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  1. Inaktiver User

    AW: je wieder vertrauen?

    Zitat Zitat von Shopgirl
    das sehe ich nicht so.

    ich wollte auch meinem ex vertrauen und bin damit x mal auf die nase gefallen. die rahmenbedingungen waren geklärt - für beide, mehrmals.

    die frage ist: werde ich wieder in der lage sein, vorurteils- und verdachtsfrei jemandem zu trauen. keine handy-inspektion etc. ich weiss wirklich nicht, ob ich das noch kann.

    Ich verstehe, was du meinst. Ich WOLLTE auch vertrauen. Ich habe alle meine Bauchgefühle weggewischt, ganz bewusst, weil ich dachte, die schlechten Bauchgefühle kommen bloß daher, dass ich schlechte Erfahrung gemacht habe und diese Bauchgefühle sind eigentlich nur unbegründete Angst.
    Mein Partner hat mir lange Zeit sehr geholfen, dass ich wieder ein Vertrauen aufbauen kann. In mich selbst, in meine Wahrnehmungen. Er hat mich nie enttäuscht.

    Bis er Schluss gemacht hat. Aus heiterem Himmel. Wirklich aus heiterem Himmel.
    Da hatte ich auch darauf vertraut: alles ist gut. Ich bin glücklich. Es passiert nichts.
    Ich war VÖLLIG ahnungslos an dem Tag. Ich wusste nicht, dass Beziehungsangst mich eines Tages auch treffen könnte...

    Und nun bin ich am Boden mit meinem Vertrauen.

  2. Inaktiver User

    AW: je wieder vertrauen?

    Ich wurde auch betrogen, nicht nur einmal.

    Die Fähigkeit in der Liebe besteht aber trotzdem darin, weiter zu vertrauen. Es muss nicht jeder Mann ein Betrüger und Lügner sein (auch wenn ich das momentan selbst glaube).
    Es wäre unfair, den ehrlichen Menschen gegenüber.
    Und es wäre eine vertane Chance, sich selbst dem Leben zu verschließen.

    Leben ist immer lebensgefährlich.

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    AW: je wieder vertrauen?

    Liebe Seawasp




    Liebe Shopgirl

    Erwartest Du vom Vertrauenkönnen die Konsequenz, daß Dir nie wieder wehgetan wird? Nie wieder betrogen werden, nicht verlassenwerden, das wäre schön. Einfach geborgen sein und gut ist....

    Und das Leben spielt oft anders, die Menschen die wir lieben verhalten sich nicht immer so daß es uns guttut... und dann kommt es zu einer Trennung wie Du sie hinter Dir hast oder dazu, daß Paare sich neu finden, sich neu / anders definieren müssen und gestärkt weitergehen können.

    Auch Du hast die Möglichkeit gestärkt weitergehen zu können. Du möchtest Erfahrungsberichte? Wie sich jahrelanges Belügen anfühlt weiß ich aus eigener Erfahrung. Nach Jahren plötzlich ins kalte Wasser geworfen werden und sehen, daß nichts von der Basis stimmte. Ich war lange in Wut, da kannste einen drauf lassen. Aber mein Anteil war der, daß ich meinen Bauch vernachlässigt hatte, zu abhängig war vom Bestehenbleiben dieser Beziehung, zudem war ich sehr jung und mit wenig Selbstwertbewußtsein ausgestattet. Ich hätte Konsequenzen ziehen können, heute kann ich es besser.

    Es verhindert nicht, daß meine Beziehung zerbricht, er sich in jemand anders verliebt (oder ich)... Das Wissen, daß ich meinen Weg gehe auch ohne Partnerschaft macht zumindest mich etwas freier.

    Und zum Neuvertrauen kann ich Dir sagen, daß es sehr an die Nieren gehen kann. Alte Gefühle kommen hoch, selbst wenn objektiv nichts passiert ist... Und Angst ist dann manchmal eine sehr unerwünschte Begleiterin.

    Ich schaue mir die einzelne Situation an, und sage meinen Kopfkinoschlimmen Gedanken STOP!! Und dann kann ich schon trennen, was an alten Narben wieder aufgerissen wird und was eine aktuelle Situation wirklich an Grund gibt, sich schlecht zu fühlen. Und je vertrauter/gewohnter das neue Terrain wird (wieder vertrauen) desto sicherer werde ich. Das ist mir sehr einfühlsam "prophezeit" worden und ich komme emotional langsam hinter mir selbst hinterher.

    Ich habe eine Freundin gefragt, ob ich zu kurz Single gewesen sei ("erst" fünf Jahre, fast sechs mit sehr kurzem Kennenlernen dazwischen) und ich noch mehr Zeit gebraucht hätte um nicht Ängste zu bekommen wenn ich mich wieder verliebe und mich traue mich jemandem zu öffnen... Sie sagte mir, daß dieser Bereich, den ich jetzt so spüre von anderen Menschen nicht betroffen werden kann. Freunde und Familie können mich im Partnrschaftsbereich nicht enttäuschen, mich nicht verletzen. So hätte ich auch 20 Jahre allein sein können und wäre doch in eine ähnliche Gefühlssituation der Angst getrudelt. Wegen des Vertrauensmißbrauchs...

    Was ist jetzt anders als früher?

    - Ich bin mir bewußt daß ich nichts wirklich in der Hand habe
    - Ich bin näher bei meinen Gefühlen und kann sie ausdrücken
    - Ich bin insoweit "stärker" geworden, daß ich über das sprechen kann, was mich bedrückt, ohne Angst, mein Freund würde es abwatschen, nicht ernstnehmen,ohne Verständnis sein. Wäre dem so, würde ich mich trennen. Ich erlebe es sehr wohltuend anders, muß mit Dingen umgehen, die schmerzbesetzt sind (Frauenfreundschaften) "darf" aber erleben, daß es anders ist als meine alten Erfahrungen.

    Alte Narben brechen auf, ich bin nahe bei mir, kann mich äußern und entsprechend handeln. Aber ich lerne noch, am Anfang hatte ich sehr mit mir zu kämpfen... und so manches Mal habe ich ein Beklemmungsgefühl... Bis jetzt ist es so gewesen, daß der Anlaß daß dieses Gefühl hochkommt durch den Vertrauensbruchvon damals sehr verstärkt wurde. Anscheinend ist das Traurigsein darüber doch noch immer da, ich träume häufig von meinem Exmann seitdem ich wieder liiert bin.

    Ob die Beziehung halten wird weiß ich nicht (ich hätte sooooo gerne einen Garantieschein, seufz) aber ich kann jetzt fühlen, wie es mir mit diesem Mann geht. Und es fühlt sich gut an. Das muß reichen. und es geht mir immer besser damit, zu vertrauen. Aber eine Meisterin bin ich darin nicht, das akzeptiere ich auch... aber es wird...

    Woltera
    Das Leben hat keine Generalprobe, wir sind mitten im Auftritt!!

  4. User Info Menu

    AW: je wieder vertrauen?

    Wunderschön geschrieben - und in weiten Teilen von mir zu unterschreiben!

    Aurora

  5. Inaktiver User

    AW: je wieder vertrauen?

    woltera.
    Was für ein reflektierter Beitrag! Habe lange nichts mehr so Gutes gelesen.
    LG, gowest

  6. Inaktiver User

    AW: je wieder vertrauen?

    Meine liebe Woltera,

    ich freue mich gerade sehr über Deine Worte, ich freue mich für DICH, und über Deinen Mut, Deine Hartnäckigkeit und Deine Energie

    Es denkt an Dich
    die Seewespe

  7. Inaktiver User

    AW: je wieder vertrauen?

    Zitat Zitat von Shopgirl
    das sehe ich nicht so.

    ich wollte auch meinem ex vertrauen und bin damit x mal auf die nase gefallen. die rahmenbedingungen waren geklärt - für beide, mehrmals.

    die frage ist: werde ich wieder in der lage sein, vorurteils- und verdachtsfrei jemandem zu trauen. keine handy-inspektion etc. ich weiss wirklich nicht, ob ich das noch kann.
    Ich denke, dass Du einfach einen neuen Partner vorurteilsfrei beurteilen musst, um ihn gerecht behandeln zu können. Er ist nicht Dein Ex und hat Dein Vertrauen nicht verletzt.

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    AW: je wieder vertrauen?

    Liebes Shopgirl,

    ich kann deine Frage und deine Zweifel gut verstehen. Ich wurde selbst von meinen Expartnern betrogen, und zwar, wie ich heute weiß, von so ziemlich allen. Auch ich bin nicht fehlerfrei und war zweimal jemandem untreu. Ich kenne also beide Seiten, wie wahrscheinlich viele…Ich weiß einerseits, dass Untreue, aus der Sicht des "Betrügers" nicht unbedingt aussagt, dass man seinen Partner nicht mehr liebt, oder die Beziehung beenden möchte. Aus der Sicht der Betrogenen weiß ich, wie furchtbar es wehtut und wie sehr man alles in Frage stellt. Für mich wiegt der Betrug auch schlimmer als die körperliche Untreue, zumindest wenn man "vereinbart" hat, ehrlich zueinander zu sein, und falls so etwas passiert darüber zu reden, dies dann aber nicht passiert.

    Bei meinen zwei letzten Beziehungen habe ich wirklich alles versucht, wieder zu vertrauen. Beim ersten Mal ist es mir auch wirklich gelungen, es war gar nicht so schwer wie ich dachte. Bis ich erfahren habe, dass er mich betrogen hat. Bei dem danach folgenden Versuch einer Beziehung habe ich mich schon sehr sicher und geborgen gefühlt, und mich für meine letzten Zweifel schon fast geschämt. Bis herauskam, dass er sich mit anderen Frauen traf (Dates, nicht einfach Freundinnen oder Bekannte). Seitdem ist meine Angst noch größer geworden, und ich frage mich auch, wie du, ob ich jemals wieder vertrauen kann. Vom Kopf her weiß ich, dass es notwendig ist, und dass es unfair jemand neuem gegenüber wäre, so misstrauisch zu sein.

    Mein Bauch und mein Herz schreit aber auf, bei dem Gedanken, wieder das kleine Dummchen zu sein, was betrogen wird. Ich denke nicht, dass man sich auf sein Bauchgefühl verlassen kann, wenn der Partner sich nicht zu doof anstellt, hat man keine Chance es zu merken. Neulich habe ich einen Kommentar hier im Forum gelesen, der mich unheimlich wütend gemacht hat. Es ging darum dass eine Frau herausgefunden hatte, dass ihr Freund sie betrogen hat. Der Kommentar lautete sinngemäß, ob sie sich mal überlegt hätte, was ihr Anteil an dem Betrug war. Ob sie denn eine gute Ehefrau, einfühlsame Freundin, und leidenschaftliche Geliebte für ihn gewesen ist. Ich muss sagen, das hängt mir regelrecht nach, denn sehr oft hat es damit überhaupt nichts zu tun...und es impliziert, dass man im Prinzip ja selbst schuld wäre. Finde ich in vielen Fällen nicht.

    Ich fühle mich sehr desillusioniert und bitter, was das angeht. Ich kann einfach nicht mehr glauben, dass es Beziehungen gibt, in denen NICHT betrogen wird. Ich denke oft darüber nach, und es tut mir richtig weh, es sind schon fast körperliche Schmerzen, mein Magen dreht sich um und ich bekomme einen Kloß im Hals, ich werde unheimlich sauer und traurig, bei dem Gedanken, dass ich es einfach nicht verhindern kann, wie ich es auch anstelle. Dass ich eines Tages zu Hause sitzen werde, nach langen Jahren Beziehung, vielleicht mit Kindern, und herausfinde, dass mein Partner mich betrügt. Es ist komisch, ich weiß genau, dass die Welt davon nicht zusammenbricht, dass es immer irgendwie weitergeht, aber trotzdem kann ich mich nicht einfach damit abfinden, trotzdem tut es so weh.

    Mein Kopf versteht all die Beiträge, in denen gesagt wird, dass nur man selbst es in der Hand hat, wieder zu vertrauen, usw. An guten Tagen fühle ich mich auch zuversichtlicher, wenn ich Beiträge wie von Seawasp und Woltera lese…die machen immer so viel Sinn, und sind so positiv….aber es fühlt sich für mich an, als würde ich versuchen, wieder an den Weihnachtsmann zu glauben…es funktioniert einfach nicht.

    Ich bin jetzt dabei, mich eventuell wieder auf jemanden einzulassen, aber ich habe wirklich Probleme mit dem Vertrauen. Mir fehlt der positive Blick in die Zunkunft, die düsteren Gedanken holen mich immer wieder ein, und seit ich mit ihm darüber gesprochen habe, merke ich, wie sich eine Distanz zwischen uns schleicht. Verständlicherweise.

    Ich persönlich habe mich vor einer Weile dafür entschieden, das Thema in einer Therapie zu bearbeiten, weil ich für mich keinen anderen Weg sehe. Von manchen (auch von meinem neuen Bekannten) werde ich dafür belächelt, aber das ist mir egal. Ich bin gerade noch am Anfang, und es gibt sozusagen noch keine "Ergebnisse", aber ich hoffe, dass ich auf diese Weise ruhiger werde.

    Ich hoffe, dass das für dich nicht notwendig sein wird, und dass du nach einiger Zeit den Schmerz selbst überwinden kannst, und jemanden kennenlernst, dem du vertraust und der dich nicht enttäuscht. Aber, wenn du merkst, du schaffst es nicht allein, ist es sicher nicht verkehrt, das Thema mit einem Therapeuten zu besprechen.

    Alles Gute und liebe Grüße,

    Die_Ratlose

  9. User Info Menu

    AW: je wieder vertrauen?

    Liebe Ratlose

    Wenn Dein neuer Bekannter belächelt wo Du existentiell Probleme hast und Dich SELBST darum kümmerst daß sich das ändert würde ich mir den Kandidaten erst einmal auf Abstand halten. Deine Verletzungen gehören zu Dir. Sie können heilen, Änderungen bewirken... er muß sie nicht "lieben" aber kann Dich nicht ohne sie "bekommen"

    Möchte er nur Seiten von Dir die ihm guttun wird dat nix. Du bist eine ganze Person die von einem wirklich an Dir interessiertem Mann angenommen werden wird. Verkauf Dich nicht unter Wert.

    Woltera
    Das Leben hat keine Generalprobe, wir sind mitten im Auftritt!!

  10. User Info Menu

    AW: je wieder vertrauen?

    Hallo Woltera,

    danke für deinen Kommentar. Ganz so wie du es verstanden hast ist es nicht, er belächelt nicht die Tatsache dass ich diese Probleme habe, sondern eher den Lösungsansatz "Therapie"...er denkt, dass man statt zu einem Therapeuten zu gehen, auch einfach mit einer Vertrauensperson (ihm zum Beispiel ;-) oder auch einer Freundin) über seine Probleme sprechen kann, und dass das dann den selben Effekt hat.

    Als er das mit der Therapie mitbekommen hat, meinte er ganz erstaunt "du musst ja sehr einsam sein, dass du sowas machst" - was definitiv nicht der Fall ist. Meiner Meinung nach hat er nicht verstanden, wo der Unterschied zwischen einem Gespräch unter Freunden und einer Therapie ist, und lässt daher manchmal durchblicken, dass er das alles für Quatsch hält. Aber das kann ja jeder sehen, wie er will, ich habe ein gutes Gefühl bei meiner Therapeutin und hoffe, dass die Stunden mit ihr mich weiterbringen.

    Liebe Grüße,

    Die Ratlose

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