Hallo,
ich habe schon viel hier gelesen und ich möchte kurz meine Situation darstellen.
ich bin verheiratet seit 20 jahren, habe drei Kinder, 24, 20 und 15 Jahre alt.
vor einem Jahr etwa habe ich mich in einen freund der familie verliebt, verheiratet, auch drei halbwegs erwachsene kinder. es hatte sich schon jahrelang vorher, ich sage mal, unbewusst abgezeichnet. wir haben uns schon immer gut verstanden und unsere freundschaft war irgendwie anders als mit den anderen in unserem gemeinsamen freundeskreis.
nach zwei monaten heimlichen treffens, aber nie sexuell, habe ich es meinem mann erzählt. ja, auch deshalb, weil seine frau von unserem verhältnis erfahren hatte.
bei meinem mann fiel dann seine heile welt zusammen, weil er immer dachte, dass wir die super Beziehung führen. immer nur die anderen probleme haben. ich sage es deshalb, weil er es immer so betont.
für mich war es so, dass es nach außen hin wunderbar gelaufen ist, wir hatten kaum probleme, weil wir kaum darüber redeten. die letzten beiden jahre waren eigentlich wirklich nicht schlecht. vielleicht habe ich mich schon soo arrangiert, dass ich gar nicht mehr merkte, was mir fehlt....ich lebte oft trotzdem ein schneckenhausdasein. meine interne welt, wo ich meine sehnsüchte pflegte, meine probleme mit meinem mann mit mir selbst ausmachte, und mich oft darin ganz wohl fühlte. meine bedürfnisse, keine ahnung, wahrscheinlich abhanden gekommen.
ja, es schien etwas zu fehlen, sonst hätte ich mich nicht verliebt....
mein freund, ein unheimlich zärtlicher mann, gefühlsmäßig auf meiner ebene, wir habe bis heute schon hunderte von mails einander geschrieben, uns eher selten getroffen. eine sexuelle beziehung haben wir erst im herbst begonnen....und es ist sehr schön mit ihm.
mein freund lebte schon seit jahren in einer nicht befriedigenden beziehung und wahrscheinlich hat auch für ihn gerade die zeit so gepasst, dass wir zusammen gekommen sind.
er hat sich mittlerweile, dh. schon vor einem halben jahr von seiner frau getrennt und ist ausgezogen.
und jetzt wartet er auf mich.
und ich, ich lebe hier noch mit meinem mann und dem jüngsten kind zusammen. es ist eine schlimme situation, weil ich mich nicht entscheiden kann. nämlich desewegen, weil mein sohn mich einfach braucht und ich mir nicht vorstellen kann, zu gehen und ihn mitzunehmen. zudem habe ich kein eigenes einkommen und mir wird das alles zuviel..
gerade hat sich bei meinem sohn eine schulangst entwickelt, er ist sehr sensibel und ich bringe es nicht übers herz, eine veränderung herbeizuführen und meinen sohn aus seinem umfeld rauszunehmen. zumal er wahrscheinlich gar nicht mit mir mitgehen würde.
und meine mann, der kann das alles alleine gar nicht stemmen.
der wiederum setzt mir die pistole auf die brust. er möchte, dass ich mich jetzt entscheide.
wenn ich hierbleiben will, dann muss ich mein verhältnis beenden, das ist klar. wenn ich das nicht tue, dann ausziehen. und das hieße wahrscheinlich, ohne meinen sohn.
es ist so schwierig, ich kann mit meinem mann nicht vernünftig reden. er reagiert immer sehr heftig auf meinen versuch, ihm zu erklären, wie es mir geht.
ich verstehe ihn nur zu gut, er hängt in der luft, kann sich nicht orientieren und er hat recht, ich nehm ihm die möglichkeit, sich weiter zu entwickeln.
ich dagegen habe angst, dass, wenn ich bleiben würde, dass sich nichts ändert. wir haben im sommer ein paar mal eine eheberatung aufgesucht, aber mein mann kam damit nicht´zurecht.
ich möchte immer gerne mit ihm reden, damit ich auch auf meinen weg finden kann. ich habe ihm letzte woche eine lange mail geschrieben. meine gefühle und gedanken mitgeteilt, aber für ihn ist das immer alles schnee von gestern, weil manche dinge sicherlich einige zeit zurückliegen, aber für mich hat sich vieles angestaut.
im moment bin ich so fertig, dass ich nicht mehr weiß, wo mir der kopf steht. auf der einen seite muss ich mich um meinen sohn intensiv kümmern, auf der anderen meine beziehungen klären....
eine seltsame zeit
danke fürs lesen
Ronnya
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20.01.2012, 13:10
immer das gleiche-gehen oder bleiben
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20.01.2012, 15:12
AW: immer das gleiche-gehen oder bleiben
Du Armen, das ist ja ein schöner Schlamassel. Also, erstmal musst du deine Probleme etwas entwirren und voneinander trennen. Ich weiss, es hängt alles zusammen aber so wie du schreibst ist es ein einziges Wirrwarr.
Also, erstmal musst du rausfinden was DU willst.
Möchtest du deine Ehe an den Nagel hängen dann gibt es immer Lösungen, auch für deinen Sohn.
Probier mal ein bischen zu sortieren.
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20.01.2012, 16:26Inaktiver User
AW: immer das gleiche-gehen oder bleiben
erkennst Du den Zusammenhang zwischen Eurer "Ehekrise" und dem auffälligen Verhalten Deines Sohnes?
Glaubst Du wirklich, Du würdest Deinem Sohn etwas erhalten, ihm guttun, wenn das zwischen Euch so weiterläuft?
Du wirst Dich absolut entscheiden müssen - und dann musst Du zu dieser Entscheidung auch stehen. Hin und her trudeln gilt dann nicht.
Es tut mir leid, dass es Dir so schlecht geht!! Aber es geht Dir deshalb so schlecht, weil Du für Dich keine Entscheidung treffen möchtest. Jede Entscheidung würde auf ihre Weise wehtun. Nur --- sich gar nicht zu entscheiden wird Dich mit Sicherheit nicht retten.
Es ist sicher ein guter Schritt, hier zu schreiben und mit jedem Wort, dass Du schreibst wirst Du auch Klarheit erlangen. Ich wünsche Dir ganz viel Glück dabei.
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20.01.2012, 18:05
AW: immer das gleiche-gehen oder bleiben
Hallo Ronnya,
es ist sicher ein Wirrwarr, das Du erlebst.
Um mit Deinem Sohn zu beginnen, dem Empfindlichsten in dem Mosaik, so glaube ich nicht, dass seine Schulangst etwas mit Eurer Ehe zu tun hat - ich sehe da keinen Zusammenhang.
Und warum meinst Du, dass er im Fall einer Trennung nicht mir Dir gehen würde?
SweethAErt
"There Are More Things In Heaven And Earth, Horatio,
Than Are Dreamt Of In Your Philosophy"
(Shakespeare)
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"Es soll sich regen, schaffend handeln,
Erst sich gestalten, dann verwandeln;
Nur scheinbar steht's Momente still.
Das Ewige regt sich fort in allen:
Denn alles muss in Nichts zerfallen,
Wenn es im Sein beharren will".
(Goethe)
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20.01.2012, 21:40Inaktiver User
AW: immer das gleiche-gehen oder bleiben
Nach dem wie die TE diesen "Krieg" zuhause schildert, der ja auch nicht erst seit gestern stattfindet, muss der Sohn es mitbekommen. Ich habe selber Kinder und Enkelkinder - die kriegen alles mit - jede noch so kleine Schwingung.
Wenn Ihr nicht gerade in einem weitläufigen Schloss wohnt, wird er wahrscheinlich auch ALLES wissen. Das ist nicht leicht für einen Pubi - und alles sucht sich sein Ventil. Es geht hier nicht nur um Eure Welt sondern auch um seine.
Ich sehe da absolut einen Zusammenhang - vor allem wenn es sich um ein ohnehin schon sensibles Kind handelt.
Kinder brauchen klare Verhältnisse - auch 15jährige - oder klare Gespräche, die ihn mit einbeziehen. Versteckspiel (über so lange Zeit )in einer Wohnung, in der man miteinander wohnt funktioniert nie!!
Auch mich interessiert warum Du davon ausgehst, dass Dein Sohn nicht mit Dir gehen würde.
Andererseits .... die Welt findet es immer selbstverständlich wenn Kinder nach dem Scheitern einer Ehe bei der Mutter bleiben - ist ja eigentlich Quatsch. Der Vater ist genau die andere Hälfte der Eltern. Warum belastet Dich der Gedanke so, dass er nicht mit Dir käme?
Machst Du Deine Entscheidung nur daran fest? Das erinnert mich an die Aussage der Mehrzahl verheirateter Männer, die sich wegen ihrer Kinder immer angeblich nicht trennen können. Das wäre dann hier mal umgekehrt.
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20.01.2012, 22:05
AW: immer das gleiche-gehen oder bleiben
Hängt auch vom Entwicklungsgrad und den Anlagen eines Kindes ab und kann daher nicht verallgemeinert werden.
Nicht alle Kinder gehen gerne in die Schule. Es kann auch sein, dass es nur eine vorübergehende Phase ist, eine Schwierigkeit bei der Anpassung an eine neue Situation.
Aber das sollte die TE eher erklären können.
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22.01.2012, 11:09Inaktiver User
AW: immer das gleiche-gehen oder bleiben
@gioello, ich schließ mich voll und ganz Deinem Post an

@Ronnya, Dein Mann spürt genau Deine Ambivalenz und er versucht natürlich Dich in Deiner Entscheidung zu beeinflussen, indem er Dir die Pistole auf die Brust setzt. Er handelt aus eigener Not heraus. Wenn Du Dich fügst, ist es nicht etwa eine Entscheidung für Deinen Mann, sondern eine Entscheidung gegen Dich (und damit letztlich auch gegen EUCH als Paar!) Sei Dir darüber bewusst!
Eine Entscheidung FÜR Dich ist, wenn Du ganz klar für Dich Grenzen aufzeigst. Eine Grenze könnte z.B. sein, dass Du Dich von Deinem Mann (oder auch andern!) nicht erpressen läßt. (Ich bin überzeugt davon, daß Dein Sohn von Deiner inneren Stärke profitiert.)
Sich nicht erpressen zu lassen würde bedeuten, dass Du trotz aller Widrigkeiten bestrebt bist, Deinen eigenen Weg zu gehen. Mach das Deinem Mann deutlich! Eine klare Ansage von Dir bringt ihn auf sich selbst zurück und er ist dadurch gezwungen, sich auch mit sich selbst auseinanderzusetzen, mit seinen Verlustängsten.
Das allein beherbergt enormes Entwicklungspotential nicht nur für ihn sondern für Euch beide (und letztlich auch für Euch beide als Paar)
PS: @Kraaf schrieb es hier an anderer Stelle im Sinne von: Das Ich, das Du und das Wir.
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22.01.2012, 11:20Inaktiver User
AW: immer das gleiche-gehen oder bleiben
Da fällt mir jetzt grad noch ein Spruch von Frederick S. Perls ein:
"Ich tu, was ich tu, und du tust, was du tust. Ich bin nicht auf dieser Welt, um nach deinen Erwartungen zu leben, und du bist nicht auf dieser Welt, um nach den meinen zu leben. Du bist du und ich bin ich. Und wenn wir uns zufällig finden - wunderbar. Wenn nicht, kann man auch nichts machen."
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22.01.2012, 13:38
AW: immer das gleiche-gehen oder bleiben
Hallo Ronnya,
sicher hast Du mit Deinem Sohn auch über sein Schulproblem gesprochen.
Wie hat er sich geäussert?
Es ist ja oft so, dass Kindern oder Halberwachsenen in diesem Alter oft die rechte Motivation für die Schule fehlt. Dazu können, wie in Eurem Fall, Probleme der Eltern untereinander kommen, alles addiert sich, und schon hat es seine Auswirkungen auf die Weiterentwicklung und Zukunft des schwächsten Gliedes in der Kette, nämlich Deinen Sohn, der dann vielleicht herummault ("null Bock"), aggressiv wird, vielleicht sogar alles hinschmeisst oder sich ganz abkapselt.
Das kann auch in Eurem Fall zutreffen, muss aber nicht.
Falls Du es noch nicht getan hast, wäre es sicher nützlich, "ein Wort unter Erwachsenen" mit Deinem Sohn zu haben.
Alles Gute,
SweethAErt
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23.01.2012, 10:02
AW: immer das gleiche-gehen oder bleiben
ich denke schon manchmal, dass es einen zusammenhang geben könnte, gerade weil es im moment akut ist, und ausgerechnet jetzt sich die probleme in der schule häufen. allerdings haben sich seine ängste schon vor viel längerer zeit abgezeichnet....
ja, das ist wohl das thema, rausfinden, was ich will. ich dreh mich um die probleme der kinder, des ehemanns, des geliebten und vergesse mich dabei, das habe ich schon gemerkt, und das sehe ich als hauptproblem....
da er schon schwierigkeiten in der schule hat, könnte ich es mir gerade jetzt nicht vorstellen, ihn jetzt noch mit meinen problemen zu konfrontieren, geschweige ihn aus seinem umfeld herauszunehmen. das waren so meine ersten gedanken....
ich sehe auch einen gewissen zusammenhang, eben aus deinem genannten grund, er ist auch sehr sensibel. was fehlt, sind klare gespräche und das ist ein grundproblem in unserer beziehung und hat sich über die jahre auch darin gefestigt, dass in der familie nicht immer über probleme geredet wurde. das ist hart, ich weiß. aber es war/ist einfach so.
und jetzt habe fällt es mir schwer über meine probleme mit meinen kindern zu reden........
ja, und "eine mutter verlässt ihre kinder nicht" das hängt wie ein damoklesschwert über unserer gesellschaft..und ja, kann sein, dass ich mich dahinter verstecke...und ich kann es mir nicht vorstellen, einfach zu gehen....ich sehe zuviel aufgaben mit meinem sohn schon allein schulisch bedingt...vielleicht würde er ja mitgehen, ich müsste ihn fragen, aber dazu müsste ich erst mal wissen,was ich will....
ja, ich merke, dass er mich mit seinem verhalten in die enge treibt. und ich merke auch, wenn ich in meiner mitte bleibe, dass ich mich besser fühle. mein mann meint, dass ich die alleinige schuld hätte, indem ich tatsachen geschaffen hätte. dass ich 23 jahre einfach so wegwerfen würde, dass wir eine tiefe beziehung gehabt hätten und er am liebsten alles wieder so habe möchte, wie früher. alles erklären, dass das nicht mehr möglich ist, und dass diese krise auch eine chance für uns birgt, das will er nicht sehen. er erpresst mich, das ist so seine einzige möglichkeit, seine gefühle rauszulassen und er will nicht reden. er will immer nur wissen, warum "das" passieren konnte, und warum ich das gemacht habe....
und er will, dass ich mich erst entscheide, ob ich mit ihm weitermachen will, oder nicht. und danach würde sich das mit den kindern entsprechend geben....
ich habe schon viel mit meinem sohn gesprochen. er kann seine gefühlslage auch ganz gut einschätzen. er ist in der neunten klasse realschule und da wird schon einiger druck auf die kids gemacht hinsichtlich zeugnisnoten, die jetzt schon relevant für die bewerbung sind.
er empfindet druck,dass er alles nicht schafft. sieht einen riesen berg vor sich und generalisiert so sein empfinden.
wir haben darüber gesprochen, das ganze ganz nüchtern anzugehen. mit to-do-listen usw. damit der berg visuell seinen schrecken verliert und wir schritt für schritt das ganze angehen können....
er ist sehr sensibel, wird kaum aggressiv. er ist ein "problemkind" aufgrund einer leichten behinderung und hat schon immer mehr aufmerksamkeit bekommen, als die anderen. er versucht immer wieder, sich aufzuraffen, dabei zu bleiben. er strengt sich an, und wenn aber trotz anstrengung die note nicht passt, ist es klar, dass er irgendwann keine lust mehr hat, weiterzumachen.
danke euch für eure antworten, ich habe versucht, meine gedanken zu ordnen, es fällt mir nicht leicht. es ist zuviel im kopf an durcheinander....ja, vielleicht hilft ja das schreiben.
liebe grüße
ronnya


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