Hallo,
will mich mal einklinken. Ich kenne beide Positionen.
In meiner früheren Beziehung war ich Täterin. Und ich bin reingerutscht und doch nicht reingerutscht.
Mein damaliger Partner hat von mir erwartet, dass ich sein Leben organisiere. Immer wenn ich eben nichts machen konnte, z.B. ihm den Topberuf aussuchen etc. saß er in der Schmollecke.
Das Ganze war eingepackt in: "Wenn du mich liebst, dann machst Du das."
Irgendwann wurde er distanzierter. Als Urlaub anstand, fragte er mich, ob wir ein Haus an der See mieten wollen. Es war eigentlich viel zu spät.
Ich sagte, er könne es ja versuchen, ich fände das toll. (sonst habe ich das gemacht). Das Ganze endete damit, dass er für sich etwas anderes alleine plante und ich war fürchterlich enttäuscht. Dadurch wurde unser Kontakt natürlich noch mehr gehemmt, als er ohnehin schon war.
Ich hatte schon Monate lang versucht mit ihm darüber zu sprechen, aber er blockte alles ab.
Als ich dann in einer Arbeitsgemeinschaft war und es keine Möglichkeit mehr gab Nachts nach hause zu kommen (mein Freund war schon weggefahren), blieb ich in der Wohnung, wo das Treffen stattgefunden hatte. Es gabe aber nur ein Bett und ich wollte das eigentlich nicht.
Ich bekam dann aber so eine Sehnsucht nach Zärtlichkeit, dass ich mich auf den Kontakt zu einem anderen Mann einließ, der auch sehr lieb und mit zugewandt war.
Am nächsten Tag fühlte ich mich so mies wie noch nie in meinem Leben.
Erstens möchte ich andere nicht belügen, betrügen. Ich bin kein Mensch der das mag und macht. Zweitens hatte ich ein sehr schlechtes Gewissen meinem Freund gegenüber. Drittens war mir am Morgen völlig klar, dass ich das alles gerne von meinem Freund gehabt hätte und ich diesen anderen Mann eigentlich auch betrogen habe. Viertens hat letzterer sich auch noch in mich verliebt.
Ich habe mir damals vorgenommen, dass das das erste und letzte mal in meinem Leben war, dass ich so etwas gemacht habe.
Ich habe mir vorgenommen, die Probleme die in einer Beziehung auftreten können anzusprechen und zu versuchen sie mit meinem Partner zu lösen und wenn es keine Lösung gibt, mich zu trennen.
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30.05.2009, 16:51
AW: Lüge und Betrug aus der Sicht der "Täter"
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30.05.2009, 17:13Inaktiver User
AW: Lüge und Betrug aus der Sicht der "Täter"
Mir fällt auf, dass Diskussionen zu diesem Thema (fast) immer in diesselbe Richtung laufen......
Ich habs zwar folgendes schonmal weiter vorne gesagt, aber ich möchte es nochmal sagen.
Wer kann denn schon einwandfrei sagen, wer jetzt "Opfer" ist und wer "Täter" ????? Klar, derjenige, der sexuelle Kontakte zu einem Dritten hatte, ist immer schnell der "Täter", der andere das "Opfer".
Es gibt viele Arten des "Fremdgehens", die meisten sind gesellschaftlich sanktioniert. Nur eben sexuelle Kontakte zueinem Dritten nicht.
Ein sexuelles "Fremdgehen" alleine auf ein rein körperliches "Begehren" zu reduzieren, finde ich etwas verkürzt. Rein körperliches Begehren kann man in der Tat verdrängen oder anderweitig kompensieren. Wenn "mehr" dahinter steckt, wirds schon schwieriger. Und genau letzteres ist ja oft das Problem.
Gruß, Elli
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30.05.2009, 17:19Inaktiver User
AW: Lüge und Betrug aus der Sicht der "Täter"
Klar, derjenige, der sexuelle Kontakte zu einem Dritten hatte, ist immer schnell der "Täter", der andere das "Opfer".
wer fremdgeht tut - etwas, wovon er dem anderen versprochen hat, es nicht zu tun.
alles andere ist schönreden und die Verantwortung wegschieben.
klar - am Zustand der Beziehung haben beide Anteil - und es mag durchaus sein, dass der andere kein Engel ist.
aber der Betrug ist Sache des Betrügenden - seine freie Entscheidung.
was gibt es da rumzudiskutieren?
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30.05.2009, 17:45Inaktiver User
AW: Lüge und Betrug aus der Sicht der "Täter"
Es geht nicht ums "rumdiskutieren", sondern darum, vielleicht mal einen "Perspektivenwechsel" anzuregen. Wurde ja vorne im Strang auch schon mal gemacht.
Genau:der, der betrügt, TUT etwas. Aber man kann auch auf andere Art betrügen, also etwas TUN, nicht nur, indem man sexuelle Beziehungen zu einem Dritten aufnimmt. Das ist allerdings gesellschaftlich sanktioniert, geschieht ganz offen.
Macht es für mich deshalb auch nicht besser. Das meinte ich mit "Perspektivenwechsel" betreffend Täter und Opfer.
Gruß, Elli
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30.05.2009, 17:49Inaktiver User
AW: Lüge und Betrug aus der Sicht der "Täter"
man kann doch aber nicht eins gegen das andere aufrechnen.
außerdem wäre gut, wenn Du konkreter würdest.
und es ist eine Sache, ob die Beziehung schlecht ist (woran beide ihren Anteil haben) oder ob ich die Reihenfolge nicht einhalte und mich auf einen anderen einlasse, bevor ich mich trenne.
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30.05.2009, 17:58
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30.05.2009, 18:00Inaktiver User
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30.05.2009, 18:04
AW: Lüge und Betrug aus der Sicht der "Täter"
Leonie schrieb: wer fremd geht, tut etwas, was er versprochen hat nicht zu tun.
Am Anfang einer Partnerschaft haben sich zwei Liebe und Treue versprochen. Das ist eine Herzensangelegenheit.
Wenn man sich - aus welchen Gründen auch immer - entliebt hat und dennoch an der Partnerschaft festhalten will, tut man etwas, was man versprochen hat, nicht zu tun. Man liebt nicht, hält aber dennoch am anderen fest.
Das ist in meinen Augen Fremdgang. Sex brauchts dazu sicher nicht.

pepkuss
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30.05.2009, 18:07Inaktiver User
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30.05.2009, 18:09Inaktiver User
AW: Lüge und Betrug aus der Sicht der "Täter"
Ich glaube Leonie bezog sich auf das Treueversprechen.
Verspricht man sich bei der Ehe, sich immer zu lieben? *dooffrag* Sorry, bin nicht verheiratet.
Mal abgesehen davon gibt es durchaus Fremdgänger/innen, die ihre Partner noch lieben.


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