Liebe Perlensucht,
ich habe beim Lesen Deiner Beiträge schon oft das Gefühl gehabt, dass wir zwei ganz ähnlich ticken. Bei dem Satz, es sei niemals Nähe entstanden, leuchtete bei mir die rote Signallampe auf. Ich denke nämlich auch, dass unser Unterbewusstes sehr genau spürt, ob uns jemand zu nahe kommt oder nicht. Daher glaube ich, das die Schlüsselfrage für Dich ist: Wie viel Nähe kannst Du denn selbst ertragen?
Bei mir war es ein notorischer Fremdgänger (was ein faszinierendes Persönlichkeitsmuster ist). Und ich muss mir nach viel Aufarbeitung selber eingestehen: ICH habe mich in diesen Mann verliebt, weil er meinen Mustern nahe kam. Er gab mir emotionale Beschäftigung, aber er kam mir nicht zu nahe. Mehr als das hätte ich nicht verkraftet. Ich habe vor allem sehr an diesen Mustern gearbeitet. Das hat mir geholfen. Vielleicht ist das auch für Dich ein Weg?
Alles Gute,
Babette
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14.01.2009, 15:40
AW: 6 Jahre her - das Thema kommt (schon) wieder hoch
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14.01.2009, 16:36Inaktiver User
AW: 6 Jahre her - das Thema kommt (schon) wieder hoch
Hi Babette,
ich kann viel Nähe nicht so gut ertragen. Aber da frage ich mich, ob dies vielleicht daher kommt, dass ich schon so lange allein lebe und immer auf mich allein gestellt war. Ich kenne es nicht anders. Meine Beziehungen (die Beziehungen als sehr junge Frau und meine mehrjährige Affäre ausgenommen) scheiterten leider immer schon bevor Nähe entstand - quasi in der Kennenlernphase.
Mein letzter Partner (2005/2006) war ebenfalls ein notorischer Fremdgeher, der so perfekt agierte, dass ich es erst nach 8 Monaten merkte. Im Gegensatz zu Dir beschäftigte er mich aber nicht sehr stark emotional, da er nach außen bzw. mir gegenüber ein ganz normaler Partner war, der ernsthaft an mir interessiert zu sein schien.
Im Gegensatz zu Dir habe ich bei mir kein Muster entdeckt. Fremdgeher waren nur dieser letzte Mann und dieser aus 2003. Wobei sich letzterer sicher nicht als Fremdgeher fühlte, da er sich ja nicht in einer Beziehung zu mir sah
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14.01.2009, 16:41Inaktiver User
AW: 6 Jahre her - das Thema kommt (schon) wieder hoch
Hi Seawasp,
mir ist eben etwas siedend heiß eingefallen, was der Grund dafür sein könnte, dass ich diese Träume habe!
Ich habe in ein paar Wochen einen beruflichen Termin in seiner Stadt und noch dazu in seiner Straße. Ich war seit damals nicht mehr in dieser Stadt. Der Termin ist quasi via a vis von ihm. Als ich von dem Termin letzte Woche erfuhr, wurde mir ganz übel.
UND: Vor ein paar Wochen sah ich zufällig ein Interview mit ihm. Auf einer bekannten Seite im Internet, wo ich Nachrichten las. Ich hätte sofort wegklicken können, aber statt dessen habe ich es mir komplett reingezogen, ich dumme Kuh.Geändert von Inaktiver User (14.01.2009 um 16:47 Uhr)
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14.01.2009, 16:49
AW: 6 Jahre her - das Thema kommt (schon) wieder hoch
Mit kommt diese Frage immer so ein wenig vor als wenn der Partner dabei egal wäre, deshalb würde ich mich immer fragen, wie müsste diese Liebe sein, dass ich Nähe zulasse? Was brauche ich an Liebe, Verständnis, Charakter des Partners was auch immer, dass das geschiet und was sind die absoluten Killer dafür?
Dann kann man gern noch schauen wie realistisch das ist und mit welchen Sachen man umgehen kann und was dazu notwendig ist beim Partner und bei mir um damit umgehen zu können.
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14.01.2009, 17:10Inaktiver User
AW: 6 Jahre her - das Thema kommt (schon) wieder hoch
Ich verstehe unter der Nähe, die ich nicht so gut ertragen kann, übrigens körperliche Nähe. Also, wenn der Partner immer Körperkontakt braucht, engumschlungen schlafen will, ständig um mich herum sein möchte etc. Dazu kam es in meinen Beziehungen nie, da wir Fernbeziehungen führten und wenig Gelegenheit bestand, dass es mir zu viel hätte werden können. Wären wir in der Beziehung weitergegangen und hätten irgendwann zusammen gelebt, hätte ich damit sicher Probleme bekommen.
Die geistige Verbundenheit empfinde ich hingegen als sehr wichtig und die wünsche ich mir auch.
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14.01.2009, 17:19
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14.01.2009, 17:35
AW: 6 Jahre her - das Thema kommt (schon) wieder hoch
Liebe Perlensucht,
ich möchte Dir mein eigenes Muster ja auch nicht aufquatschen - es ist nur als Anregung zu verstehen.
Auch ich habe mich nicht permanent in notorische Fremdgänger verliebt. Ich hatte viele Schwärmereien, teils mit "Körperkontakt", teils ohne. Der Punkt ist, dass es grundfalsch ist, das Muster bei den Männern zu suchen. Mein Muster war: Keiner von denen kam mir zu nahe. Bei keinem bestand die Gefahr, dass daraus eine feste Beziehung mit allen Konsequenzen entstehen könnte. Mit Einplanen eines Partners also. Wenn diese Gefahr nicht bestand, konnte ich mich heftig "verlieben". Aber nur dann. Ich glaube, das spürt man sehr genau. Der Umkehrschluss sind all die Frauen, die ich so beneidet habe: Die genau spüren, dass ein Mann es nicht ernst meint und den mir nichts, dir nichts disqualifizieren. Wenn es jemand ernst meinte, habe ich mit heftiger Abwehr reagiert, mich Unwohl gefühlt, den Kontakt blockiert.
Der Witz dabei ist, dass ich in all der Zeit überzeugt davon war, eine Beziehung und Nähe zu wollen. Da hat mein Unterbewusstsein verhindert, was mein Bewusstsein anstrebte. Das Muster aufzulösen, war eine herbe Herausforderung. Um es mal auf eine Formel zu bringen: Du bist, in wen Du Dich verliebst.
LG
Babette
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14.01.2009, 19:17Inaktiver User
AW: 6 Jahre her - das Thema kommt (schon) wieder hoch
Das ist ein sehr interessanter Gedankengang!
Nähe kann für mich z.B. auch bedeuten, dass man weiß, der andere steht immer loyal hinter einem. Ich hatte oft den Eindruck, dass Nähe mit "so viel Zeit wie möglich zusammen verbringen" oder mit Körperkontakt gleichgesetzt wird. Das ist für mich zu kurz gedacht.
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14.01.2009, 19:20Inaktiver User
AW: 6 Jahre her - das Thema kommt (schon) wieder hoch
Liebe Dieclou,
das hatte ich auch nicht so aufgefasst
. Danke für Deine Anregungen!
Einplanen des Partners. Hm, ja, da erkenne ich mich dann doch auch wieder.....Meine mit Abstand längste "Beziehung" hatte ich immerhin zu einem verheirateten Mann. Gegangen bin ich endgültig, als er mit mir zusammen leben wollte.....
Das ist auch bei mir das Witzige, dass ich immer dachte, eine Beziehung und Nähe zu wollen. Nach fast 3 Jahren Single-Dasein bin ich mir da nicht mehr so sicher.
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14.01.2009, 19:26Inaktiver User
AW: 6 Jahre her - das Thema kommt (schon) wieder hoch
@ all
Da ich in Kürze einen Termin bei ihm in der Straße habe, habe ich irgendwie das Gefühl, dann dort zu einem Abschluss kommen zu können. Ich bin damals Hals über Kopf dort weg und nie mehr zurück gekehrt.
Ich bin versucht, zumindest an dem Grundstück vorbei zu gehen. Aber mein Kopf sagt: Bleib weg, riskiere nie wieder einen Blick. Was willst Du da?
Er hatte übrigens noch lange versucht, den Kontakt zu mir sporadisch aufrecht zu erhalten. Es schien mir so, als habe er in keinster Weise verstanden, wieso es mir schlecht ging.
So als würde ich jemanden ans Schienbein treten und ihn, wenn er dann laut aufheult, ERNSTHAFT fragen, was er denn nur hat und wieso er schreit. Erst als ich von seiner dann schon mehrjährigen Beziehung erfuhr, verbat ich ihm selbst diese seltene Telefonanrufe bei mir. Denn: Immer wenn er bei mir anrief, fragte er, ob ich in einer Beziehung leben würde, um dann IMMER selbst zu sagen: "Ich bin ja allein." Ich weiß noch genau, was er sagte, als ich ihn dann auf seine Beziehung ansprach: "Na ja, kommt eben drauf an, was man unter Beziehung versteht." Das war der vorletzte Satz, den ich von ihm hörte, der letzte war dann: "Ich geh dann nun mal mit dem Hund raus."
Mein ganzes Umfeld inklusive meiner Familie fand diesen Mann im höchsten Maße unsympathisch. Es war, als wäre ich die einzige, die seine negative Energie nicht spürte. Er wurde auch als distanzlos und übergriffig wahrgenommen, weil er sich überall benommen hat, als sei er der Herr des Hauses. Ich muss blind und taub gewesen sein.Geändert von Inaktiver User (14.01.2009 um 19:30 Uhr)


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