Die interessantere Frage finde ich ist , inwieweit man sich selber kennt. Und zu sich stehen kann.
Eine anderen Menschen wirst du nie zu 100% kennen. Behaupte ich jetzt einfach mal. Ich glaube, ich wollte das ehrlich gesagt auch garnicht....
Daran liegt mir auch sehr viel.
Zurück zum Eheversprechen (damit meine ich jetzt nicht den Vertrag am Standesamt): es ist ein Versprechen, dass man in einem Augenbllick gibt, in dem man überzeugt ist, es auch einhalten zu können (sonst würde man es ja nicht tun, denke ich mal). Das Leben geht dann seinen Weg....
Mit letztendlich offenem Ausgang. Eine Garantie gibt es nicht. Ein lieber Freund von mir mit einem bewegten Leben (recht jung Witwer geworden mit zwei Kindergarten-Kindern, später die eine oder andere Beziehung gehabt, seit die Kinder aus dem Haus sind, ist er wieder verheiratet) sagte unlängst zu mir: "klar bleibe ich bei Brigitte (so heisst seine Frau), aber letztendlich ist der Verlauf des Lebens immer offen....". Und genau so isses. Aber dafür braucht es ein gewisses Alter würde ich mal sagen, um mit dieser Erkenntnis leben zu können
Gruß, Elli
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22.07.2012, 15:04Inaktiver User
AW: Gibt es denn nur noch Lug und Betrug?
Geändert von Inaktiver User (22.07.2012 um 15:13 Uhr)
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22.07.2012, 15:15Inaktiver User
AW: Gibt es denn nur noch Lug und Betrug?
Wahrscheinlich habe ich Hochzeitsbammel.
Gerade bei dem Gespräch mit meinem Freund gestern über die Geschichten die ich da am Abend hörte wurde mir so richtig bewußt, dass es nicht mal jede 2te Ehe ist die geschieden wird.
Denn ich denke die Anzahl der getrennten, aber noch nicht geschiedenen sind auch sehr hoch. Ich alleine kenne 2 aus meinem nähren Umfeld.
Dazu noch die Ehen in denen man sich belügt und betrügt. Da bleiben dann nicht mehr viele über die wirklich gut funktionieren.
Hinzu kommt, dass gerade die Ehen die nach außen so toll wirken in Wirklichkeit gar nicht so gut sind. Wie in den Beispielen die ich nannte.
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22.07.2012, 15:19
AW: Gibt es denn nur noch Lug und Betrug?
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22.07.2012, 15:24
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22.07.2012, 15:37Inaktiver User
AW: Gibt es denn nur noch Lug und Betrug?
Kann es vielleicht auch sein, dass gerade die Absicherung, der Vertrag erst Lug und Trug nährt?
Je mehr man zu verlieren hat, je höher die Konsequenzen sind, desto mehr werden sie vielleicht gescheut und lieber gelogen.[/QUOTE]
Du bist aber jetzt schon am Ende.
Dieses am Anfang-Gefühl gemeinsam sind wir stark ist durchaus beflügelnd....
Das vergessen oder können die Nachfolger oft nie so recht nachvollziehen.
Da wird dann aus einer beendeten Beziehung oft eine Familie die zum Ausverkauf ansteht..
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22.07.2012, 16:10
AW: Gibt es denn nur noch Lug und Betrug?
:Kann es vielleicht auch sein, dass gerade die Absicherung, der Vertrag erst Lug und Trug nährt?
Je mehr man zu verlieren hat, je höher die Konsequenzen sind, desto mehr werden sie vielleicht gescheut und lieber gelogen.[/QUOTE]
Das hängt letztes Endes von den Charaktereigenschaften der Beteiligten ab. Wer grundsätzlich auf Vorteilnahme aus ist, wird sich in Streitfällen wohl auch entsprechend verhalten.
Wie sich wer wann verhält und warum ist schwer abzusehen, denn Menschen verändern sich, denn: Alles fliesst. Trotzdem ist Wesentliches, so glaube ich, bereits genetisch vorgegeben.
Nebenbei bemerkt halte ich den Klatsch, der Dich ja so beunruhigt, von Deinen Bekannten im Hinblick auf Deine bevorstehende Heirat für, sagen wir, taktlos.
Ich hoffe, dass Du Deine Eheschliessung nicht grundsätzlich in Frage stellst, meine aber, dass es natürlich einfacher ist, ohne Trauschein zusammen zu leben, wie hier einige vorschlagen. Warum etwas ändern wollen, was glücklich verläuft?
Auf gar keinen Fall aber sollte man sich von Familie unter Druck setzen lassen, weil es halt so Brauch ist, und die Kinder "untergebracht" sind usw usw.
Ich wünsche Dir alles Gute
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22.07.2012, 19:16
AW: Gibt es denn nur noch Lug und Betrug?
Er ist bald fuffzig, bei mir dauerts noch. Wir sind jetzt eine geraume Zeit verheiratet, über 15 Jahre und ich habe den Entschluss nicht einmal bereut. Wir haben uns verändert, man wird weder jünger, noch schöner, noch schwungvoller oder idealistischer. Unsere Liebe hat sich verändert, vom reinen Begehren über Verliebtheit, junger Liebe zu einer innigen, vertrauensvollen liebevollen Beziehung. Diese Liebe gibt mir Kraft, sie wärmt mich an kalten, bösen Tagen, sie beschützt mich und ich bin dankbar dafür. Für mich ist nicht alles Lug und Trug auf der Welt und ich hoffe, dass ich mit 80 alles noch genauso sehe.
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22.07.2012, 22:27
AW: Gibt es denn nur noch Lug und Betrug?
Vor meiner Hochzeit sind die meisten meiner Kollegen nicht zu unserem Polterabend gekommen mit der Begründung, dass die Ehen eh alle wieder geschieden werden.
Das hat mich überhaupt nicht beeindruckt und wir hatten einen wundervollen Polterabend mit den Kollegen meines Mannes und natürlich Freunden und Familie.
Ich habe damals ein Gedicht geschrieben für meinen Mann, in das alle meine Hoffnungen für die Zukunft einfgeflossen sind und dazu ein hübsches Bild gemalt. Ich war voller Überzeugung.
Dass er fremd gehen könnte, kam mir nicht in den Sinn. Da war ich wohl auch selbstsicher. Ich war 23 Jahre alt damals und hatte mir so sehr eine kleine Familie gewünscht. Lange Zeit konnte ich das auch sehr genießen, gerade, als dann noch unsere Tochter dazu kam.Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.
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23.07.2012, 07:11
AW: Gibt es denn nur noch Lug und Betrug?
Ich finde das wenig verwerflich und eine ganze Weile scheint das doch gut funktioniert zu haben.Dass er fremd gehen könnte, kam mir nicht in den Sinn. Da war ich wohl auch selbstsicher. Ich war 23 Jahre alt damals und hatte mir so sehr eine kleine Familie gewünscht. Lange Zeit konnte ich das auch sehr genießen, gerade, als dann noch unsere Tochter dazu kam.
Mit Anfang 20 kann uns sollte man vielleicht auch so durchs Leben gehen.
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23.07.2012, 08:46Inaktiver User
AW: Gibt es denn nur noch Lug und Betrug?
Man kann. Habe ich auch getan. Später konnte ich lernen, meine Ängste und Unsicherheiten nicht in eine dunkle Ecke zu schieben, und möglichst viel darauf zu schichten, um sie nicht anschauen zu müssen, sondern sie ernst zu nehmen, weil sie auf Themen verweisen, die nun einmal auch zum Leben dazu gehören: steter Wandel, Entwicklung, Krisen und alles, was sie begleitet.
Rosa Brille, das Pfeiffen im Walde, und ein romantisch-verklärendes Beziehungsideal taugen wenig dazu, menschliche Vielfalt abzubilden und zu begleiten. Es war bisweilen sehr schmerzhaft, das zu erkennen, und Strategien des Umgangs zu entwickeln - aber eben auch sehr lehrreich, Yoga für die Seele, das innerlich beweglich macht, stützende Tiefenmuskulatur trainiert, und so eine sichere Lebens_Basis ganz aus mir selbst heraus etabliert. Sicherheiten gibt es nur in und aus mir.
Es ist möglich, auch schwierige Paar-Krisen gemeinsam zu durchleben, wenn beide Partner sich zumindest auf einen gemeinsamen Nenner verständigen können: Wir möchten das gemeinsam, als Paar, schaffen! Wir fühlen uns beide gleichermassen dafür verantwortlich, dass wir das auch hinbekommen!
Das bedingt allerdings ebenfalls, dass beide als Individuen bereit sind, in erster Linie eigenverantwortlich zu leben.
Das klingt alles wenig romantisch, und hat so gar nichts von der cremeweiss-pinkfarbenen Marzipanrosensüsse der Hochzeitstorte. Es ist aber auch eine spannede, interessante und lehrreiche Reise, auf der man sich selbst und den Partner auf Weisen kennen lernen kann, die ein tiefes Wurzelwerk unter die Haut beider Partner wachsen lassen. Bisweilen durchaus schmerzhafte Ehrlichkeit, schnöde Vereinbarungen, hitzige Debatten sind nicht romantisch, aber sie können Vertrauen nähren.
Ich würde mich daher auch heute, wenn ich noch einmal in mein Paar_Leben startete, nicht ins Bockshorn jagen lassen von solchen Geschichten, sondern darauf vertrauen, dass ich alles in mir trage, um zu lernen, mit den Krisen, die dieses Leben für mich in petto hat, umgehen zu können. Dieses Selbst_Vertrauen ist es, das mich immer wieder öffnet, und zuversichtlich auf das Leben zugehen und Vertrauensvorschüsse geben lässt.
Wenn Du Dir, Majofan, also etwas Gutes tun möchtest, dann kultivier Deine innere Muskulatur. Lass Dich ein auf das, was kommt im Vertrauen darauf, dass Du Lösungen erarbeiten kannst - gemeinsam mit Deinem Partner, aber wenn das nicht funktioniert, eben auch ohne ihn. Dann kannst Du diese Geschichten hinter Dir lassen, und darauf bauen, dass Du eigene schreiben wirst.





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das nenn`ich Voyeurismus oder Schadenfreude .. mal sehen wie der Hübsche sich als 50ig jähriger macht 

