Ja, das war auch so ein Punkt bei uns. Es kam keine Kritik von meinem Mann. Da muss man dann aber erstmal selbst drauf kommen, dass das nichts damit zu tun hat, dass man ja eine so wundervolle Frau ist, sondern einfach Konfliktscheu von seiner Seite.Aber er hat mir nie gesagt wie weh ich ihm teilweise tu, wie unverstanden und unrespektiert er sich fühlte.
Er sagte nichts, weil er wußte , ich würde es mir eh nicht annehmen und wieder nur ihm und die fehlende Zeit die Schuld geben.
Das Problem ist, wenn man nie kritisiert wird, fehlt ein Regulativ, dass einen auch mal seine eigenen Verhaltensweisen hinterfragen laesst.
Ja, weg von der Erwartungshaltung und das Positive sehen.Ich habe nur mit der Zeit gelernt, dass es völlig falsch ist, wieder in eine Erwartungshaltung zu verfallen.
Es ist falsch ihn zu beobachten und ständig zu denken "Warum macht er dies nicht oder tut das jetzt nicht".
Damit fordere ich wieder viel zu viel und akzeptiere nicht ihn als Menschen der er ist.
Ich versuche mich auf das Positive zu konzentrieren.
Und zum Glück gibt es davon reichlich......!!!
Manchmal moechte ich mich durchschuetteln, weil ich das Positive einfach so zur Seite schiebe und das Fehlende in den Vordergrund stelle.
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20.03.2009, 20:14
AW: UPDATE zu Unser Neuanfang nach seiner Affäre
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20.03.2009, 20:15Inaktiver User
AW: UPDATE zu Unser Neuanfang nach seiner Affäre
hallo marien und joleni,
ja, dies ist ein großes Problem!!
Wie joleni schon schreibt, wir scheinen immer wieder diejenigen zu sein, die ein Gespräch einfordern oder beginnen. Ich weiß nur nicht, wie lange ich noch die Kraft haben werde das immer und immer wieder zu tun.
Bei uns läuft das jetzt schon seit Jahren so, wahrscheinlich schon seit Beginn unserer Beziehung (23Jahre). Ich habe das nicht so wahrgenommen, bzw. ich habe mich auch im Laufe der Beziehung sehr verändert. Ich war anderen Krisen in meinem Leben ausgesetzt und musste mich viel mit mir auseinandersetzen. Ja und da ist mein Mann wahrscheinlich nicht mehr mitgekommen. Heute weiß ich, dass ich ihn bestimmt auch oft gedrängt habe und ihm nichts anderes übrig blieb als zu schweigen.
Ich habe ihn heute gefragt, warum er bei anderen so gut reden kann und bei mir nicht. Er sagt mir, dass er mich nicht noch mehr verletzen will und deswegen lieber schweigt. Er hat immer Angst falsche Dinge zu sagen. (Wo diese Angst her kommt weiß er nicht genau!?) Das es aber genau sein Schweigen ist, was mich so belastet, kann er inzwischen auch verstehen. Aber er sagt, er kann oft nicht anders.
Und genau da ist der Punkt. Wie bekomme ich ihn dazu sich dann zu öffnen?
Ich will ihn nicht noch mehr drängen, denn dann habe ich Angst, er verzieht sich wieder ins Schweigen.
Er tut mir auch richtig leid (wirklich!!). Ich glaube ihm ja auch, dass er reden möchte, aber manchmal verlässt mich dann eben auch meine Geduld (denn davon besitze ich nicht so viel!!). In solchen Momenten werde ich dann auch schon mal ungerecht. Ich bemühe mich inzwischen, mich hier sehr zurück zu nehmen, ist aber nicht so ganz einfach. Ich bin eben manchmal sehr impulsiv!!
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24.03.2009, 13:18
AW: UPDATE zu Unser Neuanfang nach seiner Affäre
Liebe Marien,
dein Beitrag hat mich sehr angesprochen. Mein Mann hatte 18 Monate lang eine Affäre/Beziehung mit einer jüngeren Kollegin. Er war in dieser Zeit beruflich sehr viel unterwegs, teilweise 10 Tage am Stück.
Das Ende dieser Bezuehung liegt jetzt etwas über 2 Jahre zurück. Als alles aufflog, hat seine Geliebte gehofft, er käme zu ihr. Aber er wollte das nicht. Ich war mir damals nicht sicher,ob eine Trennung die richtige Entscheidung ist, ich war angesichts des Schmerzes überhaupt nicht in der Lage, irgendetwas zu entscheiden.
Nachdem ich in recht desolatem Zustand vier Wochen in der Akutpsychatrie verbracht habe, bin ich vorrübergehend ausgezogen. Unser damals 13jähriger Sohn ist bei meinem Mann geblieben. Das hielt ich für besser, da ich mich nicht in der Lage sah, mich adäquat um ihn zu kümmern. Aber ich habe meinen Sohn regelmäßig besucht.
Es hat sich auch nur um einen Zeitraum von 8 Wochen gehandelt.
Wir haben schließlich beschlossen, zusammenzubleibeiben und einen Neubeginn zu starten. Ich konnte 17 gemeinsame Jahre nicht einfach so wegerfen. Unser Sohn war sehr glücklich darüber und gerade im Bezug auf ihn hätte ich nicht einfach alles hinschmeißen können. Dennoch habe ich nicht nur im Hinblick auf ihn diesen Schritt gewagt.
Ich gebe dir in vielen Aspekten recht, ein Neubeginn ist alles andere als bequem, es tut so weh, sich mit dem Betrug, dem Vertrauensverlust und den Bildern, die man im Kopf hat auseinanderzusetzen. Eine verletzte Frau ist alles andere als bequem und ich habe ebenso wie du hir nach dem Austausch mit Frauen gesucht, die sich dafür entschieden haben, zu vereihen.
Hier im Forum habe ich auch nette, aufmunternde Kommentare bekommen, teilweise aber genau das Gegenteil. Vor allem Geliebte stellen fortwährend die Frage, "wie kann man einen Betrüger lieben".
Diese Frage gebe ich gerne zurück. Wie können Geliebte einen Mann lieben, der lügt und betrügt? Weil sie sein Verhalten auf sich beziehen? Er lügt und betrügt für sie?
Letztlich denke ich, sitzt jede betrogene Ehefrau mit der jeweiligen Geliebten ihres Mannes in einem Boot. Darum geht es mir auch nicht darum, auf Geliebten herumzuhacken. Wenn man liebt, glaubt man doch immer an ein happy end, egal auf welcher Seite man steht.
Und ich denke, es ist schmerzhaft für beide Frauen. Die eine fragt sich. liebt er mich nicht genug, um auf eine Affäre zu verzichten und die andere quält die Frage, ob er sie nicht genug liebt, um sich zu trennen.
Wie dem auch sei, ich denke auch ich habe wohl Fehler gemacht, meinen Mann als selbstverständlich hingenommen. Er sagte mal, für mich sei ich ja schon lange kein Held mehr. Der Alltag hatte uns im Griff. Was allerdings nie ein Problem zwischen uns war, war unsere sexuelle Harmonie. Die hatte immer Bestand.
Ebenso wie du möchte ich mich nicht mehr dafür rechtfertigen müssen, mich nicht getrennt zu haben. Und ich möchte mich nicht mehr von Geliebten als Hausmütterchen diffamieren lassen, gut genug zum Bügeln und Kochen. In meiner speziellen Situation trifft das eh nicht zu, es ist eher umgekehrt, mein Mann litt in den letzten Jahren eher darunter, dass ich beruflich erfolgreicher war als er. Dabei hat es mir viel bedeutet, dass er mich im Haushalt und in der Erziehung unseres Sohnes so sehr unterstützte.
Liebe Marien, ich wünsche dir und deinem Mann alles Gute. Wenn du Interesse daran hast, dich auszutauschen, kannst du mir gerne eine PN schicken, ich würde mich freuen.
Herzliche Grüße, Marienkaefer
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28.03.2009, 12:53
AW: UPDATE zu Unser Neuanfang nach seiner Affäre
ich möchte mal was zu dem thema reden/nicht-reden beisteuern aus der sicht von einer, die auch nicht so viel redet wie es vielleicht richtig wäre - eine eigenschaft, die ja sonst den männern zugeschrieben wird.
meine ehe ist vor fast 5 jahren an vielen verschiedenen dingen gescheitert, aber ein wichtiges thema war auch das reden. mein ex-mann ist auch einer, der sich gut ausdrücken konnte, der ständig über alles redete, auch über gefühle, über konflikte, über erwartungen ... ich bin da eher schweigsam.
dass man sich mitteilen sollte, wenn man verstanden werden will, weiß ich auch, alles klar, und dass es ein großes defizit ist, wenn man es nicht kann.
aber: sehr häufig habe ich es so empfunden, dass mein ex gern SEINE sicht der dinge thematisierte, und nie auf die idee kam nachzufragen, wie ich das denn sehe. ja ich weiß, darauf braucht man nicht warten, aber er kam einfach NIE AUF DIE IDEE, ich könnte auch vorstellungen haben. wenn ich sie dann geäußert habe - natürlich nicht so wortreich wie er - wurde dies komplett ignoriert, oder aber so lange gegengeredet, bis mir klar zu sein hatte, was für dumme, falsche, unsachliche ... vorstellungen ich habe. es war am ende fast eine reine quantitätssache - einer redet 20 minuten, einer eine minute lang, und recht hat der, der 19 minuten vorsprung hat.
(nebenbei: mit anderen menschen kann ich ganz gut reden)
ja, zum schluss hielt er monologe. er redete auf mich ein, nicht mit mir. er erklärte mir die welt. er belehrte mich selbst über meine ureigenen fachgebiete. er dreht mir das wort im munde herum. er zerredete meine ideen. er rührte tagelang in kleinkonflikten herum die normalerweise keiner erwähnung wert gewesen wären. er redete um des redens willen. reden war macht. seine reden haben mich am ende genauso angekotzt wie sein sex mit mir, auf den er sich große stücke einbildete.
klar, ich hätte viel früher gehen müssen, und klar, es lag alles mögliche im argen. aber darum soll es hier nicht gehen. ich wollte lediglich mal den denkanstoß geben, dass vielleicht nicht immer derjenige der "gute", "beziehungsfähige" ist, der viel redet, und der schweigsame der "schlechte", "konfliktscheue". mancher wird schweigsam, weil er reden nicht als waffe benutzen will. reden allein ist noch kein austausch. wer nicht zuhören kann, braucht eigentlich auch nicht reden.
ich will das hier keinem persönlich unterstellen, bitte nicht falsch verstehen. aber ich wollte mal die erfahrung in den raum stellen, dass ich ständiges reden als aggressive bedrängung empfunden habe. dass ich dem nichts entgegenzusetzen hatte, wurde dann noch einmal gegen mich verwendet.
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28.03.2009, 13:16
AW: UPDATE zu Unser Neuanfang nach seiner Affäre
Hallo,
ich finde die oben zitierte Stelle sehr wichtig! Genau so sehe ich es auch. Ich war schon in beiden Situationen: Die, die ständig alles bereden wollte und auch die, die ständig zugetextet wurde und der immer wieder Fragen und zum großen Teil x-mal die selben gestellt wurden.
Es nervt!
Der, der "betrogen" hat, hat sicherlich seinen Teil für die er die Verantwortung tragen muss. Aber man/frau ist nicht für das Seelenheil des anderen verantwortlich. Natürlich muss man den Betrug besprechen, aber nicht ständig wieder und zu jedem Detail Stellung beziehen. Teilweise werden ja hier demjenigen, der "betrogen" hat schon fast Ehrenrechte abgesprochen und erwartet, dass er zum liebevollen Psychothera mit Punchingballneigungen mutiert.
Lieber sollten die Betrogenen mal Verantwortung für ihren Anteil übernehmen und das mit sich erst einmal ins Reine bekommen und zwar ohne den anderen damit ständig zu konfrontieren.
Ein Partnerschaft bedeutet, dass man Seite an Seite ein Stück Lebensweg zurücklegt, aber es bedeutet nicht, dass der eine den anderen auch noch ziehen oder gar tragen soll.
Shereena
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28.03.2009, 16:00
AW: UPDATE zu Unser Neuanfang nach seiner Affäre
Ja, in dem Fall, wo reden als Waffe benutzt wird und auch nur dazu dient, den anderen fertig zu machen und/oder demjenigen immer wieder seine Fehler vorzuhalten, da sehe ich das ganz genauso. Und so sollte dieses Reden ja auch nicht aussehen. Aber beide haben keine Chance, wenn sich der andere nie mitteilt, wenn man gar nicht weiß, was in dem anderen überhaupt vorgeht, Dann gibt es keine Chance zu einer Veränderung, weder für die eine noch für die andere Seite. Und auch wenn der Betrogene gar nicht erfährt, dass er einen Anteil an der Geschichte hat (á la: Schatz, es hat nichts mit dir zu tun), wie soll er da bitte seinen Anteil sehen?
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29.03.2009, 10:31
AW: UPDATE zu Unser Neuanfang nach seiner Affäre
Ganz grundsätzlich ist kein Partner alleine für das Seelenheil des anderen verantwortlich. Im Falle eines Betrugs setzt er aber bewusst und wissentlich das Seelenheil des anderen aufs Spiel. Das ist in meinen Augen etwas anderes.
Manchmal gibt es nach einem Betrug schon KlärungsbedarfNatürlich muss man den Betrug besprechen, aber nicht ständig wieder und zu jedem Detail Stellung beziehen
Der Betrogene ist doch erst einmal (völlig unabhängig von "seinem Anteil") nicht nur tief verunsichert, sondern oftmals in seiner Selbstwahrnehmung und der Wahrnehmung der Gesamt-Situation traumatisiert. Vom Selbstwertgefühl ganz zu schweigen.
Lieber? Ich glaube ich höre nicht richtigLieber sollten die Betrogenen mal Verantwortung für ihren Anteil übernehmen und das mit sich erst einmal ins Reine bekommen und zwar ohne den anderen damit ständig zu konfrontieren
Ich glaube, du sprichst von einer WG.Ein Partnerschaft bedeutet, dass man Seite an Seite ein Stück Lebensweg zurücklegt, aber es bedeutet nicht, dass der eine den anderen auch noch ziehen oder gar tragen soll
Wenn ich von meinem Partner in Extremsituation noch nicht einmal getragen werden kann oder darauf hoffen kann "getragen zu werden", brauche ich keine Partnerschaft.
Sorry, aber so ein Posting finde ich sehr, sehr einseitig. Und es unterstützt doch eigentlich nur wieder einmal die These: EIGENTLICH ist doch der Betrogene SCHULD (ein Lieblingsargument vieler Betrüger ohne Reflextionspotential und Rückgrat).
Geändert von Wakanda (29.03.2009 um 10:46 Uhr)
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29.03.2009, 11:07
AW: UPDATE zu Unser Neuanfang nach seiner Affäre
Danke, fuer Deine Sicht des Themas. Ich glaube, die Gefahr des "totredens" besteht wirklich. Wenn einer der beiden rhetorisch geuebter ist, muss man sich schon sehr zusammenreissen, den anderen nicht einfach zu ueberrollen.ja, zum schluss hielt er monologe. er redete auf mich ein, nicht mit mir.
Sich selbst zurueckzunehmen ist da sehr schwer, vor allem wenn es um Themen geht, die einem wichtig oder emotional geladen sind.
Ich habe das, als mir bewusst wurde, dass ich zu schnell und massiv in Gespraechen vorpresche, versucht (mich zurueckzunehmen), habe meine Meinung verzoegert zum Ausdruck gebracht, erstmal gewartet.
Das war richtig schwierig, innerlich war ich am zappeln und warten, dass er nun endlich was sagt. Dieses sich selber zuegeln, den anderen mit seiner Zoegerlichkeit und Vagheit ernst zu nehmen, ist sehr, sehr schwer.
Und ja, ich kann mir gut vorstellen, dass das vom anderen als bedrohlich und respektlos angesehen wird. Schwierig ist, wenn dann der vermeintlich schwaechere Gespraechspartner nicht auch mal ganz massiv und deutlich diese Thematik rueberbringen kann.
Oh ja, der/dieBetrogene sollte schon auf seinen eigenen Anteil schauen.Der, der "betrogen" hat, hat sicherlich seinen Teil für die er die Verantwortung tragen muss. Aber man/frau ist nicht für das Seelenheil des anderen verantwortlich
Wie stellst Du Dir das denn vor Shereena, in einer Partnerschaft, die sich als solche bezeichnen lassen darf? Einer geht fremd, der andere, da selber fuer sein Seelenheil verantwortlich setzt sich allein mit seinen Fragen und Gedanken auseinander und wenn er/sie wieder mit sich im Reinen ist, ist alles wieder gut.... ?
Das ist fuer mich keine liebevolle Beziehung, in der man sich fuer die Noete und Belange des anderen interessiert.
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30.03.2009, 14:43Inaktiver User
AW: UPDATE zu Unser Neuanfang nach seiner Affäre
Hallo Shereena,
Ich denke auch, dass man für sein Seelenheil verantwortlich ist.
Aber:
In einer Beziehung trägft man doch auch Verantwortung für das "Seelenheil" des anderen. Es kann nicht einer auf des anderen Kosten einen Weg gehen, der den anderen total verletzt. Das nenne ich nur Egoismus. Wer in einer Beziehung lebt, sollte auch immer schauen, was tut dem anderen gut und was nicht. Ich kann nicht nur darauf schauen, was tut mir gut, was brauche ich um glücklich zu sein.
Ich bin auch der Meinung, der der betrogen hat, hat dann auch die Pflicht, zu dem zu stehen, was er / sie getan hat. Ich kann den anderen dann nicht allein damit lassen . "Sieh mal zu, wie du dein Seelenheil wieder in den Griff kriegst". Er hat schließlich vorher auch allein entschieden sich etwas gutes zu tun. Aber dann hinterher die Suppe den anderen allein auslöffeln lassen, und das auch noch Schlückchenweise, da das ganze eben so sene Zeit braucht, bis es verarbeitet ist?
Nein , ich denke das ist etwas zu einfach und obendrein noch feige.
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30.03.2009, 15:04
AW: UPDATE zu Unser Neuanfang nach seiner Affäre


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