Hallo liebe Langschreiberin,
ich weiß dass das zunächst mal ein theoretischer Gedanke ist - auch für mich selber.
Aber was ich bei Dir sehe ist einfach der zweite Schritt vor dem ersten - du kannst doch erst betrauern, was Du verloren hast. Soll heissen, Du musst erst entscheiden, dass es vorbei ist - dann kannst Du trauern. Man kann nicht schon vorher trauern und trotzdem noch festhalten - oder..... man kann schon, aber das bringt natürlich nulla.
Zunächst muss Deine Entscheidung für Deine Ehe stehen und dann kannst Du das andere verabschieden durch trauern. Reservier Dir dafür feste Zeiten - eine Stunde am Tag - in der Du die Zeit mit ihm Revue passieren lässt und traurig sein darfst.
Danach und davor muss die Entscheidung Dich tragen..............und ich habe den Eindruck, dass nicht Du für Dich schon eine Entscheidung getroffen hast - sondern eher die "Umstände".
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30.09.2011, 16:31Inaktiver User
AW: Total durch Schuldgefühle blockiert....
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02.10.2011, 14:01
AW: Total durch Schuldgefühle blockiert....
Ja, vielleicht haben auch nur die Umstände entschieden, ich weiß es nicht. Und ja, es ist ein ganz großes Problem von mir, nicht einfach fühlen zu können was ICH fühle, sondern immer a) meinen Kopf und b) die Gefühle anderer Leute im Blick zu haben. Und ja, genau deswegen stecke ich so fest, und komme aus meiner Verzweiflung nicht raus. In keine Richtung...Ich weiß, dass man für Gefühle nichts kann. Ich kann nichts für die Gefühle für den anderen Mann, das WEIß ich, aber das FÜHLE ich nicht. Ich fühle mich schrecklich, schrecklich schuldig gegenüber jemandem der mich unendlich liebt. Es ist echt die Hölle. Ich weiß auch nicht, ich merke nur, dass da wohl bald eine ganze Menge hochkommen wird, aber noch habe ich einfach nicht den Mut das alles zuzulassen. Vielleicht muss ich warten, bis die Umstände tatsächlich so sind, dass der Kollege und ich keinen Kontakt mehr haben...
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02.10.2011, 16:50
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05.10.2011, 23:41
AW: Total durch Schuldgefühle blockiert....
Tja, Ferdinand der Stier, gut bemerkt. Was ist Liebe, und wie sind meine Gefühle? Fragen, Fragen, Fragen, die ich mir selber stelle...und die Antwort ist wohl ähnlich wie bei vielen hier. Natürlich habe ich sehr tiefe Gefühle für meinen Freund. Wir haben acht Jahre gemeinsames Leben verbracht und viel Schönes erlebt und weniger schönes geschaukelt. Es gibt nicht viele Menschen wie ihn. Wir können gut reden, lachen, gemeinsam Zeit verbringen...kurz und gut, wir haben ein funktionierendes Leben.
Und trotzdem gibt es Dinge, die ich ersehne, und von denen ich weiß, dass ich sie zusammen mit ihm nicht bekommen werde - dafür hat er andere Dinge in mein Leben gebracht, nach denen ich nie gesucht habe, die mich aber trotzdem bereichern. Trotzdem habe ich manchmal das Gefühl dass ich mich nicht richtig innerhalb dieser Beziehung weiterentwickeln kann.Ich weiß nur nicht ob es wirklich unmöglich ist, oder ob es nur mehr Mut und Stärke von mir erfordern würde.Vielleicht suche ich ja auch nur nach Ausreden um Entwicklungsschritte nicht zu gehen, vor denen ICH unanbhängig von allem äußeren Angst habe...?
Er hat sehr große Verlustängste, was mich unter Druck setzt. Er versucht wirklich vernünftig damit umzugehen - aber seit es diesen anderen Mann in meinem Leben gibt komme ich ganz schwer damit klar. Fühle mich fasst erpresst, wenn er mich fragt ob ich ihn auch wirklich noch liebe. Und das kommt in letzter Zeit häufig. Er ist ja nicht doof, ganz im Gegenteil. Und NEIN ich kann da noch nicht mit ihm drüber reden - ich kanns schlecht erklären, aber ich habe das ganz starke Gefühl, dass da etwas ist, was ich in mir schützen muss. Den er käme so schlecht damit klar, dass ich anfangen würde ihn zu trösten, statt weiter mit mir ins Reine zu kommen. Ja, so bin ich leider...
Ich werde es in nächster Zeit versuchen weiter zu benennen, was es ist, was mir fehlt. Es ist schwer in Worte zu fassen, es ist irgendwo auf einer ganz tiefen unterbewussten Ebene. Andererseits passieren gerade in letzter Zeit immer wieder Dinge, die mich zutiefst rühren und tief ergreifen. Weil ich merke wie viel ich für ihn bin. Böse Zungen könnten jetzt vielleicht sagen: Ich liebe an ihm vor allem dass er mich liebt. Und das ist sicher ein Stück wahr...und wenn es wahr ist, ist es so falsch? Und trotzdem bleibt diese Sehnsucht...nach etwas was ich mit ihm nicht haben kann. Nur was ich nicht weiß, wie elementar wichtig ist mir dies? Denn ich weiß, dass es wohl keine Beziehung gibt, die immer 1000prozentig alle Bedürfnisse abdeckt...das wäre mit dem anderen auf Dauer mindestens ebenso, das ist mir schon klar.
Nur ganz ganz tief in mich reinhören, auf was ich verzichten kann und will das schaffe ich noch nicht, aber ich wills versuchen..
Was ich nicht kann und will ist Menschen verändern. Entweder ich kann meinen Freund lieben, mit dem was er mir geben kann und will, oder ich muss irgendwann Konsequenzen ziehen...ich bin wirklich gespannt, was das jetzt mit mir macht, wenn ich den anderen nicht mehr sehe. Momentan vermisse ich ihn, aber es ist erträglich. Allerdings sind gerade auch alle meine Gefühle wie hinter einem Schleier...und der muss sich erst mal lichten. So, dass war jetzt mal eine relativ spontane, unstrukturierte Antwort von mir...aber ich versuche ja auch gerade mal meinen Kopf auszuschalten...
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05.10.2011, 23:51
AW: Total durch Schuldgefühle blockiert....
Auch Dir möchte ich folgenden Beitrag ans Herz legen. Da spricht eine Frau, die ihre goldene Hochzeit hinter sich hat.
Nach 27 Jahren fremdgehen ...
Liebe ist auch Arbeit. An sich selbst und an der Beziehung. Da erscheint es manchmal leichter, externen Versuchungen nachzugeben.
Aber das hast Du offenbar schon erkannt.
Das Leben ist kein Ponyschlecken! (geklaut von fledervieh
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06.10.2011, 00:12
AW: Total durch Schuldgefühle blockiert....
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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07.10.2011, 11:34
AW: Total durch Schuldgefühle blockiert....
Ja, ich möchte das Gefühl für den anderen Mann schützen...ich möchte nicht in die Situation kommen mich auch noch äußerlich rechtfertigen zu müssen. Ich habe diese Gefühle immer so wenig zugelassen, weil ich mich schon in mir so schlecht deswegen fühle. Wenn ich mit meinem Freund rede, wird ihn das treffen. Und das ist ja auch menschlich. Er ist ein toller Mensch, aber an genau diesem einen Punkt hätte er nicht die Souveränität gelassen damit umzugehen. Ist ja auch etwas viel verlangt. Und dann würde ich mich noch schuldiger fühlen, und hätte noch weniger eine Chance, rauzufinden was das zwischen mir und dem anderen war. Ist das irgendwie verständlich, oder klingt das nach feiger Ausrede? Zur betonung noch mal - die Gefühle für den anderen sind nur in meinem Kopf - es war nie was - da ist es doch auch ok in meinem Kopf damit klar zu kommen....
Manche werden vielleicht sagen, ich soll mit meinem Freund darüber reden, was mir fehlt...das Ganze hat aber einen Haken: Es geht um Dinge, die er mir nicht geben kann, weil er einfach nicht so ist. Also nicht um Dinge wie Freizeitaktivitäten, Hausarbeit etc...den ganzen Quatsch über den man diskutieren kann, wo man Kompromisse finden kann, sondern eher um tiefere Charaktereigenschaften und Bedürfnisse...und ich kann und will ja niemanden verbiegen.Geändert von langschreiberin (07.10.2011 um 11:40 Uhr)
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08.10.2011, 04:27
AW: Total durch Schuldgefühle blockiert....
Falls es zufällig um Dominanz gehen sollte: Da weiß ich ganz sicher, dass man dominantes Verhalten lernen und entwickeln kann, auch wenn Mann vorher Softie war. @Arrows hat ähnliches von sich berichtet.
Und das dürfte auch für andere Charaktereigenschaften gelten.
Traue Deinem Freund ruhig mehr zu!
Das Leben ist kein Ponyschlecken! (geklaut von fledervieh
)
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10.10.2011, 11:12
AW: Total durch Schuldgefühle blockiert....
Nein, es geht nicht um Dominanz...lässt Dich irgendetwas an meinen Posts dies vermuten, oder war es ein reines Beispiel? Und natürlich weiß ich, dass Menschen Verhaltensweisen ändern können - das traue ich meinem Freund auch zu, und das durfte ich im Verlauf unserer Beziehung auch schon erleben. Dennoch glaube ich, dass es einen Kern eines Menschen gibt, der sich nicht (oder vielleicht durch sehr tragische Ereignisse) verändern lässt. Und das ist auch gut so...denn selbst wenn ich mir meinen Freund so modellieren könnte, wie ich das will, dann würde ich das nicht wollen. Liebe muss in meinen Augen zwischen zwei freien Individuen funktionieren, d.h. die Frage ist, ob ich meinen Freund so liebe wie er IST, nicht ob ich ihn so verändern kann, wie ich das gerne hätte. Versteht mich nicht falsch, natürlich diskutieren wir über Dinge der Lebensgestaltung, und ich glaube da hat sich jeder von uns beiden in den letzten 8 Jahren im Wechselspiel mit dem anderen auch verändert...aber das ist nicht der Punkt um den es mir momentan geht.
Ganz konkret ist ein Punkt, der sich nicht wegdiskutieren und nicht weg"üben" lässt: Der Alterunterschied. Mein Freund ist 10 Jahre älter als ich, der "M2" zwei Jahre jünger. Das alleine sagt noch nicht viel, aber doch habe ich daran etwas Entscheidendes gemerkt: Das Projekt, in dem M2-Kollege und ich gemeinsam gearbeitet haben, war für uns beide das erste mit wirklich großer Verantwortung. Wir waren oft unsicher, haben es aber ziemlich gut hinbekommen uns wirklich gemeinsam kollegial-partnerschaftlich eine Lösung einfallen zu lassen. Das war irgendwie ein ziemlich gutes Gefühl.
Und seitdem frage ich mich, ob der Alterunterschied zwischen mir und meinem Freund nicht doch ein größeres Thema ist als ich immer dachte. Ich habe früher immer gedacht, dass das natürlich ein Unterschied ist, der aber wegen der vielen anderen Gemeinsamkeiten nicht groß ins Gewicht fällt. Da kenne ich Paare die gleichalt sind, und größere Differenzen mit sich rumtragen. Und zehn Jahre sind ja auch keine 25...
Und trotzdem habe ich im zusammenarbeiten mit M2 gemerkt, wie gut es mir tut, mit jemandem Kontakt zu haben, der beruflich auf meinem Level ist...voller Tatendrang, aber auch noch nicht in allem super-souverän. Mein Freund ist da in einer völlig anderen Phase...und das ist auch normal, und sein gutes Recht. Und natürlich gilt das nicht nur für den Job, sondern auch für viele andere Lebensbereiche. Und ja, durch diese Erfahrung habe ich irgendwie gespürt, dass der Alterunterschied ganz automatisch doch ein Gefälle in unsere Beziehung bringt. Und wie bitte soll ich das wegdiskutieren? Ich kann ja schlecht von meinem Freund erwarten, dass er sich benimmt, als sei er zehn Jahre jünger. Nein, entweder alles beruhigt sich wieder in mir, und ich kann wieder sagen "Ja, das ruft Unterschiede hervor, aber die sind nicht so entscheidend" oder aber diese Aufgewühltheit bleibt bestehen, und ich muss mich fragen, ob ich nicht doch noch einmal den Sprung ins Unbekannte wagen muss...
Wo ich da stehe weiß ich gerade nicht, das schwankt teils stündlich. Ich denke, die nächsten Wochen werden interessant. Das letzte Projekttreffen mit M2 ist vorbei...und wie gesagt, es ist unwahrscheinlich, dass wir uns in nächster Zeit privat treffen werden. Damit es zufällig geschieht wohnen wir zu weit auseinander, und initiieren werde ich es erst mal nicht. Ich weiß gerade noch nicht so richtig, wie sich das anfühlt....aber ich werds beobachten.
Liebe Grüße!
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10.10.2011, 11:23
AW: Total durch Schuldgefühle blockiert....
Ich finde nicht dass Du mit Deinem Freund über etwas reden musst /solltest, was sich in Deinem Kopf abspielt und nicht in Echtzeit.
Das ist das gute an unseren Köpfen, der einzige Ort an dem ich ich sein kann und darüber entscheide wen ich wie weit daran teil haben lassen möchte.
Aber vielleicht gibt es etwas was Dir fehlt in Deiner Echtzeitbeziehung, wenn Du da Verbesserung wünschst und aktiv auch daran arbeiten willst, dann geht das nicht ohne diese Gefühle auszusprechen.
Es geht niemals um verbiegen, sondern darum sich gemeinschaftlich auch entwickeln zu können....Das Leben macht was es will und ich auch!



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