Hallo Lena,
was die Situation als solche Anbelangt, stimme ich den Vorrednerinnen zu.
Was aber den Hass anbelangt, kann ich dir aus meiner Erfahrung berichten. Ich habe auch mal einen Menschen gehasst (aus ganz anderen Gründen). Ich hätte ihm auch ins Gesicht springen können. Jedes mal, wenn ich an seinem Auto vorbei lief, hatte ich den Wunsch, die Reifen aufzuschlitzen.![]()
Das ist heute viele Jahre her, und inzwischen ist mir dieser Mensch (annähernd) gleichgültig. Warum?
1. Aus dem Weg gehen. Okay, das machst du offenbar so gut es geht.
2. Ablenkung. Je mehr andere Dinge wichtig werden, desto weniger Macht gibt man dem "Gehassten". Gibt es etwas, was du - auch abseits deiner Ehe - für dich tun kannst? Je besser ich mich fühlte, desto weniger wurde mein Hass.
3. Die guten Seiten finden. Wenn du dann doch auf die Verletzung zurückblickst, versuch sie als Teil deines Lebens zu akzeptieren. Sie hat dich Dinge gelehrt, sie hat dich geformt, sie hat dich sozusagen auf der Erkenntnisleiter eine Stufe nach oben gebracht. Das heißt nicht, dass du den beteiligten Personen die Hand schütteln musst, aber es heißt, dass die Verletzung selbst ein Teil von dir ist. Dabei trennst du sozusagen die Tat vom Täter. Der Täter selbst ist unwichtig, nur die Tat hat mir dir zu tun.
Hm, ich hoffe, das ist irgendwie verständlich?
Grüße, Cariad
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 68
-
10.08.2006, 09:44Inaktiver User
AW: Der Haß bleibt ....wie lange??
-
10.08.2006, 09:46
AW: Der Haß bleibt ....wie lange??
Lena,
Zitat von Lena1234
in solchen Fällen ist die beste Art, die Zähne zu zeigen, ein Lächeln. Was wilslt Du ? Du bist die "Siegerin", mit Deinem Mann läuft es besser als vorher. Sag ihr das doch mal so auf eine ganz freundliche Art. Diese Art von Gift nagt. Dein erkennbarer Haß erzeugt bei ihr allenfalls Befriedigung.
Cook3Eine Beleidigung kann nur treffen, wenn man ihr einen gewissen Wahrheitsgehalt zugesteht - fühlt man sich also beleidigt, sollte man sich fragen, warum dem so ist. (Poison)
------------------------------------------------------
Das Verlangen nach Gegenliebe ist nicht das Verlangen der Liebe, sondern der Eitelkeit. (Friedrich Nietzsche)
-
10.08.2006, 09:50
AW: Der Haß bleibt ....wie lange??
Liebe Lena...
Warum brauchst Du eine Entschuldigung von Ihr?
nach nur einigen Wochen bist Du wieder daheim und nach über einem Jahr hasst Du diese Frau?
Ich denke Du wirst von ihr keine Entschuldigung bekommen und glaube mir, es ist für sie sicherlich kein Zuckerschlecken. alle wissen es, die Sympathien der Nachbarschaft liegen sicher mehr bei ihrem "armen Mann" als bei ihr. Sie KANN gar nicht anders als die Nase hochtragen um zu überleben.
Laß ihr dieses Schutzverhalten, sie hat nichts anderes und Du kümmerst Dich um DEIN Leben, d.h. um Deinen Mann.
und wenn das nicht hilft, dann mußt Du ganzvielleicht doch noch mehr mit Deinem Mann durch die Sache als Dir momentan lieb ist...
und daß Du ihr dankbar bist nehme ich Dir nicht ab.
WolteraDas Leben hat keine Generalprobe, wir sind mitten im Auftritt!!
-
10.08.2006, 09:51
AW: Der Haß bleibt ....wie lange??
Hallo Cariad!
Das war mal was was ich gebrauche konnte. Ich will ja mit dem Haß abschließen, weiß nur nicht wie. Ich merke ja selber dass mir das hassen nicht gut tut.
Danke für deine Tips!
Aus dem Weg gehen versuche ich so gut es geht nur leider muß ich täglich mehrmals an deren Haus vorbei und Schule und einkaufen und und und ...
Gute Seiten hat mich das ganze auf alle Fälle gelehrt. Die versuche ich ja auch zu sehen nur es ist so verdammt schwer wenn man immer wieder damit konfrontiert wird. Aber vielleicht härtet es ja auch ab wenn sie mir täglich hunderte Male über den Weg läuft ;-)
Täter ist sie in meinen Augen ja auch irgendwie nicht. Nur sie versucht nichts wieder grade zu biegen. Schade eigentlich...Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.
-
10.08.2006, 09:56
AW: Der Haß bleibt ....wie lange??
Also, in der Geschichte, die ich mit meinem letzten Jetzt-Ex erlebt habe, war es so was ähnliches, eine gemeinsame Freundin. Das ist jetzt 2 Jahre her - mit ihm war ich auch relativ schnell wieder versöhnt (wenn wir auch kein Paar mehr wurden), auf sie hatte ich lange Hass, OBWOHL sie sich entschuldigt hatte, irgendwann, nett und persönlich. Ich hab sie weiter gehasst und hätte es lieber gehabt, sie hätte sich nicht entschuldigt.
Der Hass ging irgendwann weg, als ich nicht mehr so viel dran gedacht habe. Mir hat dabei geholfen, was hier jemand schrieb, nämlich, dass man mit diesem Hass diese Person an sich bindet und sich selber daran hindert, sich weiter zu entwickeln. Ich konnte sie irgendwann "loslassen".
Das wünsch ich dir auch - ohne Ballast lebt es sich nämlich leichter!
Kottan: "I rauch ned, i trink ned und i hob nix mit andere Frauen"
Elvira: "Gar koan Fehler?"
Kottan: "Doch, i liag manchmal"
______________________________________
Profilbild © Analuisa
-
10.08.2006, 09:56
AW: Der Haß bleibt ....wie lange??
Hallo Woltera!
Dankbar ist vielleicht das falsche Wort, aber ohne sie wären mein Mann und ich wahrscheinlich zwei frustrierte Ehepartner. Also vielleicht doch etwas Dankbarkeit?
Mit meinem Mann bin ich im Reinen. Das könnt ihr mir ruhig mal glauben.
Wäre es eine fremde Person gewesen wäre sie mir echt schnuppe und ich wär auch nicht sauer auf sie. Aber so wars doch etwas heftig. Zwei befreundete Familien ... aber auch kein Einzelfall wenn man so liest hier.Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.
-
10.08.2006, 10:01
AW: Der Haß bleibt ....wie lange??
Hallo Kappuziner!
Danke für den Tip mit dem loslassen. Stimmt, mit dem Haß binde ich sie an mich und gebe ihr viel zuviel Raum in meinem Leben.
Hoffe nur noch dass ich den Knoten zum losbinden schnell aufkriege denn sonst laufe ich bald auf dem Zahnfleisch ...Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.
-
10.08.2006, 10:42
AW: Der Haß bleibt ....wie lange??
Hallo Lena,
trägt ein Selbstbewußtsein zur Schau dass mich regelrecht ankotzt wenn ich sie täglich auf dem Schulhof treffe. Ich tue immer so als ob sie Luft für mich wäre aber innerlich brodelt es und ich könnte sie immer noch regelrecht zusammenschlagen, sorry.
Mit ihrem Selbstbewusstsein trifft sich Dich und das weiß sie auch. Das wird ja wohl spürbar sein. Das ist ihr Schutz. Das einzige, was sie Dir (der "Gewinnerin") entgegen zu setzen hat. Gerade in dieser Situation, in der ihr lebt, gerade in der gemeinsamen Nachbarschaft muss sie sich doch verzweifelt darum bemühen, IRGENDWIE Stärke zu demonstrieren, oder?
Und eine Entschuldigung? Ich weiß nicht... Wofür? Aus IHRER Sicht wird ihr Vorgehen schon in Ordnung gewesen sein. "Meiner" (mit dem ich ja nach der Affäre meiner Frau mal darüber geredet habe) hat sich auch nicht entschuldigt. Was mir aber egal war und ist. Darum ging es nicht. Es ging ums Verstehen (auch IHN verstehen) und nicht darum, irgendeine moralische Überlegenheit beweisen. Das wusste ich selbst, dass ich die habe, also musste ich ihn auch nicht zu Kreuze kriechen lassen.
Prijon
-
10.08.2006, 10:59
AW: Der Haß bleibt ....wie lange??
Hallo Prijon!
Sie war ne Freundin Prijon. Wir haben über vieles geredet und das oft wenn sie hier war. Sie hat mir ihr Herz ausgeschüttet über ihre Ehe, über ihre Lebensumstände, dass sie unzufrieden ist usw. und ich habe zugehört und ihr Mut zugesprochen ... Meinst du nicht dass sie sich da jetzt mir gegenüber etwas anders verhalten müßte?
Schlimm genug dass sie sich mit meinem Mann eingelassen hat, aber noch schlimmer finde ich es wie sie mich ausgenutzt hat.
Aber ist 5 Jahre jünger als ich und ich wünsche ihr dass sie an alledem wächst.Geändert von Lena1234 (10.08.2006 um 11:59 Uhr)
Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.
-
10.08.2006, 11:17
AW: Der Haß bleibt ....wie lange??
Lena
wäre ich deine Nachbarin, würde ich nie auf die Idee kommen, mich zu entschuldigen. Weil ich nicht wissen würde, dass du dir das wünscht. Ich würde denken "so weniger sie mich sieht umso besser ist es". Aber ihr seid Nachbarn, so einfach geht das eben nicht. Mir würde es mit Sicherheit auch nicht gut gehen, aber ich würde auch mit aufrechten Schultern an dir vorbei laufen - aber vielleicht im Innere würde ich zittern - genauso wie du.
An deiner Stelle würde ich meine ganze Wut zusammen nehmen und zu ihr laufen. Ihr meine Meinung sagen. Sie war deine Freundin, das ist doppelter Betrug, und ich glaube, das ist es, was dir am meistens zum schaffen macht. Ich würde ihr ins Gesicht sagen, was ich von ihr halte! Wer weiss wie sie reagiert. Vielleicht gibt es eine Aussprache, oder vielleicht kannst du mit der Frau endlich abschliessen. Aber ich glaube nicht, dass der Groll den du drin hast, von alleine, oder vom inneren Abstand und mit Hilfe von reflektierten Gedanken verschwinden kann. Es würde immer eine nicht abgeschlossene Angelegenheit bleiben.Ich habe den K(r)ampf mit den deutschen Artikel(n) aufgegeben!


Zitieren
