Macht diese Aktion jetzt eine Ehe kaputt oder war sie das vorher schon?
Ich finde die Antwort darauf nicht so leicht wie die meisten hier.
Seht es mir nach!
Das kann niemand prognostizieren. Ich kann nur aus eigener Erfahrung beisteuern, dass viel Projektion im Spiel ist, wenn von der "armen Ehefrau, die von nichts eine Ahnung hat, und dringend aufgeklärt werden muss" ausgegangen wird. Da geht es eigentlich gar nicht um diese Frau, sondern darum, sich mit den eigenen Befürchtungen und Ängsten, betrogen zu werden, nicht anerkannt oder wertgeschätzt zu werden, auseinander zu setzen.
Wie Prijon andeutet: Es ist meiner Einschätzung nach eher die Ausnahme, dass eine Partnerin, ein Partner GAR KEINE Ahnung haben, was da vorgeht. Meist gibt es Anzeichen, Ahnungen, ungute Gefühle, aber manchmal ist der Zeitpunkt, sich der Thematik und all dem, was sie nach sich ziehen wird zu stellen einfach noch nicht gekommen. Aussenstehende können eine Beziehung nicht beurteilen, können den Zeitpunkt der Auseinandersetzung nicht erzwingen, sie handeln aufgrund eigener Annahmen, Interpretationen, Projektionen, und sie mischen sich in etwas ein, das sie nichts angeht. Eine Ehe führen die Ehepartner miteinander, und sie müssen ihre Beziehung klären, genau wie auch die Geliebten IHRE Beziehung klären müssen.
Ich halte auch die Einmischung von Freunden für fragwürdig, jedenfalls dann, wenn es sich um eine "Aufklärungsaktion" handelt. Wenn man als Freund nicht die Hände still halten kann, dann gibt es andere Möglichkeiten, für Bewegung zu sorgen, beispielsweise indem man den betrügenden Partner dazu animiert, aktiv zu werden.
Befremdlich finde ich darüber hinaus das Bild der PartnerInnen, das hier gezeichnet wird, und sie als eine Art unmündige, ahnungslose Kinder in absoluter Opferposition darstellt. Ich halte das für eine sehr einseitige Betrachtungsweise, die vernachlässigt, dass hinter scheinbarer Unwissenheit auch Leugnung, Verdrängung, bewusstes Tolerieren oder inner"betriebliche" Vereinbarungen stecken können und andere Menschen das Recht haben, selbst zu bestimmen, wann sie sich einer Situation auf welche Weise stellen möchten. Dritte, egal wie wohlmeinend, handeln übergriffig, weil sie den Beteiligten die Chance nehmen, in ihrem eigenen Tempo zu ihren eigenen Erkenntnissen zu gelangen.
Bedenklich finde ich auch, dass die Aktionen der Geliebten in manchen Beiträgen einen fast caritativen Anstrich bekommen, und ganz klar offen legen, wie die Machtverteilung gesehen wird: Schiefe Ebene zu Gunsten der Geliebten. In der Praxis ist dies allerdings häufig gerade NICHT der Fall, und exakt aus diesem Grund ensteht der Drang der Geliebten, die Ehefrau "einzuweihen" - um die eigene Ohnmacht zu bekämpfen, um sich Gehör, Gesicht, Körper zu verschaffen, nicht länger ein Schattendasein zu fristen, sondern selbst ins Rampenlicht der Beziehung treten zu können, offiziell zu werden.
Vertrauensbrüche sind Zäsuren, die zum Bruch von Beziehungen, aber auch zu ihrer Erstarkung führen können. Sie können Initialzündung zur gründlichen Aufarbeitung und Neufundamentlegung einer Beziehung sein, oder aber Stagnationen auflösen und zu einer Trennung führen, oder aber völlig neue Beziehungsformen hervorbringen, beispielsweise eine dauerhafte offene Beziehung. Ich finde es wichtig, Verantwortlichkeiten klar zu definieren und nicht über eigenen Ängsten, Befürchtungen und dem, was die meisten für "richtig" halten, zu vernachlässigen.
Wer sich auf eine heimliche Affäre einlässt, geht eine stillschweigende Vereinbarung ein, und er begeht letztlich genau so einen Betrug an DIESER Vereinbarung, DIESER Beziehung, wenn er bei seinem eingebildeten oder echten Rivalen, "petzt" wie der betrügende Part an der Primärbeziehung. Die Vertrauensbrüche setzen sich im Grunde nur fort, eine Lösung wird immer komplexer. Der Konflikt dahinter - mangelnde Anerkennung und Ausschliesslichkeit - wird nicht direkt ausgetragen, sondern soll an die Primärbeziehung delegiert und über sie aufgelöst werden. Statt Anerkennung direkt zu fordern und die Affäre aufzulösen, wird der Konflikt an den Partner delegiert, der die Vorlage liefern soll, eine Entscheidung triggern.
Wichtig wäre, dass alle Beteiligten lernen, für ihre Bedürfnisse offen einzutreten, Verantwortung für sich selbst und ihre Beziehungen zu übernehmen, und genau dies geschieht beim "Petzen" meines Erachtens eben nicht.
Grüssle
Seawasp
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Thema: Die Ehefrau aufklären?
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19.07.2006, 20:27Inaktiver User
Re: Die Ehefrau aufklären?
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19.07.2006, 20:31Inaktiver User
Re: Die Ehefrau aufklären?
@ Prijon: Ja, Schatz, mache ich!

Das sehe ich genauso wie du.SIE WILL. ER SOLL. Was ER WILL, das steht da nirgends. Deshalb halte ich diese Aussage
Schaut so aus, als wenn er das seiner Geliebten beinah "aufdrückt".
auch für SEHR gewagt. Mein Tipp: Die drückt (auch) IHM was auf, was der gar nicht wirklich will.
Ich schrub es oben schon: Was mir daran nicht gefällt, ist dieses Pädagogische, dieses ich-weiß-was-für-euch-gut-ist.
Diesen Aspekt sehe ich auch als den gewalttätigen an (Zeitpunkt bestimmen).Aber hier ist ein System geschaffen worden (AUCH von ihr), das zwei Jahre lang offensichtlich super funktionierte. Und jetzt wird mit Gewalt daran herumgedoktert, weil IHR das plötzlich einfällt.
Worin ich mir uneins bin ist die Tatsache an sich.
Überall hier schreiben die Leute von den Handyrechnungen etc., die Unklarheit, die Lügen, die dann kommen. Es kommen doch auch so dauernd Lügen.
Das, was zusammenbricht, ist doch ein Lügengebäude.
Und es gibt halt einen Teil in mir, der sagt, dass eigentlich nichts besseres passieren kann, als ein Lügengebäude zusammenbrechen zu lassen - um etwas Neues, Besseres aufzubauen.
Was ich auch sehe: An dem Lügengebäude hat er, aber ebenso auch die Geliebte gestrickt. Die Ehefrau nicht. Oder jedenfalls nicht so direkt. Das ist mir daran so unklar: Ist das Gemeinere die Verletzung der Ehefrau, die jetzt die Wahrheit erfährt? Gemein ist doch das Lügengebäude an sich. Und da sagt was in mir: gut, wenn das zusammenkracht.
Aber wie gesagt, ich könnte eine Beziehung schon nicht auf einer Lüge aufbauen, ist mir nicht vergönnt. Wobei ich jetzt nicht eine auf reine Seele machen will: Ich hatte in grauer Vorzeit schon mal ein Techtel mit einem Verheirateten, allerdings nur sehr kurz, eben weil das nicht ging für mich.
Ich würde es genauso machen. Aber wer sagt, dass dies der einzige machbare Weg ist?Deine Freundin hat sich freiwillig in die Rolle der Geliebten befördert. Das ist ihre Entscheidung. Dass es nur einen Weg gibt, aus dieser Rolle rauszukommen, das ist hier in der BriCom doch 1000mal beschrieben worden: Ihn loslassen mit der Aufforderung, seine Dinge zu klären und dann wiederzukommen.
Legt es der betrügende Ehemann nicht regelrecht drauf an, erwischt zu werden?
So ein Doppelleben ist doch prädestiniert dafür, irgendwann aufzufliegen.
Oder wie siehst du das?
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19.07.2006, 20:37Inaktiver User
Re: Die Ehefrau aufklären?
Seawasp, ein tolles Posting!Wichtig wäre, dass alle Beteiligten lernen, für ihre Bedürfnisse offen einzutreten, Verantwortung für sich selbst und ihre Beziehungen zu übernehmen, und genau dies geschieht beim "Petzen" meines Erachtens eben nicht.
Ich werde meiner Freundin diesen Fred mal zu lesen geben.
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19.07.2006, 20:48Inaktiver User
Re: Die Ehefrau aufklären?
@Seawasp: Stimmt, letztendlich kann auch wirklich nur jeder für sich entscheiden, ob er nun seine Bedürfnisse offen vertreten will oder nicht. Auch das "Verantwortung für sich selbst und seine Beziehungen zu übernehmen" ist eine Entscheidung, die man anderen nicht überstülpen kann.Wichtig wäre, dass alle Beteiligten lernen, für ihre Bedürfnisse offen einzutreten, Verantwortung für sich selbst und ihre Beziehungen zu übernehmen, und genau dies geschieht beim "Petzen" meines Erachtens eben nicht.
@Zitronenmond: Dein Hinweis, dass das Aufdecken etwas pädagogisches und erzieherisches an sich hat, ist gut, soweit hab ich gar noch nicht gedacht.
Es heißt doch: "Der Schüler sucht sich seinen Lehrer." Vielleicht ist das gerade der Punkt, die Geliebte kann nichts anstoßen, was das Ehepaar nicht auch selbst will.
So gesehen ist die Geliebte wirklich "ohnmächtig", daher wahrscheinlich auch diese unverhältnismäßige Wut.
Es ist wie so häufig:
Wenn's verquer ist, kann man fast nichts richtiges machen
und wenn's passt, kann man fast nichts falsches machen.
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19.07.2006, 20:51Inaktiver User
Re: Die Ehefrau aufklären?
Ich glaube, das ist genau der springende Punkt, an dem ich herumknacke...@Seawasp: Stimmt, letztendlich kann auch wirklich nur jeder für sich entscheiden, ob er nun seine Bedürfnisse offen vertreten will oder nicht. Auch das "Verantwortung für sich selbst und seine Beziehungen zu übernehmen" ist eine Entscheidung, die man anderen nicht überstülpen kann.

Wenn es nicht möglich ist, die Entscheidungen jemand anderem überzustülpen, dann ist es eben nicht möglich. Die anderen sind ja auch erwachsen, und werden sich zu wehren wissen.
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19.07.2006, 21:11
Re: Die Ehefrau aufklären?
Und wie stellt man das am Besten an?Ich halte auch die Einmischung von Freunden für fragwürdig, jedenfalls dann, wenn es sich um eine "Aufklärungsaktion" handelt. Wenn man als Freund nicht die Hände still halten kann, dann gibt es andere Möglichkeiten, für Bewegung zu sorgen, beispielsweise indem man den betrügenden Partner dazu animiert, aktiv zu werden.
Ich frage aus gutem Grund. Ich habe den Verdacht, dass der Mann einer Freundin seit 3 Jahren eine (mehrere?) Freundin hat. Alles nur Indizien, keine "Beweise".
Vorsichtige Fragen an meine Freundin, Jahre her, "Findest du das nicht erstaunlich, dass seine Firma ihm die halbe Woche Hotelübernachtungen am Firmensitz (man wohnt etwas entfernter vom Arbeitsplatz) zahlt?" wurden derart, hm, arglos, beantwortet, dass ich kein weiteres Wort verlor.
Es gab noch anderes, neue Hobbies verbunden mit Kursen fern von daheim etc., ihre Reaktion immer so überzeugend überzeugt... soll ich etwa den Stier bei den Hörnern packen: "Ich glaube, da steckt eine andere Frau dahinter" Beweisen kann ich NIX! Dabei weiß ich vermutlich sogar, wie sie heißt...
Oder steht mir gar nicht zu, mich da einzumischen?
Puh, da soll bloß mal nicht der Vorwurf kommmen, ich hätte es seit Jahren geahnt...
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19.07.2006, 21:20Inaktiver User
Re: Die Ehefrau aufklären?
Klar werden sie sich zu wehren wissen.Ich glaube, das ist genau der springende Punkt, an dem ich herumknacke...@Seawasp: Stimmt, letztendlich kann auch wirklich nur jeder für sich entscheiden, ob er nun seine Bedürfnisse offen vertreten will oder nicht. Auch das "Verantwortung für sich selbst und seine Beziehungen zu übernehmen" ist eine Entscheidung, die man anderen nicht überstülpen kann.

Wenn es nicht möglich ist, die Entscheidungen jemand anderem überzustülpen, dann ist es eben nicht möglich. Die anderen sind ja auch erwachsen, und werden sich zu wehren wissen.
Und die Art, wie sie das tun, wird sicher Bände sprechen.
Kann ein Ende mit Schrecken werden, ein Schrecken ohne Ende oder oder...
Glaubst Du, Deiner Freundin ist überhaupt klar, was sie da tut?
Hat sie die Nerven für so eine Rosskur?
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19.07.2006, 21:21
Re: Die Ehefrau aufklären?
Das eine ist die eventuelle Verdrängung bestimmter Verdachtsmomente der Ehefrau und ihr Alltagsleben MIT eben diesem Mann.
Dagegen stellen wir nun die Verliebtheit der gestohlenen, unter Lügen konstruierten ->Momente<- der Geliebten.
Und sagen, man solle bloß nicht so tun, als sei die Ehefrau das arme Würstchen in diesem Spiel.
Ernsthaft?
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19.07.2006, 21:23
Re: Die Ehefrau aufklären?
Wen meinst Du nun? WESSEN Befürchtungen und Ängste?Macht diese Aktion jetzt eine Ehe kaputt oder war sie das vorher schon?
Ich finde die Antwort darauf nicht so leicht wie die meisten hier.
Seht es mir nach!
Das kann niemand prognostizieren. Ich kann nur aus eigener Erfahrung beisteuern, dass viel Projektion im Spiel ist, wenn von der "armen Ehefrau, die von nichts eine Ahnung hat, und dringend aufgeklärt werden muss" ausgegangen wird. Da geht es eigentlich gar nicht um diese Frau, sondern darum, sich mit den eigenen Befürchtungen und Ängsten, betrogen zu werden, nicht anerkannt oder wertgeschätzt zu werden, auseinander zu setzen.
Ja, manchmal ist das so.Wie Prijon andeutet: Es ist meiner Einschätzung nach eher die Ausnahme, dass eine Partnerin, ein Partner GAR KEINE Ahnung haben, was da vorgeht. Meist gibt es Anzeichen, Ahnungen, ungute Gefühle, aber manchmal ist der Zeitpunkt, sich der Thematik und all dem, was sie nach sich ziehen wird zu stellen einfach noch nicht gekommen.
Aber oft auch nicht - es kommt durchaus vor, dass die (Ehe-)Partner schlichtweg keine Ahnung haben, in Sicherheit gewiegt werden, wenn sie Misstrauen äussern und ihnen "das blaue vom Himmel" gelogen wird!
Letztendlich kommt es IMMER darauf an, inwiefern das "Einmischen" von den Betroffenen erwünscht ist!Aussenstehende können eine Beziehung nicht beurteilen, können den Zeitpunkt der Auseinandersetzung nicht erzwingen, sie handeln aufgrund eigener Annahmen, Interpretationen, Projektionen, und sie mischen sich in etwas ein, das sie nichts angeht.
Wenn ich mitbekommen würde, dass "ALLE" ausser mir - Verwandte, Freunde, Bekannte! - GEWUSST hätten, dass ich hintergangen und betrogen würde aber MIR niemand etwas sagen würde - dann hätten sie ALLE miteinander bei mir bis in alle Ewigkeit verschi**en!
Hübsche Worte - und wie wäre das Deiner Meinung nach zu praktizieren?Eine Ehe führen die Ehepartner miteinander, und sie müssen ihre Beziehung klären, genau wie auch die Geliebten IHRE Beziehung klären müssen.
Wie gesagt - letztendlich kommt es IMMER darauf an, wie weit das "Einmischen" von den Betroffenen erwünscht wird!Ich halte auch die Einmischung von Freunden für fragwürdig, jedenfalls dann, wenn es sich um eine "Aufklärungsaktion" handelt. Wenn man als Freund nicht die Hände still halten kann, dann gibt es andere Möglichkeiten, für Bewegung zu sorgen, beispielsweise indem man den betrügenden Partner dazu animiert, aktiv zu werden.
Wie schon oben erwähnt - natürlich gibt es diese Möglichkeiten! Aber es gibt auch andere, dass die Betrogenen tatsächlich ahnungslos sind!Befremdlich finde ich darüber hinaus das Bild der PartnerInnen, das hier gezeichnet wird, und sie als eine Art unmündige, ahnungslose Kinder in absoluter Opferposition darstellt. Ich halte das für eine sehr einseitige Betrachtungsweise, die vernachlässigt, dass hinter scheinbarer Unwissenheit auch Leugnung, Verdrängung, bewusstes Tolerieren oder inner"betriebliche" Vereinbarungen stecken können und andere Menschen das Recht haben, selbst zu bestimmen, wann sie sich einer Situation auf welche Weise stellen möchten. Dritte, egal wie wohlmeinend, handeln übergriffig, weil sie den Beteiligten die Chance nehmen, in ihrem eigenen Tempo zu ihren eigenen Erkenntnissen zu gelangen.
Ist das jetzt nicht auch Deinerseits pure Annahme, Interpretation, Projektion ...?Bedenklich finde ich auch, dass die Aktionen der Geliebten in manchen Beiträgen einen fast caritativen Anstrich bekommen, und ganz klar offen legen, wie die Machtverteilung gesehen wird: Schiefe Ebene zu Gunsten der Geliebten. In der Praxis ist dies allerdings häufig gerade NICHT der Fall, und exakt aus diesem Grund ensteht der Drang der Geliebten, die Ehefrau "einzuweihen" - um die eigene Ohnmacht zu bekämpfen, um sich Gehör, Gesicht, Körper zu verschaffen, nicht länger ein Schattendasein zu fristen, sondern selbst ins Rampenlicht der Beziehung treten zu können, offiziell zu werden.
Klar - wenn die Karten offen auf dem Tisch liegen, dann MUSS reagiert werden! Es führt zu diesem oder auch jenem Ausgang, wie Du so schön schreibst ...Vertrauensbrüche sind Zäsuren, die zum Bruch von Beziehungen, aber auch zu ihrer Erstarkung führen können. Sie können Initialzündung zur gründlichen Aufarbeitung und Neufundamentlegung einer Beziehung sein, oder aber Stagnationen auflösen und zu einer Trennung führen, oder aber völlig neue Beziehungsformen hervorbringen, beispielsweise eine dauerhafte offene Beziehung.
Und?
Wie meinst Du das? Beispiel?Ich finde es wichtig, Verantwortlichkeiten klar zu definieren und nicht über eigenen Ängsten, Befürchtungen und dem, was die meisten für "richtig" halten, zu vernachlässigen.
Glaubst Du wirklich, dass es SO einfach ist?Wer sich auf eine heimliche Affäre einlässt, geht eine stillschweigende Vereinbarung ein, und er begeht letztlich genau so einen Betrug an DIESER Vereinbarung, DIESER Beziehung, wenn er bei seinem eingebildeten oder echten Rivalen, "petzt" wie der betrügende Part an der Primärbeziehung.
Von wem - wem gegenüber?Die Vertrauensbrüche setzen sich im Grunde nur fort, eine Lösung wird immer komplexer.
Nun ja ... wenn der "fest vergebene" Partner immer wieder beteuert ... " ... BALD ... BALD lasse ich mich scheiden ... BALD ... " ... dann ist es doch logisch, dass das der/die Geliebte auch irgendwann erwartet, oder?Der Konflikt dahinter - mangelnde Anerkennung und Ausschliesslichkeit - wird nicht direkt ausgetragen, sondern soll an die Primärbeziehung delegiert und über sie aufgelöst werden.
Siehe mein Satz eins drüber!Statt Anerkennung direkt zu fordern und die Affäre aufzulösen, wird der Konflikt an den Partner delegiert, der die Vorlage liefern soll, eine Entscheidung triggern.
... und das sieht in der Praxis WIE aus? Nehmen wir mal konkret diesen Fall hier, den Zitronenmond schildert.Wichtig wäre, dass alle Beteiligten lernen, für ihre Bedürfnisse offen einzutreten, Verantwortung für sich selbst und ihre Beziehungen zu übernehmen,
Wie sähe das in diesem Fall KONKRET aus?
Irgendwie "hübsche Worte", hübsche Theorie ... und alles sehr pauschal!und genau dies geschieht beim "Petzen" meines Erachtens eben nicht.
Was passiert denn Deines Erachtens beim "Petzen"?
Zaza
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19.07.2006, 21:30
Re: Die Ehefrau aufklären?
In diesem Fall sehe ich das auch so. Darum ja mein "Zaunpfahl-Posting".Schaut so aus, als wenn er das seiner Geliebten beinah "aufdrückt".
Er hat vielleicht ihr die Entscheidung aufbrummen wollen. Aber vielleicht hat er einen schlimmen Fehler gemacht indem er annahm, sie sei so feige oder unentschlossen wie er. Vielleicht dachte er auch, das ganze Theater sei
->Theater.
Nun hat "er" den Brief daheim.
"Schaun´wir mal", würde ich - nicht unspitzbübisch grinsend - sagen.
:schild uups:
Levade


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