Zitat von Karla48
Hm...Auf mich wirkt das unentspannt. Und das wünsche ich mir für die Menschen, die ich das ganze Wochenende bei mir einquartiert habe, nicht. Und für mich selber auch nicht.
Er hat es nicht einfach, sich da neu zu organisieren, in der neuen Stadt. Sowas strengt an, und man muß sich bemühen, neue Bekannte/Freunde zu gewinnen.
Auch ein neuer Job ist anfangs äußerst anstrengend.
Ich würde mir von einem Freund/einer Freundin wünschen, daß er mich da versteht, und sogar auch unterstützt. Sozusagen umgekehrt: Daß du dir Gedanken machst, was ihm jetzt guttut, und ihn bildlich gesprochen an der Stelle auffängst, wo er umfällt.
Nicht so herum, daß du jetzt extra kommst (meine Güte, du kommst ja nicht aus oder nach Sibirien ;-)) und dafür auch ganztags und -abends Anspruch auf adäquate Behandlung in Form von Priorität 1 hast.
Bloß: Warum er Dich nicht mitnehmen konnte, zu dem Brunch und eigentlich auch zum Umzug, das verstehe ich nicht. Konnte er ahnen, daß Du das nicht möchtest?
Wie auch immer, Du hättest auch sagen können: Nimm mich doch bitte mit! Und dann mit ihm gemeinsam das Essen vorbereiten. Oder nicht? Sprach etwas dagegen?
Jemanden zu lieben, bedeutet, die Welt durch seine Augen zu sehen.
Wie ist es, alleine in einer fremden Stadt neu anzufangen?
Wie ist es, einen neuen Job zu beginnen?
Wie fühlt es sich an, eine neue Wohnung zu haben, neue Nachbarn, usw....
Große Veränderungen...
Du hast den Anspruch, daß es keine Veränderung gibt.
In seinem Verhalten zu Dir.
Das kann gar nicht so kommen!
Denn bei ihm hat sich so viel verändert!
Laß ihm Luft, sonst wirst Du ihn verlieren.
Kraft für Streits hat er nicht übrig zur Zeit.
So sehe ich das von hier aus.
Unterstütz ihn, auch moralisch, und konzentriere Dich auf Freunde da, wo Du bist. Manchmal muß man sich verabschieden, weil die Entfernung so ausgiebigen Kontakt wie "früher" nicht erlaubt. Das tut weh, man sucht es sich nicht aus, aber so kommt es nun eben im Leben manchmal leider. Man kommt darüber hinweg.
Generell finde ich es schwierig, von Menschen etwas zu "verlangen". Er gibt mir etwas - schön. Aber woher habe ich das Recht, etwas zu verlangen, was ich mir wünsche? Ich kann mir doch nur wünschen, mehr aber auch nicht. Und wenn mein Wunsch nicht erfüllt wird, dann habe ich Pech. Dann beleidigt zu sein, ist nicht gut, und auch nicht besonders "erwachsen", wenn ich das mal so sagen darf. Niemand hat die Pflicht, unsere Bedürfnisse zu erfüllen.
Mir selbst geht es so, daß ich wenn ich sozusagen die Pistole auf die Brust gesetzt bekomme, total dichtmache. Ich lasse mich nicht kommandieren. (Ruf dann-und-dann an, hab dann-und-dann Zeit...). Und zähle anders herum auch nicht die Tage, die jemand braucht, um eine Mail oder sonstwas zu beantworten. Er wird es tun, wenn er Zeit und Lust hat. Alle haben so irre viel um die Ohren, ich nehme es keinem übel, wenn er weniger Zeit hat, als ich mir das wünschen würde. Zugegeben, das war auch nicht immer so, aber ich habe gelernt, daß es viel hilft, wenn man die Welt mal durch die Augen des anderen anschaut.
Liebe Grüße
Karlafür dich liebe Karla. Ich bin zwar nicht die TE, aber ich finde, du hast das ganze wunderbar ehrlich, realistisch, einfühlsam und warmherzig beschrieben.
Mehr kann man zur Problematik auch garnicht mehr schreiben oder sagen. Du hast es bestens auf den Punkt gebracht. Danke dir dafür.
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 48
Thema: Empfindungen
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19.11.2008, 23:44Inaktiver User
AW: Empfindungen
Zitat von Karla48
für dich liebe Karla. Ich bin zwar nicht die TE, aber ich finde, du hast das ganze wunderbar ehrlich, realistisch, einfühlsam und warmherzig beschrieben.
Mehr kann man zur Problematik auch garnicht mehr schreiben oder sagen. Du hast es bestens auf den Punkt gebracht. Danke dir dafür.
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20.11.2008, 01:16
AW: Empfindungen
In einer fremden Stadt neu anfangen...hin oder her...natürlich ist das schwierig. Das einem seine neuen Kontakte dann wichtig sind ist auch klar. Aber es ist doch nicht zuviel verlangt, sich ganz seinem Besuch zu widmen, der 500 km Fahrt auf sich nimmt. Es geht ja nur um ein Wochenende! Wenn mir die Person wirklich wichtig wäre, dann würde ich meine Zeit einfach nicht irgendwie anders verplanen...Dann würde ich mich freuen, diese Person endlich einmal wieder zu sehen. Gerade weil alles neu ist, hat man sich doch viel zu erzählen, gerade wenn man sich so nahe steht.
@karla
Meinst du wirklich, sie hätte ihn auch noch bitten sollen, mitkommen zu dürfen?
Eine Frage von ihm diesbezüglich würde ich als selbstverständlich empfinden.
Und wenn ich irgendwelchen Verpflichtungen nachkommen muss, würde ich das meinem Besuch das vorher mitteilen. Ich finde die TE daher überhaupt nicht zickig. Es geht ja, wie gesagt, nur um ein Wochenende. Natürlich hat niemand die Pflicht, die Bedürfnisse des anderen zu erfüllen. Aber wenn ich mich auf jemanden wirklich freue, dann verstehe ich es auch nicht als Pflicht, lediglich ein Wochendende für ihn zu "opfern". Ich würde mich über das Verhalten des Freundes genauso ärgern.
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20.11.2008, 01:41Inaktiver User
AW: Empfindungen
Hallo zusammen, danke für eure Antworten.
Karla -- ja, es ist nicht einfach, sich neu zu organisieren. Zumal er äußerst ungern weggegangen ist, er das in dieser speziellen beruflichen Situation notgedrungen aber nicht anders konnte. Und Du kannst Dir ganz sicher sein, dass ich alles getan habe, was ich konnte, um ihm ganz viele Sorgen zu nehmen (sorry, dass ich nicht ausführe was, aber ohne mich hätte er ganz viele Sorgen mehr gehabt). Ich bin immer für ihn da gewesen, hatte Verständnis, habe ihn ermutigt, ihm jederzeit den Rücken gestärkt. Und er weiß ganz genau, dass ich immer da sein werde, wenn er Hilfe, Unterstützung oder was auch immer braucht. Und ich habe ihm auch ganz aktuell ziemlich geholfen - trotz des Streits und des unerfreulichen Wochenendes. Und das wird auch weiter so sein - da kann ich gar nicht anders, weil ich halt einfach so bin. Wir könnten noch so viel Krach haben - wenn er meine Hilfe braucht, dann wäre ich da. Und das weiß er, daran zweifelt er auch nicht.
Priorität - doch davon hätte ich mir an dem Wochenende schon ein wenig mehr gewünscht. Es geht nicht darum, ob 500 oder 5000 Kilometer. Aber wir hatten das Wochenende ganz anders geplant, wollten gemeinsam die Stadt entdecken, etwas zusammen unternehmen etc. Stichwort gemeinsam - und sein Lieblingszitat dazu "wir wollen Zeit MITEINANDER verbringen". Vor Ort sah das dann aber anders aus. Das hätte er mir vorher sagen können, hat er aber nicht, stattdessen hat er mich dann mitten in der Stadt alleine sitzen lassen. Das war hart für mich.
Und nein, es war kein Thema mich zum Brunch mitzunehmen. Ich habe das angesprochen am Morgen - und er hat das abgelehnt und gesagt, er kenne die Leute (Freundin seiner Bekannten - die mit der er wohl was hat, und das ist auch der Grund, warum ich nicht mit konnte) ja auch noch nicht so gut, da könne er keine fremden Leute mitnehmen. Dann hat er fast 3 Stunden (abends und am nächsten Morgen) Essen für die Einladung vorbereitet, weil er was mitbringen sollte - ist schwer beladen gegangen. Und zu so einer Einladung kann er niemanden mitbringen - er hatte mehr Essen gemacht, als wir zwei an zwei Tagen hätten essen können. Nein, er wollte das nicht. Und meine Hilfe angeboten beim Essen machen, habe ich mehrfach. Wollte er aber mit Hinweis auf die kleine Küche aber nicht. Stattdessen hat er fast nur schweigend gearbeitet - ein Satz wie "möchtest Du einen Tee oder einen Kaffee" war so ziemlich die einzige Konversation. Ich habe mehrfach versucht, ein zwangloses Gespräch anzufangen und er hat es abgeblockt und gesagt, er wäre ja jetzt dabei Essen zu machen. Was hätte ich noch tun sollen??
Und - ich hätte jederzeit beim Umzug geholfen, sogar gerne. Aber auch das war kein Thema (und daher und wegen andererIndizien) denke ich im Nachhinein, dass das vielleicht gar kein Umzug war, sondern er sich mit der Bekannten getroffen hat.
Dass sich etwas verändert hat und weiter tun wird, ist mir klar. Und dass das schwer für ihn ist, auch. Ich habe mir die ganze Zeit große Sorgen gemacht - wo er doch jeden Abend nach der Arbeit nur immer zu Hause war, gekocht hat, ferngesehen und früh geschlafen hat - nur weiß ich jetzt, dass das zumindest an einigen Abenden gelogen war, da war er nämlich mit der Bekannten unterwegs. Und anderen Damen. Auch das ist sein gutes Recht!! Aber warum lügt er mich dann an, er weiß, wie große Sorgen ich mir gemacht habe, weil er mir immer erzählt, dass er sich so einigelt. Ich habe gesagt, geh unter Leute, mach was, ich will nicht, dass Du so einsam und traurig bist. Deshalb habe ich ihm auch zum Geburtstag Anfang Oktober einen Kurs geschenkt, damit er dort vielleicht Gleichgesinnte kennenlernt und neue Kontakte schließt. Doch, ich habe sehr großes Verständnis für seine Situation - nur weiß ich jetzt, dass einige meiner Sorgen um ihn völlig unnötig waren.
Und mir ist auch klar, dass sich unsere Freundschaft wandeln würde. Und ich habe die Veränderungen ja auch gespürt. Gerade darum habe ich ihn ja gefragt, ob sich was verändert hat, ob es bei unserer Verabredung bleibt und ob er sich überhaupt noch auf meinen Besuch freut. Er hat das in Mails und am Telefon vehement abgestritten und sogar einen Krach angefangen, weil ich so etwas Dummes überhaupt fragen würde. Und dann hat er mich gebeten zu kommen und gesagt, dass er sich freuen würde. Und am Tag vor meiner Ankunft hat er mir morgens eine Mail geschickt: "Hallo Du :-), na schon im xxx-Fieber? Ich freue mich auf morgen. Lass' uns heute Abend mal telefonieren und genau klären wie, wann und wo. Bis später. Lieben Gruß y". Abends haben wir telefoniert und er hat nichts gesagt - und als ich dann am nächsten Tag bei ihm war, wurde ich auf einmal vor vollendete Tatsachen gestellt. Bei allem Verständnis für ihn und seine Situation - wo ist da ein bisschen Verständnis für mich??
Ich habe nicht verlangt, dass er mir gibt, was ich mir wünsche. Nicht, dass er meine Bedürfnisse befriedigt. Wir hatten das alles anders geplant und abgesprochen - und dann hat er einseitig und ohne mit mir zu reden die Pläne umgeworfen. Er hatte so viele Gelegenheiten, vorher mit mir darüber zu reden. Dass er dies nicht gemacht hat, werfe ich ihm vor. Ich habe ihn gefragt, warum er mir das nicht einfach vorher gesagt hätte - und darauf hat er mehrfach geantwortet: "Wenn ich Dir das vorher gesagt hätte, dann wärst Du nicht gekommen. Und das wollte ich nicht."
Hallo!!! Er sagt mir nicht die Wahrheit, damit ich keinen Rückzieher mache und nicht komme. Ich nenne das egoistisch und unehrlich. Und im Umkerschluss bedeutet das doch, dass er ganz genau wusste, wie ich reagieren würde. Ich habe ihm gesagt, er hätte ehrlich sein und mir die Wahl lassen müssen, und wahrscheinlich wäre ich dann doch gekommen -- und darauf sagte er dann immer wieder, er hätte es mir nicht gesagt, weil ich sonst nicht gekommen wäre. Wie soll ich das verstehen: Er will unbedingt, dass ich komme und wenn ich dann da bin, ist es ihm egal, was ich denke und empfinde, wenn er abhaut und mich alleine sitzen lässt. Tut mir leid, aber das verstehe ich nicht. Und das verletzt mich auch so.
Ja, mit dem dicht machen hast Du sicher Recht, das kann er gut. Weißt Du, er ist total in die Luft gegangen, als ich gesagt habe, ob es unter diesen Umständen nicht vielleicht besser wäre, wenn ich gehen würde. Er war sauer, hat geschnauzt, wann ich das denn entschieden hätte. Ich habe gesagt, ich hätte nichts entschieden, hätte mich nur gefragt, ob das nicht besser sei und wolle jetzt mit ihm darüber reden. Doch dazu hatte ich keine Chance - er hat geschnauzt, ich wolle ihn unter Druck setzen. Aber das wollte ich gar nicht, ich wollte nur, dass er mir ehrlich sagt, was er wirklich will.
Weißt Du, am Samstag hat er nach der Diskussion wütend gesagt, dann solle ich doch gehen. Ich habe meinen Mantel angezogen, den Koffer genommen - und dann hat er wieder eine Diskussion angefangen, und ich habe im Mantel mit ihm auf dem Bett gesessen. Und bin dann am Ende doch geblieben - weil wir das beide wollten.Wir haben die Fronten geklärt und haben uns beide bemüht. Dann sind wir zu einer einstündigen Besichtigung im strömenden Regen aufgebrochen, haben danach einen Kaffee getrunken und dann hat er mich in dem Cafe stehen lassen und gemeint, er ginge jetzt zum Umzug, ich könne ja etwas bummeln oder nach Hause fahren. Ich habe gelächelt, aber he - kannst Du Dir vorstellen, wie ich mich gefühlt habe? Ich habe noch einen Kaffee getrunken, wollte dann noch bummeln, aber ich hatte echt keine Lust drauf. Dann habe ich mir in einer wildfremden Stadt die U-Bahn gesucht, versucht die richtigen Strecken zu der Wohnung zu finden und bin zurück gefahren. Über 3 Stunden später kam er dann auch zurück.
Und am nächsten Morgen muss unsere Unternehmung um 7 Uhr sein, weil er ja später zum Brunch muss (für den er zwei Stunden eingeplant hat). Wir waren um 8.40 Uhr zurück - und dann hat er schweigend 2 Stunden lang Essen dafür vorbereitet, alle meine Gesprächsversuche brachten nichts und helfen durfte ich mit Hinweis auf die kleine Küche nicht. Dann musste er seine Sachen noch bügeln - und ich habe gesagt, dass ich das machen würde, dann könne er sich fertig machen. Und er meinte in nicht gerade nettem Ton, dass er das nicht wolle und dass das nicht gehe. Und ja - da habe ich mich nach allem zusammen ziemlich angepinkelt gefühlt (auch wenn ich Bügeln hasse). Und ich habe gefragt, wie er denn den weiteren Tag planen würde. Und er meinte, er wäre zwei, drei Stunden oder so (als er mir davon berichtete, sagte er zwei Stunden - und auch jicht, dass er abends und morgens knapp drei Stunden lang Essen für seine Einladung vorbereiten müsse) weg, und ich könne ja so lange fernsehen oder auch in die Stadt fahren. Und dann habe ich ich ihn gefragt, ob er das wirklich für sinnvoll halte, dass ich warte oder ob ich nicht schon früher fahren solle, Und dann - siehe oben - ist er wütend geworden, hat gefragt, wann ich das entschieden hätte, und ich habe gesagt, ich hätte nichts entschieden, sondern hätte nur in den letzten zwei schweigsamen Stunden darüber nachgedacht und wolle gerne mit ihm reden, was Sinn macht. Na, ja, das war der finale Krach - er ist wütend abgerauscht und ich habe gepackt.
Weißt Du, ich habe ihn sehr oft an die erste Stelle gesetzt, habe immer Verständnis für ihn gehabt - aber hat er an diesem Wochenende Verständnis für mich gezeigt. Und hat er meine Situation mal mit meinen Augen gesehen? Nein. Und was denkst Du, wie er reagiert hätte, wenn ich das so im umgekehrten Fall mit ihm gemacht hätte?
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20.11.2008, 01:58Inaktiver User
AW: Empfindungen
-- Akrasia, vielen Dank, Du hast meine Empfindungen verstanden. Das tut gut und tröstet mich sehr. Danke
-Belle_femme, ebenfalls danke. Und an Dich die Frage zurück? Was würdest Du unternehmen? Ich möchte die Freundschaft nicht aufgeben, hoffe schon sie zu retten, auch wenn ich weiß, dass das wohl nur ganz schwer möglich ist. Ich würde so gerne anrufen und mit ihm reden - habe mir bisher immer wieder auf die Finger geklopft. Ganz abgesehen davon, dass er im Moment vielleicht nicht ans Telefon gehen würde, wenn er meine Nummer sieht. Schließlich hat er zum Thema noch einmal Reden geschrieben "nicht heute, nicht morgen, irgendwann". Ich denke, der erste Schritt muss von ihm kommen. Und wenn das irgendwie Sinn haben soll, dann muss er sich auch mal überlegen, ob er sich richtig verhalten hat - und das braucht etwas Zeit und wahrscheinlich auch Abstand (leider).
Weißt Du, ich war so irritiert, weil er so sauer und heftig reagiert und mich so vehement angegriffen hat. Darüber habe ich nachgedacht, eine mögliche Erklärung könnte sein, dass er schon ein schlechtes Gewissen hatte mir gegenüber, weil er in seinem Inneren wusste, dass ich nicht unrecht habe. Das konnte er aber in dem Moment nicht zugeben und hat mich deshalb angegriffen. So wäre seine heftige Reaktion zu erklären - aber wie gesagt, das ist nur eine Interpretation (auch wenn ich mir sehr wünschen würde, dass sie zuträfe, denn dann bestünde noch die Chance, dass er sich bei ruhigem Überlegen und mit Abstand eingesteht, dass er nicht so gut gehandelt hat).
Ich würde so gerne von meiner Seite etwas unternehmen, aber ich denke, ich kann/darf/sollte es nicht. Allerdings ist am Wochenende ein Kurs, den ich ihm zum Geburtstag geschenkt habe - und an den Termin sollte ich ihn erinnern. Vielleicht mache ich das am Freitag mit einer kurzen Mail und wünsche ihm gleichzeitig viel Spaß. Ganz kurz nur, einfach freundlich, aber vielleicht mit dem Schlusssatz "Deine Freundschaft ist mir wichtig". Dann weiß er, dass mir auch nach dem Wochenende und einigen trurigen Tagen noch daran liegt. Aber was er dann daraus macht, liegt in seinen Händen.
Was denkst Du? Wäre das gut? Und was würdest Du machen?
Gute Nacht
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20.11.2008, 09:21
AW: Empfindungen
Liebe Rowina,
ihr habt also nach diesem WE noch gar nicht miteinander gesprochen, nur geschrieben, wobei von ihm kam "Reden ja, aber nicht heute, nicht morgen, irgendwann"?
Ich kann mir schon auch vorstellen, dass er halt in der Zwickmühle war und schon wusste, dass sein Verhalten für dich nicht ok ist, dass er aber einfach beides wollte und gedacht hat, dass er es schafft, allem gerecht zu werden.
Das hat nur leider bei dir nicht gereicht und weil ihm das klar geworden ist, hat er so heftig reagiert.
Womöglich habt ihr nicht die gleichen Ansprüche an eure Freundschaft und da eine Freundschaft zwischen Mann und Frau eh schon etwas schwierig ist, solltet ihr das klären.
Weil es normalerweise so ist, dass man seine guten Freunde, egal ob männlich oder weiblich, mit seinem neuen Partner/seiner neuen Partnerin ruhig bekannt machen darf. Wenn es denn wirklich nur eine platonische Freundschaft ohne weitere Ansprüche ist.
Klar, wenn die Sache bei ihm noch ganz frisch ist, macht man das natürlich noch nicht, aber doch irgendwann.
Was du machen möchtest mit der Mailerinnerung und dem Zusatz finde ich gut. Aber da muss dann auch von ihm in absehbarer Zeit etwas zurück kommen. So etwas auszusitzen, macht meiner Meinung nach keinen Sinn.
Nach einem Gespräch, wo die Fronten geklärt sind und jeder gesagt hat, was er von dieser Freundschaft erwartet, sollte klar sein, ob beide den Ansprüchen gerecht werden können und ob es Sinn macht, diese aufrecht zu erhalten.
Weißt du, wenn du erwartest, dass er sich zweimal die Woche meldet und ihm reicht es, zweimal im Monat mit dir zu sprechen, dann passt es nicht. Nur ein Beispiel.
Auch in einer Freundschaft sollte keiner leiden, denn dann stimmt etwas nicht.
So sehe ich das. Vielleicht konnte ich dir einen kleinen Denkanstoß geben.
Ganz lieben Gruß, B-F
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20.11.2008, 10:51
AW: Empfindungen
@ Rowina
Meiner Meinung nach sollte eine Freundschaft aus geben und nehmen bestehen. Hier kommt es mir aber so vor, dass das geben ziemlich einseitig ist.
Eine Frage: wann war er das letzte mal für dich da bzw. hat dich bei etwas unterstützt oder dir bei irgendetwas geholfen?
Ist es für ihm genauso wichtig für dich da zu sein, wie du für ihn da bist?
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20.11.2008, 12:57Inaktiver User
AW: Empfindungen
das er dir das dann aber nicht ehrlich sagen konnte oder wollte ist in meinem augen ein zeichen dafür, dass er scheinbar ein problem damit hat, es dir offen sagen zu können. das wäre für mich der knackpunkt und möglicherweise war diese dame beim brunch auch anwesend und er wollte dich deshalb nicht mit dabei haben.
Zitat von Inaktiver User
die frage wäre ja dann, warum er - trotz eurer prima freundschaft - genau das nicht sagen mag und euch damit eigentlich das geplante weekend versaut hat. es könnte ja sein, dass er denkt, du hättest ein problem damit. ich kann keinen anderen grund dafür erkennen. dann hat er vielleicht einen anderen eindruck von deinem standpunkt zu diesem thema - als du es uns hier erklärst. ich meine damit, er mag es dir nicht sagen, weil er denkt, dass du dann beleidigt, eifersüchtig oder gekränkt wärst.
ich weiß nicht, ob du ihn vielleicht mit deiner sorge ein wenig bedrängt hast. soviel ich weiß, mögen männer dieses mütterliche umsorgen nicht wirklich ... (nur meine erfahrung - muss bei euch nicht so sein)
Zitat von Inaktiver User
sowas bringt auch meistens eine erwartungshaltung mit, der sich sorgende erwartet oft dank und anerkennung dafür, dass er sich so sorgt und ist demzufolge enttäuscht, wenn das nicht erwidert und ausreichend geschätzt wird.
naja, im nachhinein beschwerst du dich aber, dass er es nicht getan hat.
Zitat von Inaktiver User
so wie er bei mir rüberkommt, hat er sich selbst mächtig unter druck gesetzt und hat sich sicher nicht wohl gefühlt in der situation. ich kann mir vorstellen, dass er zwischen den stühlen saß. er wollte dir nicht wirklich weh tun und aber auch die andere frau (falls es sie denn geben sollte) nicht erschrecken, indem er mit einer besonders eng befreundeten ex auftaucht.
siehe oben - er war wohl mit der situation überfordert. ich glaub nicht, dass er vorsätzlich egoistisch gehandelt hat, nur irgendwie panisch und hilflos.
Zitat von Inaktiver User
ganz ehrlich: ich glaube, er hätte kein problem damit gehabt. ich bin noch immer der meinung, dass die freundschaft zwischen euch beiden für ihn inzwischen einen anderen stellenwert hat. er hat es dir eben auf seine unbeholfene art gezeigt und du zeigst hier im forum, wie unheimlich verletzt du bist.
Zitat von Inaktiver User
siehst du, wie unterschiedlich ihr beiden das scheinbar seht? bei ihm hat sich etwas verändert und du sagst zwar, klar ist das normal, aber du springst im kreis und kannst dich garnicht mehr beruhigen .... bist verletzt und kannst wortwörtlich die gespräche und den ganzen tagesablauf wiedergeben. meinst du, er könnte das auch?
liebe grüße
lalliGeändert von Inaktiver User (20.11.2008 um 13:12 Uhr)
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20.11.2008, 15:00
AW: Empfindungen
Ich bleibe dabei: Der Mann ist völlig überfordert mit allem. Aber daß aus Mißverständnissen und unerfüllten Erwartungen gleich Streits entspringen wie in einer "Ehe" oder so...also, sowas habe ich noch nie erlebt in Freundschaften. Sicher, er hätte klarer sagen können, was Sache ist. Hat er vielleicht nicht auf die Reihe gekriegt, weil er innerlich schon eh am Schleudern war: Neuer Job (!!) nach ungewolltem Umzug (??), zwei Termine am Wochenende und dadurch eine Menge Arbeit und dann noch Besuch. Ehrlich, das hätte man von außen gesehen anders handgehabt.
Er war aber nicht außen, er war mittendrin. Und da sieht man manchmal den Wald vor Bäumen nicht mehr. Du kannst nicht erwarten, weil Du etwas für ihn getan hast (freiwillig!), daß er nun "funktionieren" muß. Klar ist es nicht schön, daß er Dich anschnauzt. Für mich zeigt das nur einmal mehr seine Überforderung. Niemand wünscht sich Streit, nein, davon kann man wirklich ausgehen.
Laß einfach ein wenig Luft, dann wird sich das sicherlich regeln. Und wenn Du das Gefühl hast, zuviel gegeben zu haben, dann gib weniger. Ich meine, daß es immer Phasen gibt, wo der eine mehr gibt. Weil er mehr geben KANN. Sowas rechnet man bittschön nicht auf in einer Freundschaft. Überhaupt ruht kein Segen auf Dingen die ich tue, damit ich auch etwas zurück bekomme. Liebe verschenkt sich. Zumindest im idealen Fall. Daran sollte man sich von Zeit zu Zeit erinnern. Daß Du den größeren Überblick von Euch beiden hattest und ihm offenbar schwierige Dinge abnehmen konntest, ist doch schön. So kann man Freundschaft zeigen, und es tut doch unheimlich gut, jemandem zu helfen. Es schafft aber auch ein Ungleichgewicht, wenn es zu lange anhält. Ich habe das mal so erlebt, daß ich dann (mir wurde geholfen) als unmündig behandelt wurde. Bloß, weil ich Problem A nicht alleine hinkriegte. Na schönen Dank für SOLCHE Hilfe...:-(( das hat alles kaputtgemacht. In meinem Fall. Denn ich bin da sehr, sehr sensibel.
Soweit meine Gedanken nochmals dazu
und ich wünsche Euch jetzt, daß Ihr das Abnabeln gut hinkriegt. Und nicht daß Eure Streits sich auf Euer Leben so auswirken, daß diese Freundschaft als Belastung empfunden wird früher oder später.
LG Karla
The original Karla
est. 2006











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21.11.2008, 02:16Inaktiver User
AW: Empfindungen
Hallo Karla,
sprry, aber habe ich mich so unklar ausgedrückt? Wo habe ich einmal gesagt, dass er funktionieren muss? Und meine Hilfe für ihn habe ich nur erwähnt, weil Du geschrieben hast, dass ich Verständnis haben und für ihn da sein müsste. Denn beides war ich - und dafür habe ich nie etwas zurück erwartet. Und er wäre der Erste, der Dir das bestätigen würde.
Hallo, meine Frage ist/war doch eine ganz andere? WARUM WOLLTE ER UNBEDINGT, DASS ICH KOMME UND HAT DANN SO GEHANDELT? Er hat sich doch unnötig selbst unter Druck gesetzt. Ich habe vorher per Mail und am Telefon gefragt, ob sich was geändert hat, ob er den Besuch noch will und ob er sich überhaupt darauf freut - und er war sauer, dass ich überhaupt so etwas Dummes fragen konnte. Er hätte doch nur ehrlich zugeben müssen, dass ich das richtige Gefühl habe - und ich wäre nicht gefahren. Damit hätte er sich/mir/uns den ganzen Ärger ersparen können. Doch er hat ja ZUGEGEBEN, dass er BEWUSST die Unwahrheit gesagt bzw. seine anderen Termine VERSCHWIEGEN hat, weil er befürchtet hat, ich käme sonst nicht. Hallo - aber sag mal: Was hätte ich im Vorfeld denn noch tun sollen? Das kreide ich ihm an: er hatte alle Möglichkeiten, ich dagegen wurde vor vollendete Tatsachen gestellt und sollte dann gute Miene zu dem Spiel machen. Ja, ich weiß, ich habe gefragt, ob andere denken, dass ich zickig reagiert habe. Und Du scheinst es zu denken, das ist Dein gutes Recht. Aber es beantwortet nicht meine quälende Frage nach dem WARUM?
In unserer Freundschaft war es nie eine Frage, wer was gibt und wieviel. Wir haben beide viel gegeben, jeder auf seine Art und Weise - weil wir sehr viel Zuneigung und Respekt voreinander empfinden. Das wurde und wird niemals gegeneinander aufgerechnet - da kennt er meine Einstellung genau und ich seine. Das ist absolut unstrittig - und würde auch in Zukunft auch nie ein Thema sein. Aber die Freundschaft ist nach diesem Wochenende ja wohl leider am Ende - und das völlig unnötig. Und weil das so unnötig war, tut es auch so weh. Und lässt mich dauernd fragen, WARUM?
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21.11.2008, 07:01
AW: Empfindungen
auch ich wäre zwischendurch aufgestanden und gegangen. dass er nicht 24 std. am tag für dich da ist - okay, wenn er dich aber einlädt und dir dann spontan und häppchenweise auftischt, was er alles ohne dich geplant hat und seinem privatvergnügen frönt, während du abgestellt wirst, ist das keine art und das brauchst du dir auch nicht gefallen zu lassen.
auf mich wirkt das ganze so, dass die beziehung zu dir keine hohe priorität mehr bei ihm besitzt, er sich dir gegenüber aber in irgendeinerweise verpflichtet fühlt. und er ist nicht ehrlich, denn er könnte ja auch sagen, dass er sich für eine andere frau interessiert und auf freiersfüßen wandelt. eine gute freundin hält das aus und die kann dann auch mit zur brunch, ohne hintergedanken.
nur - hältst du das denn aus? oder ist da noch eine art anspruch bzw. sind da noch liebesgefühle für ihn in dir? ich habe nämlich den eindruck, dass da der hase im pfeffer liegt und das zwischen euch nicht richtig geklärt ist.


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