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    AW: Wunsch nach Rache, obwohl selbst schuld

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    Zitat Zitat von FrauBiedermann Beitrag anzeigen

    Allerdings finde ich es beinahe lachhaft zu sagen, dass er Verantwortung übernommen hätte. Offensichtlich haben wir da sehr unterschiedliche Vorstellungen. Für mich wäre ein erster großer verantwortungsvoller Schritt gewesen, wenn er sich damals, in seiner Position, dreimal überlegt hätte, ob er mich überhaupt anbaggert, wenn er gar nichts Festes von mir will und es dann auch besser gelassen hätte. Dieses Verhalten ist ja schon per se dreist.

    ... und schon damals hattest Du die Möglichkeit (für Dich) zu entscheiden, ob - und wie weit überhaupt -Du einen Mann mit dreistem Verhalten in Dein Leben hineinlässt ...










    Wieso sollte ich nicht darauf hoffen, dass sich ein Mann, in den ich verliebt bin, von seiner Freundin trennt, damit ich eine Chance mit ihm haben könnte?
    ... schon *da* könnte es schwierig werden ...


    Würdest du das nicht?
    ... möchtest Du dazu wirklich etwas *hören* ? ...


    Okay, finde ich gut, wenn du das tatsächlich so durchziehst. Für mich würde ich das als große Heuchelei empfinden.


    ... für andere Menschen kann dieses - was Du als Heuchelei empfindest/bezeichnest - Selbstschutz sein ...











    Ich halte dieses "du weißt doch, worauf du dich eingelassen hattest" für sehr einfach. Dann dürften Menschen ja alles miteinander machen. Ich hab dich überfahren, weil du bei Rot über die Ampel gelaufen bist, Ich hab dich vergewaltigt, weil du mit einem kurzen Rock allein durch eine dunkle Gasse spaziert bist... Aber das ist wahrscheinlich was gaaanz anderes...

    ... *es* ist etwas gaaanz anderes ...


    .

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    AW: Wunsch nach Rache, obwohl selbst schuld

    Liebe Frau Biedermann,

    "Schuld" ist in dem Zusammenhang ein blödes Wort, finde ich. Verantwortung trifft es besser, auch, weil es nicht so wertend ist. Und in dem Punkt vertrete ich eine ganz klare Haltung: Kein Mensch trägt die Verantwortung, einen erwachsenen Menschen vor seinen Illusionen zu schützen. Der Mann hat sich benommen wie ein A.rsch. Was hast Du denn gehofft, wie er sich in einer Beziehung mit Dir verhält? Das ist der Knackpunkt: Du wolltest etwas sehen, was nicht da war. Und das ist zu 100 Prozent Dein Ding. Wir können da auch ganz lange diskutieren, ober Moral und Anstand, etc. Er hat es nicht. Punkt.

    Langsam wird ja klarer, was Du unter "Rache" verstehst. Du möchtest Deine Verletzung ausdrücken. Und darin würde ich Dich in jedem Fall bestärken. Egal was er denkt, wie er reagiert. Mich hat das mal unheimlich erleichtert, auszudrücken, dass ich mit seinem Verhalten ein Problem habe. Ich hab nicht getobt, oder gebrüllt, oder irgendwas. Ich hab ihn einfach gefragt, ob bei ihm alles okay ist, weil er so auf Distanz geht. Er hat geantwortet: Ja, ist bei Dir alles okay? Und ich hab einfach gesagt: Nein, ich habe ein Problem damit.

    Der Mann hat sich danach noch mehr zurückgezogen, aber ab dem Moment war es okay. Es war, als hätte sich ein Schalter umgelegt. Auch, weil ich klar gesehen habe, dass ich einen Mann, der mit meinen Gefühlen nicht klar kommt, nicht in einer Beziehung haben will.

    Hast Du schon irgendeinen konkreten Plan, was Du tun willst?

    LG,
    Babette
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

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    AW: Wunsch nach Rache, obwohl selbst schuld

    Und in dem Punkt vertrete ich eine ganz klare Haltung: Kein Mensch trägt die Verantwortung, einen erwachsenen Menschen vor seinen Illusionen zu schützen. Der Mann hat sich benommen wie ein A.rsch. Was hast Du denn gehofft, wie er sich in einer Beziehung mit Dir verhält?
    Anders Du, ich sehe das heute ganz genauso wie du/ihr. Aber dafür hab ich erstmal "erwachsen" werden müssen (auch durch diese Erfahrung). Damals war ich es zwar biologisch, aber von der emotionalen Reife ganz sicher noch nicht. Muss man einfach so sagen.

    ... für andere Menschen kann dieses - was Du als Heuchelei empfindest/bezeichnest - Selbstschutz sein
    Auch da gebe ich dir total recht! Aber dafür muss man - emotional - erstmal wissen, dass man sich vor etwas schützen muss. Ich wusste das so nicht bzw. ich dachte, ich könnte mit was auch immer umgehen. Mir hat`s ja auch gefallen, dass dieser ältere Mann in seiner Position auf mich steht. Und ich hab ehrlich ehrlich ewig gedacht, dass da richtige Gefühle von seiner Seite aus sind. Mir war gar nicht bewusst, dass ich mich schützen sollte. Weil er ja so "wunderbar" war

    ... *es* ist etwas gaaanz anderes ...
    Klar, das ist mir auch bewusst, ich wollte nur ein wenig provozieren
    Dennoch denke ich, dass man von Fall zu Fall differenzieren muss. Bei mir muss nun keiner sagen, ach was`n armes Mädchen, aber manchmal gibt es schon Konstellationen, da nützt einer den Anderen schon mächtig aus, obwohl er weiß, dass dieser ihm nicht gewachsen ist und sich gar nicht (mehr) wehren oder für seine Rechte eintreten kann.

    Ich hoffe, dass Du bald über diesen Mann weg kommst, so ein Exemplar wünsche ich niemand
    Danke mckenzie, da fällt mir auch ein Spruch ein: Was für ein Glück, dass ich damals so ein Pech hatte...

    Meine Geschichte erzähl ich einandermal, bin noch nicht soweit ausserdem ist sie so ungeheuerlich dass man sie fast nicht glauben kann
    Jetzt haste mich neugierig macht! Alles Gute für dich!

    Hast Du schon irgendeinen konkreten Plan, was Du tun willst?
    Ich habe eine Vorstellung, aber ich muss mich erstmal auskurieren. Hab mir eine Seitenstrangangina eingefangen. Ich halt euch auf dem Laufenden!

  4. Inaktiver User

    AW: Wunsch nach Rache, obwohl selbst schuld

    Zitat Zitat von FrauBiedermann Beitrag anzeigen
    Bei mir muss nun keiner sagen, ach was`n armes Mädchen, aber manchmal gibt es schon Konstellationen, da nützt einer den Anderen schon mächtig aus, obwohl er weiß, dass dieser ihm nicht gewachsen ist und sich gar nicht (mehr) wehren oder für seine Rechte eintreten kann.
    Fühlst du dich von ihm sehr ausgenutzt?

    Hast du umgekehrt nicht auch ihn auf eine gewisse Weise 'ausgenutzt'. Wäre er für dich z. B. genauso interessant ohne z. B. seine berufliche Position? Hast du nicht auf etwas gehofft, was mit dem Menschen möglicherweise gar nicht so viel zu tun hatte?

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    AW: Wunsch nach Rache, obwohl selbst schuld

    Hier geht's so viel um die Vergangenheit und darum, dass da was nicht in Ordnung war. Das weiß Frau B. ja selbst. Ihr geht es um den ABSCHLUSS. Und der soll ähnlich bombastisch sein wie seine Heirat – der "schönste Tage des Lebens"… Auf dieser Symbolebene für mich total nachvollziehbar! Es geht um ein Gleichgewicht. Für deinen eigenen Auftritt im großen Stil.

    Gesucht ist also etwas GROSSES, was ähnlich "Bombastisches", was Aktives. Vielleicht kann es etwas sein, das nicht zerstörerisch ist? Das nicht auf ihn gerichtet ist, obwohl er davon erfahren kann (so wie du von seiner Heirat). Vielleicht kann es ein "Ja, ich will" in einem für dich wichtigen Lebensbereich sein? Du sagst ja mittlerweile selbst, dass es um Reinigung, nicht um Rache geht. Ich hoffe, das war nicht zu abstrakt. Bin gespannt, was dir einfällt!

    Liebe Grüße und gute Besserung!
    Loops.

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    AW: Wunsch nach Rache, obwohl selbst schuld

    Fühlst du dich von ihm sehr ausgenutzt?

    Hast du umgekehrt nicht auch ihn auf eine gewisse Weise 'ausgenutzt'. Wäre er für dich z. B. genauso interessant ohne z. B. seine berufliche Position? Hast du nicht auf etwas gehofft, was mit dem Menschen möglicherweise gar nicht so viel zu tun hatte?
    Vielleicht ja, vielleicht nein. Kann ich dir so nicht sagen, wie es gewesen wäre, wenn ich ihn in einer anderen Konstellation kennengelernt hätte. Und nein, ich fühle mich nicht sehr ausgenutzt, weil ich relativ stark, reflektierend und größtenteils in mir ruhend bin. Ich komme damit klar, weil ich weiß, dass ich meinen Teil dazu beigetragen habe.

    Aber weiß man vorher, wie ein Mensch tickt? Ich hätte ja auch daran zerbrechen können. Gut, wie hier schon angeklungen liegt sowas nicht in der Verantwortung des Anderen. Ist letztendlich auch richtig.

    Aber ich sehe es so: Als wir uns kennenlernten, befanden wir uns in einem Hierarchiegefälle, Abhängigkeitsverhältnis oder wie man es nennen möchte. Außerdem wusste er ja, dass er zusätzlich noch eine Freundin hat. Nach normalen Maßstäben wären das schon zwei Gründe seinerseits niemals was mit mir anfangen zu dürfen.

    Wenigstens hätte er danach bzw. jetzt, wo es vorbei ist, soviel Anstand besitzen müssen, das Ende anständig mit mir zu klären. Weil man das normalerweise generell so machen sollte und angesichts der Umstände hätte ich an seiner Stelle das Gefühl gehabt, die Angelegenheit "wie ein Mann" klären zu wollen. Ich an seiner Stelle hätte aufgrund der Vorgeschichte ein besonderes Verantwortungsgefühl empfunden (das kann man auch von einem Fremdgeher erwarten).

    Das sind halt meine Maßstäbe. Ob ich persönlich das wirklich brauche/gebraucht hätte, steht auf einem anderen Blatt. Aber ich finde sein Verhalten so feige und schwach, dass es mich wirklich empört.

    Das ist der einzige Grund, weshalb ich die Vorgeschichte überhaupt erwähnt habe, weil sie für mich persönlich noch einen draufsetzt.

    Es geht um ein Gleichgewicht
    Das gefällt mir! Ein Gleichgewicht, darum geht es.

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    AW: Wunsch nach Rache, obwohl selbst schuld

    Zitat Zitat von deju Beitrag anzeigen
    Ich schließe mich dem an... kläre doch erst einmal für dich :

    Falls du einen Tipp willst... miete doch eine Plakatwand in seiner Wohnnähe und gratuliere ihm mit seinem richtigen Vornamen nachträglich zur Hochzeit und danke ihm für die letzten 5 gemeinsamen Jahre...
    ;-)
    Gruß deju
    ich habe jetzt nicht alles durchgelesen: aber über die Idee von deju mußte ich echt lachen!!! Spitze !!! Sowas von hinterhältig, gratulieren mit dem offenen Messer im Sackel!! Wäre eine Überlegung wert...

    Ich finde, wie viele von euch auch, dass so ein Mann die Energie nicht wert ist ihn noch länger Teil des eigenen Lebens sein zu lassen. Ihn einfach so "nonchalant", wie die TE schreibt, sein Ding durchziehen lassen, finde ich aber auch eine etwas zu gute Behandlung für ihn. Frau sollte sich schon was Schönes einfallen lassen können als Abschiedsgeschenk. Damit es ihr gut geht, sie das gewünscht Ende hat und er seinen Denkzettel. Es der Ehefrau einfach erzählen ist sicher wenig kreativ, weil die Affärenfrau ja genauso blöd dasteht wie der Seitenspringer. Andernfalls müßte sie lügen, was sie wieder in eine ungute Position treiben würde. Außerdem: Die Ehefrau würde arg verletzt werden!!! Nach meinem Stand der Dinge kann sie aber gar nichts dafür (außer für ihren wohl etwas zweifelhaften Männdergeschmack und ihre schlechte Antenne für Zwischenmenschliches), die Affärenfrau wußte aber sehr wohl um die wirkliche Konstellation. Warum soll also diese Frau leiden?? Die Beichte dem guten Seitenspringer nur anzudrohen und ihn sich a Zeiterl davor fürchten zu lassen käme mir als gerade richtig vor. Die Angst, wann und wie die Bombe hochgehen wird und was dann passieren wird, wird ihm die Knie schlottern lassen und ihm die Zeit verhageln. Diese Angst hält ihn vielleicht vor Wiederholungen ab?

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    AW: Wunsch nach Rache, obwohl selbst schuld

    Eigentlich ist es mit der Rache ganz einfach:

    Rache ist ein besseres Leben.

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    AW: Wunsch nach Rache, obwohl selbst schuld

    Ich kann Frau Biedermann absolut verstehen...
    Denke aber auch, dass Rache das falsche Wort ist.
    In meinem Fall hatte ich das Gefühl die anderen Menschen schützen zu wollen. Vor ihm, vor den Wunden die er hinterlässt, vor dem Schmerz. Ich hatte das Gefühl, nachdem ich den Vorhang runtergerissen habe und mir das ganze zerstörerische Verhalten dieser Person gewußt geworden ist, den anderen die Augen öffnen zu wollen. Nicht aus bösartigkeit, sondern weil ich anderen Menschen dieses Leid gerne ersparen würde.
    Nun ja, man sieht nur, was man sehen will...

  10. Inaktiver User

    AW: Wunsch nach Rache, obwohl selbst schuld

    Das kann man so sehen. Problem dabei ist, dass sie als Geliebte mit dazu beigetragen hat diesen Schmerz erst zuzufügen.

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