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  1. Avatar von Jozi
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    Affäre oder Ehe?

    Hallo,

    ich muss mich an Euch wenden, da ich mich momentan besonders elend und hilflos fühle. Ich habe hier immer wieder viel gelesen, brauche jetzt aber Unterstützung und Eure Erfahrungen.

    Ich versuche, meine Situation kurz zu schildern: ich bin schon über 10 Jahre verheiratet mit einem sehr lieben Mann. Wir sind Familie füreinander, da sowohl seine als auch meine familiäre Situation mit den Eltern nicht gut ist. Wir haben uns früh gefunden, Halt gegeben, uns geliebt und immer zu 100% hinter dem anderen gestanden. Leider ist uns im Laufe der Jahre die Verliebtheit verloren gegangen. Sie ist MIR verloren gegangen, um genauer zu sein. Auch das ist ja nichts Außergewöhnliches, weil sich Liebe anders äußern kann mit der Zeit, aber es ist bei mir soweit gegangen, dass ich ihn eher als Bruder sehe und wir seit Jahren keinerlei körperlichen Kontakt mehr haben. Ich begehre ihn nicht und habe es noch nie als leidenschaftlich empfunden, mit ihm zu schlafen. Die Bezeichnung Bruder beschreibt es wirklich am besten: er ist meine Familie, ich liebe ihn sehr und ich würde alles für ihn tun. Gerade diese 100%ige Verlässlichkeit macht uns sehr stark. Ein Leben ohne ihn erscheint mir kaum denkbar. So nun zum zweiten Problem.

    Zunächst dachte ich, ich sei einfach sexuell desinteressiert. Dem ist nicht so. Langsam, nachdem es mit meinem Mann schon länger eingeschlafen war, haben mich andere Männer interessiert und einmal habe ich mich verliebt. Es war der intensivste Sex meines Lebens und ich bin förmlich aufgeblüht. Ich liebe Sex und denke, ich bin sinnlich und kann leidenschaftlich sein. Diese Beziehung war ansonsten allerdings sehr negativ, weswegen sie endete, wenn auch mit starken Trennungsschmerzen. Mein Mann hat meine Entfremdung damals bemerkt. Ich sagte, ich sei verliebt und verwirrt und dass wir uns räumlich trennen sollten, was er eigentlich nicht wollte. Details wollte er nicht wissen und weiss somit auch nicht definitiv, dass ich eine Affäre hatte. Aufgrund eines Umzugs, den ich erst ein Jahr später vollzogen habe, kam es dann doch zu einer räumlichen Trennung. Nachdem die Affäre in die Brüche ging, bin ich irgendwann in die neue Stadt gezogen. Ein klares Zeichen, unsere Ehe fortsetzen zu wollen. Ich hatte auf eine Änderung gehofft, aber nach wie vor blieb die Beziehung asexuell. Irgendwann hatten wir auch ein Gespräch, dass es ok wäre, einen anderen Partner zu haben. Mein Mann versteht allerdings nicht, warum man seine körperlichen Bedürfnisse nicht miteinander befriedigen kann. Ich sage dann, dass das irgendwie weg ist und mittlerweile sagt auch er, er könne sich kaum vorstellen, das wieder zu erlangen. Ich gehe davon aus, dass er in den letzten Jahren überhaupt keinen Sex hatte.

    Nun habe ich vor ca. einem Jahr einen Mann kennengelernt, der an Sinnlichkeit und Empfindsamkeit alles übertrifft, was ich bis dato kennengelernt habe. Er hat sich Hals über Kopf sehr stark in mich verliebt und kämpft seither um mich. Er sagt, er könne meine Ängste verstehen und stünde einer Freundschaft mit meinem Mann niemals im Wege, wenn ich mich aus meiner Ehe lösen würde. Er ist sicherlich ein sehr verlässlicher Partner und ich bin in ihn verliebt. Wir hatten auch eine sehr sinnliche, schöne und liebevolle sexuelle Beziehung. Nun konnte ich mich aber nie durchringen, mich von meinem Mann zu trennen. Ich habe fast mein halbes Leben mit ihm verbracht und fühle mich ihm verbunden. Ein Leben ohne ihn kann ich mir kaum vorstellen. Er ist mein Fels, meine Stütze, die ich sonst nicht habe. Nach aussen bin ich stark, aber durch ihn in meinem Rücken. Ich bin mir auch völlig darüber im Klaren, dass eine Ehe aus wesentlich mehr bestehen muss als aus Verliebtheit, auch wenn das nicht dem entspricht, was man in einer TV-Romanze sieht. Und da habe ich bei meiner Affäre Zweifel. Er ist eher der künstlerisch-emotional veranlagte Typ, mein Mann der rational veranlagte. In meiner Brust schlagen beide Herzen, ein emotionales und ein rationales, weswegen mich diese ganze Situation auch so zerreisst. Der eine hat genau das, was dem anderen fehlt und ich glaube, bei nmeinem Affärenmann würde mich nach einiger Zeit des Zusammenlebens auch einiges stören. Unsere Gespräche über sachliche Themen empfinde ich oft als frustierend, auch wenn ich bei emotional gefärbten Themen immer wieder von ihm beeindruckt bin. Lange Rede, kurzer Sinn: so geht es nicht weiter, er leidet und ich finde die Situation auch untragbar. Wir haben mehrfach versucht, uns zu trennen und entweder er ist immer wieder zu mir gekommen oder ich zu ihm (nur die letzten beiden Male). Gestern Abend wurde mir wieder alles zu viel und ich habe gesagt, wir müssen es beenden. Er war wie vor den Kopf gehauen, auch wenn es nicht das erste Mal ist. Am Ende habe ich doch bitterlich am Telefon geweint. Jetzt fühle ich mich schlecht, sehr schlecht. Mir ist übel, ich habe nicht geschlafen, ich habe gestern abend noch das Rauchen wieder aufleben lassen und denke nur an ihn. Ich weiss, das die Trennung diesmal anders war als sonst. Endgültiger. Für beide. Er ist am Rande seiner Kräfte und hat das mehrfach betont. Er hat mir ja auch wirklich jede Chance gegeben. Und nun muss ich dem Wirrwarr in meinem Kopf und meiner aus der Affäre resultierenden Unruhe ein Ende setzen. Ich habe nur Angst, dass ich es nicht schaffe. Mein Mann weiss von dieser Affäre konkret nichts, sagt eben nur generell: ich will im Fall der Fälle von einem anderen Mann nichts wissen und "erwarte" dass es eine kurze Bekanntschaft ist.

    Ich bin aus dem Schmerz heraus definitiv versucht, meine Ehe hinzuschmeissen und zu dem Affärenmann zu gehen. Das wäre ein riesiger, wirklich riesiger Einschnitt in mein Leben. Nicht zuletzt auch finanzieller Art. Mein Mann und ich möchten aus medizinischen Gründen ein Kind adoptieren und ich weiss nicht, ob ich den Traum Kind aufgeben will. Mit dem Affärenmann könnte ich mir eine Adoption nicht leisten. Somit ein Leben ohne eigene Kinder. Das fände ich sehr bitter. Mein Mann und ich haben uns einiges aufgebaut, aber es hängt mehr an ihm, weswegen ich alleine nicht sehr "ertragskräftig" bin. Auch das geht durch meinen Kopf, auch wenn man mich dafür vielleicht steinigen wird. Ich muss momentan keine Zukunftsängste haben.

    Was soll ich nur tun? Die Affäre versuchen zu vergessen und in meiner Ehe weiterleben? Ich weiss nicht, ob die nächste Affäre nicht vorprogrammiert wäre. Und ich fühle mich dort warm und geborgen, aber innerlich auch etwas tot. Oder ist meine Ehe was Verlangen und Zärtlichkeiten angeht "wiederbelebbar"? Das kann ich mir am wenigsten vorstellen. Oder alles hinschmeissen und zu einem Mann gehen, bei dem ich trotz Verliebtheit schon Bedenken an den Tag lege, ob wir gemeinsam-alt-werd-tauglich sind? Oder vielleicht das Modell offene Ehe wählen? Aber Affären bedeuten einerseits Glück und andererseits immer großen Schmerz. Wollen kann das eigentlich keiner, ich zumindest nicht. Ich fühle mich regelrecht depressiv und hoffe auf Denkanstösse von Euch.

    Wahrscheinlich habe ich die Zusammenhänge jetzt nicht gut aufgeschrieben, aber in meinem Kopf zischt alles nur. Entschuldigung, ich mach's demnächst besser.

    GLG

    Jozi
    Geändert von Jozi (12.01.2011 um 17:14 Uhr)


  2. Registriert seit
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    AW: Affäre oder Ehe?

    Hallo Jozi,
    niemand wird dich steinigen, das erst einmal dazu.

    Leider kann dir auch niemand sagen, was du tun sollst, das musst du selbst entscheiden.

    Meine Meinung: Optionen sortieren und ausprobieren.
    Eines kannst du ausschließen, mit deinem Mann jemals in einer exklusiven Beziehung glücklich zu werden, das wird wohl nichts werden, die körperliche Nähe werdet ihr nicht herstellen können, glaube ich, und sie wird dir fehlen.

    Bezüglich deines Ehemannes bleiben nur zwei Möglichkeiten: 1. eine offene Beziehung führen, ob das möglich ist, kannst du schnell klären, es geht ja nur, wenn er damit einverstanden ist.
    2. ihn verlassen, (das geht ja auch in Form einer zeitweisen Trennung).

    bezüglich des anderen würde ich sagen: da bist du gerade nicht in der Lage etwas zu entscheiden, ..., also er muss erst einmal zurücktreten und warten, wie du dich zu deinem Ehemann verhältst, welche Lösung du mit ihm findest und ob er dann da reinpasst.

    Ich glaube, Du solltest Deine Entscheidung Nummer eins, erst einmal nicht von dem 2. abhängig machen.

    Ist denn deiner gegenwärtiger Liebhaber frei?

    lg Lina

  3. Avatar von Sandra71
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    AW: Affäre oder Ehe?

    Zitat Zitat von Jozi Beitrag anzeigen
    Was soll ich nur tun? Die Affäre versuchen zu vergessen und in meiner Ehe weiterleben? Ich weiss nicht, ob die nächste Affäre nicht vorprogrammiert wäre.
    So wird es wahrscheinlich kommen. Und ich denke, wenn du mal jemanden kennenlernst, mit dem alles passt, wirst du dich auch über kurz oder lang von deinem Mann trennen.

    Oder ist meine Ehe was Verlangen und Zärtlichkeiten angeht "wiederbelebbar"? Das kann ich mir am wenigsten vorstellen.
    Habt ihr mal drüber nachgedacht, professionelle Hilfe für dieses Problem in Anspruch zu nehmen?

    Oder vielleicht das Modell offene Ehe wählen?
    Ist eure Ehe nicht schon praktisch offen? Was würdest du anders haben wollen? Und meinst du, dein Mann wäre einverstanden?

  4. Avatar von Eurynnia
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    AW: Affäre oder Ehe?

    Liebe Jozi

    Du musst für dich herausfinden, was dir im Leben wichtiger ist: das Finanzielle oder eine leidenschaftliche Beziehung mit deinem "Affärenmann".

    Ich habe übrigens vor einem Jahr dasselbe durchgemacht wie du: In der Ehe die Luft aus, mein Mann und ich "nur noch Bruder und Schwester", Unterschiedliche Vorstellungen von (unserer? ) Zukunft.

    Ich hab mich dann auch bis über beide Ohren in einen anderen verliebt , führte allerdings neben der Ehe keine Affäre, sondern entschloss mich nach reiflicher Überlegung, Abwägen und Pro und Contra, usw. für ein neues Leben, für den Neuen und ergo: für die Trennung, für einen neuen Job, und für den Umzug in ein anderes Land.

    Auch ich musste finanziell "zurückstecken" dabei. Mich persönlich stört das nicht, lieber materiell weniger haben, dafür eine liebevolle, leidenschaftliche Beziehung.

    Lieber materiell weniger, dafür nicht den Rest meines Lebens in einer dahinsiechenden, unglücklichen und völlig eingeschlafenen Ehe leben. Daher hab ich mich entschlossen, die Ehe aufzulösen und ein neues Leben in einem neuen Land zu wagen.

    Heute lebe ich mit der "neuen Liebe" zusammen.....

    Es ist ein schwerer Schritt, aber es geht .... .....

    Und ich persönlich finde es auch fairer gegenüber dem Partner, lieber zu gehen, als ihn zu betrügen....
    Life is a flower, of which love is the honey.
    Geändert von Eurynnia (12.01.2011 um 18:34 Uhr)

  5. Avatar von Jozi
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    AW: Affäre oder Ehe?

    Danke für Eure Antworten. Es ist genau das, was ich brauche, nämlich Denkanstösse von Unbeteiligten, Aussenstehenden, evtl. Menschen mit ähnlichen Erfahrungen.


    @Lina:

    Möglichkeit 1 mit der offenen Beziehung: wie genau sieht das aus? Sie ist ja in gewisser Weise offen. Noch offener hieße mein Mann weiß von der Zweitbeziehung und ich würde beispielsweise am Wochenende sagen: So, ich gehe heute mal mit "ihm" aus? Kann ich mir kaum vorstellen, aber vielleicht gibt es ja solche Beispiele hier?

    Möglichkeit 2 der zeitweiligen Trennung: Wir hatten so etwas ja schon, als wir durch den Umzug 1 Jahr räumlich getrennt waren und es auch für uns als zeitliche Trennung definiert hatten. Noch einaml kann man sowas nicht einfordern finde ich. Mein Mann sagt auch immer was ihn belastet ist die Unsicherheit. Unsicherheit bzgl. ob ich bei ihm bleibe, auch wenn er es nicht so drastisch formuliert. Desweiteren sind wir im Adoptionsprozess und eine räumliche Trennung würde den zerschiessen. Wer sich je damit befasst hat, weiss, dass man dadurch Jahre verliert. Ganz abgesehen von einer zweiten Wohnung, die zu beschaffen wäre und der Tatsache, dass alle wüßten, dass ich mich zum zweiten Mal auf Probe trenne. Das hört sich selbst in meinen Ohren so falsch an.

    Ich glaube auch, dass ich nichts wegen der Affäre übereilen sollte. Der Trennungsschmerz ist enorm, aber darauf basierend lassen sich keine guten entscheidungen treffen. Wenn ich in drei Monaten immer noch zu ihm will, dann kann man das dann immer noch angehen. So meine Ratio. Gibt es Tipps, wie ich die Zeit "überlebe"? Wie ich ihn nicht anrufe? Er wohnt auch noch nah bei mir.

    Mein Affärenmann hat sich aus einer toten Ehe befreit, als er mich kennenlernte. Er hat schons eit 2 Jahren alleine gewohnt aber immer nochd arum gerungen, die Ehe wieder zu kitten. Sein sich in mich Verlieben war für ihn der Auslöser, sich das Scheitern einzugestehen. Er ist also frei.


    @sandra71

    Ich weiß nicht, ob ich für jemanden, der besser passt, meine Ehe aufgeben würde. Wie gesagt, unser Band ist sehr, sehr stark. Wenn auch rein platonisch. Auch Umarmungen oder Zärtlichkeiten gibt es kaum.

    Professionelle Hilfe für die fehlende Sexualität? Tja, wie lehrt man jemanden, einen anderen Menschen wieder zu begehren? Ich habe das Gefühl, das kann man nicht wiederholen. Ich war einmal bei einem Paartherapeuten um diese Frage zu stellen und er sagte, das sei kein Ansatz für Sexualtherapie. Das ist eher, wenn prinzipiell Verlangen da sit aber der Prozess der Intimität/Annäherung nicht klappt. Lasse mich gerne eines besseren belehren...

    Ja, usnere Ehe ist irgendwie offen, s.o. Entweder es bleibt so, oder geht es noch offener, dass man auch mit dem anderen in Urlaub färt etc? Aber das reciht dem anderen auf Dauer nicht und es würde dem ehepartner zu weh tun, so er nicht selbst etwas derartiges hat glaube ich. Und mein Mann hat so etwas nicht. Ich bin mir sehr sicher, dass er keinen Sex mehr hatte seit Jahren. Stören würde es mich nicht, im Gegenteil.


    @Eurynnia

    Das Problem ist u.a., dass ich nicht davon überzeugt bin, dass meine Affäre und ich ein gutes Langzeitpaar wären. Wenn das alles so klar wäre, wäre ich zumindest einen Schritt weiter. Sicherlich ist Finanzielles nicht alles, so wollte ich es auch gar nicht darstellen. Aber ohne in Details zu gehen spreche ich hier von einer gesicherten Existenz, die nicht zu täglichen Sorgen Anlass gibt und zum anderen zu einer Situation bei meiner Affäre, die an das Existenzminimum geht und einer unsicheren Jobsituation mit Arbeitslosigkeit etc. Und wenn es auch sehr plump klingt, kratzen solch täglichen Sorgen an der Verliebtheit weil sie belastet oder überlagert wird.

    Dazu kommt ja auch noch das Problem mit dem Adoptieren, welches daher mit dem Affärenmann nicht ginge. Dann also kinderlos (nur mit seinem Kind). Alles Dinge, die ich nicht undurchdacht lassen kann, auch wenn ich gerade am liebsten zu ihm rennen würde. Aber Verliebtheit macht noch keine gute Ehe. Ich freue mich, dass es bei Dir so gut gelaufen ist, aber jede Situation ist eben ganz anders und schlecht vergleichbar.

    LG

    Jozi

  6. gesperrt
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    AW: Affäre oder Ehe?

    Also mal ganz abgesehen von den sonstigen Problemen würde ich das Thema Adoption mal ganz,ganz schnell abhaken.
    Sowas tut man einem Kind - auch keinem adoptierten(oder erst reicht keinem adoptierten)- an.

    Zum eigentlichen Thema.
    Ich kann nicht nachvollziehen wie man bei jemandem bleiben kann der einen nicht glücklich macht. Materielles hin oder her. Du wirst alt genug sein und für dich selbst sorgen können.
    Du könntest versuchen mit deinem Mann eine Art "Freundschaft" aufzubauen. Weg von Ihm, Zeit vergehen lassen und Kontakt aufnehmen wenn du das willst. Wenn eure Bindung so stark ist wie du sie schilderst, dann wird das gehen. Wenn nicht dann weißt du das es eben nicht so war.

    Aber so eine Situation ist a.für dich nicht tragbar & b. ganz besonders nicht für deinen Mann. Er sollte auch die Chance bekommen sein Glück zu finden. Wenn er das mit dir (scheinbar) nicht kann, dann ohne dich.

    Wenn die Konstellation so bleibt wie gehabt, dann wirst du von einer Affäre in die Nächste kommen und immer umtriebig sein

  7. Inaktiver User

    AW: Affäre oder Ehe?

    Zitat Zitat von Jozi Beitrag anzeigen

    Mein Mann versteht allerdings nicht, warum man seine körperlichen Bedürfnisse nicht miteinander befriedigen kann. Ich sage dann, dass das irgendwie weg ist.


    Jozi

    Und da hat dein Mann auch vollkommen recht, und wenn Du wirklich noch etwas für ihn empfindest, dann trennst Du dich, schminkst dir deine Adoptionsgedanken ab, und ermöglichst ihm die Chance auf eine Frau, die mit ihm gerne ihre körperlichen Bedürfnisse auslebt.

    Ich bin mir sicher, dass es diese Frau geben wird, genauso wie dein Mann auch gerne seine Bedürfnisse ausleben möchte, die Du ihm aber nicht mehr erfüllen kannst oder willst.

    Langfristig gesehen wird dies für deinen Mann die bessere Lösung sein, auch wenn er zunächst einmal damit zu kämpfen haben wird.

    lg bujo

  8. Avatar von Sandra71
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    AW: Affäre oder Ehe?

    Zitat Zitat von Jozi Beitrag anzeigen
    @sandra71
    Ich weiß nicht, ob ich für jemanden, der besser passt, meine Ehe aufgeben würde. Wie gesagt, unser Band ist sehr, sehr stark. Wenn auch rein platonisch. Auch Umarmungen oder Zärtlichkeiten gibt es kaum.
    Liebst du deinen Mann denn noch? Für mich klingt das so, als wäret ihr in einer Freundschaft besser aufgehoben. Wobei man natürlich nicht weiß, wie sich das nach einer Trennung entwickelt...

    Professionelle Hilfe für die fehlende Sexualität? Tja, wie lehrt man jemanden, einen anderen Menschen wieder zu begehren? Ich habe das Gefühl, das kann man nicht wiederholen. Ich war einmal bei einem Paartherapeuten um diese Frage zu stellen und er sagte, das sei kein Ansatz für Sexualtherapie. Das ist eher, wenn prinzipiell Verlangen da sit aber der Prozess der Intimität/Annäherung nicht klappt. Lasse mich gerne eines besseren belehren...
    Ich kenne mich da ehrlich gesagt nicht aus. Habe eigentlich gedacht, eine Sexualtherapie würde sich für solche Probleme anbieten. Vielleicht erkundigst du dich noch mal nach anderen Möglichkeiten auf professionellem Gebiet...

    Ja, usnere Ehe ist irgendwie offen, s.o. Entweder es bleibt so, oder geht es noch offener, dass man auch mit dem anderen in Urlaub färt etc?
    Wenn dein Mann schon sagt, dass er von anderen Männern nichts wissen möchte, glaube ich nicht, dass er sich auf eine offene Ehe -wie sie dir vorschwebt- einlassen würde.

    Und mein Mann hat so etwas nicht. Ich bin mir sehr sicher, dass er keinen Sex mehr hatte seit Jahren. Stören würde es mich nicht, im Gegenteil.
    Ich behaupte mal, dass du das aus dieser theoretischen Situation heraus nicht beurteilen kannst. Sollte es dich aber -praktisch- wirklich nicht stören, ist da wohl auch keine Liebe mehr. Jedenfalls keine, wie sie in eine Paarbeziehung gehören sollte.

  9. Avatar von donnamobile
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    AW: Affäre oder Ehe?

    Hallo Jozi,

    darf ich fragen, wie alt ihr beide seid und wie lange ihr schon zusammen seid?

    Dann... was bedeutet für dich ein glückliches Leben? Bist du in deinem jetzigen Leben unglücklich?

    Hast du deinen Mann schon einmal gefragt, ob er denn die fehlende Körperlichkeit nicht vermisst? Ich gehe davon aus, dass er gesund ist und ich frage mich, wo er seine Triebe auslebt? Nur mit sich selbst?

    Wie offen könnt ihr über Sexualität sprechen?

    Findest du deinen Mann optisch gesehen attraktiv?

    Wie würdest du dich fühlen, wenn dein Mann eine Affairenfrau hätte und du wissen würdest, er hätte mit ihr Sex? Wäre das deine Wunschlösung, weil du dann auch anderweitig Sex leben könntest?

    Kannst du mit deinem Mann lachen? Habt ihr Spaß zusammen?

    bbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbb bbbb

    Werde, die du bist




  10. Avatar von Jozi
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    AW: Affäre oder Ehe?

    Hallo,

    danke für Eure Beiträge. Ich versuche mal, Eure Fragen zu beantworten.

    Ich kann nicht nachvollziehen wie man bei jemandem bleiben kann der einen nicht glücklich macht.
    Naja, so einfach ist es nicht. Ich bin nicht unglücklich. Wir haben in unserer Beziehung sehr vieles, nur eben keinen Sex, keine Sinnlichkeit. Das ist ein Teil einer Ehe, aber nicht alles.

    Liebst du deinen Mann denn noch? Für mich klingt das so, als wäret ihr in einer Freundschaft besser aufgehoben. Wobei man natürlich nicht weiß, wie sich das nach einer Trennung entwickelt...
    Das stimmt. Es ist eine Art Freundschaft. Was ist eine sexlose Ehe in der sonst eigentlich vieles stimmt? Ja, eine Freundschaft haben wir, aber noch mehr. Ein Versprechen, miteinander den Lebensweg zu gehen. Ein für mich sehr hohes Gut.

    darf ich fragen, wie alt ihr beide seid und wie lange ihr schon zusammen seid?

    Wir sind Mitte 30 und seit über 10 Jahren zusammen.

    Dann... was bedeutet für dich ein glückliches Leben? Bist du in deinem jetzigen Leben unglücklich?
    Ein glückliches Leben bedeutet innere Zufriedenheit. Glück bedeutet für mich auch, jemanden in meinem Leben zu haben, für den ich einstehe und der für mich einsteht. Mich dem ich mein Leben teile. Mit dem ich Erinnerungen teilen kann, bei dem ich mich zu Hause fühlen kann. Glück sind auch gute Freundschaften und reiche Erlebnisse. Und Glück bedeutet auch die Abwesenheit von größeren Sorgen. Unglücklich bin ich nicht, ich bin dankbar für vieles, was ich habe (mit meinem Mann). Hundertprozentig glücklich bin ich natürlich auch nicht, aber ist das ein zu hohes Ziel? Mein Mann sagt gerne, das Glück liegt darin, auch mit 80% zufrieden sein zu können. Und nicht 100% als Bedingung für Glücklichsein zu definieren. Und das das Gras auf der anderen Seite in Wahrheit nicht immer grüner ist (so wie es meist scheint). Ich stimme ihm zu, habe aber ein unruhigeres Naturell.

    Hast du deinen Mann schon einmal gefragt, ob er denn die fehlende Körperlichkeit nicht vermisst? Ich gehe davon aus, dass er gesund ist und ich frage mich, wo er seine Triebe auslebt? Nur mit sich selbst?
    Doch, er vermisst sie, aber er sagt selbst, er sei nicht so körperlich. Es stimmt, er war immer schon weniger sexuell als andere Männer, die ich kenne. Aber krank ist er nicht. Der/die eine ist eben sexueller als andere, ohne dass es aus dem "Normbereich" fällt. Wir sind während der Woche oft räumlich getrennt, so dass ich nicht weiss was er macht und auch nicht frage. Er sagt aber selbst, dass er gar nicht wüßte, wo er jemanden kennen lernen sollte, weil sie entweder eine Beziehung wollten und das könne er nicht geben oder er lerne Frauen bei der Arbeit kennen und das ginge ohnehin gar nicht. Und dass wir zwar sagen, wir könnten andere kennenlernen, dass für ihn aber eben gar nicht so ginge. Abgesehen davon ist er eben nicht forsch oder zeigt, was er will. Ich könnte mir tatsächlich vorstellen, dass er mit keiner Frau geschlafen hat. Ausschliessen kann ich es nicht. Aber mein Bauchgefühl sagt nein.

    Wie offen könnt ihr über Sexualität sprechen?
    Nicht offen. Sex war bei uns nie sehr befreit und eher stelzig. Ich fand es nie toll, war aber so verliebt und hab in jungen Jahren gedacht, dass würde schon alles werden. Jetzt weiss ich, dass unsere Naturelle da komplett verschieden sind. Ich brauche und suche da eher das gegenteil von ihm.

    Findest du deinen Mann optisch gesehen attraktiv?
    Ja, er ist sportlich und sieht gut aus. Aber ich bin sexuell nicht angezogen, das geht ja eh mehr über den Kopf.

    Wie würdest du dich fühlen, wenn dein Mann eine Affairenfrau hätte und du wissen würdest, er hätte mit ihr Sex? Wäre das deine Wunschlösung, weil du dann auch anderweitig Sex leben könntest?
    Ich fände es gut, weil es mich entlasten würde. Ich schreibe zwar recht sachlich, aber ich leide sehr unter der Situation und denke oft an meinen Mann und wieso das alles so gekommen ist. Allerdings wäre das keine Lösung für den Affärenmann, denn der möchte zwar erstmal, dass ich meinem Manns age, dass es ihn gibt, aber auf kurz oder lang will er ein Leben mit mir leben. Er will mich ganz und sagt mir das auch ständig. Er will mich nicht halb. Selbst wenn mein Mann eine Affärenfrau hätte, bliebe die Ehe ja bestehen und mein Affärenmann bekäme nicht das, was er möchte - mich ganz.

    Kannst du mit deinem Mann lachen? Habt ihr Spaß zusammen?
    Ja, der Humor ist ein sehr starkes Bindeglied zwischen uns, was mir zum Beispiel beim Affärenmann fehlen würde. Mein Mann und ich lachen sehr viel. Wir können sehr gut "philosophieren" und sehen die Welt mit ähnlichen Augen, solange es nicht um sinnliche Dinge geht :-) Wir haben sehr viele Erfahrungen gesammelt, auf die ich hier nicht nnäher eingehen möchte und teilen diese gerne. Wir respektieren uns, auch wenn das angesichts des Strangs hier vielleicht erstmal nicht so einleuchtend klingt. Natürlich nerven wir uns auch mal, klar.




    Es gibt hier das Problem 1: was mache ich generell mit meiner Situation und dann noch das Problem 2: des akuten Vermissens des Affärenmanns. Ich darf ihn nicht kontaktieren! Es würde mich runterreissen und wäre ihm gegenüber unfair. Aber ich weiss kaum, wie ich den Abend geschweige den nächsten Tag überstehen soll... Sicherlich wird es bald besser? Die Vorstellung, ihn nicht mehr zu sehen oder dass er sich abnabelt (wie es ja eigentlich jetzt gedacht ist) tut so wahnsinnig weh. Ich binf roh, dass ich hier schreiben kann, aber die Schachtel Zigaretten ist halb leer. Und das für eine Nichtraucherin... :-(

    Danke Euch für Eure Beiträge.

    LG

    Jozi

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