Hallo zusammen,
habe gerade "The Kids Are Allright" gesehen und frage mich zum wiederholten Male:
"Warum sind Liebe und Sex für uns oft so furchtbar kompliziert?"
Warum sind wir so leicht eifersüchtig? Liegt es an unserer Erziehung unserer Kultur hier oder
ist es etwas, was tief in uns steckt?
Warum kann hier nicht einfach ganz offen: Jeder mit Jeder, Jeder mit Jedem, Jede mit Jeder
und was weiß ich noch alles einfach locker und entspannt eine Beziehung anfangen - egal ob kurz
oder lang - und anschließend wieder seinem bisherigen Leben nachgehen, ohne ein schlechtes
Gewissen haben zu müssen? Also z. B. auch: Eine Frau hat Lust auf den Mann ihrer besten Freundin
und die Beteiligten gönnen sich dieses auch, ohne hinterher Theater zu machen.
Man sagt den Insulanern in der Südsse nach, dass die sich diesbezgl. enorm leicht tun. Wann immer
und wo immer sie darauf Lust haben, tun sie es.
Ist unsere Gesellschaft daran Schuld, oder die Kirche oder der Staat? Warum ist hier alles so kompliziert zu diesem Thema? Wie könnte man alledem den Wind aus den Segeln nehmen?
Ist es oft der Kinder wegen? Sollen diese nicht die Leidtragenden sein?
Ich hoffe, dass meine Frage hier so gestellt werden darf und ich dazu auch im richtigen Forum bin. Falls nicht, wäre ich über einen Hinweis über ein passenderes Form sehr dankbar.
In der Hoffnung auf ernstgemeinte Antworten, sage ich erstmal Tschüß!
Juancito
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Ergebnis 1 bis 10 von 148
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15.06.2011, 21:09
Warum ist das Thema Liebe und Sex für uns oft so furchtbar kompliziert?
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15.06.2011, 21:43Inaktiver User
AW: Warum ist das Thema Liebe und Sex für uns oft so furchtbar kompliziert?
Dazu fällt mir ein:
"Du selbst bist die Welt, die sich in dir bindet oder dich frei macht. Entscheide selbst."
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15.06.2011, 22:32
AW: Warum ist das Thema Liebe und Sex für uns oft so furchtbar kompliziert?
Ganz einfach: Ich kann nicht mit jedem ins Bett.
Es gibt superwenige Männer auf die ich richtig, richtig scharf bin. Und die will ich für mich und nicht teilen.
Ich halte mich für exklusiv und ich halte diese Männer für exklusiv.
Wenn ich noch mit anderen und die noch mit anderen schlafen, dann ist daran nichts Besonderes und Geiles und Tolles mehr.
Dann ist das läppisch und die Menschen sind dann ja nur noch austauschbar. Dann ist der Sex auch für mich nicht mehr spannend...
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15.06.2011, 22:48
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15.06.2011, 22:49Inaktiver User
AW: Warum ist das Thema Liebe und Sex für uns oft so furchtbar kompliziert?
Was hindert dich dran, dich mit Menschen zu umgeben, die so denken wie du ? Dann könnt ihr so leben, wie ihr es euch vorstellt. Alles ganz einfach, oder ?
Ich finde das Thema garnicht schwierig. Schwierig wird es erst dann, wenn jemand versucht, dem anderen die eigenen Vorstellungen als die alleine richtigen zu verkaufen sozusagen. Und der andere seine eigenen Vorstellungen unterdrückt, nicht dafür einsteht.
Jetzt lehne ich mich mal gemütlich zurück und warte auf die Statements einiger anderer, hier einschlägig bekannter Verdächtigen....

Gruß, ElliGeändert von Inaktiver User (15.06.2011 um 22:56 Uhr)
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15.06.2011, 22:50
AW: Warum ist das Thema Liebe und Sex für uns oft so furchtbar kompliziert?
Den Film habe ich auch gesehen....
echt eine schwierige Frage, die du da in den Raum stellst.
Die Kinder leiden ja auch so, weil eben viele Beziehungen wegen Begriffen wie Treue oder Eifersucht in die Brüche gehen weil jeder den Partner besitzen oder kontrollieren will.
Mir selbst macht dieser Besitzanspruch auch zu schaffen, dass man so viele Kompromisse machen muss, es schwierig ist, wenn man einen Partner hat, noch einen guten "Kumpel" gleichzeitig zu haben, oder man ja um Himmels Willen nicht mit dem Mann einer Freundin mal auch nur weggehen kann. Wenn man einen Mann von sich aus anspricht, damit rechnen zu müssen, als Flittchen zu gelten u.u.u.u
Egal wie, wenn man aus der Rolle fällt, irgendwie nicht der Norm entspricht, wird es schon schwierig.
Zwar ist vieles schon viel lockerer geworden, aber es gibt immer noch zu viele Schranken in den Köpfen der Menschen. Wäre mir anders auch lieber. Keine Vorurteile, keine Homophobie, keine bestimmten Rollenbilder, denen man entsprechen soll oder muss.
Ich wäre jederzeit bereit, für offenere Lebensformen, andere Arten von Beziehungen, mehr an Freiheit....
Schätze aber, dass ich dafür dann doch in die Südsee ziehen müsste.
Vielleicht wollen ja auch die meisten Menschen, dass es genau so bleibt: Frauen nur mit Männern und am besten auch nur mit ihren "eigenen". Wie sieht es da im eigenen Bekanntenkreis aus? Würden die dir ihren Mann "ausleihen", es gut finden, wenn du nebenbei auch was mit einer Frau hättest, oder einen bisexuellen Partner hättest? Wie weit geht da die Toleranz? Oder jede Woche einen anderen?
Ich glaube (und hoffe), dass es viel mehr Menschen gibt, die anders denken, anders fühlen und sich dann eben irgendwann das fragen, was du hier gefragt hast....
Ein Träumer hat vielleicht keinen Plan;
Aber ein Realist hat keine Visionen !!!
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15.06.2011, 22:58
AW: Warum ist das Thema Liebe und Sex für uns oft so furchtbar kompliziert?
> Ganz einfach: Ich kann nicht mit jedem ins Bett.
Das sehe ich genau so. Jeder hat so seine bestimmten Vorstellungen, was einen
geeigneten Partner angeht.
> Es gibt superwenige Männer auf die ich richtig, richtig scharf bin. Und die will ich für mich und nicht
> teilen.
> Ich halte mich für exklusiv und ich halte diese Männer für exklusiv.
Auch das ist nachvollziehbar. Nur: wie lange soll / darf diese Exklusivität denn dauern?
Währenddem Du also mit einem zusammen bist, herrscht die Exklusivität vor und erst
wenn die Beziehung auseinander ist, darf wieder jeder seiner eigenen (sexuellen) Wege gehen?
Siehst Du das so? Was vermutest Du, woher diese Deine Sichtweise kommt? Denkst Du,
dass sie uns Menschen auf natürlichem Wege mitgegeben wurde oder wurde sie
uns eingeimpft?
> Dann ist das läppisch und die Menschen sind dann ja nur noch austauschbar. Dann ist der Sex
> auch für mich nicht mehr spannend...
Und das muss er offensichtlich sein!?
Sorry, falls ich hier zu indiskret mit meinen Fragen bin. Ich möchte halt endlich mal kapieren,
warum wir in dieser Hinsicht so sind wie wir sind. Evtl. ist es ja gut so und macht wirklich
Sinn. Nur welchen?
cu
Juancito
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15.06.2011, 23:26Inaktiver User
AW: Warum ist das Thema Liebe und Sex für uns oft so furchtbar kompliziert?
Ich sprech nur für mich: richtig guten Sex gibt es für mich nur mit Nähe. Die aufzubauen dauert. Und da ich im Leben noch was anderes zu tun habe als durch die Betten zu hüpfen ist es schon eine reine Zeitfrage, wieso ich nicht x Partner gleichzeitig habe. Und es ist auch so, dass ich nicht allzu viele Männer wirklich reizvoll finde, dazu hab ich neulich ein schönes Zitat gelesen: ein Kuss der das Herz nicht berührt langweilt den Körper (Blaise de Montluc). So geht es mir auch.

Daraus ergibt sich die Exklusivität für mich von ganz allein, das empfinde ich nicht als Zwang. Und ich wollte sie auch nicht von meinem Partner erzwingen, aber jemand mit dem ich auf einer Wellenlänge bin wird das ähnlich empfinden. Meiner Erfahrung nach, sonst passt noch mehr nicht, da empfindet man dann einfach zu unterschiedlich, das trennt dann emotional sowieso.
Die meisten Leute schaffen es ja schon nicht den Sex mit einem Partner auf Dauer in ihr Leben zu integrieren , wie soll man das dann mit mehreren Partnern schaffen?? Ich lebe wenn dann sehr intensive Beziehungen, eine beiläufige Alltagsbeziehung ist nicht meins, da wär also auch gar keine Energie für so Nebenhergeschichten, ganz oder gar nicht ist eher meins.
Wär ich anders gestrickt und fände Sex mit wechselnden Partner und den Reiz des Neuen aufregender würde ich das auch so leben, ich wüßte nicht was mich heute daran hindern sollte.Geändert von Inaktiver User (15.06.2011 um 23:33 Uhr)
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15.06.2011, 23:30Inaktiver User
AW: Warum ist das Thema Liebe und Sex für uns oft so furchtbar kompliziert?
Es ist der Widerstreit zwischen dem Bedürfnis nach Neuem und dem nach Beständigkeit. Diese zwei Bedürfnisse hat jeder, mal mehr das eine, mal mehr das andere. Und wir wissen darum bei uns und beim Partner und bei einem eventuellen Dritten.
Wir brauchen Sicherheit im Leben und wir verteidigen unseren geschützten Bereich. Sex und/oder auch andere Gemeinsamkeiten mit Dritten kann eine Gefahr für die eigene Position werden, wir könnten von unserem wärmenden Bärenfell oder sogar ganz aus der “Höhle“ vertrieben werden. Darum reagieren wir schon auf eine eventuelle Gefährdung mit Abwehr. Ich glaube, dass ist ein instinktives Verhalten.
Empathie ist die große Bremse, wenn bei uns selbst der Wunsch nach Neuem Vorrang bekommt. Wir können uns einfühlen, dass wir mit Untreue einem anderen Schmerzen zufügen. Und wir wissen, dass solches Handeln unsere Sicherheit gefährdet. Je größer die Gefährdung, desto stärker ist wohl dieser Regulierungsmechanismus.
Das ganze kann außer Kraft gesetzt werden, wenn fremde Beziehungen unseres Partners uns keine Angst machen. Ist man sich seiner eigenen Position absolut sicher, können wir großzügig sein. Oder wir sind so autark, dass wir uns auch allein unser Bedürfnis nach Sicherheit erfüllen können. Oder das gesamte soziale Gefüge gibt uns die Sicherheit, aufgefangen zu werden, was auch kommt oder man selbst tut. Meist hat man wohl nur zeitweise dieses Gefühl der unzerstörbaren Sicherheit, dann schlägt das Pendel bei dem einen Teil oder dem anderen wieder aus.
So, das sind jetzt mal meine Nachtgedanken zu dem Thema.
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16.06.2011, 00:43
AW: Warum ist das Thema Liebe und Sex für uns oft so furchtbar kompliziert?
OT: Das habe ich in der Suedsee so nicht erlebt - und hoffe das bezieht sich nicht auf was Margaret Mead anscheinend herausgefunden hat.
Ich glaube nicht, dass es nur eine komponente bei dieser Frage gibt.
Auch wenn jemand in einer solch offenen Gesellschaft aufwaechst, kommt es doch auf die Person an - und mit was sich die Person wohl fuehlt.
Als Beispiel:
1000 Menschen, 52 verschiedene Nationalitaeten, leben und arbeiten zusammen und haben kaum die Chance ausserhalb diesen 1000 Menschen einen Partner fuer die 6 - 9 Monate zu finden, in denen sie auf relativ limitiertem Raum zusammenarbeiten.
Da gibt es die, die 3 Partner zur gleichen Zeit haben, die, die nur einen haben und den fuer die Dauer des Aufenthalts fuer sich haben wollen, die, die jede Woche einen anderen Partner haben.
Das zieht sich durch alle Kulturen und Nationalitaeten.
Es gibt ueberall solche und solche. Deswegen glaube ich nicht, dass es mit Gesellschaft, Staat oder Kirche zu tun hat.
Diese 3 geben eventuell Richtlinien vor und gewisse Verhaltensweisen wurden so "anerzogen".
Wenn die "Kontrolle" von den Nachbarn (Gesellschaft) wegfaellt - werden die meisten wohl lockerer - aber die sind auch so, wenn sie zu Hause sind - es bedarf nur mehr Vorsicht.
So habe ich das jedenfalls bei diesem Beispiel erlebt.
Ja, manche Nationalitaeten gelten als "ehrlicher, verlaesslicher" - aber wirklich einen Unterschied macht es nicht.
Es gibt den durch alle Betten ziehenden Deutschen genauso wie den treuen Jamaikaner.
Fuer mich bin ich einfach zu dem Schluss gekommen, dass das jeder anders sieht und empfindet und demensprechend handelt - oder sich eben Grenzen setzt - oder mit schlechtem Gewissen, nach vielen Versprechungen und Schwueren, sich trennt.
Genauso wie fuer andere alles mitgenommen wird was geht - und kein weiterer Gedanke daran verschwendet wird.


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