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  1. Inaktiver User

    AW: Wie verzeiht man?

    Joanna, wenn ich solche Sachen hier lese, wie von dir

    "Dein Mann hat gegen die drohende Insolvenz zu kämpfen gehabt, um die Familie zu sichern, und du erwartest, dass er sich stattdessen um etwas kümmert, was ohnehin nicht mehr zu ändern ist."

    echt, da wird es mir schlecht!

    Wenn Sonnenschein in etwa mit solche einer Einstellung zu kämpfen gehabt hat, wie du sie hier an den Tag legst, dann wundert es mich in keiner Weise, dass sie total abgestürzt ist!

  2. Inaktiver User

    AW: Wie verzeiht man?

    Sorry, Emily, das sehe ich anders.

    Fehlgeburten passieren und sind nicht zu verhindern. Eine drohende Insolvenz, die eine ganze Familie ins Unglück stürzen kann, lässt sich evtl. abwenden. Ich will damit nicht sagen, sonnenschein sollte die Fehlgeburt verdrängen (was sie meiner Meinung nach aber getan hat), sondern sie sollte die Trauerarbeit um ein Ungeborenes leisten und dann nach vorne sehen, im Interesse der Lebenden, die auch einen Anspruch auf ihre Zuwendung haben, ob das jetzt ihr Mann oder ihre Kinder sind.

    Das ist übrigens meine persönliche Erfahrung, und ich bin nicht abgestürzt.

    Ergänzung: als ich nach einer Fehlgeburt im Krankenhaus lag, habe ich den Chefarzt gebeten, mich möglichst schnell wieder nach Hause zu meiner Familie zu lassen, weil ich allein aus deren Anwesenheit Trost schöpfen konnte.

  3. User Info Menu

    AW: Wie verzeiht man?

    Sonnenschein,

    ich liege in etwa auf der Linie wie Joanna.
    Wobei ich "Verzeihung" immer als etwas empfinde, das man im Allgemeinen von einem höheren moralischen Sockel aus erteilen will. Besonders dann, wenn man sich nicht mit dem Eigenanteil an der Situation beschäftigen will und den Partner in die emotionale Schuldnerschaft drängen möchte.
    Das ist keine Partnerschaft, das ist ein Oben und Unten, das durch die Verzeihung zementiert werden soll.

    Das bringt eine Beziehung nicht weiter. Meiner Meinung nach wäre es richtiger, sich selbst zu hinterfragen, ob ich unter den gegebenen Umständen mit diesem Menschen weiterleben möchte.
    Wenn ja, ist verzeihen nicht notwendig, weil ich das ja für mich möchte. Wenn nicht, sollte man sich trennen.
    Entscheidend ist, daß Du Dir absolut klar darüber bist, was Du für die Zukunft willst.

    Cook3
    Geändert von Cook3 (17.09.2006 um 18:15 Uhr)
    Eine Beleidigung kann nur treffen, wenn man ihr einen gewissen Wahrheitsgehalt zugesteht - fühlt man sich also beleidigt, sollte man sich fragen, warum dem so ist. (Poison)
    ------------------------------------------------------

    Das Verlangen nach Gegenliebe ist nicht das Verlangen der Liebe, sondern der Eitelkeit. (Friedrich Nietzsche)

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    AW: Wie verzeiht man?

    Also, ich möchte hier nun wirklich keine Debatte darüber lostreten: wie geht man mit einer Fehlgeburt angemessen um.

    Das ist von Frau zu Frau sicherlich sehr unterschiedlich ... in den meisten Fällen aber eine ziemliche Tragödie.

    Die Fehlgeburt in 2004 hat mich völlig unvorbereitet getroffen. Meine vorherigen Schwangerschaften waren ein Spaziergang. Ich bin im Mai 2005 wieder schwanger geworden ... und habe das Kind in der 20. SSW verloren.

    Durch ein Forum habe ich sehr viel Kontakt zu Frauen in einer ähnlichen Situation gehabt. Und da geht mehr als eine Partnerschaft den Bach hinunter.

    Auch eine Therapie (zunächst eine Krisenintervention) habe ich danach angefangen.

    In dieser Situation - bzw. danach - war mein Mann übrigens die gesamte Zeit für mich da und hat fast 4 Wochen von zu Hause aus gearbeitet (also lernfähig).

    Aber darum ging es mir bei meiner Fragestellung eigentlich gar nicht.

    Ich weiß, ich habe mich nicht korrekt verhalten ... das Dumme ist nur, ich konnte es damals auch nicht.

    Nun denn, die Frage lautete ja eigentlich: wie verzeiht man?

  5. Inaktiver User

    AW: Wie verzeiht man?

    Sonnenschein, so ist es, jede Frau geht anders damit um, verarbeitet das anders- es gibt kein: ich habe bin aber sofort entlassen worden, habe dies und das....man kann nicht alle über einen Kamm scheren.
    Soviel dazu.
    Das was ich in meinem letzten längeren Posting geschrieben habe, sind alles Faktoren (du selber verzeihst dir nicht, suchst zu viel Schuld bei dir usw.), die möglicherweise ein Verzeihen verhindern.
    Manche Menschen können sowas auch ganz einfach nicht verzeihen.
    Ein Patentrezept gibt es nicht, ich glaube immer noch, dass du die beste Hilfe bekommst, wenn du dir da professionelle Beratung holst.
    Alles Gute für dich! :-)

  6. User Info Menu

    AW: Wie verzeiht man?

    Liebe Sonnenschein,

    ich glaube, wenn man jemandem verzeihen will, dann muss man zunächst einmal sich selbst verzeihen.
    Verzeih dir selbst, dass du dich in dieser Situation nicht anders verhalten könntest.
    Verzeih dir, dass du Hilfe gebraucht hast und nicht unterstützen konntest.
    Nimm an, dass du vieles gebraucht hättest, was dir nicht gegeben wurde.
    Nimm deinen eigenen Schmerz an, deine Trauer ... aber auch die Dinge, die du als dein Versagen ansiehst.

    Wenn du dir wirklich verzeihen kannst ... dann hast du den Boden geschaffen, auch deinem Mann verzeihen zu können.

    Und ... ich glaube, dass es sehr hilfreich ist, wenn er dich wahrhaft um Verzeihung bittet ... so dass für dich spürbar wird, wie leid es ihm tut, und dass er nicht mehr diesen Weg der Flucht gehen wird.

    Ich kann gut nachfühlen, wie es dir geht und wünsche dir viel Kraft auf dem Weg, die Vergebung zu lernen.

    Ich glaube, dass ist DIE Aufgabe des Lebens überhaupt:
    Sich und anderen zu vergeben !

    Herzliche Grüße,
    Schneeflocke

  7. Inaktiver User

    AW: Wie verzeiht man?

    Zitat Zitat von schneeflocke46
    Liebe Sonnenschein,

    ich glaube, wenn man jemandem verzeihen will, dann muss man zunächst einmal sich selbst verzeihen.
    Verzeih dir selbst, dass du dich in dieser Situation nicht anders verhalten könntest.
    Verzeih dir, dass du Hilfe gebraucht hast und nicht unterstützen konntest.
    Nimm an, dass du vieles gebraucht hättest, was dir nicht gegeben wurde.
    Nimm deinen eigenen Schmerz an, deine Trauer ... aber auch die Dinge, die du als dein Versagen ansiehst.

    Wenn du dir wirklich verzeihen kannst ... dann hast du den Boden geschaffen, auch deinem Mann verzeihen zu können.

    Und ... ich glaube, dass es sehr hilfreich ist, wenn er dich wahrhaft um Verzeihung bittet ... so dass für dich spürbar wird, wie leid es ihm tut, und dass er nicht mehr diesen Weg der Flucht gehen wird.

    Ich kann gut nachfühlen, wie es dir geht und wünsche dir viel Kraft auf dem Weg, die Vergebung zu lernen.

    Ich glaube, dass ist DIE Aufgabe des Lebens überhaupt:
    Sich und anderen zu vergeben !

    Herzliche Grüße,
    Schneeflocke
    @Schneeflocke,
    ich kann Dir einfach nur absolut und unumwunden zustimmen. Danke für die klare und eindeutige Formulierung. Sich selbst verzeihen, ist der allererste Schritt und das schwierigste...

    Für mehr Literatur dazu kann ich Gerald Lempolsky... oder so empfehlen: Verzeihen ist die größte Heilung.

    Liebe Grüße
    nathaliethor
    Geändert von Inaktiver User (17.09.2006 um 20:19 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Wie verzeiht man?

    Du hast bereits zwei Kinder, also musstest du nicht unbedingt in ein tiefes Loch fallen. Ich sag mal provokant, du hast dich fallen lassen. Also deine Familie vermutlich vernachlässigt, den Mann und die Kinder, und stattdessen erwartet, dass man auf dich eingeht, weil es dir ja soooo schlecht geht. Sorry, wenn ich das so hart formuliere.
    Selten habe ich einen derart taktlosen und verächtlichen Beitrag in dieser Comm gelesen. Daran ändert auch das "Sorry" nichts.

    @ Emily:

  9. Inaktiver User

    AW: Wie verzeiht man?

    @Johanna

    da stimm ich dir 100% zu. Wie kann man nur so gefühlskalt sein. Jetzt heißt es am Ende noch der arme Mann konnte ja nicht anders reagieren. Wo ist der kotzsmiley.

    lg Krebs

  10. User Info Menu

    AW: Wie verzeiht man?

    @ sonnenschein

    Ich kämpfe gerade mit dem gleichen Problem wie Du - zumindest in einer ähnlichen Form.

    Folgendes ist in meiner Beziehung passiert:

    Mein Lebensgefährte und ich haben uns vor längerem mal über einen Dreier unterhalten (was hier eigentlich nichts zur Sache tut, aber wichtig ist, um meine Geschichte zu verstehen). Mein Freund hätte das sehr gerne mal mit einer anderen Frau probiert und ich hatte eigentlich keine Einwände.

    Für mich war jedoch klar, dass so etwas noch Zeit brauchte, denn mein Vertrauen in ihn war noch nicht so gefestigt, als dass ich so ein Vorhaben hätte durchführen können. (Und ich dachte eigentlich, er wüsste das...) Für ihn hörte sich das aber scheinbar nach einem "ok" an. Also fing er hinter meinem Rücken etwas mit einer gemeinsamen Freundin an, die aber kein Interesse an einem Dreier hatte und als er mich noch einmal darauf ansprach, sagte ich ihm ebenfalls, dass es für mich mit dieser Freundin nicht in Frage käme (er hatte mir seine "Affäre" verschwiegen).

    Das Problem dabei war, dass sich die Beiden bereits ineinander verliebt hatten und sie die Sache zwar wieder beenden wollten, weil es ja keine Aussicht auf Erfolg gab, aber das halt nicht so gut hinbekamen. Letzendlich wurde die Sache aber beendet und war damit abgeschlossen.

    Nun fand ich danach durch einen "dummen" Zufall heraus, dass mein Freund mich mit ihr betrogen hatte. Ich stellte ihn zur Rede und er erklärte mir, warum es dazu gekommen war. Auch sagte er mir, dass es für ihn zu keiner Zeit ein Thema gewesen wäre, mich zu verlassen, noch hätte er mich weniger geliebt etc. Er hätte mich ja eigentlich dabei haben wollen..

    Trotzdem. So wie bei Dir sind die Gründe offen dargelegt, warum es dazu kam. Trotzdem fällt es mir ebenfalls unheimlich schwer, darüber hinweg zu kommen, dass ich nicht die "Einzige" war, dass er genau wusste, ich reagier auf Fremdgänge extrem allergisch, dass er so egoistisch handeln musste und meine Gefühle außer Acht gelassen hat.

    Ich habe mir dann Bücher geholt, von Hans Jellouschek: "Warum hast Du mir das angetan - Untreue als Chance", was ich Dir auch ans Herz legen würde, sowie auch ein zweites Buch von ihm: "Liebe auf Dauer". Auf Dich passen sie sicher besser als auf mich, weil mein Fall einfach zu ungewöhnlich ist, aber es hat wenigstens etwas geholfen, weil man sich mit dem Thema beschäftigt - und zwar sowohl subjektiv, als auch objektiv.

    Eine weitere Sache, die mir geholfen hat und die vielleicht ungewöhnlich erscheint, ist die Homöopathie. Wenn Du einen guten Arzt hast, dann können Dich Stoffe wie z.B. Sulfur wieder auf den Boden der Tatsachen bringen.

    Verzeihen kann man meiner Meinung nach nicht von heute auf morgen. Ich kann sowieso nur sehr schwer verzeihen. Ich bin eher der Typ, der immer wieder in der Vergangenheit rumwühlt, auch wenn ich weiß, ich sollte es nicht. Es ist masochistisch (schreibt man das so...??). Trotzdem. Ich kann es nicht ändern.
    Ich habe für den letzten Betrug, den ich erfahren habe, drei Jahre gebraucht, bis ich es überwunden hatte. Ich hoffe von ganzem Herzen, es wird diesmal nicht so lange dauern wird...

    Alles Liebe

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