Antworten
Seite 11 von 19 ErsteErste ... 910111213 ... LetzteLetzte
Ergebnis 101 bis 110 von 183
  1. Inaktiver User

    AW: Länge einer Affaire-sagt das irgendetwas aus??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das find ich nun ein bisschen simpel.

    Erstens überwache ich meinen Partner nicht und zweitens gibt es genug Gelegenheiten, solang man kein klaustrophobisches Paarleben führt oder führen will.
    Nein. Ich meine, wenn ich Geliebte bin und nicht zu altruistisch, dann denke ich mir das ganz einfach so. Die Ehefrau hat die Chance auch ohne konkretes Wissen sich um Ihre Beziehung zu kümmern und da mehr zu wollen. Man muss den Partner nicht kontrollieren, aber ab und zu hilft ein ganz gutes Bauchgefühl und in jedem Fall ein Gefühl dafür, wie nah man gerade dem Partner ist und wie die Beziehung an sich ist und das nicht nur auf ihre Funktionalität bezogen.

  2. Inaktiver User

    AW: Länge einer Affaire-sagt das irgendetwas aus??

    Was Nähe angeht bin ich vorsichtig - das findet ja nun nicht jeder wichtig geschweige denn erstrebenswert.

    Ich meine ja, wer eine Affäre lebt ist jemand, der wirkliche Nähe so und so nicht will, sonst könnte er das ja gar nicht ertragen. Und auch in der Ehe wird es zwar ein harmonisches Miteinander geben, aber auch nicht die innigste Nähe - was für die Ehefrau aber kein Warnsignal sein muss. Schließlich wird sie ja wissen, dass sie einen Mann hat, der keine große emotionale Nähe will, und sie selbst vielleicht auch nicht. Ich denke, die allermeisten Beziehungen funktionieren ohne große emotionale Innigkeit.

  3. Inaktiver User

    AW: Länge einer Affaire-sagt das irgendetwas aus??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nein, ich glaube nicht, dass die Art der Erwartung entscheidend ist, sondern der Spagat, den ich selbst bereit bin zu tun, um meine Erwartung erfüllt zu bekommen

    Sprich: Eine Geliebte, die jahrelanges Unglück inkauf nimmt, weil sich sich am Ende "die Belohnung" erhofft, leidet sicher nicht unter zu hohen Erwartungen, sondern unter akuter Selbstverleugnung. Wie gesagt, WENN sie übermäßig leidet, also das Gleichgewicht nicht mehr vorhanden ist und sie mehr und mehr ins Unglück abdriftet - wie man es ja leider so häufig lesen kann.

    Was nicht heißt, dass es nicht auch Geliebte gibt, die - wie wahrscheinlich die TE - ganz andere Erwartungen haben und deshalb einen Status Quo finden konnten, mit dem Status zu leben.

    Beide jedoch genießen eher weniger die so viel gepriesene Liebe, sondern deckeln sich selbst und ihre Gefühle, ihre Ängste und Hoffnungen, auf eine Art und Weise ab, die vor allem dafür markant ist, das JETZT gar nicht genießen zu KÖNNEN.

    Schlaflos
    Ich habe gerade ein wenig in deinem anderen Strang gelesen und finde ihn spannend, aufrichtig ... und habe viele meiner Gedanken wiedergefunden.

    Ich schreibe das deshalb vorweg, weil in beiden Strängen von Erwartungen die Rede ist.

    Ich glaube, dass Geliebte Erwartungen haben, die der Geliebte auch ganz bewusst erfüllt. Es ist eine höchst kindliche Erwartung, nämlich, dass man der ganz besondere Mensch ist. Der Seelenverwandte, ohne den man nicht leben kann. Wir sind ja alle mehr oder weniger "bedürftig" was die Liebe angeht. Ich glaube deshalb, dass Affairenfrauen besonders bedürftig nach dieser Form der Anerkennung sind.

    Und der Affairenmann? Nun, der hat auch ein Defizit. Er erlebt sich als MANN, als RETTER, als LEBENSPRINZIP. Je länger seine Geliebte sich seinem Terminkalender unterordnet, je länger kann er sich vormachen, wie unendlich wichtig er für sie ist. Das pusht ein schwaches Ego.

    Der Geliebte spürt durchaus, dass er dieser Mann gar nicht ist, sondern ein kleiner Junge auf der Suche nach ... tja, seiner Rolle? Seinem Ich? Deshalb bleibt der Affairenmann bei seiner Frau, die es ihm ermöglicht sein reales Männerbild als gutsituierter Herr XY aufrecht zu erhalten.
    Im Idealfall, wenn die Liebe/Anziehung groß geug ist, zu einem Wachstumsschub führen, indem beide über die Art ihrer Verbindung/Funktion nachdenken, sich bewusst werden. Im anderen Idealfall kann - ich lese Kraaf - es auch zu einem "Wachstumsschub" innerhalb der Ehe kommen.
    Bei einer langjährigen Affaire ist dieser Wachstumsschub aber nicht mehr der Fall. Da wird sich von jeder Seite mit einer Krücke bedient. Wird jeder zur Krücke gemacht.

    Also kurz gesagt: Meine kindlichen Erwartungen, Wünsche, Sehnsüchte können sich als Altruismus zeigen und verkappter Egoismus sein.

    Aber eine "erwachsene" Erwartung, dass man mir respektvoll entgegentritt - wie ich das ja auch versuche - bedeutet, mich nicht zu belügen. Mir nicht meine Wahrnehmung zu nehmen. Mein wichtigstes Steuerungsinstrument für dieses Leben.

    Und wenn ich Affairen verurteile, dann genau deshalb, nicht wegen außerhäusigem Sex.
    Und wenn ich Geliebte/r bespöttle, dann deshalb, weil SIE nicht nur ihre Schwäche deckeln, sondern sogar noch schönreden.

  4. Inaktiver User

    AW: Länge einer Affaire-sagt das irgendetwas aus??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was Nähe angeht bin ich vorsichtig - das findet ja nun nicht jeder wichtig geschweige denn erstrebenswert.

    Ich meine ja, wer eine Affäre lebt ist jemand, der wirkliche Nähe so und so nicht will, sonst könnte er das ja gar nicht ertragen. Und auch in der Ehe wird es zwar ein harmonisches Miteinander geben, aber auch nicht die innigste Nähe - was für die Ehefrau aber kein Warnsignal sein muss. Schließlich wird sie ja wissen, dass sie einen Mann hat, der keine große emotionale Nähe will, und sie selbst vielleicht auch nicht. Ich denke, die allermeisten Beziehungen funktionieren ohne große emotionale Innigkeit.
    Ja, das wird aber dann in beiden Beziehungen so sein. In der Ehe und in der Affäre und letztendlich dürften da alle 3 das gleiche Problem mit der Nähe haben nur in jeweils anderen Bereichen. Natürlich muss das kein Warnsignal für die Ehefrau sein, könnte es aber, wenn sie ihren Mann kennt und er vielleicht auch schon mal angesprochen hat, dass ihm was fehlt. Viele formulieren das auch über Stichelleien. Leider. Aber manche lernen das vielleicht nach so einer Erfahrung oder eben nie.

  5. Inaktiver User

    AW: Länge einer Affaire-sagt das irgendetwas aus??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber ja Nur würde ich das nicht Altruismus nennen, sondern vernunftbegabten Realismus in Verbindung mit guter Erziehung Und ist man nicht vor allem deshalb dankbar, weil man etwas letzten Endes doch Gutes erhalten hat?

    Altuismus ist Geben ohne das Hoffen auf Nehmen, ist das bloße Sehen des Anderen. Ich kann da weder in einer Ehe noch in einer Affäre Parallelen sehen


    Schlaflos
    ohne das Hoffen auf Nehmen?
    ohne Belohnung oder Wahrnehmung würde ich eher formulieren.

    Wenn jemand hinter den Kulissen agiert, plötzlich dasteht - und es keiner Worte bedarf, bedurfte, dann kann schon der Himmel aufgehen.

    Hast du so was noch nie erlebt?
    Ich kenne es im ganz banalen Bereich von Freundinnen, da stand plötzlich die Nachbarin auf der Matte mit nem Umschlag, ohne vorherige Bitte und Dank.

    Es ist allerdings kein fulltime-job.
    Man handelt mal oder auch altruistisch, aber weiß Gott nicht ständig.
    Es sei denn, man ist the holy Ghost, lach.
    sky

  6. Inaktiver User

    AW: Länge einer Affaire-sagt das irgendetwas aus??

    Ich würde das auch nicht als Problem mit Nähe bezeichnen - vielleicht haben die ein Problem, die diese extreme Nähe brauchen? Wie ich zum Beispiel?? Wie gesagt, ich bin im Lauf der Zeit da sehr vorsichtig geworden weil ich sehe, dass Beziehungen ohne diesen enormen Näheanspruch oft sehr gut funktionieren und dauerhaft sind. So schlecht kann das für die Beteiligten ja dann nicht sein.

    Ich hoffe auch, dass ich es merken würde, wenn da was im Busch wäre - in der Art Beziehung die ich lebe halte ich die Chancen für gut - aber garantieren würde ich nicht wollen dafür.

    Wenn ich also einen Mann habe, der weiterhin nett und heiter den Familienalltag lebt und ab und an zu einer Zeit, wo ich ihn im Job oder sonstwo wähne ein kurzes Schäferstündchen hat - da würd ich nicht sagen, na das hättest du aber merken müssen. Noch dazu wenn er emotional so wenig beteiligt ist dass er für sich selbst ausschließt, sich deshalb zu trennen.

  7. Inaktiver User

    AW: Länge einer Affaire-sagt das irgendetwas aus??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich würde das auch nicht als Problem mit Nähe bezeichnen - vielleicht haben die ein Problem, die diese extreme Nähe brauchen? Wie ich zum Beispiel?? Wie gesagt, ich bin im Lauf der Zeit da sehr vorsichtig geworden weil ich sehe, dass Beziehungen ohne diesen enormen Näheanspruch oft sehr gut funktionieren und dauerhaft sind. So schlecht kann das für die Beteiligten ja dann nicht sein.

    Ich hoffe auch, dass ich es merken würde, wenn da was im Busch wäre - in der Art Beziehung die ich lebe halte ich die Chancen für gut - aber garantieren würde ich nicht wollen dafür.

    Wenn ich also einen Mann habe, der weiterhin nett und heiter den Familienalltag lebt und ab und an zu einer Zeit, wo ich ihn im Job oder sonstwo wähne ein kurzes Schäferstündchen hat - da würd ich nicht sagen, na das hättest du aber merken müssen. Noch dazu wenn er emotional so wenig beteiligt ist dass er für sich selbst ausschließt, sich deshalb zu trennen.
    Naja, wahrscheinlich habe ich nun schon zu viel gesehen und auch die entsprechenden Familien mal kennengelernt und ihren Umgang miteinander und mache mir da so mein Bild, aber lassen wir das. Ich hoffe, dann eben auch, dass Du das merkst. Es gibt ja viele Facetten, mehr als deutlich wirds eben dann wenn man wie Bruder und Schwester zusammenlebt und sonst da nichts mehr so groß ist oder eben rein gar nichts gemerkt wird. ONS dürften weniger auffallen, das ist schon klar.
    Hier wurde mehr oder weniger danach gefragt, wie sich eine langjährige Affäre auf die Ehe auswirkt. Wahrscheinlich, wenn sie nicht auffliegt extrem stabilisierend, wie auch mancher ONS. Ich gehe davon aus, dass viele sich zuerst mit ONS oder kurzen Affären über Wasser halten bis eine Langzeitaffäre gesucht wird, denn oft genug wird sie gezielt gesucht. Sollte sie rauskommen, wirkt sie natürlich wesentlich destablisierender auf die Ehe als ein ONS. Mein LG sagte ebenfalls, dass er sicher schon sehr sehr lange getrennt gewesen wäre, wenn er nicht fremdgegangen wäre. Das hat ihn das aushalten lassen. Als ich anfing fremdzugehen war ebenfalls der Grund, dass ich in meiner Beziehung bleiben wollte, aber eben nicht so.

  8. Inaktiver User

    AW: Länge einer Affaire-sagt das irgendetwas aus??

    Also was Beziehungsalltag angeht, da kann ich oft auch nur staunen, was manche für lebenswert halten.

    Ich glaub aber auch, dass langfristige Affären eher die Erstbeziehung stabilisieren, und die Hauptpartner sich vielleicht unausgesprochen so arrangieren.

    Dass viele Frauen meinen, auch ohne sexuelle Beziehung wär der Mann unbegrenzt treu - das wundert mich auch. Sicher mag es das geben, aber da würde ich nicht drauf wetten wollen... Wobei ich auch nicht glaube, dass in allen Erstbeziehungen sexuell nichts mehr läuft und das der Auslöser für die Affäre war. Aber wenn, dann muss man sich schon an die eigene Nase fassen - hat man dann doch den Ehemann genauso instrumentalisiert als geschlechtslosen Versorger wie er es dann mit einem macht.

  9. Inaktiver User

    AW: Länge einer Affaire-sagt das irgendetwas aus??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der Geliebte spürt durchaus, dass er dieser Mann gar nicht ist, sondern ein kleiner Junge auf der Suche nach ... tja, seiner Rolle? Seinem Ich? Deshalb bleibt der Affairenmann bei seiner Frau, die es ihm ermöglicht sein reales Männerbild als gutsituierter Herr XY aufrecht zu erhalten.
    In dieser Konkretheit kann ich nur für meine damalige Affaire sprechen: Bei mir stimmte es, dass ich ein sehr großes Nähebedürfnis hatte. Und es stimmte auch, was einewiekeine beschrieb, nämlich diese gleichzeitige Angst vor wirklicher Nähe. Genauso war es richtig, dass mein Herr Schlaflos auf der Suche nach seinem Ich gewesen ist.

    DESHALB sind wir uns nach unserem ersten Ausleben der Affaire wohl auch erhalten geblieben.

    Diese Ich-Suche hat unser beider Leben aber nicht nur zeitweise auf den Kopf gestellt, sondern komplett geändert. Er hat sich von seiner langjährigen Ehefrau getrennt. Nicht, weil er in mir das zu beschützende Wesen gefunden hatte, dem er sich als Retter präsentieren durfte. Sowas kann doch kein Lebenselixier auf Dauer sein Nein, weil er irgendwann sicher wusste, dass beides, seine Ehe UND sein Ich-Finden nicht miteinander kompatibel gewesen ist.

    Bei mir hat Herr Schlaflos auch als Helfer fungiert auf meiner Ich-Suche...

    Sicher aber, zumindest kann ich es mir nicht vorstellen - nicht alle Affairen laufen zwangsläufig nach so einem Muster ab. Es gibt sicher auch Fälle, wo es um das pure erotische Ausleben geht; es gibt Fälle, wo das Abenteuer gesucht wird, der Nervenkitzel - was weiß ich. Es hängt sicher davon ab, was man erwartet Das macht jedoch die Erwartung nicht gesellschaftsfähiger...


    Herr Schlaflos sagte mir gestern, als wir über Liebe sprache und was sie am Leben erhält und was sie tötet, dass er es am traurigsten fand, erfahren zu müssen, dass er in eine Liebe investieren konnte, was er wollte, es käme niemals MEHR zurück, im Idealfall höchstens Liebe auf demselben Level. Er hätte sich schon einige Male gewünscht, auch in Augenblicken, wo er nicht in der Lage wäre zu geben, gleichermaßen Liebe zurückzuerhalten.

    Vielleicht geschieht es in langjährigen Beziehungen bei vielen Paaren, das sie ähnliches erleben und in so einem Tal zeitgleich die Versuchung im Außen auftritt - was empfänglich macht. Ja, in einer Bedürftigkeit. Müsste denn aber der langjährige Partner das nicht spüren?! Keine Schuldzuweisung jetzt; ich will nur feststellen, wie schwierig es jedem der Alltag macht und wie wenig man tatsächlich an das bloße Geben denkt. Wir alle BRAUCHEN, wir alle sind BEDÜRFTIG.

    Mangelnde Selbstreflektion ist meiner Erfahrung nach der wirkliche Ursprung aller verzweifelter Suche in Richtungen, die niemals am Ende ihres Weges die Erfüllung bringen können, nach der wir uns alle sehnen.


    Ich verurteile Affairen nicht. Aber ich werde keine mehr leben. Meine eigene war lehrreich genug. ich weiß jetzt, wo ich das finden kann, was ich brauche


    Schlaflos

  10. User Info Menu

    AW: Länge einer Affaire-sagt das irgendetwas aus??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Da sind sie wieder, die Erwartungen... Irgendwer hier hatte die Signatur von Shaw, dass wir diejenigen hassen werden, für die wir uns aufopfern. Ich persönlich denke das auch. Weil ich Altruismus für Egoismus unterm Tarnmantel halte

    Schlaflos
    Das war ich. Ich hab die auch nicht ohne Grund schon seit mehreren Jahren.
    Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan

    Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.

Antworten
Seite 11 von 19 ErsteErste ... 910111213 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •