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    AW: Kleidungsstil zwischen den Generationen verwischt - schlimm?

    Also bzgl. der Tatoos:

    In den 70ern (ich war ein Kind) fand ich diese Leute exotisch. Für die Erwachsenen damals wars wohl eher prollig. Bis in die 80er habe ich das auch so empfunden. Als ich als Teen in England war, gab es in dam Hafenstädtchen so viele Männer mit Unterarmtatoos. Die waren sowas von Unterschicht....
    Dafür fanden wir Piercings ganz cool. Die musste man damals noch selber Stechen oder das beim HNO machen lassen. Wer sich das traute war cool und außergewöhnlich. Anfang der 90er schwappte dann eine Tatoo und Piercing Welle übers Land.... (Arschgeweih, Nasenring).... nur war ich damals schon zu alt um mich für so einen Käs noch zu begeistern.
    Exotisch ist das alles seither nicht mehr. Eher gewöhnlich.
    Wie alt jemand ist, kann man heute an der Zahnstellung und am nicht vorhandenen Tatoo/Nabelpiercing erkennen.

  2. Inaktiver User

    AW: Kleidungsstil zwischen den Generationen verwischt - schlimm?

    Zitat Zitat von ViviaVirtu Beitrag anzeigen
    Ja, das stimmt, aber so sind auch manche Hemmschwellen überwunden worden, sodass auch mal Leute ins Theater gehen, die sich in weniger legerer Kleidung unwohl fühlen.
    Mir geht´s andersrum: Ich würde gerne mal ein richtig tolles, schönes Abendkleid anziehen wollen. Aber wo? Im Theater ist man da mittlerweile komplett overdressed, auf Hochzeiten auch (da habe ich letztens die erste Jeans entdeckt). Abschlussball hat man nicht so oft, und auf der Pferderennban macht´s eher der Hut.

    Ich werde also nie aussehen können wie Julia Roberts in "Pretty Woman", ohne daß ich negativ auffalle (Stichwort weiter oben: Man wird ja schon ausgelacht, wenn man heutzutage nur einen Hut trägt).

  3. Inaktiver User

    AW: Kleidungsstil zwischen den Generationen verwischt - schlimm?

    Ja, das war ich und dabei war der eigentlich ganz "normal" vom Zara....

    Zitat Zitat von ViviaVirtu Beitrag anzeigen
    Meiner Ansicht gibt es für die Verschiebung mehrere Gründe. Etwa den, dass sowohl viele Kids schon recht erwachsen sind als auch zunehmend Menschen im höheren Alter agil bleiben und es gibt mehr Möglichkeiten, das Leben nach individuellen Vorstellungen zu gestalten. Es wirkt sich denn eben auch auf das Geschmacksempfinden aus.
    Ich las mal, dass es nicht nur Kinder sind, die früher erwachsen werden, sondern dass im Gegenzug quasi auch Jugendliche immer länger brauchen bis sie "erwachsen" sind, der Autor kam auf die Zahl 30, darunter benehmen sie sich merkwürdig infantil....wird wohl alles mehr und mehr zum generationenübergreifenden Einheitsbrei: Mode, Sprache, Musik, Esskultur.....

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    AW: Kleidungsstil zwischen den Generationen verwischt - schlimm?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Echt? Ich hab das Gefühl, irgendwie sehen alle so aus. Trotz (oder vielleicht wegen?) der großen Vielfalt scheint man sich mittlerweile - alters- und lookmäßig - im modischen Mittelfeld zu treffen. Gut angezogen und trendy, aber eben nicht zu individuell und abgehoben. In der Hauptsache hübsche, pflegeleichte Basics, nichts Kompliziertes.
    Ich finde auch, dass die meisten so aussehen wie auf dem Bild. Und glaube, dass es eine paradoxe Entwicklung ist: trotz weniger Regeln, mehr Einheitslook. Der Mensch hat Angst vor so viel Freiheit und orientiert sich dann erst Recht am Nächsten. Ich selbst hatte als Jugendliche eine Phase, wo ich meine Freundinnen regelrecht imitiert habe, weil ich so unsicher war. Kurz vorher hatte ich eine Phase, in der ich mit einem aus dem Urlaub mitgebrachten bodenlangen Beduinenkleid an der Uni rumgelaufen bin. Aber diesen Mut konnte ich offensichtlich nicht lange durchhalten.

  5. Inaktiver User

    AW: Kleidungsstil zwischen den Generationen verwischt - schlimm?

    Zitat Zitat von Ditha Beitrag anzeigen
    Ich finde auch, dass die meisten so aussehen wie auf dem Bild. Und glaube, dass es eine paradoxe Entwicklung ist: trotz weniger Regeln, mehr Einheitslook. Der Mensch hat Angst vor so viel Freiheit und orientiert sich dann erst Recht am Nächsten. Ich selbst hatte als Jugendliche eine Phase, wo ich meine Freundinnen regelrecht imitiert habe, weil ich so unsicher war. Kurz vorher hatte ich eine Phase, in der ich mit einem aus dem Urlaub mitgebrachten bodenlangen Beduinenkleid an der Uni rumgelaufen bin. Aber diesen Mut konnte ich offensichtlich nicht lange durchhalten.
    Bin ganz deiner Meinung.

    Schaut euch doch mal die Mode von Gudrun Sjödén an (Thema: Mode für eigenwillige Frauen). Das ist so eine Wohltat für´s Auge, mal was richtig schön anderes - diese Farben... Es zu tragen würde ich mir nicht trauen, höchstens mal ein einzelnes schönes Teil, vielleicht eine Jacke. Aber ich fänd´s wunderbar, wenn mir mehr solche "eigenwilligen" Frauen begegnen würden.

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    AW: Kleidungsstil zwischen den Generationen verwischt - schlimm?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Schaut euch doch mal die Mode von Gudrun Sjödén an (Thema: Mode für eigenwillige Frauen). Das ist so eine Wohltat für´s Auge, mal was richtig schön anderes - diese Farben...
    Ich finde Gudrun Sjöden für mich nicht so toll, stimme aber zu, dass mehr Abwechslung und Buntheit das Straßenbild beleben würden.
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

  7. Inaktiver User

    AW: Kleidungsstil zwischen den Generationen verwischt - schlimm?

    Mein Stil ist es auch nicht unbedingt. Aber ich habe den Katalog letztens bei meiner SchiMu gesehen und richtig darin geschwelgt (sie haben auch tolle Models). Daher schaue ich auch gerne mal in den Panda- bzw. Waschbär-Katalog rein - das wäre dann farbenmäßig das Gegenteil, aber immernoch mal ganz andere Schnitte, Muster und Materialien.

    Wir haben auf der Arbeit eine Kollegin, die nebenbei einen Klamottenladen betreibt, wohl eher in die Öko-Richtung. Am Anfang dachte ich immer "Huch!", wenn ich sie gesehen habe. Sie trägt z.B. so eine große Leinenbluse mit einem riesigen Knopf drauf, dazu einen schräggeschlitzten Rock (könnte auch von Panda sein). Mittlerweile schaue ich immer richtig gerne, was sie wieder trägt - nicht weil es mir so gut gefällt, sondern um dem Auge mal etwas Abwechslung zu bieten. Eigenwillige Frau halt!

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    AW: Kleidungsstil zwischen den Generationen verwischt - schlimm?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wir haben auf der Arbeit eine Kollegin, die nebenbei einen Klamottenladen betreibt, wohl eher in die Öko-Richtung. Am Anfang dachte ich immer "Huch!", wenn ich sie gesehen habe. Sie trägt z.B. so eine große Leinenbluse mit einem riesigen Knopf drauf, dazu einen schräggeschlitzten Rock (könnte auch von Panda sein). Mittlerweile schaue ich immer richtig gerne, was sie wieder trägt - nicht weil es mir so gut gefällt, sondern um dem Auge mal etwas Abwechslung zu bieten. Eigenwillige Frau halt!
    Richtung Lagenlook!?
    Ischiko, Crea Concept, Rundholz, Anette Görtz,... und wie sie nicht alle heißen?
    KLICK KLICK KLICK KLICK
    Diese "Ökomode" mit Leinen, großen Knöpfen und Think-Schuhen ist so gar nicht meins, aber ich schätze das Spielen mit Schnitten und (neuen) Materialien sehr, für mich eher in puristischer Art.

    Das ist ein gutes Beispiel für eine Stilrichtung, bei der ich weniger eine Vermischung der Trägerinnen von Jugend und höherem Alter sehe. Es tragen meist Frauen ab über 30, eher über 40!?
    Damals zumindest, um die 20, war ich mit Teilen dieser DesignerInnen eine Ausnahme unter Altersgleichen. Heute passe ich schon eher zur Zielgruppe und es fällt wohl weniger in den Blick.

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    AW: Kleidungsstil zwischen den Generationen verwischt - schlimm?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Echt? Ich hab das Gefühl, irgendwie sehen alle so aus. Trotz (oder vielleicht wegen?) der großen Vielfalt scheint man sich mittlerweile - alters- und lookmäßig - im modischen Mittelfeld zu treffen. Gut angezogen und trendy, aber eben nicht zu individuell und abgehoben. In der Hauptsache hübsche, pflegeleichte Basics, nichts Kompliziertes.
    Also, damit sind nun noch nicht die Unterschiede zwischen den Altersgruppen verwischt. Das sind eben ganz normale Basics, wie es sie auch in früheren Jahrzehnten nur anders gab. In der Brigitte war mal diese Fotostrecke über Streetstyles von Hamburger Passanten. Man kann nicht unbedingt sagen, dass sich das alles ähnelt.

    Streetstyle: Die schönsten Trends von der Straße - Mode - BRIGITTE.de
    Zuerst ist es so, später anders, aber vermutlich bleibt alles beim Alten.

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    AW: Kleidungsstil zwischen den Generationen verwischt - schlimm?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mir geht´s andersrum: Ich würde gerne mal ein richtig tolles, schönes Abendkleid anziehen wollen. Aber wo? Im Theater ist man da mittlerweile komplett overdressed, auf Hochzeiten auch (da habe ich letztens die erste Jeans entdeckt). Abschlussball hat man nicht so oft, und auf der Pferderennban macht´s eher der Hut.

    Ich werde also nie aussehen können wie Julia Roberts in "Pretty Woman", ohne daß ich negativ auffalle (Stichwort weiter oben: Man wird ja schon ausgelacht, wenn man heutzutage nur einen Hut trägt).
    Ich trag sowas auch gern!
    Kommt vielleicht drauf an, wo Du ausgehst und wohin. Ich war letztens in der Oper und sah nicht wenige, Jung und Alt, in festlicher Kleidung unterschiedlicher Art. Da war durchaus auch das eine und andere Abendkleid dabei, da waren raffinierte Hosenanzüge dabei, da war in einer Clique ein Mädel im enganliegenden Kostüm. Klar, viele waren auch mehr oder weniger in Alltagskleidung gekommen, es mischte sich eben. Die Wahl der Kleidung bei mir auch davon ab, was man danach noch unternehmen möchte. Will ich noch in der Disco tanzen, dann ist ein Abendkleid eher lästig. Ich selbst trug ein knapp knielanges, schwarzes Hängerkleid, ohne Strümpfe (da war's abends noch warm) und glitzernd silberne Peeptoepumps mit etwas höherem, schlankem Absatz und ein wenig Silberschmuck. Für die Oper würde ich das als durchschnittlich bezeichnen, für's 's Theater wiederum ist das für mich persönlich die Grenze, mit Abendkleid käme ich mir dort etwas overdressed vor.
    Zuerst ist es so, später anders, aber vermutlich bleibt alles beim Alten.

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