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    AW: Ein Jahr danach.....

    Zitat Zitat von Prijon Beitrag anzeigen
    Und vorsicht: Ihr lebt im Moment sehr intensiv. Viel intensiver als vorher, denke ich. Es ist gar nicht so verkehrt, diese Intensität beizubehalten. Je "ruhiger" Eure Beziehung wird desto größer kann die Gefahr sein, dass sich alte Muster wieder einschleichen.

    Prijon
    Intensiv miteinander Leben und viele neue Gemeinschaftserlebnisse, in denen man das neue Wir spüren und erleben kann, sind zugleich auch ein gutes Heilmittel.
    aufgewacht und umgezogen: befriendsonline.net

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    AW: Ein Jahr danach.....

    Zitat Zitat von joleni Beitrag anzeigen
    Hallo unchained,
    auch ich habe nach einem Jahr so eine Art Bestandsaufnahme gemacht - der Grund war der Jahrestag des Auffliegens der Affaire.
    Da kam nochmal alles richtig zurueck und hat mich in ein tiefes schwarzes Loch geworfen. Geht es Dir im Moment genauso?

    Ich gebe Prijon absolut recht. Das erste Jahr ist sehr intensiv, es bewegt sich viel. Bei mir ist es jetzt 2 Jahre her. Die tiefen Loecher sind nicht mehr so tief und warten seltener auf mich, aber es hat sich vieles wieder eingeschlichen, was wir eigentlich vermeiden wollten.

    Diese Gefahr besteht sicher bei allen Paaren, die sich vorgenommen haben, ihre Beziehung zu veraendern.
    Das gute ist, dass Du durch die Krise wacher bist, feinere Antennen hast und eher merkst, wenn sich alte Muster wieder einschleichen.
    Ich glaube dann zeigt sich, wieweit man als Paar faehig ist, dem entgegenzuwirken.

    Mich wuerde interessieren, ob Du das Gefuehl hast, dass Ihr gleichermassen an Eurer Partnerschaft arbeitet oder ob Du die treibende Kraft bist, die ihn dann mitzieht.

    Lieben Gruss, joleni
    Hallo joleni,

    danke für Deine Antwort. Erstmal, schön zu hören, dass es mehreren so geht, wie mir (uns) und dass es auch positive Ansätze gibt das Ganze aufzuarbeiten und es ja anscheinend auch bei vielen funktioniert. Das ist eben einfach wichtig.

    Zu Deiner Frage, ob ich die treibende Kraft bin? Am Anfang: ja, auf jeden Fall, da habe ich mir erstmal ein Bein ausgerissen, wollte alles anders, alles neu und habe Dinge gemacht, die wir früher gar nicht gemacht haben. Und dann habe ich gedacht, nein, so geht es nicht weiter, er sagt mir auch: "Du, ich will gar nicht alles anders, alles neu, mir hat das Alte gut gefallen."
    Sein Ausbruch war mehr eine Flucht vor dem zu der Zeit sehr mürben Alltag (klar, da gibt es bessere Arten das zu tun) und ich kann das insoweit verstehen, als dass er damals auch einfach nicht weiter wußte. Nun, irgendwann habe ich dann versucht wieder den "normalen" Weg einzuschlagen, zusammen mit den ganzen positiven Veränderungen, und mich aber auch einfah verstärkt nur noch um meine eigenen Interessen gekümmert, sprich: meine alten Freunde(innen) wieder besucht, viel mit anderen gemacht usw.

    Also, ich habe mich für mich verändert und auf diesem Weg auch sehr viel über mich erfahren.
    Heute ist es so, dass im Moment er derjenige ist, der alles tut, um mir zu zeigen, dass ich ihm wichtig bin, dass wir zusammen gehören....

    Manchmal denke ich, für uns war es so eine Art wieder wachwerden, ma wieder nachdenken und die (noch vorhandenen, aber z.T. auch verschütteten) Gefühle wieder hervorzuholen, wegen denen wir damals überhaupt zusammmen gekommen sind...

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    AW: Ein Jahr danach.....

    Zitat Zitat von zora68 Beitrag anzeigen
    Hallo unchained,
    erst mal willkommen im Club

    Ich habe es am 8.12.07 erfahren, aber trotz guter Vorsätze, schaffte mein Mann und sie es nicht, den Kontakt völlig abzubrechen bis zum 22.03.08.

    Inzwischen geht es uns ganz gut, aber ich habe die gleichen Tiefen immer mal wieder, wie du beschreibst!

    Wenn du magst, ließ doch mal zusammengefasst meine Geschichte:

    Fängst du schon wieder damit an.....

    Du bist nicht allein!!

    Wäre schön, wenn du noch ein bisschen darüber schreibst, wie ihr es bis hier her geschafft habt!

    Liebe Grüße,

    Hallo zora68,

    habe angefangen, Eure Geschichte zu lesen und entdecke sehr viele Parallélen zu unserer.
    Dieses: fängst Du schon wieder damit an, das kenne ich auch. Aber das ist einfach der Unterschied zwischen Männern und Frauen, ohne jetzt pauschalisieren zu wollen. Er Will vergessen, sie will alles wissen und ausdiskutieren. Da kann man auch nicht so viel dran ändern.
    Bei mir ist mittlerweile die Zeit, wo ich nur noch ganz selten davon anfange, denn ich merke einfach definitv: DAS IST VERGANGENHEIT!!!

    Natürlich ist das nicht immer einfach, aber es wird immer besser.

    Wir arbeiten dran.

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    AW: Ein Jahr danach.....

    Zitat Zitat von Kraaf Beitrag anzeigen
    Intensiv miteinander Leben und viele neue Gemeinschaftserlebnisse, in denen man das neue Wir spüren und erleben kann, sind zugleich auch ein gutes Heilmittel.
    Ja, danke Kraaf,

    es ist nicht nur ein gutes Heilmittel, sondern auch einfach ein gutes Gefühl. Man hat in dieser schlimmen Zeit Seiten am Partner entdeckt, die ihn einem völlig fremd gemacht haben, andererseits macht dieser neue Blickwinkel auch Dinge möglich, die vorher so nicht möglich gewesen wären.
    Dabei will ich mit Sicherheit nicht sagen, es war toll ausgerechnet so eine andere Seite zu entdecken, aber ich habe das Ganze auch einfach mal umgedreht (als einige Zeit vergangen war, konnte ich vieles relativ klar sehen) und habe nur so gedacht, haben wir nicht alle eine verborgene Seite? Könnte ich es für mich absolut ausschließen, dass mir so etwas mal passieren könnte? Und zu der Zeit war nicht nur er genervt von allem, ich auch.
    Vielleicht war es nur eine Frage der Zeit, wann einer von uns beiden das Ruder herumreißt? Bei uns war es definitiv ein Warnschuß für uns beide, das wissen wir auch mittlerweile, einfach dieses Sehen, das nicht alles selbstverständlich ist.

    Und: oh ja, wir arbeiten weiter und sind auf einem (glaube und hoffe ich) sehr guten Weg für uns beide. Wir sind beide bei uns angekommen und sehen mitlerweile viele schöne Dinge, die sonst so vielleicht nicht möglich gewesen wären.

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    AW: Ein Jahr danach.....

    An alle, die mir bis jetzt geantwortet haben:
    Vielen Dank für diese positiven Reaktionen, damit habe ich nicht gerechnet.
    Schön zu wissen, dass man nicht allein ist und das andere auch so etwas erlebt haben. Wichtig für mich ist es, zu sehen, dass es eben nicht das Ende sein muss, sondern auch einen Neuanfang bedeuten kann.

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    AW: Ein Jahr danach.....

    Bei mir ist mittlerweile die Zeit, wo ich nur noch ganz selten davon anfange, denn ich merke einfach definitv: DAS IST VERGANGENHEIT!!!

    Natürlich ist das nicht immer einfach, aber es wird immer besser.
    Sieh es doch mal so: Es hat eine Menge verändert bei Euch und das ist gut so (jedenfalls lese ich das aus Deinen Zeilen deutlich heraus). Dieser Aspekt aus der Vergangenheit, der gehört jetzt einfach dazu. Er war ein (wahrscheinlich notwendiger) Stolperstein im Pflaster Eures Lebensweges.

    Filosofische Grüße
    Prijon

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    AW: Ein Jahr danach.....

    Zitat Zitat von Prijon Beitrag anzeigen
    Sieh es doch mal so: Es hat eine Menge verändert bei Euch und das ist gut so (jedenfalls lese ich das aus Deinen Zeilen deutlich heraus). Dieser Aspekt aus der Vergangenheit, der gehört jetzt einfach dazu. Er war ein (wahrscheinlich notwendiger) Stolperstein im Pflaster Eures Lebensweges.

    Filosofische Grüße
    Prijon
    Ja, sehr filosofisch, genauso sehe ich das auch,

    Hier schreibt irgendjemand (kann mir das nicht merken, wer...): Hinfallen ist keine Schande, liegenbleiben schon.
    An dem Spruch ist was dran.

  8. Inaktiver User

    AW: Ein Jahr danach.....

    Willkommen auch von mir !

    Mein Mann fällt auch immer mal wieder in sein "Loch" , jedoch sind diese nicht mehr so tief wie noch vor einigen Monaten .

    Seit etwa einem Jahr sind wir uns sicher , dass wir "durch" sind und leben viel bewusster jeden einzelnen gemeinsamen Tag ! Und dies ist nun keine Übertreibung .

    Und ist aber beiden bewusst , dass wir uns nicht bis zum Lebensende "habenwerden" , sondern wir geniessen uns und tun uns gut . Wie lange dies sich so anfühlen wird , das wissen wir nicht , aber das ist uns auch nicht wichtig .

    Wir leben im Jetzt und das vollkommen aufrichtig und das kann auch mal wehtun , aber auch dies verstehen wir , nach all dieser Zeit und dem damit verbundenen Lernprozeß , unter Liebe !

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    AW: Ein Jahr danach.....

    wie heißt es so schön? Willkommen im Club.

    Bei mir sind es jetzt fast genau 2 Jahre. Mein Mann hatte eine sehr intensive Affaire, die mich komplett aus der Bahn geworfen hatte.
    Ich habe Ähnliches durchgemacht wie Du.

    Auch heute noch dreht sich das Kopfkino. Mal ist es mehr, mal ist es
    weniger. Aber irgendwie nicht mehr so bunt, mehr schwarz-weiß. Es tut auch nicht mehr so weh. Trotzdem leide ich noch immer unter Panikattacken und Konzentrationsstörungen. Dann bin ich schweißgebadet und habe Herzrasen. An manchen Tagen fällt es mir auch schwer, irgendwas auf die Reihe zu bekommen.

    Aber wir nehmen an, wir haben es geschafft. So genau kann man das ja nie sagen. Aber eines stimmt. Wir leben wirklich intensiver miteinander. Und irgendwie anders. Unsere Ehe ist nicht mehr so selbstverständlich wie sie in den 30 Jahren davor war.

    Liebe Grüße

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    AW: Ein Jahr danach.....

    @ rehbraune augen
    @ novemberblues

    Ja, es ist nichts mehr so, wie es einmal war, das stimmt. Vielleicht ist es ja auch gut, dass nichts mehr so ist, wie es war? Es war schon eingefahren und eben selbstverständlich... das ist ja auch irgendwie normal so nach dieser langen Zeit. Wenn ich mich so in unsrem Bekanntenkreis umsehe, dann ist es bei vielen auch so.
    Wir genießen unser Leben jetzt auch mehr...trotzdem ist da manchmal so eine Art Trauer wie soll ich es ausdrücken? Um den Verlust der Unschuld, des Glaubens an die Ewigkeit, dass alles immer so bleibt, wie es ist? Ich weiß nicht, bei mir auf jeden Fall hat es viel in Bewegung gesetzt, vieles sehe ich jetzt ganz anders. Das Leben ist veränderlich und was heute ganz normal ist, kann morgen schon ganz anders aussehen...
    Also muss man das Beste daraus machen!

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