Dann bleibt doch eigentlich nur, dass da eine großere innere Not ist bei Deinem Mann.
Was Dir jetzt aber auch nicht wirklich weiterhelfen dürfte.
Gruß,
Prijon
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10.09.2006, 21:59
AW: Rückkehr nach Affäre -- Erfahrungsberichte gesucht
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10.09.2006, 22:17Inaktiver User
AW: Rückkehr nach Affäre -- Erfahrungsberichte gesucht
Hallo Prijon,
ich habe schon öfters deine Einträge gelesen. Ohne sie im Gesamten noch einmal angeschaut zu haben, ist mir Folgendes aufgefallen:
Du schreibst sehr oft über das Thema Betrügen und den Verarbeitungsprozess. Ich habe das Gefühl, dass du, obwohl du relativ souverän erscheinst, immer noch ungelöste Probleme mit dir herumträgst. Würdest du mir zustimmen? Ich wünsche dir, egal wie es ist, dass du es schaffst. Liebe Grüße Annette
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11.09.2006, 07:43
AW: Rückkehr nach Affäre -- Erfahrungsberichte gesucht
Hallo Anette,
Du schreibst sehr oft über das Thema Betrügen und den Verarbeitungsprozess.
Naja, von den Folgen der Pilleneinnahme habe ich keine Ahnung. Nehm ich also lieber dieses Thema, da kann ich mich besser einfühlen.
Ich habe das Gefühl, dass du, obwohl du relativ souverän erscheinst, immer noch ungelöste Probleme mit dir herumträgst. Würdest du mir zustimmen?
So ein Betrug begleitet einen, glaube ich, durchs ganze Leben - ganz unabhängig davon, ob man sich dann trennt oder nicht. Deshalb beschäftige ich mich damit. Hier zu lesen und schreiben ist also so ein bisschen was für Selbsthilfe für mich. Ungelöste Probleme? Eher ncht, glaube ich.
Gruß,
Prijon
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11.09.2006, 10:03
AW: Rückkehr nach Affäre -- Erfahrungsberichte gesucht
Wie auch bei mir. Fühle mich einfach furchtbar.Dann bleibt doch eigentlich nur, dass da eine großere innere Not ist bei Deinem Mann.
Er hat (natürlich) heute nicht angerufen. Habe vor dem Schlafengehen noch versucht, ihn zu erreichen. Ist nicht rangegangen. War eine unkluge Idee, ich weiss. Aber ich komme mit dieser Ungewissheit nicht klar. Wenn er wieder einen Schritt zurück machen möchte, dann soll er mir das doch bitte sagen. Er *weiss* doch, wie es mir geht.
Und natürlich kommen da jetzt die Gedanken, wie er in diesem Moment vielleicht (?) gerade bei ihr ist. Hilft auch nicht weiter.
Stimmt. Das einzige, was helfen würde, wäre eine Antwort -- irgendeine Antwort -- von ihm. Damit man wenigstens einen Ansatzpunkt hat.Was Dir jetzt aber auch nicht wirklich weiterhelfen dürfte.
Das Doofe ist halt, dass ich an diesem WE so viele gute Ansätze für uns gesehen habe, so viele Ideen und Vorschläge gehabt hätte, wie man konstruktiv an die Wiederannäherung herangehen könnte. Darüber hätte ich gern mit ihm gesprochen.
Mir tut alles, alles weh.
Ich hoffe, dass er sich vielleicht morgen irgendwann meldet, sonst drehe ich noch durch. Ich selbst sollte mich mit Anrufen/Mails besser zurückhalten, was?
Bin so ratlos. Ich verstehe einfach nicht, wie man sich so GAR NICHT melden kann.
Tieftraurige Grüsse, selkie
We must be willing to get rid of the life we've planned, so as to have the life that is waiting for us.
--Joseph Campbell
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11.09.2006, 13:06
AW: Rückkehr nach Affäre -- Erfahrungsberichte gesucht
Hallo Selkie,
erstmal eine dicke Umarmung in deine Richtung, das muss ein böser Schock gewesen sein.
Und nun ein paar Fragen:
Wie lange seit ihr eigentlich verheiratet?
War für dich die Affäre das einzige was an eurer Beziehung genagt hat und du dachtest, wenn die "entsorgt" ist, wird alles wieder gut?
Ich könnte mir vorstellen, dass das dein Mann anders sieht, nämlich das er eure Beziehung grundsätzlich in Frage stellt ( so wie mein Mann das getan hat ) und die Affäre dafür ein Zeichen, aber nicht die Ursache war.
Dann ist im das vielleicht wirklich alles zuviel und zu schnell, weil eben die Grundprobleme nicht gekärt wurden.
Das er sich feige verhält, indem er flüchtet und dich im Unklaren lässt, darüber muss man nicht diskutieren.
Aber man muss schon ganz schön mit sich selbst im Argen liegen, wenn man so handelt.Es ist nichts schrecklicher als eine tätige Unwissenheit.
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11.09.2006, 14:28
AW: Rückkehr nach Affäre -- Erfahrungsberichte gesucht
Diesen Sommer 11 Jahre. Kennen tun wir uns 15. Für beide war's die erste feste Beziehung (sind 37 & 34). Krisen hat es immer mal gegeben (wie in jeder Beziehung), aber an sich waren wir durchgehend glücklich miteinander (sagt er auch selbst).Wie lange seit ihr eigentlich verheiratet?
Nein, um Gottes willen. Schön wär's, wenn das so einfach wäre. Die andere Frau war der Auslöser, nicht der Grund. Die Gründe liegen z.T. bei uns, z.T. aber auch einfach an einer Verkettung blöder Umstände. Ein Beispiel: Wir leb(t)en mit Säugling in einer Wohnung ohne jede Rückzugsfläche, sind beide aber eher stille Typen, die auch mal ihre Ruhe haben müssen. Er hat zudem noch einen oberstressigen Job mit unglaublichen Arbeitszeiten. *Das* war also schon schlimm genug. Dann zog nebenan aber ein absolut asozialer Chaot ein, der darauf stand, mitten in der Nacht Party zu machen (und die Wände sind dünn hier). Ich bin lärmempfindlich. Seit seinem Einzug stand ich also permanent unter Strom, musste mich auch noch um das Kind kümmern, und mein Mann forderte (berechtigterweise) auch noch etwas Aufmerksamkeit. Irgendwann konnte ich nicht mehr.War für dich die Affäre das einzige was an eurer Beziehung genagt hat und du dachtest, wenn die "entsorgt" ist, wird alles wieder gut?
Im Rückblick muss ich sagen, dass mein Verhalten schon fast psychotisch war. Ich fing u.a. an, meinen Mann körperlich wegzustossen, wenn er meine Nähe suchte, und seelisch zu verletzen. Wir haben nichts mehr zusammen unternommen. Kaum noch geredet. Er zog sich daraufhin immer weiter in sich zurück. Irgendwann sassen wir dann nur noch in verschiedenen Zimmern vor unseren Computern.
Ich weiss *genau*, warum er etwas mit der anderen Frau angefangen hat; von mir *bekam* er nichts mehr.
Die ganzen Mechanismen gingen mir aber auch erst lange nach seinem Auszug auf; vorher war ich ganz zufrieden damit, das Opfer des bösen Mannes zu sein. Also auch keine Lösung.
Jetzt hatten wir gerade angefangen, das alles aufzuarbeiten. Ich habe wirklich an mir gearbeitet, neue Einsichten gefunden, und bin an sich optimistisch, dass wir es zusammen schaffen könnten. Nur ist er immer noch zu verletzt, bzw. er hat Angst, dass es wieder so wird wie vorher. Es hilft auch nicht, dass ich mit dem Kind immer noch in der alten Wohnung wohne (der Asonachbar ist sinnigerweise 2 Wochen nach meinem Mann umgezogen... doofe Zufälle, wie gesagt).
Ja, das denke ich auch (s.o.). Allerdings hatte er letzten Montag, als er die Zweitbeziehung beendete, allerdings auch seinen Wunsch ausgedrückt, zu mir zurückzukommen -- wieder eine Basis zu finden. Unsere Gefühle zueinander sind auch durchaus noch intakt -- Liebe, Respekt, Freundschaft, wir können wunderbar zusammen lachen, waren einmal/Woche zusammen abends weg, auch körperlich lief bei uns immer was, obwohl er ja nebenbei noch jemanden hatte (die also in letzter Instanz auch mit *mir* betrog, von unserem Kontakt wusste sie nämlich nichts). Wir finden nur keinen Weg. Wobei ich auch denke, dass das alles zu schnell ging. Ein Jahr Rück-Weg würde ich mittlerweile schon einplanen. Und dass es harte Arbeit wird, ist mir auch klar. Ich würde es aber zumindest gern versuchen, zumal mir meine Schuld an der Misere wirklich klar ist.Ich könnte mir vorstellen, dass das dein Mann anders sieht, nämlich das er eure Beziehung grundsätzlich in Frage stellt ( so wie mein Mann das getan hat ) und die Affäre dafür ein Zeichen, aber nicht die Ursache war.
Wir hatten übrigens schon mehrmals solche Vorwärts-zieh-Bemühungen mit abschliessendem Absturz & "ein für allemal Schluss". Wir kommen nicht voneinander los, dazu ist auf beiden Seiten noch zuviel da. Wir brauchen nur eine konstruktive Methode, wieder aufeinander zu zu gehen. Deswegen hätte ich gern mal eine Paartherapie versucht. Ich hätte auch gedacht, dass wir diesmal mehr Erfolg haben könnten, weil er immerhin schon (von sich aus, ich war ja ahnungslos) zu dem Entschluss gekommen ist, sich von der anderen zu trennen.
Ich weiss, dass in Ruhe lassen hier der Königsweg ist; trotzdem habe ich ihm heute morgen noch eine Mail geschickt, in der ich ihm sagte, dass mir das alles auch zu schnell geht und ich ihn nicht drängen will. Ich möchte nicht, dass er am Ende denkt, ich beharre darauf, dass wir sofort wieder in engste Beziehung gehen oder sowas.
Und jetzt liegt es halt bei ihm.
LG & danke für die Anteilnahme und Meinungen, selkie
We must be willing to get rid of the life we've planned, so as to have the life that is waiting for us.
--Joseph Campbell
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11.09.2006, 21:28
AW: Rückkehr nach Affäre -- Erfahrungsberichte gesucht
Ich weiss, dass in Ruhe lassen hier der Königsweg ist;
Oh nein,
so einfach ist das je nicht. Er kann je von mir aus gerne sagen, dass ihm das zu schnell geht oder so. Aber er muss es SAGEN. Feige vom Hof schleichen zerstört jedes, aber auch jedes Vertrauen.
Prijon
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11.09.2006, 21:41
AW: Rückkehr nach Affäre -- Erfahrungsberichte gesucht
Liebe Selkie,
Zitat von Prijon
mein Freund hat mal in einer Beziehungskrise ähnlich geschwiegen. Unsere Probleme waren anders als bei Euch, aber ich dachte damals auch: "warum sagt er nicht einfach, ich brauche jetzt eine Woche Auszeit" ??
Ich drehte mich im Kreis, brauchte irgendwas fassbares, damals waren wir räumlich auch sehr weit auseinander. Er war so in seinem Leid blockiert und steckte fest in seiner Ecke, dass ich ihm jetzt auch glaube, dass er mir nicht bewusst wehtun wollte.
Mittlerweile haben wir mit externer Hilfe dieses Schweigen und diese Blockaden besprochen, es läuft wieder gut und ich hoffe sehr, dass wir eine solche Situation nie wieder erleben.
Ich würde auch sagen: gib ihm Zeit, alles Drängen würde Eure Situation im Moment eher eskalieren lassen.
Liebe Grüße
Winnie
man verpasst im Leben meist zwei Augenblicke: den, in dem die Liebe beginnt und den, in dem sie aufhört (Elke Heidenreich)
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12.09.2006, 03:06
AW: Rückkehr nach Affäre -- Erfahrungsberichte gesucht
Liebe Winnie,
danke für deine Antwort -- sieht ja so aus, als ginge das mit der Rückkehr (und Prijon wäre nicht die einsame Ausnahme
); das beruhigt ungemein... Wahrscheinlich treiben sich die "Überlebenden" auch nicht unbedingt in Foren herum, die sie regelmässig mit der Nase auf das alte Trauma stossen. Keine Ahnung. Oder glückliche Menschen posten seltener in Foren. 
So sind wir jetzt auch erstmal verblieben. Ich hatte ihn heute nachmittag endlich mal an der Strippe, und wir haben uns gut unterhalten -- obwohl er eigentlich hätte arbeiten müssen. Ich habe ihm klipp und klar gesagt, dass ich keinen Druck mache und keine Erwartungshaltung mehr an ihn habe, dass es einfach so kommen soll, wie es kommt, dass ich aber weiterhin mit ihm Kontakt haben will. Ach ja, und dass ich bleiben werde. Vorher hatte ja immer drohend im Raum gestanden, dass ich im Zweifelsfall mit dem Kind nach HH abzischen würde. Wäre in vielerlei Hinsicht einfacher für mich, bloss lügt man sich ja auch in die Tasche, wenn man das als "Neuanfang" schönredet. Die Probleme, Schmerzen, Hoffnungen stecken ja alle mit im Gepäck.Ich würde auch sagen: gib ihm Zeit, alles Drängen würde Eure Situation im Moment eher eskalieren lassen.
Wenn es die Zeit erlaubt, treffen wir uns So. zum Abendessen. Und er meinte, er würde versuchen, irgendwann diese Woche abends vorbeizukommen. Seine Erleichterung war übrigens hörbar.
Natürlich geht mir die Affäre immer noch im Kopf herum, aber ich kann's ja eh nicht beeinflussen. Wenn er sagt, er hat es beendet, kann ich ihm das genausogut glauben und mir die Kopf-Qualen (sowie ihm irgendwelche peinlich-unmotivierten Szenen) sparen.
Ach ja, und die Sache mit dem Schrank -- er meinte, er hätte einfach mal was anderes anziehen wollen.
Und dass die Kleine und ich nicht da waren, sei Zufall gewesen. Keine Absicht, keine Hintergedanken.
Warum er sich dann einfach nicht bei mir gemeldet hat? Weil ihn das alles überfordert. Er hat wohl im Moment schlicht nichts zu geben. Sein Job frisst ihn total auf (er hat Verantwortung für Riesenfirmendeals mit Millionenbeträgen und arbeitet 7 Tage/Woche, gern bis mitten in der Nacht; oft legt er sich dann für 2 Stunden hin und geht dann wieder ins Büro), m.E. steuert er schon länger auf den totalen Burnout zu. Noch so etwas, das der Beziehung immens geschadet hat -- Probleme bei irgendeinem Deal gingen/gehen immer vor, Familie kommt sehr weit hinten. (Da kann man sich jetzt fragen, wie er da Zeit für seine Affäre gefunden hat; ich denke mal, die Trulla war verfügbar [selbes Büro], unkompliziert, da jung & single statt überforderter Mami, und hat nicht viel Anforderungen gestellt, zumal sie ja in derselben Firma ist und ähnlich viel arbeiten muss. Da musste er sich vermutlich nicht gross einbringen. Aber gut, ich weiss es nicht. Will ich in Wirklichkeit auch gar nicht.)
Wie auch immer, er pfeift auf dem letzten Loch. Irgendwann kommt bestimmt der erste Warnschuss, körperlicherseits. So *kann* man einfach nicht auf Dauer leben. Die "Senioren" in derselben Position, die er innehat, erzählen gern, dass die ersten beiden Jahre die härtesten ihres Lebens gewesen wären. Hm. Ein Jahr hat er schon rum...
So, und ich werde mir jetzt abgewöhnen (müssen), ihn zurückzuhoffen und zu -ziehen und zu -quatschen. Er *möchte* ja Zeit mit mir verbringen; und davon hat er leider Gottes nur sehr wenig. Mal sehn, was die Zukunft bringt. Und wie gut ich damit klarkomme. Morgen habe ich einen Termin bei einer Therapeutin; Tip von einer sehr guten Freundin, die in höchsten Tönen von der Dame schwärmt. Bin gespannt...
LG, selkie
We must be willing to get rid of the life we've planned, so as to have the life that is waiting for us.
--Joseph Campbell
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12.09.2006, 09:43Inaktiver User
AW: Rückkehr nach Affäre -- Erfahrungsberichte gesucht
Liebe Selkie,
ich bin froh für dich, dass du mir ihm reden konntest.
Nichts ist schlimmer als die ewige Ungewissheit.
Tja, irgendwie sind da viele Parallelen zu meiner Geschichte ( nur das meine Mann das mit der Affäre angeblich nicht wahr gemacht hat- auch das kann ich glauben oder mir den Kopf machen ).
Ich muss leider sagen, dass bei mir die Geduld und die Kräfte zu Ende gehen. Diese Warterei auf eine Entscheidung oder ein Zeichen zehren. Ich mache zwar immer weiter, bin aber heute fast soweit doch den Schlußstrich zu ziehen.
Mein Mann arbeitet ähnlich wie deiner und das seit Jahren.
( Workaholic )Da bleibt natürlich auch nicht viel Zeit zum Nachdenken.
Manchmal denke ich er " tut " das alles um mich weich zu kochen. Ich habe für mich entschieden: Arbeiten und Geld verdienen okay, für die Arbeit alles aufgeben nein. Und es muss auch Zeit geben das Leben zu geniessen.Vielleicht ist seine Kollegin deshalb so interessant- steckt in der gleichen Mühle und himmelt ihn an.Aber egal:
Das Leben ist zu kurz um schöne Spätsommertage ( ich weiß ja nicht wie es bei dir ist ) zu verschenken. Niemand weiß wieviel Zeit ihm bleibt.
Wie sagte mein " Großer " gestern: Jede Sekunde ist einmalig.
Recht hat er.
Lea


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