Sicher gibt es viele, die nur "gestehen", weil sie die Absolution erhoffen....
Ich bin wieder bei meiner hier schon oft erwähnten Sicht: es gibt viele Facetten des Fremdgehens. Es ist nicht jeder automatisch treu, der nie mit einem anderen Sex hatte bzw. nie einen anderen geküsst hat.....
Das fiel mir spontan ein, Maddie, als ich deinen Beitrag las.
ICH möchte von meinem Partner alles wissen, was UNS und unsere Paarbeziehung betrifft ! Wenn er sich von MIR entfernt, in welcher Form auch immer, dann möchte ich das wissen. Sobald er mit jemand anderem Gedanken teilt, die er mit mir nicht teilen will oder kann bzw. zumindest nicht teilen könnte (wobei ich nicht alles wissen will, was er mit anderen redet, gell....) Ich hoffe, ich spüre das im gleichen Moment, sodass wir automatisch ins Gespräch kommen.
Von demher, Maddie, ist mir dein Ausgangsposting zu "abstrakt". Später wirst du ja konkreter....
Gruss, Elli
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Ergebnis 11 bis 20 von 211
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05.02.2009, 11:06Inaktiver User
AW: Warum gesteht man das Fremdgehen?
Geändert von Inaktiver User (05.02.2009 um 11:12 Uhr)
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05.02.2009, 13:06
AW: Warum gesteht man das Fremdgehen?
Hm, Gegenfrage: Möchtest Du nicht wissen, wenn Dein Partner mit einem anderen Menschen intim ist?
Außerdem sehe ich es so:
Dein Partner hatte ein schlechtes Gewissen, verhält sich anders, als sonst - auch auf der energetischen Ebene hat sich was verändert.
Wenn er schweigen würde, würde vielleicht aufgrund der (nicht ausgesprochenen) Veränderung sich Eure Beziehung - vielleicht zum negativen (weil ungeklärt) - verändern. Da dann eine Lösung zu finden etc. halte ich ohne die gesamten Fakten für sehr schwierig. Oft gibts dann Nebenkriegsschauplätze und die Beziehung geht dann (trotzdem oder gerade deswegen) kapuut.
Möchtest Du da dann allen Ernstes nicht den Grund wissen?
Klar tut es sehr weh. Das kann ich gut nachvollziehen. Aber selbst wenn Du es nicht gewusst hättest, hätte es trotzdem Einfluss auf Eure Beziehung gehabt OHNE das Du den Grund kennst.
Wäre Dir das wirklich lieber?
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05.02.2009, 16:34Inaktiver User
AW: Warum gesteht man das Fremdgehen?
@MadMaddie1
Warum Dir Dein Partner gestanden hat, dass er fremdgeküsst hat, weiß ich natürlich nicht. Vielleicht wollte er Dich auch ein klein wenig provozieren. Ehrlich gesagt, ich selbst äußere und ergieße mich meinem Partner gegenüber nicht in diversen Details. So ist unsere individuelle Absprache.
Und mich selbst interessieren andererseits erlebten Details auch nicht sonderlich, und ich spionieren oder kontrolliere nicht. Jedoch kann ich die Wahrheit verkraften, wenn er das Bedürfnis hätte, sich mir aus irgendeinem Grund zu offenbaren.
Den Sinn und Zweck eines Geständnisses sehe ich darin, dass so dem Partner (in diesem Falle Dir) die Chance gegeben wird, sich mit dem Begriff und der Bedeutung der Treue und der Liebe ernsthaft auch selbst auseinanderzusetzen. Denn „erwischen“ kann es letztlich auch Dich (und damit meine ich jetzt nicht nur das Fremdküssen) und jeden und daran ist auch überhaupt nichts verurteilunswürdig, wenn man das Wesen der Liebe begreift. Garantien kann nun mal keiner geben, das sollte immer und jedem auch wirklich bewusst sein. Und das ist auch gut so, denn jeder Mensch ist und bleibt auch innerhalb einer Beziehung ein eigenständiges Wesen. In einer Beziehung, in der beide Partner auch die emotionale Reife besitzen, kann jeder auch in seiner Individualität angenommen werden.
Das Schlimme ist, dass Du Deinen Partner nun dafür verantwortlich machst, weil Du nun leidest. Du leidest nicht, weil er fremdgeküsst hat, sondern weil er es Dir offenbart hat. Er hat Dich mit der knallharten Wahrheit konfrontiert und Dir die Augen geöffnet. Du hättest es lieber nicht gesehen, nicht sehen wollen. Das Leben besteht nicht nur aus guten und angenehmen Gefühlen, auch Trauer, Kummer und Leid gehören dazu und sind umso wichtiger und auch wertvoll, weil man daraus auch eine Chance zur eigenen Reifung erfährt.
Wenn Du nun leidest, dann frage Dich, nach dem WARUM. Frage nach Deinen eigenen Schwächen und Ängsten. Deinen Partner solltest Du dafür nicht verantwortlich machen, denn es sind nur Deine eigenen.
Auch Du bist autonom und hast das Recht als eigenständiger Mensch jederzeit zu gehen, wenn Dir etwas nicht gefällt, wenn Du mit irgendeinem Verhalten Deines Partners nicht klarkommst. Keiner zwingt Dich zu irgendwas.
Aber als Chance für beide sehe ich es allemal.
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05.02.2009, 17:29Inaktiver User
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05.02.2009, 18:44Inaktiver User
AW: Warum gesteht man das Fremdgehen?
Oh Danke
amorosa
Du stehst mir da allerdings überhaupt nicht nach

LG shadow
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05.02.2009, 22:58
AW: Warum gesteht man das Fremdgehen?
@ entwicklerin, shadow & amorosa,
ganz genau so sehen mein Mann und ich das!
Wir führen im Moment eine Fernbeziehung für ein halbes Jahr. Gerade eben haben wir sehr lange telefoniert.Und dabei ist auch das Thema "der/die Dritte" gefallen. Das Telefonat lief - ausschnittsweise - folgendermaßen ab:
Ich: "Ich kann mir schon vorstellen, dass mich irgendwann fremde Haut reizt, dass ich küssen und mehr will (gab es schon *schäm*), ABER ganz sicher kann ich mir NICHT vorstellen, jemanden so vollkommen in mein Herz zu lassen wie dich. Ich kann mir auch bei keinem anderen Menschen diese Nähe und Offenheit vorstellen."
Er: "Genaso sehe ich es auch!!! Was ist das andere, es ist lediglich Spielerei, es ist völlig bedeutungslos für uns Beide!"
Ich: "Man genießt einfach das Fremde verbunden mit dem Reiz des Verbotenen..."
Er: "Aber es ist letztlich so unwichtig, weil ich nur dich von ganzem Herzen liebe und dich nicht verlieren will."
So, dass war eine kleine Plauderei aus dem "Nähkästchen" von Herrn (dem auch so etwas schon passiert ist) und Frau Kessie.
Für uns beide und nur für uns hat es keine Bedeutung, weil wir den Wert des Partners an anderen Dingen als der Nur-körperlichen-Treue festmachen. Aber dennoch führen wir keine offene Beziehung, wir gestehen uns lediglich zu, dass wir Menschen sind, die auch mal schwach werden können.... ich weiss nicht, ob das jemand verstehen kann.
Wir leben gut damit! Denn dadurch sind Lügerein nicht notwendig. Auch käme keiner von uns auf die Idee im Handy des anderen nachzusehen. Beide Handys liegen offen rum. Er kann in meine Mails genauso schauen wie ich in seine. Wir brauchen nichts verbergen, weil es nichts zu verbergen gibt.
Euch allen eine gute Nacht!
LG, KessieDie Größe eines Menschen ist daran zu erkennen, wie er Geschöpfe behandelt, von denen er keinen Vorteil zu erwarten hat(Teddy, Polizeihund in Berlin)
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05.02.2009, 23:50Inaktiver User
AW: Warum gesteht man das Fremdgehen?
@Kessie
Ein wunderschöner Beitrag ! Soviel Liebe !


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06.02.2009, 10:09Inaktiver User
AW: Warum gesteht man das Fremdgehen?
Kessie,
Du schreibst was ich denke und fühle, nur mir fehlten die Worte dafür.
Danke!
Gruß
EW
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06.02.2009, 11:51
AW: Warum gesteht man das Fremdgehen?
@Kessie,
ich finde es gut, wenn ihr euch mit dieser Einstellung so einig seid und das auch so leben könnt.
Ich könnte mit so einer Einstellung keine Beziehung führen. Das hört sich für mich wie ein "Freibrief" an. So nach dem Motto: "sorry, ich hatte jetzt mal gerade Lust auf fremde Haut und auf Verbotenes - aber das hat ja gaaaaar nichts mit dir zu tun. Das hab ich halt manchmal! Ich liebe doch nur dich!"
Nee das ist mir zu einfach! Vielleicht nicht wenn es um einen einmaligen ONS geht. Aber was, wenn es eben kein ONS ist, sondern in eine Affäre mündet? Was, wenn sich doch einer verliebt? Wenn Sex nur die Konsequenz aus anderen Dingen ist?
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06.02.2009, 11:59Inaktiver User
AW: Warum gesteht man das Fremdgehen?
ich kann das auch nicht "so locker" sehen.
trotzdem finde ich richtig und wichtig, dass Fremdgehen erzählt wird.
das ist eine schwierige Situation für die Beziehung, die man gemeinsam durchstehen muss - wie andere auch.
auch das "Gewissen-Erleichtern" kann ich nicht so negativ sehen. Für denjenigen, der fehlgegangen ist, ist das ganze ja auch schwierig, er ist verwirrt und durcheinander - und dann ist das Natürliche, dass er sich an den Partner wendet - wie immer.
Und dass "Unsicherheit" und "mangelndes Vertrauen" aus dem Beichten entstehen soll? Das kann ich auch nicht nachvollziehen.
Denn dann steht die Sicherheit und das Vertrauen ja offensichtlich auf dünnem Eis - wenn sie auf Verschweigen beruhen.
Wenn das Fremdgehen aufgearbeitet wird - dann kann doch ein viel tieferes und gerechtfertigtes Vertrauen entstehen als eines das auf "ich will das nicht wissen" beruht.
MadMaddie,
liest Du noch mit?
Gruß, Leonie


) Ich hoffe, ich spüre das im gleichen Moment, sodass wir automatisch ins Gespräch kommen.
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