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    verwirrt Sechs Jahre meines Lebens...

    Hallo ihr Lieben!

    Bekanntlich schreibt man ja immer dann, wenn es einem besonders schlecht geht.
    Ich versuche jetzt mal, meine Geschichte ansatzweise hier zu erzählen, um vielleicht doch noch ein paar weitere Ansatzpunkte zur Lösung meines Problems zu erhalten oder um nochmal andere Blickwinkel zu entwickeln.

    Seit ziemlich genau sechs Jahren befinde ich mich in einer Affäre mit einem Mann. Ich bin verheiratet und mit meinem Mann seit fast 12 Jahren zusammen.
    Der Mann meiner Nebenbeziehung ist ebenfalls verheiratet und hat zwei Kinder.
    Als ich diesen Mann kennengelernt habe, ging es mir schlecht. Über bestimmte Dinge konnte ich damals mit meinem Mann nicht reden und der andere hat mich in meiner schwächsten Phase "erwischt" und mir zugehört. Zwangsläufig in der damaligen Situation, aber das ist nicht wirklich wichtig.
    Kurz gesagt, nach einiger Zeit hat es mich total erwischt. Ich hatte mich verliebt. Etwas derart Großartiges, Gefühlvolles, Zärtliches und Schönes habe ich vorher noch nie erlebt und werde es auch nicht nochmal erleben. Sexuell war es einfach perfekt-als wären wir diesbezüglich genau füreinander bestimmt.
    Kurz darauf hat er zum ersten Mal von seinen Kindern gesprochen, die gerade mal 2 und 1 Jahr alt waren. Ich weiß genau, wenn ich das vorher gewußt hätte, hätte ich mich niemals in diese Ehe "eingemischt"! Aber da war es bereits zu spät. Ich war schon abhängig. Süchtig!
    In dieser Sucht und meiner immer noch andauernden Euphorie habe ich mich nach und nach verloren. Ich habe nur noch für ihn gelebt.
    Wegen der Kinder wollte ich ihn natürlich nicht unter Druck setzten und hab einfach gewartet, in der Hoffnung, daß er sich entscheidet. Meinetwegen auch gegen mich, um seiner Kinder willen.
    Aber das hat er nicht. Stattdessen bin ich immer weiter in die Sucht hineingerutscht. Ich habe meinen Alltag nach ihm gelebt, war immer erreichbar, habe Verabredungen abgesagt, Freunde vernachlässigt, war immer bereit, wenn er denn mal kurzfristig ein paar Stunden für mich aufbringen konnte. Bin manchmal hundert KM zu unserem Treffpunkt gefahren, um dann per sms fünf Minuten vor unserer verabredeten Zeit eine Absage zu bekommen und wieder 100 KM nach Hause zu fahren. Mein Befinden hing nur von seinem Verhalten ab. Ich war glücklich, wenn er sich gemeldet hat, ich war unglücklich, wenn ich nichts von ihm hörte. Nur darum ging es.

    Mit meinem Mann habe ich zwar gesprochen, aber er wollte mich keinesfalls verlieren und auch ich wollte mich unter diesen Umständen nicht von ihm trennen. Erstens hatte ich ja auch für ihn noch starke Gefühle (die habe ich immer noch), wenn auch auf einer völlig anderen Ebene. Zweitens wollte ich damit meinen M2 nicht in Zugzwang bringen oder gar ein Ungleichgewicht in unsere Beziehung.
    Es ging mir immer schlechter mit der Situation, mein Gewissen demütigte mich, in beide Richtungen. Ich bin körperlich krank geworden und sicher, daß diese Situation vielleicht nicht die Ursache, aber der Auslöser war.
    Nach zweieinhalb Jahren habe ich begriffen, daß er sich nicht entscheiden wird und habe die Sache beendet. Leider war die Dauer meiner Konsequenz absehbar, das heißt sie hielt gerade mal 3 Monate an.
    In dieser Zeit bin ich von meinem Mann schwanger geworden. Und hatte gehofft, das sei noch ein Motiv mehr, um von ihm, von dieser emotionalen Abhängigkeit loszukommen. Mein Kind war meine Priorität, ganz klar.
    Leider bin ich wieder schwach geworden, immer wieder. Und es folgten Jahre mit großer Verzweiflung, Hoffnung, Illusionen, Lügen, Trennungen, großen Dramen, vielen Tränen....
    Eine zeitlang haben wir versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Den Kindern zwei "intakte" Familien zu geben und unsere Beziehung im Rahmen unserer Möglichkeiten zu leben. Ich hab sogar ganz kurz geglaubt, das könne funktionieren.
    Tut es nicht. Zumal ich immer viel mehr gegeben habe als er. Ich hab alles möglich gemacht. Er hatte es sehr bequem und auch nur dann Zeit, wenn es gerade zufällig passte.

    Heute bin ich immer noch in diesem Karrussell gefangen, obwohl ich mittlerweile klarer sehe.
    M2 möchte ich keinesfalls als Partner. Ich kenne ihn jetzt seit 7 Jahren. Und ich kenne ihn wirklich. Und so wie er ist, möchte ich ihn nicht als Mann an meiner Seite. Zu viele Charaktereigenschaften passen nicht mit meinen Vorstellungen zusammen. Er kann nicht ehrlich sein und wäre es in einer Beziehung zu mir auch nicht. Daß ich ihn damals als meine große Liebe angesehen habe, mag sein. Es war wohl so. Aber ich wollte da ja auch nur sehen, was ich sehen wollte. Das was nicht gepasst hat, hab ich ausgeblendet.
    Soviel weiter bin ich also.
    Das Problem ist jetzt aber leider-und genau das ist es, was ich selbst nicht verstehe-daß ich immer noch nicht von ihm loslassen kann. Immer noch löst er in mir Gefühle aus wie damals. Herzklopfen, Kribbeln, Sehnsucht. Ich bin kurzzeitig glücklich, wenn er anruft und mir sagt, daß er mich über alles liebt. Gleichzeitig weiß ich, daß es leere Worte sind, wenn keine Taten folgen.
    Sehr paradox und krank: Ich will diesen Mann nicht als Partner, kann aber im Moment den Gedanken kaum ertragen, daß er ganz aus meinem Leben verschwindet. Und komme auch nicht mit "ein bißchen" von ihm klar.

    Puh, ich weiß, das klingt total kirre.... aber vielleicht kann der oder die ein oder ander ja dennoch ein bißchen nachvollziehen wie es mir geht.
    Ich weiß, daß ich von ihm loskommen muß, um wieder zu leben. Um meine Familie zu retten und meinem Mann wieder Liebe geben zu können.
    Bloß wie schaffe ich das, nach sechs Jahren...??? Sechs Jahre meines Lebens habe ich fast ausschließlich ihm geschenkt und bin schon beinahe daran kapuutt gegangen.

    Lg, Sternchen.
    "Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit."

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    AW: Sechs Jahre meines Lebens...

    Sternchen

    Habe wenig Zeit.
    Zwei Fragen fallen mir ein:

    1) Wie sieht deine Ehe inzwischen aus?

    2) Kannst du dir vorstellen, alle Kontaktwege für M2 zu kappen (Handynummer, Mailadresse usw.)?

    Kontaktabbruch, solange Kontakt möglich ist, ist ungleich schwerer.
    Das ist, als wolltest du aufhören zu rauchen und hättest ständig eine offene Schachtel und Feuer in der Tasche.

    Ich wünsch dir Kraft!
    Die ersten Schritte hast du schon getan

  3. 10.08.2011, 14:59

    Grund
    AGB-Verstoß

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    AW: Sechs Jahre meines Lebens...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...
    Wieso liegt dein Fokus so sehr auf den Mann.
    Der schreibt hier doch nicht.

    Und wie ich die TN verstanden habe, hat sie ihm sehr wohl von M2 erzählt?!

    Ich halte es für wenig konstruktiv so auf ihr herumzuhacken.
    Geändert von Inaktiver User (10.08.2011 um 16:58 Uhr) Grund: Zitat gem. gelöschten Orig.-Postings ebenfalls gelöscht

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    AW: Sechs Jahre meines Lebens...

    Zitat Zitat von FriendOfAlwin Beitrag anzeigen
    Sternchen

    Habe wenig Zeit.
    Zwei Fragen fallen mir ein:

    1) Wie sieht deine Ehe inzwischen aus?

    2) Kannst du dir vorstellen, alle Kontaktwege für M2 zu kappen (Handynummer, Mailadresse usw.)?

    Kontaktabbruch, solange Kontakt möglich ist, ist ungleich schwerer.
    Das ist, als wolltest du aufhören zu rauchen und hättest ständig eine offene Schachtel und Feuer in der Tasche.

    Ich wünsch dir Kraft!
    Die ersten Schritte hast du schon getan
    Dank dir!
    Zu deinen Fragen:

    1) Meine Ehe konzentriert sich zur Zeit noch auf unseren Sohn. Ich verstehe mich mit meinem Mann sehr gut, wir harmonieren in sehr vielen essentiellen und wichtigen Punkten. Ich liebe ihn, aber vollkommen anders als ich M2 geliebt habe. Mein Mann ist der zuverlässigste, ehrlichste und liebste Mensch, den ich kenne. Und ich will mit ihm zusammenbleiben.

    Im übrigen habe ich in der Tat mit ihm geredet. Mehrmals und sehr intensiv. Über M2, über meine Gefühle, meine Zerrissenheit, seine Gefühle dazu.

    Er hatte die Wahl, die hat er immer gehabt und hat sie jetzt auch noch. Er weiß um meine Gefühle, so ehrlich wie ich sie mir selbst auch eingestanden habe, und so ehrlich es nur ging.

    2) Diese Möglichkeit kann ich mir vorstellen, hab es aber noch nicht geschafft, das wirklich in die Tat umzusetzten. Zumal M2 nochmehr Probleme mit dem Loslassen hat als ich und immer alles daran setzt, mich irgendwie erreichen zu können. Sei es per Festnetz, auf der Arbeit. Leider gibt es immer Möglichkeiten, und ich bin im Moment noch nicht stark genug, ihm den Kontakt zu mir zu verbieten.

    Aber du hast ja recht, es ist als wollte man von etwas loskommen, was man aber immer in der Tasche hat... ich weiß.

    Danke euch schonmal.

    Sternchen
    "Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit."

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    AW: Sechs Jahre meines Lebens...

    Zitat Zitat von Teilzeit-Sternchen Beitrag anzeigen
    Puh, ich weiß, das klingt total kirre.... aber vielleicht kann der oder die ein oder ander ja dennoch ein bißchen nachvollziehen wie es mir geht.
    Ich weiß, daß ich von ihm loskommen muß, um wieder zu leben. Um meine Familie zu retten und meinem Mann wieder Liebe geben zu können.
    Bloß wie schaffe ich das, nach sechs Jahren...??? Sechs Jahre meines Lebens habe ich fast ausschließlich ihm geschenkt und bin schon beinahe daran kapuutt gegangen.
    Hey Sternchen ...

    Du solltest die ganze Sache nicht so negativ sehen. Du hast auch ganz ganz viel schönes und bedeutendes bekommen durch diesen Geliebten. Dir ging es auch ohne den schon schlecht, wie du geschrieben hast.

    Wäre er nicht gewesen, dann wärest du heute eine Andere und du hättest womöglich eine noch viel größere Krise in dir. Niemand kann dir das wieder nehmen, was du mit ihm erlebt hast. Das solltest du nicht vergessen. Stell dir vor, du hättest niemals das Schöne mit deinem Lover erlebt. Was für eine Frau wärest du heute?

    VanDyck
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
    Daniel Kahneman

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    AW: Sechs Jahre meines Lebens...

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Was für eine Frau wärest du heute?
    Da hast du schon Recht.
    Darauf sollte aber sicher nicht der Fokus liegen, wenn man etwas beenden möchte.
    Das kann man immer noch würdigen, wenn man mehr Abstand hat.

    Ist meine Erfahrung.

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    AW: Sechs Jahre meines Lebens...

    Sternchen, gibt es einen bestimmten Auslöser, dass Du genau jetzt nicht mehr M2 willst, ist diesem eine bestimmte Aktion vorangegangen???
    Das Leben macht was es will und ich auch!

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    AW: Sechs Jahre meines Lebens...

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Hey Sternchen ...

    Du solltest die ganze Sache nicht so negativ sehen. Du hast auch ganz ganz viel schönes und bedeutendes bekommen durch diesen Geliebten. Dir ging es auch ohne den schon schlecht, wie du geschrieben hast.

    Wäre er nicht gewesen, dann wärest du heute eine Andere und du hättest womöglich eine noch viel größere Krise in dir. Niemand kann dir das wieder nehmen, was du mit ihm erlebt hast. Das solltest du nicht vergessen. Stell dir vor, du hättest niemals das Schöne mit deinem Lover erlebt. Was für eine Frau wärest du heute?

    VanDyck
    Hey!

    Danke. Weißt du, daß ich es manchmal sogar so sehen kann...? Aber nur ganz ganz selten. Und auch immer nur dann, wenn alles stimmt, wenn ich weiß, daß ich ihn wiedersehen werde.
    Denn es hat ja auch sowas Romantisches, ich weiß.
    Aber er tut mir jetzt nicht mehr gut, das ist Fakt. Es macht mich regelrecht krank.
    Und meistens denke ich leider so, daß ich nicht vermissen würde, was ich nie kennengelernt hätte. Ich wäre vielleicht zufrieden mit dem, was ich hatte. (Der Grund, warum es mir damals schlecht ging, war speziell und situativ in diesem Moment, sozusagen).
    Es fällt mir schwer, mich meinem Mann anzunähern, eben WEIL ich das mit meinem Geliebten genau so und so schön und so intensiv erlebt habe. Das kann ich nicht übertragen. Nich auf meinen Mann und nicht auf irgendeinen anderen Mann. Niemals.
    Und weißt du, was mir noch schwerer fällt? Den Gedanken eines "Nie wieder" zuzulassen. Nie wieder das mit ihm zu erleben.
    Und dennoch will ich Ruhe in meinem Leben, endlich. Keine Auf und Ab mehr. Keine Dauersehnsucht, kein chronisches Vermissen, kein Herzklopfen, keine Dramen, keine Tränen, keine Illusionen. Davon hatte ich so viel. Und kann anscheinend trotzdem nicht ohne all das....

    Wie soll ich denn das Positive sehen, wenn es mir weh tut? Oder muß ich wirklich verstehen, daß es jetzt nichts mehr mit Liebe zu tun hat, weil ich ihn ja gar nicht mehr als Partner will? Und warum tut es dann trotzdem weh?
    Das verwirrt mich so.

    GLG, Sternchen.
    "Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit."

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    AW: Sechs Jahre meines Lebens...

    Interessant finde ich die Fragestellung, warum die TE damals, als es ihr schlecht ging, nicht mit M1 darüber sprechen konnte, nun aber sehr wohl über M2.
    Das Leben ist kein Ponyschlecken! (geklaut von fledervieh )

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    AW: Sechs Jahre meines Lebens...

    Hallo Sternchen,

    ich bin sehr ergriffen von deiner Geschichte und kann gut mit dir fühlen und wünsche dir für die Zukunft stärkere Nerven.

    Was ich aber nicht ganz verstehe, wenn dein Mann von der ganzen Geschichte weiß, dich nicht hat fallen lassen, sondern immer noch bei dir ist, warum sucht ihr nicht gemeinsam nach einer Lösung?

    Es gibt doch Eheberatungen, zu denen man gemeinsam gehen kann und du brauchst doch keine Angst haben deinem Mann etwas zu beichten, denn er weiß doch schon alles.

    Das ist doch schon mal ein guter Anfang, wie ich finde.
    So "gute" Voraussetzungen findet man wohl kaum bei anderen Paaren.

    Kukka

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