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    Eheberatung wagen?

    Hallo ihr Lieben,

    seit über einem Jahr lese ich hier nun mit und nun trau ich mich endlich zu schreiben. Entschuldigt wenn das Ganze jetzt etwas unsortiert rüberkommt - aber so sieht es auch in mir aus: unsortiert...

    Ich (46) bin nun seit fast 19 Jahren verheiratet, wir haben drei Kinder die noch bei uns leben in den letzten 10 Jahren haben wir zusammen schwere Zeiten überstanden.

    Schwierig war es immer und viele Spannungen habe ich in den letzten Jahren auf die schwierigen Umstände geschoben, aber seit ungefähr drei Jahren merke ich wie sich mein Mann mehr und mehr von mir entfernt hat. Es war als suche er etwas was er nicht bei mir finden könne... Ich habe versucht, zu erfahren was los ist, aber nie kam etwas konkretes immer war er "nur müde" oder ähnliches.

    Vor etwa einem Jahr hat er eine erstaunliche Begeisterung für eine junge Frau entwickelt, die im Sommer bei uns lebte. Dass er gerne den "grossen Bruder" spielt wusste ich immer - ich fand es zwar manchmal etwas übetrieben aber wirklich Sorgen hab ich mir deshalb nicht gemacht. Diesmal war es aber anders. Er hat gebaggert was das Zeug hielt, kleine Zettel mit HdL geschrieben und war zu erstaunlichen Höchstleistungen was Hilfe, Umsicht und Fürsorge anging bereit (ihr gegenüber). Mich hat er (so fühlte es sich an) mühelos beseitegeschoben. Dass ich unglücklich war, wochenlang statt zu essen nur geheult habe - es schien ihn nicht wirklich zu interessieren....
    Als sie im Herbst abreiste, hatte ich gehofft es sei nun vorbei. Wir haben mal über Eheberatung gesprochen aber irgendwie hat es sich im Alltag wieder verloren.

    Im Frühjahr ist er zu ihr gereist "um zu klären wie er wirklich zu ihr steht". Eine Woche war er weg - schrieb zunehmend lange liebevolle SMS und rief von unterwegs an. Als er wiederkam meinte er wüsste jetzt wo er hingehöre - nämlich zu uns. Aber es klang nicht wirklich wie eine Absage an Sie sondern eher wie eine Vernunftsentscheidung.


    Im Sommer haben wir die Schulferien getrennt verbracht . Erst bin ich mit den Kindern weggefahren , dann sollte er mit Ihnen fahren (ein Plan der nach dem letzten desaströsen Sommerurlaub mit Ihr beschlossen wurde) .
    Zwischen unseren Reisen waren noch einige Tage an denen wir beide Frei hatten. Schon als ich unterwegs war, klagte er über seine hohe Arbeitsbelastung und das er mal eine Weile rausmüsste. Kaum war ich wieder da reiste er schon am nächsten Morgen ab - Kurzurlaub - mal alleine zur Ruhe kommen. Und weil er auf dem Rückweg von Ihr so eine schöne Landschaft im Februar gesehen habe, ist er dort hingefahren.
    Und kam erst zum letztmöglichen Zeitpunkt wieder. Klar - ich habe SMS bekommen, er hat angerufen...aber es hat sich trotzdem grauenhaft angefühlt. Natürlich (?) habe ich gedacht er trifft sich wieder mit ihr.
    Als er wiederkam schwor er Stein und Bein er habe sich nicht mit ihr getroffen.

    Danach hat er seinen Urlaub mit den Kindern verbraucht und auch da habe ich reichlich SMS und Anrufe erhalten. Kaum zurück erzählten mir die Kinder sie hätten im Urlaub auch Sie getroffen. Ich war reichlichst sauer - aber wieder beteuerte er da wäre nix gewesen und sie sei dort in diesem Urlaubsland schon seit Monaten deshalb könne ich ja wohl sicher sein, dass er sich nicht mit ihr im Kurzurlaub getroffen hat. Und da wäre wirklich nie etwas gewesen (Unterton: "ich lasse mir von dir meine Freunde nicht verbieten")

    Vor zwei Wochen habe ich am Samstag morgen eine Postkarte in der Post gefunden. Adressiert an ihn - in englisch - eine mir unbekannte Frau bedankte sich bei ihm für die schöne gemeinsame Zeit an dem Kurzurlaubsort und wünschte sich noch mehr Stunden "Nase an Nase" ...

    Darauf angesprochen meinte er sinngemäss er wüsste nicht wie es mit dieser jungen Dame weitergehen würde, nein sie sei nicht seine Freundin und im übrigen sei unsere Ehe ja schon seit Jahren nicht in Ordnung. Aber er würde mich immer noch lieben und wünsche sich dass wir unsere Ehe noch retten könnten...

    Jetzt haben wir demnächst einen Termin bei der Eheberatung (den ich auf seinen Wunsch organsiert habe) aber ich habe ehrlich gesagt soviel Angst vor dem was er da sagt, dass ich am liebsten die Augen schliessen würde, mit Sack, Pack und Kindern ausziehen würde um nicht noch mehr von dem was gesagt wird verletzt zu werden...Ich zweifele sehr ob dieser Beratungstermin nicht nur eine Alibiveranstaltung für uns beide ist....

    Hat jemand von euch so eine Eheberatung schon einmal mitgemacht und kann mir Mut machen?
    Mut dass es sich lohnt dem zu stellen - wie immer es ausgeht (ich sage mir ständig es kann nicht schlimmer werden - aber irgendwie hört das Leben nicht auf mich)
    Geändert von sanni_64 (01.09.2011 um 00:40 Uhr) Grund: gekürzt um Anonymität zu wahren

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    AW: Eheberatung wagen?

    Hallo Sanni,

    ich bin zwar nicht verheiratet, aber vielleicht helfen dir meine Worte ja ein bisschen.

    Also, ehrlich gesagt finde ich es ziemlich unglaubwürdig, was dein Ehemann da alles erzählt. Das sind mir zuviele Zufälle mit im Spiel.
    Ich dachte "okay, manchmal kann sowas passieren", aber folgender Satz hat mich aufhorschen lassen: "nein sie sei nicht seine Freundin und im übrigen sei unsere Ehe ja schon seit Jahren nicht in Ordnung."
    Er sagt zwar sie sei nicht seine Freundin, aber im gleichen Satz (!!!) rechtfertigt er sich damit, dass eure Ehe ja nicht in Ordnung sei.

    Warum rechtfertigt er sich, wenn er nichts zu verheimlichen hat? Mir kommt das sehr spanisch vor.

    Was ich dir wünsche ist, dass du nicht die Augen verschließt und einfach nur hoffst, dass dein Mann die Wahrheit sagt, sondern, dass du den Mut hast als selbstbewusste Frau hin zu schauen und dich der Situation stellst.

    Viel Glück dabei! Und wenn dein Mann dich betrügt, und das klingt mir seeehr danach (tut mir leid), dann zieh Konsequenzen daraus, wenn du so nicht weiterleben möchtest!

    Viel Kraft!
    ~Give every day the chance to be the most beautiful day of your life~

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    AW: Eheberatung wagen?

    Hallo Sanni,
    ich kann Dir nur empfehlen zur Eheberatung zu gehen.
    Wohin diese Euch führt kann Dir niemand im Vorfeld sagen. Wir machen eine und der Einleitungssatz des Therapeuten war: Vielleicht bleiben Sie zusammen, vielleicht trennen Sie sich.
    Aber ein guter Therapeut tritt eigentlich nur als Moderator und Vermittler auf.
    Das heißt er hilft über Dinge wieder normal zu sprechen und auch die andere Seite wieder zu verstehen.
    Denkfehler aufzeigen und Mißverständnisse zu vermeiden.

    Bei uns ist fast jedes Gespräch davor ziemlich eskaliert. Seitdem wir hingehen wurde das viel, viel besser.

    Da es bei Euch derzeit ja nicht wirklich gut aussieht kann ich es nur empfehlen!
    Ich drück Euch die Daumen!
    Liebe Grüße
    Plagena

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    AW: Eheberatung wagen?

    Zitat Zitat von sanni_64 Beitrag anzeigen
    Jetzt haben wir demnächst einen Termin bei der Eheberatung (den ich auf seinen Wunsch organsiert habe) aber ich habe ehrlich gesagt soviel Angst vor dem was er da sagt, dass ich am liebsten die Augen schliessen würde, mit Sack, Pack und Kindern ausziehen würde um nicht noch mehr von dem was gesagt wird verletzt zu werden...Ich zweifele sehr ob dieser Beratungstermin nicht nur eine Alibiveranstaltung für uns beide ist....

    Hat jemand von euch so eine Eheberatung schon einmal mitgemacht und kann mir Mut machen?
    Mut dass es sich lohnt dem zu stellen - wie immer es ausgeht (ich sage mir ständig es kann nicht schlimmer werden - aber irgendwie hört das Leben nicht auf mich)

    Liebe sanni,

    die Augen schliessen und vor lauter Angst sich dem Ganzen nicht stellen hilft dir nicht weiter. Es wird dich einholen.
    Ich kann deine Angst nachvollziehen. Aber ob es eine Alibiveranstaltung für euch ist das wird sich herausstellen.
    Schau doch einfach mal wie es sich anfühlt, ob es dir weiterhelfen könnte, ob der Therapeut/die Therapeutin passt für euch usw.

    Eine Eheberatung hat ein offenes Ende. Es kann auch eine Trennungsbegleitung werden und die ist genauso wichtig. Auch und gerade weil ihr Kinder habt.

    Ich habe selbst eine gemacht und es war hilfreich. Auch wenn es letztendlich doch zur Trennung kam so gab es doch einen "Übersetzer" für uns und wir konnten viele Dinge klären. Das hätten wir alleine niemals hinbekommen.
    Ich kann dir nur Mut machen es auszuprobieren
    "Wenn du eine Entscheidung treffen musst und triffst sie nicht, ist das auch eine Entscheidung."
    William James

  5. Inaktiver User

    AW: Eheberatung wagen?

    Sani,

    in einer Eheberatung stehen nicht Vorwürfe im Vordergrund, sondern dass der eine Partner sich dem anderen über eine neutrale Person sichtbar machen kann. Du dich ihm, er sich dir. Manches kann unangenehm sein, was man vom Partner (erstmal ungefiltert) zu hören bekommt - dann aber eben gefiltert und beiden (!) vermittelt durch den Eheberater. Bevor du alles vor der Zeit hinwirfst, würde ich diese Chance unbedingt ergreifen! Damit ihr beide leichter erkennen könnt, was der eine beim anderen vielleicht vermisst und - was euch verbindet

  6. Inaktiver User

    AW: Eheberatung wagen?

    Zitat Zitat von sanni_64 Beitrag anzeigen
    und im übrigen sei unsere Ehe ja schon seit Jahren nicht in Ordnung. Aber er würde mich immer noch lieben und wünsche sich dass wir unsere Ehe noch retten könnten...
    Hat dein Mann dir jemals gesagt, dass er eure Ehe für "nicht in Ordnung" hält? Und wenn ja...was genau bemängelt er?

    BTW: Ich finde es ja schon hart, was er da abzieht. Baggert in deiner Gegenwart schamlos eine andere Frau an (das auch noch in eurer gemeinsamen Wohnung) und schert sich einen Dreck darum, wie es dir damit geht. Unter diesem Hintergrund würde ich mich schon fragen, wie ernst er es mit einer Eheberatung meinen kann.

  7. gesperrt

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    AW: Eheberatung wagen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hat dein Mann dir jemals gesagt, dass er eure Ehe für "nicht in Ordnung" hält? Und wenn ja...was genau bemängelt er?

    BTW: Ich finde es ja schon hart, was er da abzieht. Baggert in deiner Gegenwart schamlos eine andere Frau an (das auch noch in eurer gemeinsamen Wohnung) und schert sich einen Dreck darum, wie es dir damit geht. Unter diesem Hintergrund würde ich mich schon fragen, wie ernst er es mit einer Eheberatung meinen kann.
    Finde ich auch.

    Letzteres finde ich knallhart. Allerdings weiß ich auch gar nicht, wie du auf dieses Verhalten reagiert hast??

    Wieso lässt du so eine Behandlung einfach über dich ergehen?

    Vielleicht will er eine Beratung, weil du immer immer noch keine Konsequenzen gezogen hast und er sich endlich von einer Stimme von "draußen" erhofft, dass endlich etwas bei euch geschieht.
    Geändert von Dani (03.09.2011 um 10:50 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Eheberatung wagen?

    Ob er es ernst meint oder nicht, ist doch völlig egal. Es geht um Sani und um einen neutralen Blick von draußen. Dieser ist sicher besser möglich, wenn dieser neutrale Dritte (Familienberater) beide Seiten hören kann. Und wenn dieser Blick offenbart, dass einer von beiden (sie oder auch er!) in seiner Ehe zu viel vermisst, ist dies immer noch besser, als einfach mal so ohne einen Versuch der Klärung die Kinder zu nehmen und zu gehen - meine Meinung.

  9. User Info Menu

    AW: Eheberatung wagen?

    Vielen Dank ihr Lieben, dass ihr mir damals Mut gemacht habt.

    Ja - wir sind hingegangen und Ja - wir gehen immer noch regelmässig hin. Nachdem die ersten Termine fast sprichwörtlich einen Knoten platzen liessen ist zumindest unser Alltag wieder in erträgliche Bahnen gekommen.
    Viele Themen haben wir bewusst ausgeklammert um sie dann beim Eheberater zu besprechen.

    Sein Verhältnis hat er inzwischen beendet.

    Und es ist wie schon einige erwähnt hatten - ich bin mir nach wie vor nicht sicher ob ich nicht doch eine Trennung will.
    Im Moment haben wir eher einen freundlichen WG-Umgang miteinander. Das macht den Alltag speziell für die Kinder leichter ist aber für mich langfristig keine ausreichende Basis.

    Trotzdem kann ich Jedem und Jeder nur raten den Versuch einer Eheberatung zu unternehmen. Selbst wenn die Entscheidungen die ich fälle immer noch sehr weh tun - ich bin mir doch endlich ein wenig sicherer in dem was ich tue - und das ist doch auch schon was.

  10. Inaktiver User

    AW: Eheberatung wagen?

    Sanni,

    gratuliere!
    Auch zum Mut, vielleicht eine Entscheidung für eine Trennung zu fällen. Dass du vorher (wenn es denn zu dieser Entscheidung kommt) viel dafür getan hast auch ein Miteinander zu versuchen, wird diese Entscheidung weniger schmerzhaft machen.

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