diese Gefühle zu unterbinden, deine Sehnsucht auszuschalten, um dich wieder mehr deinem Mann zuwenden zu können? Denn es erscheint mir unumgänglich, die Gefühle für die andere Person auszuschalten um wieder einen Neuanfang mti dem Partner starten zu können... Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie ich das momentan angehen sollte, und frage mich dann wiederum, ob ich daraus nicht schliessen muss, dass ich überhaupt nicht zu einem Neuanfan bereit bin ...
Wie ist dein Leben nachher weitergegangen? Haben dein Mann und du damals jeglichen Kontakt zu dem anderen abgebrochen? Schliesslich waren dein Mann und er beste Freunde ... Ist diese Freundschaft komplett zerbrochen? Oder haben sich nach Jahren die Dinge wieder "eingerenkt"? Habt ihr heute noch Kontakt zueinander? Wie lange hat es bei dir gedauert, bevor du wieder ohne tiefen Gefühle an den anderen denken konntest?
Entschuldige bitte, dass ich dir so viele direkten Fragen stelle, aber es tut einfach gut, von den Erfahrungen anderer Leute mit einer ähnlichen Situation zu hören ... Vielen Dank für deine Antwort !
Lg, Carlie


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