Sweethaert, es geht doch eigentlich gar nicht darum den Mann zu erziehen oder zu läutern,
zumindest so wie ich es verstehe.
Selbst wenn die TE durchzieht, selbst wenn die Ehefrau das glaubt, selbst wenn sie ihn deshalb mit A**schtritten vom Hof und die Straße runterjagt, selbst wenn ihm diese Geschichte eine Lehre sein sollte dergestalt, dass er es in Zukunft (bei der nächsten) unterlässt,
dann vermutlich nicht, weil er begriffen hat, dass Lügen und Fremdgehen einfach hundsgemein in jeder Hinsicht ist, sondern höchstens aus Angst vor den Konsequenzen.
Ein besserer Mensch im eigentlich Sinne wird er dadurch also höchstwahrscheinlich nicht,
aber das ist, wie gesagt auch nicht Sinn und Zweck der Übung.
Das glaub ich dir leider glatt,
und wenn man hier so querliest, dann ist mehr als augenfällig, wie es zu derartigen Äußerungen kommt.
Das von Dani angesprochene Schweigen aller Beteilgter und Mitwisser ist die Grundlage eines jeden derartigen, fortgesetzten Szenarios.
Der Mann als solcher schweigt naturgemäß.
Hüten wird der sich, seiner Partnerin zu sagen, dass ihm in der Beziehung etwas fehlt, ihn etwas stört, etwas nicht (mehr) stimmt und er somit "gefährdet" ist.
Die tausendundeins Gründe für sein Fremdgehen und wie es dazu bloß kommen konnte, weil er ja die ganze Zeit schon soooo unglücklich war, nämlich, der arme Kerl, zieht der frühestens nach Auffliegen der ganzen Angelegeneheit wie ein Kaninchen aus dem Hut.
Die Affaire herself hat hach gängiger Mehrheitsmeinung selbstverständlich auch den Schnabel zu halten, soll es nicht wie ein billiger Rache-, Erpressungs- und Verleumdungsversuch aussehen.
Und alle anderen, Außenstehenden ja wohl erstrecht.
Da hat sich nämlich keiner einzumischen, niemand ist zuständig was "die beiden mit sich abzumachen haben", und wer will schon der armen Ehefrau noch extra eins reinwürgen, wo sie doch schon "gestraft genug ist, mit dem Kerl".
Der absurde Schluss, dass sie ja folgedessen überhaupt nicht weiß, dass sie gestraft ist, wird bei der Argumentation mal geflissentlich außen vorgelassen.
Ebenso wird mir, von letzterem ausgehend, im Leben nicht mehr einleuchten, wie man auf die Logik kommt es wäre fies und mies der armen, ohnehin schon genug gebeutelten Frau die Bösartigkeit anzutun sie über die Machenschaften ihres Schnuckelchens aufzuklären.
Zum betrogen werden gehören ja schließlich immer zwei, gell, und wer sich solange betrügen lässt,
der will ja scheinbar auch belogen werden, nicht?
Da ist es schier unverantwortlich jemandem erfolgreich verdrängte Wahrheiten aufzuzwingen.
Ihr also zu stecken, dass sie verarscht und hintergangen wird ist nach Auffassung so einiger ja fast noch gemeiner als der Betrug selbst.
Wenn sich da nicht irgendwelche Petzen berufen gefühlt hätten die tolle Beziehung zu ruinieren hätte alles so schön sein können!
Wie gesagt, das werd ich nie begreifen.
Nie.
Antworten
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08.03.2012, 10:51Inaktiver User
AW: Wunsch nach Rache, obwohl selbst schuld
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08.03.2012, 10:54
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08.03.2012, 11:07
AW: Wunsch nach Rache, obwohl selbst schuld
Naja, Yagua.
Über die Aufklärung der Hintergangenen kann man natürlich diskutieren und sicherlich ist es per se kein Fehler, wenn alle Beteiligten den gleichen Informationsstand haben.
Aber darum gehts ja nicht.
Es geht ja um Rache.
Und es geht doch hier - meiner Auffassung nach - in so einem Thread nicht um die betrogene jetzt Ehefrau sondern um die Threaderstellerin.
Und da frage ich mich eben, was ihr das an positivem Nutzen bringen würde.
Ob man hier nun von Rache oder Aufklärung reden mag, ist ja letztlich marginal.
Es geht geht ja nicht um eine gute Tat.
Es geht ja darum, dass jemand empört ist und da irgendwas weitergeben möchte an negativen Gefühlen.
So verstehe ich es jedenfalls.
Wenn einer betrügt, dann besteht immer das Risiko, dass es auffliegt.
Sei es durch dumme Zufälle oder sei es, weil einer nicht mehr schweigen will.
Das ist das Risiko und das geht der Betrüger eben ein.
Eine moralische Schweigeverpflichtung für Mitwisser- und Mittäter gibt es sicherlich nicht.
Ich frage mich nur, welchen positiven Effekt die TE für sich damit erreichen kann.
Einfach nur popelige Genugtuung, die ja doch nur eine kurze Halbwertszeit hat?
LG
HexlThe difference between try and triumph is just a little "umph"
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08.03.2012, 18:56
AW: Wunsch nach Rache, obwohl selbst schuld
@ Yagua:
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08.03.2012, 19:18
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08.03.2012, 19:26
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08.03.2012, 20:09Inaktiver User
AW: Wunsch nach Rache, obwohl selbst schuld
@SweethAErt
Gut, wir sind uns einig dass der pädagogische Nutzen hinsichtlich des Betrügers mutmaßlich gleich null sein wird,
also- was bleibt?
Tja, Hexl, wer sagt denn, dass popelige genugtuung zwangsläufig ein kurzes Vergnügen sein muss?
Ist doch nicht in Stein gemeißelt. Ist doch möglich, dass die TE auch in 20 Jahren noch ein diebisches Vergnügen empfindet, wenn sie an ihre Aktion zurückdenkt.
Fein wäre das nicht--aber denkbar allemal.Und wer sagt, dass es nicht auch eine , wenngleich unorthodoxe Art ist, sein Gewissen zu reinigen.
Wenn ein Pärchen von Trickbetrügern jahrelang arme Omis um ihre Ersparnisse erleichtert, und die das nicht mal mitbekommen wie ihr Kontostand schmilzt, halte ich es für vorstellbar dass irgendwann derjenige, der aussteigt (vlt. weil er selbst von seinem Compagnon gelinkt wurde), denkt er könne was karmisch geraderücken, wenn er einer Omi alles beichtet und sie warnt, sich nicht weiter von dem ausnehmen zu lassen.
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08.03.2012, 20:15
AW: Wunsch nach Rache, obwohl selbst schuld
Guten Abend zusammen,
leider habe ich seit heute die Grippe und möchte deshalb nicht so viel schreiben. Nur so ein paar Grundsätzlichkeiten meinerseits:
Als ich das am Samstag erfahren habe, hat es mir erstmal den Boden unter den Füßen weggezogen und da kamen bei mir eben Rachegedanken auf. Mittlerweile - auch durch die Diskussion mit euch - ist mir klar geworden, dass es nicht um Rache a la "Auge um Auge" geht, sondern um die berühmte Seelenreinigung.
Ich habe auch sehr intensiv darüber nachgedacht, ob es wirklich was bringt irgendeine Art Rache/Revanche abzuziehen. Seiner Frau die Wahrheit sagen, werde ich nicht, das gleich vorweg. Ich werde was anderes finden.
Dennoch bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass ICH eine Art Genugtuung brauche. Ich denke, in dem Punkt sind Menschen einfach unterschiedlich. Bewältigungsstrategien sind auch für jeden anders und ich muss zugeben, schweigen und "hinnehmen", das kann ich nicht. Dann werde ich auch nicht abschließen können. So bin ich einfach nicht.
Sicher habe ich mich nicht mit Ruhm bekleckert, weil ich einer anderen Frau den Mann ausspannen wollte. Dennoch finde ich sein Verhalten mir gegenüber unmöglich. Und dazu habe ich alles Recht der Welt, denn ich bin auch ein Mensch mit Gefühlen auf denen man nicht herumtrampeln sollte und dem Wunsch glücklich sein zu wollen und zu dürfen. Und letztendlich ist es Realität, dass manche glückliche Beziehung auf dem Unglück einer anderen aufgebaut wurde. Dieses und tausende andere Foren sind voll mit diesbezüglichen Geschichten und wahrscheinlich muss man sich dafür nur mal in seiner Nachbarschaft umgucken. Man verliebt sich eben manchmal "auswertig" und manche Affären führen sehr wohl zum Happy-End (nur werden die wohl nicht im Internet diskutiert, weil nicht nötig). Ob man das für sich selbst will oder grundsätzlich ablehnt, darüber will ich nicht diskutieren. Muss jeder für sich entscheiden.
In 5 Jahren haben wir ja nicht nur gev***, wir haben auch gelacht, geredet, geweint...
Wir hatten eine Beziehung/Freundschaft miteinander (so habe ich es jedenfalls empfunden) und da ist es doch ganz selbstverständlich, dass man über ein so wichtiges Detail wie eine Heirat aufgeklärt werden möchte.
Ich finde diese Lüge schlimm und für meine Schmerzgrenze ist er damit übers Ziel hinausgeschossen. Schlimm finde ich auch, dass er jetzt nicht mehr mit mir spricht. Er hätte ja wenigstens sorry sagen können. Das wäre zumindest eine Art Wertschätzung meinerseits gewesen. Hätte ich das nicht auch verdient? Er hat gewusst, wie sehr ich ihn liebe und auf eine gemeinsame Zukunft hoffe/warte und hat man menschlich nicht auch eine Verantwortung anderen gegenüber? Deshalb sollte ich seiner Frau ja auch nichts sagen (oder eben doch, je nachdem wie man es sieht).
Wenn jemand dieses Schweigen für sich in dem "Gesamtarragement" akzeptieren kann, dann ist es ja okay. Für mich ist es der Gipfel. Ich habe Männern auch schon sagen müssen, dass Schluss ist, dass ich nicht verliebt bin... Das gehört in zwischenmenschlichen Beziehung eben dazu. Sofern man den anderen schätzt, seine Gefühle ernst nimmt und kein Feigling ist. Das erwarte ich einfach, auch wenn ich nur seine Geliebte war. Ich habe nicht erwartet, dass er sich trennt, aber dass er mir sagt, wenn er sich endgültig für sie entscheidet.
Mir geht es auch nicht darum ihn zu erziehen, sondern um sagen zu können, ALLES kannst du ungestraft eben doch NICHT mit mir machen. Ihm möchte ich das sagen/zeigen und vor allem mir selbst.
Bei vielen herrscht hier so ein wenig der Tenor, als ob man die Rache immer weitertreiben müsste, wenn man einmal damit angefangen hat und sich in einem Hamsterrad aus Gewalt und Gegengewalt verstrickt. Für mich möchte ich ganz eindeutig klarstellen, dass ich ganz sicher so nicht bin. Für mich wäre dieser "Akt" ein Schlussstrich. Um wieder ein wenig Achtung vor mir selbst zu bekommen. Den richtigen Weg dazu muss jeder für sich selbst nach seiner eigenen Persönlichkeitsstruktur finden. Der eine geht hocherhobenen Hauptes von dannen, der andere braucht vielleicht noch einen "Abschiedsgruß".Wenn man einmal anfängt, Unsinn zu verzapfen (in diesem Falle bewusst eine Affäre eingehen, die dann - Überraschung, Überraschung - nicht zum erhofften Happy-End führt), dann kann man doch irgendwann auch mal wieder aufhören mit dem Käse und muss es nicht mit Rache und derlei Zeug immer weitertreiben und nie zu einem Ende kommen. Da kann man sich doch auch nicht immer damit reinwaschen indem man sagt, "ich war halt verliebt, der andere ist der Arsch".
Du hast recht, ich bin nicht nur ein Opfer, dass ich das weiß, sollte aus meinen Posts hervorgehen. Dennoch bin ich aufgrund der Gesamtumstände anfangs davon ausgegangen, dass Liebe im Spiel sein muss. Er hat viel aufs Spiel gesetzt und ich hab (naiverweise) bis zum Schluss gedacht, dass man das nicht nur wegen Sex macht. Nächstesmal weiß ich es besser.Das könnte im Fall der TE ja auch passieren es ist ja nicht so, dass sie nur das arme Opfer ist. Verliebtheit hin oder her, die Sachlage war ja klar.
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08.03.2012, 21:03
AW: Wunsch nach Rache, obwohl selbst schuld
[QUOTE=Inaktiver User;15869466]@SweethAErt
Gut, wir sind uns einig dass der pädagogische Nutzen hinsichtlich des Betrügers mutmaßlich gleich null sein wird,
also- was bleibt?
@ Yagua,
sie hat sich ja in ihrem letzten Kommentar dazu entschieden, ihm auf irgendeine Weise den Kopf zu waschen und ich wünsche ihr, dass es gelingt.
SweethAErt
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09.03.2012, 07:45
AW: Wunsch nach Rache, obwohl selbst schuld
Ich glaube, Sweatheartel, Yagua, kann selber lesen.
Ich verstehe jetzt nicht ganz, warum du glaubst, noch nachFrau Biedermanns AUsführungen noch etwas wiederholen zu müssen.
Kannst du mal sagen, warum du das jetzt wichtig fandest ?




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