Hallo Ulyssa,
als ich meinen Partner kennenlernte, war er auch so ein Unabhängigkeitsfanatiker, der aus allem eine Geheimniskrämerei veranstaltete.
Ich hatte zu der Zeit schon teilweise langjährige Beziehungen hinter mir, aber er war der Erste, der in mir eine totale Unsicherheit in Bezug auf Partnerschaft weckte. Ich wusste plötzlich auch nicht mehr, was richtig u. falsch ist, denn auch er bezichtigte mich sehr schnell der Eifersucht u. Kontrolle (was in meinen vorherigen Beziehungen kein Thema war).
Damals war ich so blöd, zu glauben, das würde sich mit der Zeit legen. Was soll ich sagen? Es hat NIE aufgehört. Solche Menschen sind scheinbar nicht in der Lage, wirkliche Nähe u. Vertrauen aufzubauen. Ihnen ist ihre vermeintliche Freiheit u. das Gefühl der Unverbindlichkeit auch noch nach vielen Jahren wichtiger als das Gelingen einer aufrichtigen Partnerschaft.
Aus meiner negativen Erfahrung würde ich dir also dringend von einer Dauerbindung abraten; du wirst dich bei ihm vermutlich immer unsicher u. misstrauisch fühlen.
Lg.
Antworten
Ergebnis 41 bis 50 von 134
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16.07.2012, 11:51
AW: Dieses merkwürdige Misstrauen
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16.07.2012, 12:21Inaktiver User
AW: Dieses merkwürdige Misstrauen
@Haifischin,
ihr seid aber noch zusammen?
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16.07.2012, 12:30Inaktiver User
AW: Dieses merkwürdige Misstrauen
Da hast du natürlich recht und auch ich kann hier nicht wirklich rauslesen, ob und inwieweit Ulyssa da schon Stellung bezogen hat,
oder ob sie bis dato eher stillschweigend erwartet er müsse doch ihre Bedürfnisse erahnen (wobei ich immer noch dabei bleibe dass diese so absonderlich nicht sind --aber jeder Jeck is bekanntlich anders, man ist ja manchmal überrascht wie unterschiedlich doch die jeweils eigene Ansicht sein kann, von der ein jeder dann ganz selbstverständlich ausgeht).
Sicher.
Für mich auch nicht ganz ernstgemeint--
eher so eine sehr theoretische Verzweiflungstat, ein Trotzgedanke.
Wenn er sie schon nicht "reinlässt", dann sperrt sie ihn eben auch mal aus.
Ausgleichende Gerechtigkeit, die naturgemäß so nicht funktioniert.
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16.07.2012, 12:44
AW: Dieses merkwürdige Misstrauen
Ich habe nicht alle Antworten gelesen, aber wenn Du Dich selbst als grundsätzlich nicht über-eifersüchtig und über-klammrig einschätzt, dann würde ich auf Dein Bauchgefühl vertrauen. Ich schätze mich selbst als relativ gesund in der Beziehung ein und mein Bauchgefühl hat mich noch nie im Stich gelassen, wenn ich auf einmal besonders eifersüchtig wurde. Das hat mir dann angezeigt, dass etwas wirklich nicht stimmt.
Wenn mein Freund beste Freundinnen hätte, die viel von mir wissen, die ich aber nicht kenne, dann würde mich das gewaltig stören. Und ich bin eher der freiheitsliebende Typ in Beziehungen. So wie ich das lese von Deinem Freund, zeigt mir ehrlich gesagt mein eigenes Bauchgefühl so aus der Ferne auch etwas an, das mich misstrauisch machen würde.
Es ist gut, seinen eigenen Gefühlen zu vertrauen. Ich weiss allerdings nicht, ob es etwas bringt, mit Deinem Freund zu reden, so geheimniskrämerisch wie er ist, aber vielleicht solltest Du es dennoch probieren, um dann zu schauen, wie er reagiert und zu schauen, wie dann Dein Bauchgefühl auf seine Antworten reagiert.
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16.07.2012, 12:55
AW: Dieses merkwürdige Misstrauen
Ja. Irgendwie sind die Jahre ins Land gezogen, bevor ich endgültig merkte, er wird sich nie ändern.
Heute bin ich in einem Alter, wo ich keine Lust mehr habe, von vorn anzufangen. Ich habe mich gut arrangiert, lebe mein Leben, habe meinen Freundeskreis, meine Familie, meinen Job...
Soll er sich doch in seine eigene Tasche lügen u. seine Heimlichkeiten pflegen. Im übrigen hat sich im Lauf der Jahre rausgestellt, dass mein permanentes Misstrauen in einigen Fällen absolut berechtigt war. Und das möchte ich anderen Frauen ersparen, indem ich von meinen Erfahrungen berichte.
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16.07.2012, 18:43
AW: Dieses merkwürdige Misstrauen
Hallo zusammen und vielen lieben Dank für die vielen Gedanken, die ihr mir aufgeschrieben habt. Die Pole, zwischen denen diese Diskussion hier schwankt, sind auch genau die, die in mir arbeiten. Ich werde mal versuchen, auf einiges einzugehen. Es hilft mir sehr beim Sortieren.
Also was finde ich an ihm toll? Was berührt mich? Ja, er ist mir eben sehr ähnlich vom Grundcharakter her, ich verstehe ihn eigentlich ziemlich gut und vielleicht ist auch genau das ein wenig das Problem. Und er nervt mich nie, er lässt mich mein Ding machen. Er verwöhnt mich auch ziemlich, aber nur, wenn er grad glücklich mit mir ist. ;) Er neckt mich gern und es gefällt mir irgendwie.
Die Sache mit dem sozialen Netzwerk. Das war sicherlich wirklich mehr so eine halbe Spaßgeschichte. Er hat mich schon immer etwas aufgezogen damit, was ich da wohl so mache und mir war klar, dass er eventuell mal über den Account eines Freundes "stöbert". Ich finde das grundsätzlich nicht schlimm, hatte eher einen anderen Freund dabei im Sinn. Was mich störte war, dass es sozusagen eine "Konkurrentin" gewesen ist, die nun den Vorteil hatte, mich zu kennen, was umgekehrt nicht der Fall war. Ich habe dort auch nichts Geheimes oder Intimes preisgegeben. Darum ging es nicht, es war mehr so ein Trotzgefühl.
Bin ich eifersüchtig veranlagt? Ich würde schon sagen, dass es so ist. In früheren Beziehungen war ich immer zu Anfang recht eifersüchtig und habe ganz schön aufgepasst, was sich im Laufe der Zeit jedoch immer mehr gelegt hat. In der Verliebtheitsphase habe ich immer gedacht, jede Frau habe es wahrscheinlich auf diesen tollen Mann abgesehen. Das hat sich dann immer sehr relativiert. Es hat sich nie ein Mann dazu negativ geäußert, und es gab dahingehend auch nie Probleme. Also entweder ist es nicht so wild, oder (das denke ich ehrlich gesagt manchmal) war das auch früher irgendwie anders toleriert. Heutzutage ist das ja eine Eigenschaft, für die man sich offenbar total in Grund und Boden schämen muss. Das habe ich noch nicht ganz verinnerlicht. Ich fühle mich umgekehrt eher geschmeichelt, wenn es nicht ausartet. Und bin auch sehr offen, da ich ja nichts zu verheimlichen habe.
Ich muss auch sagen, dass ich mich da bei ihm schon total zurücknehme im Gegensatz zu früher. Es ist noch nie so schlecht angekommen bei jemandem, wie bei ihm. Und darauf reagiere ich natürlich auch.
Unsere Kommunikation. Ja, die ist schwierig. Ich bin der Meinung, mich gut artikulieren zu können, es kommt jedoch sehr wenig zurück. Meist versuche ich ohne Druck auszuüben, im darzulegen, wie ich mich fühle und warum. Ich bin wirklich sehr diplomatisch. Ich spüre aber immer eine gewisse Mauer, so dass ich mich irgendwie davor scheue, Fragen zu stellen. Schwer zu beschreiben. Kritisiere ich etwas offen (wir haben noch nie wirklich richtig gestritten), dann kommt oft die Frage, ob ich mich jetzt trennen will.
Ich habe einige Male (will ja nicht jedes Mal ein Krisengespräch vom Zaun brechen) eine heikle Punkte direkt und offen ausgesprochen:
"Ich habe das Gefühl, du bist dir nicht sicher mit mir, das spüre ich und es macht mich auch unsicher." -> keine Antwort
"Ich habe das Gefühl, du suchst noch weiter." -> ein Zögern, dann eine Umarmung und ein leises ´Nein, ich suche nicht weiter.´
"Bist du glücklich mit mir?" -> ein Zögern, Blick woandershin, ein Grinsen. ´Warum fragst du immer sowas? Ja, bin ich.´
ER IST SICH NICHT SICHER. Ich merke das und ich verstehe ihn auch. Er hat diese Ehe hinter sich, das verletzte Kind. Er weiß, ich bin 12 Jahre jünger und möchte eine Familie. Das ist die Crux an der Sache. Deshalb braucht er diese "Unabhängigkeit" und dieses Getue. Eigentlcih weiß ich das alles und nur deswegen geben mir die "heimlichen Freundinnen" so zu denken. Aber was soll ich damit anfangen.
Wir lieben uns und verstehen uns so sehr. Ich bin überzeugt von dieser Beziehung, nur es tut mir weh, wenn er es nicht ist und es verletzt auch meinen Stolz irgendwo.
Ihr habt mir erstmal sehr geholfen...auch wenn ich natürlich nicht so genau weiß, was ich anfangen soll damit.
Beste Grüße
Ulyssa
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17.07.2012, 08:42
AW: Dieses merkwürdige Misstrauen
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17.07.2012, 09:36
AW: Dieses merkwürdige Misstrauen
hallo ulyssa!
eure beziehung klingt eher sehr locker. nicht wirklich ernst. er macht sein ding, du deines zum großteil, dazwischen trifft man sich, also ich würde das nicht als ernsthafte beziehung bezeichnen.
vor allem wo er so seine zweifel hat anscheinend und sich nicht öffnet und einige geheimnisse hat.
ich würde an deiner stelle nicht auf zukunft setzen.
lg.c.
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17.07.2012, 10:54Inaktiver User
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17.07.2012, 11:57Inaktiver User
AW: Dieses merkwürdige Misstrauen
Du bist also eifersüchtig und warst es schon immer....
Er kommt aus einer solchen Beziehung und hat - mit Recht - keinen Bock auf Wiederholung.
Wieso du eifersüchtig bist solltest du herausfinden. Eine unschöne Tugend würde ich sagen.
Einmal in meinem Leben hatte ich für kurze Zeit einen Mann der eifersüchtig war - und ja: nie wieder!!
Es gibt nichts schlimmeres glaube ich. Und ein Partner der wenig Vertrauen zu einem hat - auf Dauer für mich ein no-go!


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