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  1. User Info Menu

    AW: Ist Untreue zur Normalität geworden - oder war sie es schon immer?

    Okay, wobei man sicherlich noch einen Unterschied zwischen Monogamie und Treue bzw. Untreue machen sollte. In dem Wort Untreue ist ist ja noch ein Betrug enthalten, d. h. jemanden zu hintergehen, es heimlich zu machen, etc. Das finde ich an der Sache eigentlich das Derbste. Weil mir damit die Entscheidung verwehrt wird, ob ich so leben will.
    Ich finde betrug am Partner per se indiskutabel.

    Aber meiner Wahrnehmung nach ist das für viele Menschen nicht ganz so wichtig, außer wenn es um Sexualität geht.
    Treue hat für mich deutlich übergeordnetere Dimensionen als monogames Verhalten.

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    AW: Ist Untreue zur Normalität geworden - oder war sie es schon immer?

    Zitat Zitat von lara1803 Beitrag anzeigen
    bei mir kommt sexuelle monogamie tatsächlich von innen heraus, meine mutter war eine notorische fremdgängerin, die mehrere partner gleichzeitig hatte, wie die litten erfuhr ich dann selber durch telefone oder durch telefone der jeweiligen frauen.
    meine mutter propagierte fremdgehen direkt egal welche "leichen" sie hinterliess. aber wehe es war mal umgekehrt, da wurde mit 2-erlei mass gerechnet.

    nein, für mich ist das wirklich von innen heraus. ich habe zuviel leid diesbezüglich gehört und gesehen.
    Für mich widerspricht es sich, wenn Du das so schreibst.
    Wenn es aus Dir selbst heraus kommt, warum beschreibst Du dann deine Prägung durch das Verhalten Deiner Mutter?
    Das finde ich unlogisch.
    Es kommt so an, als wolltest Du es explizit anders machen, weil es Dir missfallen hat und nicht, weil DU tatsächlich so bist.

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    AW: Ist Untreue zur Normalität geworden - oder war sie es schon immer?

    Zitat Zitat von LizzyBorden Beitrag anzeigen
    Treue hat für mich deutlich übergeordnetere Dimensionen als monogames Verhalten.
    Dazu fällt mir ein, was ich mal irgendwo hier in diesem Forum gelesen habe:

    "Die Treue besteht nicht darin, dass man seine Frau nicht betrügt und beieinander bleibt, auch wenn man sich nicht mehr liebt. Das ist die mechanische Treue des Rades zur Radspur. Die echte Treue ist das Ergebnis einer wahren Liebe; sie kann immer wieder hervorbrechen, vorausgesetzt, dass ihr einmal füreinander schöpferisch gewesen seid. Treue bedeutet: In der Finsternis dem treu sein, was man im Lichte gesehen hat."

    .. das heißt nicht, das ich das zwingend so sehe - man könnte auch vermuten, dass es darum geht, Untreue als banal anzusehen... aber irgendetwas ist dran. Treue nur auf die körperliche zu beziehen, ist zu eindimensional.

    Syriana
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    AW: Ist Untreue zur Normalität geworden - oder war sie es schon immer?

    Zitat Zitat von Syriana Beitrag anzeigen
    Ich beobachte übrigens gerade unter jüngeren Menschen, zB bei unseren viele Praktikanten, die ich zum Teil recht gut kennenlerne, die sind so Anfang bis Mitte 20, eher gegenteiliges. Nämlich den Wunsch nach einer festen Beziehung, relativ früh zusammen ziehen - und eher ein "konservatives" (nicht wertend gemeint) Leben wird angestrebt.

    Syriana
    Hab ich auch schon beobachtet.... und trotzdem, lass sie erstmal älter werden, lass sie in die Tretmühle geraten....und frag sie in 20 Jahren nochmal....
    Die Jungen haben möglicherweise jetzt klare Ziele, Familiengründung usw. Das heisst aber noch lange nicht das sie ein treues Leben führen werden.

    In meinem Bekanntenkreis wird auch nicht "rumgevögelt" und es ist auch nicht schick. Wie jemand hier schrieb. Zumindest weiss ich davon nichts.

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    AW: Ist Untreue zur Normalität geworden - oder war sie es schon immer?

    Zitat Zitat von Azurblau69 Beitrag anzeigen
    Hab ich auch schon beobachtet.... und trotzdem, lass sie erstmal älter werden, lass sie in die Tretmühle geraten....und frag sie in 20 Jahren nochmal....
    Die Jungen haben möglicherweise jetzt klare Ziele, Familiengründung usw. Das heisst aber noch lange nicht das sie ein treues Leben führen werden.
    Natürlich weiß man nicht, was in 20 Jahren ist. Mich wundert das nur ein wenig, weil ich persönlich mich Anfang 20 anders erlebt habe. Und meine Freunde auch anders erlebt habe. Da dachte ich Null an Ehe, Kinder, Haus und Karriere. Auch habe ich es genossen in den 20gern so meine Erfahrungen zu machen und hab' ergo nicht in festen Beziehungen gelebt. Ich reiste viel und hatte das Gefühl, die Welt steht mir offen.

    Ich traf die Tage eine junge Frau beim Sport, so ca 25, kurz vor Ende des Studiums und sie überlegte, obwohl sie so gerne eigentlich noch 1/2 Jahr mal ins Ausland wollte, dies zu lassen, weil ihr Freund das sehr kritisch sähe und auch fände, dann würde es für die Familiengründung zu spät - was sie verstehen konnte. ....

    Aber Du hast recht - who knows was dann in 20 Jahren ist...

    Syriana
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    AW: Ist Untreue zur Normalität geworden - oder war sie es schon immer?

    Zitat Zitat von LizzyBorden Beitrag anzeigen
    Für mich widerspricht es sich, wenn Du das so schreibst.

    Es kommt so an, als wolltest Du es explizit anders machen, weil es Dir missfallen hat und nicht, weil DU tatsächlich so bist.


    da ist was dran, stimmt, ich wollte damit nur aufzeigen dass es nichts mit gesellschaftlichen normen zu tun hat bei mir, sondern mit einer wirklichen abscheu dem thema gegenüber, aber ich wollte es wirklich ganz anders machen wie meine mutter, das stimmt. demzufolge hast du recht.
    "Die Hoffnung ist das Übelste aller Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert"

    Friedrich Nietzsche

    "Wer nach allen Seiten hin offen ist, kann nicht ganz dicht sein"!

    "Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt"!

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    AW: Ist Untreue zur Normalität geworden - oder war sie es schon immer?

    Zitat Zitat von Azurblau69 Beitrag anzeigen
    Lara, jeder tickt doch anders und das sind deine leidvollen Erfahrungen mit dem Thema.
    Solange beide Partner sich einig sind und keinem Schaden zugefügt wird ist doch egal wie das Konstrukt aussieht. Es ist eine individuelle Sache. Leiden muss erst einer wenn man sich eben nicht einig ist.


    .
    ich rede doch nicht von denen die mit ansage fremd gehen oder die sich als paar das gegenseitig zugestehen, sondern von lügen, hintergehen etc.
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    AW: Ist Untreue zur Normalität geworden - oder war sie es schon immer?

    Zitat Zitat von marilyn-74
    Es wird wohl keiner bestreiten, dass ein Seitensprung oder eine Affäre Verletzungen bei dem Partner hinterlassen kann. Jetzt aber den "Fremdgänger" zu ächten, ihn als den bösen Part darzustellen unterschlägt mir doch zu sehr die Paardynamik, die oftmals hinter diesem Handeln steckt. Mir ist das einfach zu sehr schwarz-weiß gedacht: hier das Opfer, da der Täter. So einfach ist das in vielen Fällen nicht. Zumindest nicht in solchen, wo Gefühle auch eine Rolle spielen.
    Najaaaa. Aber dann könntest du nichts im Leben mehr als richtig oder falsch betrachten und es gäbe überhaupt keine Regeln mehr. Es ist wie beim Klauen, bspw., der eine macht es vielleicht einfach aus Jux und der andere, weil er nichts mehr zu essen hat. Trotzdem ist es halt verboten und fertig.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich finde, dass "die öffentliche Meinung" mein Privatleben überhaupt nichts angeht. Im Gegenteil - jeder soll vor seiner Türe kehren und gut ist.
    Hm, das ist mir irgendwie zu frei. Ich glaube einfach, dass eine Gesellschaft mit ihren Werten beim Einzelnen viel ausrichten kann. Die öffentliche Meinung wirkt "erziehend". Ansonsten macht es jeder irgendwie so, wie es ihm passt, verletzt andere, wie es ihm passt und geht um wie die Axt im Walde. Das muss nicht so sein, kann aber passieren. Ich habe irgendwie keinen Bock dazu am Ende meines Leben und nach einigen Beziehungen total verletzt und beschädigt zu sein, weil es für diesen Bereich keinerlei Regeln gibt. Auch wenn man sich zeitig aus unguten Beziehungen entzieht, man nimmt immer etwas mit. Es ist nicht gut für die Seele, überhaupt mit sowas in Kontakt zu kommen.

    Zitat Zitat von Azurblau69
    Mein Exfreund hat mir auch damit "gedroht" dass er ein Fremdgehen das Ende wäre.
    Interessant. Habe ich bisher jedem meiner Freunde so gesagt und auch oft zu hören bekommen (eigentlich immer). Ich habe damit natürlich kein Problem, es beruhigt mich eher. Ich weiß ja, dass ich definitiv niemals fremdgehen werde bzw. kann. Kann mir also nix passieren Und wenn doch, hab ich´s ja verdient.

    Zitat Zitat von LizzyBorden
    Ich finde betrug am Partner per se indiskutabel. Aber meiner Wahrnehmung nach ist das für viele Menschen nicht ganz so wichtig, außer wenn es um Sexualität geht.
    Ich finde das auch generell unverzeihlich, aber denkst du, dass außerhalb der Sexualität da so viel betrogen wird in "normalen" Beziehungen? Wie denn beispielsweise? Mir fällt da außer dem finanziellen Aspekt gar nichts ein, was man machen kann. Na und das an sich wäre natürlich ebenfalls ein sofortiger Trennungsgrund. Ich will eigentlich überhaupt keine Lügen und keinen Betrug in meinem Leben haben. Sowas sagt ja auch etwas über den Charakter des Partners aus.

    Ich denke, viele hier, die das mit der sexuellen Treue ganz locker sehen, wären bei einem finanziellen Betrug wahrscheinlich genauso strikt wie ich mit der Treue. Könnte das vielleicht sein (mal an die Allgemeinheit gefragt)? Wäre interessant zu wissen.

    Ich frage mich, ob meine Ansichten zu unrealistisch sind, ob ich einfach zu hohe Ansprüche an meine Mitmenschen habe? Ich komme mir vor wie eine verstießte Klosterschülerin, die keine Ahnung von der Realität hat. Aber eigentlich habe ich nur Angst, mit Dingen konfrontiert zu werden, die ich nicht ertragen kann. Ich möchte einfach nichts damit zu tun haben, weil es mich kaputt machen würde. Nur leider dürfte es schwer werden mit einem scheinbaren Allerweltsphänomen NICHT in Berührung zu kommen. Deshalb hätte ich es schöner gefunden, wenn mich mein Eindruck täuschen würde, und Untreue doch weit seltener wäre, als ich denke.

    Uly

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    AW: Ist Untreue zur Normalität geworden - oder war sie es schon immer?

    Zitat Zitat von Azurblau69 Beitrag anzeigen
    Ich finde einfach so totalietäre Aussagen immer befremdlich. Mein Exfreund hat mir auch damit "gedroht" dass er ein Fremdgehen das Ende wäre. So kams dann auch. Als hätte er die bösen Geister in mir wachgerufen. Wenn man das so dermasen zum Thema macht, dann vermittelt man dem anderen ja schon von vorneherein dass man ihm nicht Vertraut. Bei meinem jetzigen Partner haben wir die Sache einmal geklärt und gut war.Das ich meinen Ex betrogen habe war fast wie eine Trotzreaktion weil mir seine Haltung total auf den Keks ging. Ich hatte mich damals fremdverliebt und versuchte alles um unsere Beziehung zu retten, wollte mit ihm reden. Konnte ich aber nicht wirklich, da er ja diese verdammt sture Haltung hatte.
    .
    wer sagt denn dass man auf dem thema darauf rumreiten muss? niemand. ich habe das mit meinem partner einmal geklärt und gut wars, das muss ich nicht mehr aufwärmen und sollte sich an unserem gespräch was ändern wollen wir vorher (vor dem betrug) miteinander neu verhandeln.

    wenn du ihn betrogen hast weil er auf dem thema rumtrat finde ich das befremdlich, es hat einfach zwischen euch nicht gepasst.

    mit fremdverlieben habe ich meine erfahrung, das passierte mir auch, ich ging aber nicht mit dem mann ins bett, und es wurden keine zärtlichkeiten ausgetauscht, beim ersten gefühl "der gefällt mir mehr als ich will oder was gut ist" bin ich zu meinem damaligen mann und habs gesagt, scheidung nach 23 jahren.
    ich würde es wieder so machen, genauso. heimlichkeiten passen nicht zu mir und ich möchte auch keinen mann an meiner seite der das so macht. sollte er sich fremdverlieben dann wird hoffentlich geredet bevor es weiter geht.
    "Die Hoffnung ist das Übelste aller Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert"

    Friedrich Nietzsche

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  10. Inaktiver User

    AW: Ist Untreue zur Normalität geworden - oder war sie es schon immer?

    Zitat Zitat von Ulyssa Beitrag anzeigen

    Ich habe den Eindruck, das war früher nicht so. Wenn jemand fremd ging und es kam heraus, wurde er zumindest schief angeschaut. Und derjenige schämt sich dann schon. Naja...ich finde das ehrlich gesagt gut so. Für mich ist es ein Vergehen wie Diebstahl oder wie Steuerhinterziehung, etc, nur halt im emotionalen Bereich. Und für mich gehört es auf irgendeine Art bestraft. Aber das passiert irgendwie nicht mehr, nichtmal mehr durch Verachtung durch andere.
    Ja, früher, da war alles besser..... Da wurden auch geschiedene Frauen nicht mehr angeschaut und verachtet und uneheliche Kinder waren was ganz "Schlimmes". Selbstverständlich durften auch Ehefrauen und Kinder geschlagen werden und Vergewaltigung in der Ehe - kein Problem....

    Inzwischen sind die Gesetzbücher von vielen verstaubten Moralvorstellungen gereinigt - jetzt wird wieder nach gesellschaftlicher Ächtung gerufen, weil einige Menschen mit der Freiheit nicht umgehen können?

    Nach den Erzählungen meiner Altvorderen war übrigens das männliche Fremdgehen immer üblich, wenn auch im Geheimen. ("Männer sind nun einmal so, mein Kind......")
    Allerdings stand dabei sehr selten zur Debatte, dass die Familie verlassen wird.

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