Antworten
Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 24
  1. User Info Menu

    AW: Um den Partner kämpfen - aber um welchen?

    lieber joker,

    bei deiner formulierung SWOT-analyse musste ich sehr schmunzeln, ja, das drückt die perversion einer solchen verstandesbetonten betrachtung von herzesangelegenheiten allerdings sehr gut aus!


    das gefühl, mich von beiden partnern trennen zu müssen, war das allererste, das ich eigentlich wahrnehmen konnte. der erste impuls war - typisch für mich - die flucht. ich war drauf und dran ales hinzuschmeissen, meinen rucksack zu packen und mir ein one way ticket nach asien zu kaufen, um mich für unbestimmte zeit mal wieder in der ferne zu suchen....

    dass dies der abschied von beiden wird, ist nach wie vor eine möglichkeit, wenn auch eine, die mir gefühlsmäßig nicht schmeckt. denn wie oft passiert es einem schon, dass man liebt, dass man einen menschen findet, mit dem man sein leben teilen möchte? hmmm, jetzt hab ich zwei - aber ich war auch lange zeit single ...

    wenn ich die situation nicht so lösen kann, dass ich das gefühl habe, ich handle nach einer tiefen, inneren wahrheit, wenn ich mich für einen entscheide, dann wird es wohl auf eine trennung von beiden hinauslaufen. und vor diesem abschied hab ich unendliche angst, fühlt sich an, als würde ich meinem eigenen ende ins auge blicken...

    nächste woche werde ich mich nochmals aus der gemeinschaftlichen wohnung zurückziehen, um wieder eine woche zu wandern, denn du hast recht, dass ein gewisser abstand nötig ist, um klar zu sehen.
    in meinem derzeitigen alltag mit paul denke ich mir so oft "und von diesem wundervollen menschen sollst du dich trennen?", wenn mir mal wieder das herz warm wird, wenn ich ihn einfach anchaue ...
    oder wenn ich mir anschaue, wie gut wir zwei die krise gerade meistern, uns umeinander kümmern, viel reden und einfach ein tolles team sind....
    dann weiss ich dass ich ihn wirklich liebe. aber eben nicht nur ihn allein - deshalb komme ich ja überhaupt darauf, dass es vielleicht eine verstandesmässigere entscheidung (stichwort SWOT) sein müsste, um mich in dieser frage nicht weiter im kreis zu drehen.

    ach je, liebe grüsse,
    hop.

  2. User Info Menu

    AW: Um den Partner kämpfen - aber um welchen?

    Hallo Hoppetosse,

    mir geistern noch so ein paar Gedanken zu Deiner Geschichte im Kopf herum, die ich Dir gerne sagen möchte. Vor einigen Jahren habe ich mich von meinem Ehemann getrennt, und zwar für den Mann, der meine große Liebe war und mit dem ich zusammen war, bevor ich meinen Mann kennenlernte. Es war die Hölle, aber es war sowas von klar, dass es überhaupt nicht anders ging. Keine Sekunde habe ich gezweifelt und gehadert. Und habe den Entschluss keinen Moment bereut, denn ich war im tiefsten Inneren tausend Prozent sicher, dass es der richtige Weg ist.

    Heute bin ich nicht mehr mit diesem Mann zusammen; das liegt aber nicht daran, dass ich es nicht mehr wollte, sondern uns hat der Tod getrennt. Aber das ist eine andere Geschichte.

    Wenn Du Dich so schwer tust mit Deiner Entscheidung, ist es vielleicht ein Zeichen dafür, dass keiner der beiden Männer der richtige für Dich ist. Ich sehe auch eine gewisse Gefahr darin, dass Du Dich zwar für eine entscheidest, aber dann nicht aufhören kannst, diese Entscheidung ständig zu hinterfragen, besonders in Krisenmomenten oder in Situtationen innerer Leere. Entscheide Dich nur, wenn Du Dir mehr als hundert Prozent sicher bist. Wenn das nicht geht, lass sie beide los.

    Liebste Grüße,
    joker34

  3. User Info Menu

    AW: Um den Partner kämpfen - aber um welchen?

    hallo,

    deine geschichte hat mich sehr beruehrt.
    verflixt, da herauszukommen ist wirklich nicht einfach.

    auf dauer werden ja beide maenner so nicht leben wollen.
    und du sicher auch nicht!

    ich moechte dir noch einen anderen aspekt nahebringen:

    einige zeit nach einer trennung verfliegt alles, was urspruenglich so schrecklich und nervend war. irgendwie legt sich ein schleier ueber das, was einfach nicht gepasst hat.

    man vergisst und verdraengt und kann sich dann auch im nachhinein ueber bestimmte erinnerungen (schoene erinnerungen gibt es ja immer, auch wenn die trennung ein horror war!) freuen und denkt manchmal wirklich, so schlimm war das doch eigentlich alles gar nicht.

    dann kommt vielleicht in der neuen beziehung eine gewisse routine auf (oder beziehungsprobleme) und schwupp, wird der "alte" partner ploetzlich interessant. vielleicht, weil man innerlich noch nicht abgeschlossen hat? vielleicht, weil man denkt er hat sich geaendert? koennen sich erwachsene wirklich so aendern?

    ueberlege einmal, ob dein problem vielelicht etwas in diese richtung geht und du peter idealisierst.

    alles gute beim wandern!
    ann-christine

    lebe lieber ungewoehnlich

  4. User Info Menu

    AW: Um den Partner kämpfen - aber um welchen?

    Hallo,
    ich bin eigentlich auch der Ansicht, dass man es mit einem Ex lassen kann, sonst wäre man ja nicht auseinander gegangen.
    Du musst wirklich Klarheit reinbekommen, keine Spielchen, wiei einfach auf dem Absatz umkehren obwohl man angeblich noch liebt.
    Du kannst nur Dein Herz befragen und hoffen, dass beide Männer gutmütig/"dumm" genug sind, das mitzumachen.
    Ich würde mir das nicht gefallen lassen.

    LG Sabbi
    - Lerne nur das Glück ergreifen
    denn das Glück ist immer da -

  5. User Info Menu

    AW: Um den Partner kämpfen - aber um welchen?

    Zitat Zitat von Hoppetosse

    Ich bin ratlos, helft mir bitte, wie trifft man eine solche Entscheidung, die ein bisschen nach Pro- und Contra-Liste klingt?? Wie finde ich die Wahrheit, wenn es mit einem „das Gras ist auf der anderen Seite des Zauns immer grüner“ nicht getan ist?

    Danke für eure Zuschriften,

    die Hoppetosse
    Werf ´ne münze. Oder mach gar nichts, mindestens einer von den beiden müsste doch irgendwann von dem rumgeeier die schnauze voll haben.

  6. User Info Menu

    AW: Um den Partner kämpfen - aber um welchen?

    Hallo Hoppe,

    von Peter träumst Du, mit Paul lebst Du zusammen.

    Würde Paul einmal richtig auf den Tisch hauen und binnen 4 Wochen ausziehen, würdest Du aus Deinen Träumen aufwachen.

    Da Paul das leider nicht tut, kannst Du Deine Spielchen fortsetzen.

    'Lebenslänglich' wird das sicher nicht funktionieren, zumal Peter ja weit weg wohnt.

    Meine Meinung in kurzen Worten.

    FG von Helga

    „Nehmen sie die Menschen wie sie sind, denn andere gibt es nicht“
    Konrad Adenauer

  7. User Info Menu

    AW: Um den Partner kämpfen - aber um welchen?

    >> Wenn Du Dich so schwer tust mit Deiner Entscheidung, ist es vielleicht ein Zeichen dafür, dass keiner der beiden Männer der richtige für Dich ist. Ich sehe auch eine gewisse Gefahr darin, dass Du Dich zwar für eine entscheidest, aber dann nicht aufhören kannst, diese Entscheidung ständig zu hinterfragen, besonders in Krisenmomenten oder in Situtationen innerer Leere. Entscheide Dich nur, wenn Du Dir mehr als hundert Prozent sicher bist. Wenn das nicht geht, lass sie beide los. <<

    liebe joker,

    entschuldige, dass ich mich erst jetzt melde, habe gestern überraschend den ganzen tag mit einer angina im bett gelegen.

    deine geschichte hat mich sehr berührt und deine gedanken treffen mich mitten ins herz. aus deinen worten spricht eine grosse innere klarheit, eine die man nur hat, wenn man eben in völliger übereinstimmung mit seinen gefühlen (ich nenne das "innere wahrheit") handelt. dann kann man selbst schwierige entscheidungen mit weitreichenden konsequenzen voller zutrauen treffen.

    leider geht mir diese innere sicherheit momentan völlig ab: wenn ich die peter-gefühle zurückdränge, mich ganz auf den gegenwärtigen augenblick - in dem ich vieleicht gerade paul im arm halte - konzentriere, fühlt sich das einfach nur gut und richtig an.
    aber suche ich das peter-gefühl, dass ich in mir vergraben habe, auf und lass es raus, dann frage ich mich, worauf ich eigentlich warte, warum ich nicht endlich zu ihm laufe und mich in seine arme werfe wie ein kleines kind...

    vielleicht ist dieses rumgeeier ja auch ausdruck dessen, dass meine intution mir sagen will, dass keiner der beiden der richtige ist. jedenfalls ein sehr seltsam zustand, so ohne eindeutiges bauchgefühl, auf dass ich mich sonst zunehmend zu verlassen gelernt hab. macht mich hilflos.... ich kenn mich ansonsten nicht so sprunghaft, zumindest nicht in meinen gefühlen.

    die angst, dass zweifel bleiben, auch wenn ich mich für einen entscheide, nagen von anfang an an mir. ich glaube sie war der grund, warum einer meiner ersten gedanken, als das ganze schlamassel losging, war, dass ich nun beide verloren habe.

    jedenfalls ganz leiben dank für deine aufrüttelnden worte, liebe joker!

    hop.

  8. User Info Menu

    AW: Um den Partner kämpfen - aber um welchen?

    hallo annchristin, hallo sabbi,

    ja, auch ich halte eigentlich nix von "bratkartoffelbeziehungen", in denen man eine alte geschichte wieder aufärmt, eben, weil ich glaube, dass erwachsense sich so sehr verändern als dass alte probleme auf einmal verschwunden sind.

    ich denke, realistisch ist es höchstens, dass man gemeinsam an problemen arbeitet und eine bessere umgehensweise mit problemen und miteinander findet.
    dass eine exbeziehung gerade dann in besonders hellem lichte erstrahlt, wenn die aktuellen lebensumstände schwierig oder einfach langweilig sind, ist logisch. ich glaube kaum, dass ich mir illusionen mache, dass peter nun ein gänzlich anderer sein würde und ich würde auch nicht mehr erwarten als dass wir beide nun einen neuen blickwinkel auf unsere alten probleme hätten - und ich meine unsicherheit, ob sich peter überhaupt voll auf eine beziehung einlassen will und kann überwunden hätte.

    ja, ihr habt recht, am besten wäre es ganz sicher, ich könnte einfach nur meinem herzen lauschen, und mit bestimmtheit die gefühlsverwirrung auflösen und zwar BALD. nur leider, bekomme ich gerade keine eindeutige ansage von meinem herzen, wie ich im letzten post an joker versucht habe darzustellen. ich nehme für mich aber den anspruch zu meiner inneren wahrheit zu finden sehr ernst - spielchen würde ich das nicht nennen.

    liebe grüsse,
    hop.

  9. User Info Menu

    AW: Um den Partner kämpfen - aber um welchen?

    Liebe Hoppetosse,

    auch Dir vielen Dank für Deine Rückmeldung. Es würde mich sehr interessieren, wie es Dir weiterhin geht und welche Entscheidung Du triffst. Vielleicht magst Du uns ja auf dem Laufenden halten.

    Alles Liebe und Gute für Dich,
    joker34

  10. User Info Menu

    AW: Um den Partner kämpfen - aber um welchen?

    In den vergangenen zwei Tagen haben wir wieder enorm viel miteinander geredet und haben noch immer ein paar Missverständnisse gefunden, die wir aus dem Weg räumen konnten. So war Paul erstaunt, dass ich derzeit keine grossartige Verliebtheit für Peter verspüre und so gut wie keinen Kontakt zu ihm habe, weil ich mich noch immer eindeutig und loyal in der Beziehung zu ihm (Paul) sehe.
    Dennoch schwirrt mir immer wieder durch den Kopf, dass der intensive Kontakt zu Paul natürlich meine derzeitige Seelenlage verzerrt und eigentlich nur Abstand, vulgo Trennung von Paul, mir den Raum geben würde, meine Gefühle unbeeinflusst zu klären. Aber: Eine Trennung ist das letzte, was Paul möchte und ich schaffe es nicht, ihm diesen Wusch abzuschlagen - wohl auch, weil ich Angst habe, ihn damit zu verlieren. Paul sagt, mit einem zeitlich begrenzten "auf Abstand gehen" (mal abgesehen von meinen Wanderwochen) würde ich die Chance untergraben, dass wir diese Krise meistern. Solange ich nicht das Gefühl habe, dass ich uns erst richtig ins Schlamassel reinreite bzw. ich die ganze schreckliche Situation unnötig in die Länge ziehe, will ich ihm diesen Wunsch ja auch gerne erfüllen... aber ich bin mir ales andere als sicher, ob ich damit das richtige tue. Auch hier im Forum haben mir ja einige durchaus den Gedanken nach "emotionaler Emigartion" nahegelegt. Was tun?

    Paul und ich sehen nun beide zumindest das Problem, dass ich mich mit Peter treffen muss, um mein gefühlsmäßiges Vakuum zu verlassen und damit meine aktuellen Gefühle zu ihm zu klären. Denn nur so wird es Gewissheit geben, ob meine Sehnsucht nach Peter "nur" ein Indiz für den noch nicht abgeschlossenen Abschied ist oder ob meine Sehnsucht bedeutet, dass ich mein Leben vielleicht lieber mit Peter verbringen möchte?!
    Wie das allerdings funktionieren soll, ist mir völlig schleierhaft. Wie will Paul diese Unsicherheit aushalten, wenn ich für ein paar Tage bei Peter wäre? Ich habe Sorge, dass Paul mit seiner diebezügl. demonstrierten Abgeklärtheit einen Bissen nimmt, den er nicht schlucken kann.
    Damit zerbreche ich mir jetzt natürlich eher Pauls Kopf als meinen eigenen. Was will ich? Will ich Peter sehen?

    Dammed - genau das ist nmlich die Fragestellung, mit der ich dann auch zum ersten Mal wieder einen kleinen Zugang zu meinen aktuellen Peter-Gefühlen bekomme. Und was spür ich: Bauchkribbeln.

    SCHEISSE! Und eben schreib ich noch von Loyalität?? Zum Kotzen, das.
    Ich verlier echt noch die Achtung vor mir selber, wenn es so weitergeht.
    Geändert von Hoppetosse (19.09.2006 um 15:50 Uhr)

Antworten
Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •