2005-2006 studierte ich ein Jahr lang in Paris, und eine Klassenkameradin wurde meine Freundin. Wir blieben das ganze Jahr zusammen, und ich wohnte danach mit ihr noch ein halbes Jahr in ihrem Heimatland. Vor mehr als einem Jahr haben habe ich mich von ihr getrennt, aber sie schickt mir noch ständig Emails (wöchentlich), Briefkarten und Geschenke, und hofft noch immer dass wir noch einmal ein Paar werden, da ich für sie die Liebe ihres Lebens bin. Ich habe ihr schon oft klar gemacht dass wir kein Paar mehr sind; Ihre Druck ist eine ziemliche Belastung geworden, und in Kombination mit verschiedenen Problemen in meiner Familie haben diese Sorgen bei mir zu einer Argen Depression geführt. Ich arbeite schon ein Jahr nicht mehr und sitze nur zu Hause.
Problem:
In meinem Studienjahr in Paris gab es auch eine Amerikanerin mit der ich mich ebenfalls gut verstand und auch recht gerne mochte, obwohl unser Kontakt nur sehr oberflächlich war. Wir schickten uns später noch Glückwünsche zu Feiertagen und dass war es. Meine damalige Freundin mochte die Amerikanerin absolut nicht, und sie mochte meine Freundin nicht sonderlich. Ein Studienfreund hat damals versucht die Amerikanerin näher kennenzulernen, und sie liess ihn abblitzen, weil er nicht ein sonderlich einfühlsamer Mensch ist und sie erzählte ihm dass sie nicht bereit sei zum Daten oder gar eine Beziehung, da ihr Freund sich tragischeweise selbst umgebracht hatte und sie sich verantwortlich fühlte. Die Details dieses Selbstmords sind mir nicht bekannt, aber sie fühlte sich schuldig und wenn ich ihre Biografie richtig rekonstruiere gibt es eine Lücke (Therapie?). Sie weiss nicht dass ich dieses "Geheimnis" über Sie kenne. Ob sie nach unserem Studium einen Freund hat, weiss ich leider nicht.
Vor kurzem schickte ich ihr einen Glückwunsch zu ihrem Geburtstag,und sie schrieb sie eine Doktorarbeit in Paris begonnen hat. Zufälligerweise, bin ich gerade dabei mich vorzubereiten für eine Doktorarbeit an derselben Uni im nächsten Jahr. Also stellte ich ihr eine Frage bezüglich der Anmeldungsprozedur. Ein kleiner Briefwechsel ist entstanden und einige persönliche Dinge (Hobbies, Anekdote) flossen mit ein. Sie schrieb dass meine Glückwünsche "lovely" sind, dass meine Frage sie nicht stört sondern "a pleasure ist" und das sie "very happy" wäre wenn ich folgendes Jahr wieder in Paris kämme, und fragte ob ich bald einmal nach Paris komme. Zudem schrieb sie auf mein Facebook dass ich schöne Bilder gemacht hätte; dies würde sie normalerweise nie tun, denn unser Kontakt war zu überflächlich, dieses bedeutet auch das sie mein Userprofil und meine Fotos durchgesehen hat.
Vielleicht interpretiere ich zu viel in die Herzlichkeit dieser Nachrichten hinein, aber ich glaube ich bin ein bisschen verliebt bin geworden in die Amerikanerin. Ich blühe wahrlich wieder auf; ich bewege wieder viel, esse gesund, und habe wieder Lebensfreude! Ich möcht Sie näher kennen lernen!
Ich kann leider nicht zo gut abschätzen wie die Amerikanerin über mich denkt. Da sie recht prüde ist und ich mich in meiner Studentenzeit recht wild und vulgär auf Parties benahm (Alkohol und Sex; wofür ich mich schäme), hat sie mich wohl schlecht in Erinnerung. Andererseits kann ich mich auch erinneren an ein 15-minutiges Gespräch über Literatur das sie wahrlich zum glühen brachte und womit ich sie scheinbar beeindruckte. Ihr Urteil kann wohl nicht gänzlich schlecht sein sonst hätte sie mir wohl nicht zo herzlich geschrieben. Sie weiss nicht dass ich ein Jahr zu Hause gesessen habe; ich weiss nich wie Sie darauf reagiert? Vielleicht blockt sie ab wegen ihres Trauma? Vielleicht findet sie mich zu "gebraucht" (da sie mich fast nur als Partner meiner damaligen Freundin kennengelernt hat)?
Folgenden Plan habe ich nun; ich dachte daran ihr als Dank für ihren Rat ein Buch oder Notizbuch zu schicken. Ich habe ihre Adresse nicht, aber ich kann das Geschenk an die Uni schicken; mir schien dies eine nette Überraschung, und so haben wie weitere Gründe uns zu schreiben. Was denkt ihr?
Ist so ein Geschenk zu aufdringlich, zu übertrieben?
Ich werde mich in 5-7 Wochen mi ihr treffen um Kaffee zu trinken und um über die Doktorarbeit zu reden. Ich möchte diesen Anlass gebrauchen um sie zu fragen ob sie vielleicht Lust hat mit mir in ein Museum zu gehen (kenne mich recht gut aus mit Kunst)?
Ich bin so faziniert von ihr, dass ich denke daran jetzt sofort nach Paris um zu siedelen (anstatt in 8 Monaten). Andererseits fürchte ich mich dass ich mir zu viel einbilde, und sie "nur freundlich" ist.
Ich bin euch dankbar für jeglichen Rat.
Antworten
Ergebnis 1 bis 6 von 6
-
26.10.2008, 04:44
Eine gut Idee? oder nur verliebt?
Geändert von Hallo-WeltX (26.10.2008 um 04:52 Uhr)
-
26.10.2008, 06:51Inaktiver User
AW: Eine gut Idee? oder nur verliebt?
es ist natürlich schwer zu beurteilen, aber ich sehe hier noch nichts außer normaler amerikanischer höflichkeit. die ist 'überschwenglicher' als es bei uns üblich ist, daher wird sie manchmal von uns hier als deutlich pesönlicher angesehen, als sie es ist - meine erfahrung.
Zitat von Hallo-WeltX
das ist ja nun grundsätzlich erst mal schön, eghal was von ihrer seite dahinter steckt.Ich blühe wahrlich wieder auf; ich bewege wieder viel, esse gesund, und habe wieder Lebensfreude! Ich möcht Sie näher kennen lernen!
ich würde sagen: blühe mal weiter, unabhängig von dem, was sie will oder nicht. du gehst nach paris für deinen doktor, du wirst da in jedem fall eine person haben, mit der du dich austauschen, weg gehen, etc, kannst - das ist doch schon mal toll und interessant ist sie doch sicher auch, wenn man die beziehungsanbahnungsproblematik mal außen vor lässt, oder?
vielleicht mag sie deine nase nicht, findet dich nur als kumpel nett, hat sich geschworen, jungfrau bis zur ehe zu bleiben, oder nie was mit einem europäer anzufangen.Sie weiss nicht dass ich ein Jahr zu Hause gesessen habe; ich weiss nich wie Sie darauf reagiert? Vielleicht blockt sie ab wegen ihres Trauma? Vielleicht findet sie mich zu "gebraucht" (da sie mich fast nur als Partner meiner damaligen Freundin kennengelernt hat)?
wer soll das wissen? lern sie kennen, und mach dir nicht so einen kopf.
das mit dem buch würde ich lassen, mir wäre das in einem so jungen stadium zu viel. du siehst sie in 5-7 wochen, bis dahin kannst du den mailwechsel doch einfach aufrecht erhalten, weil du das gern willst, du brauchst doch keinen vorwand in form eines geschenks.Folgenden Plan habe ich nun; ich dachte daran ihr als Dank für ihren Rat ein Buch oder Notizbuch zu schicken. Ich habe ihre Adresse nicht, aber ich kann das Geschenk an die Uni schicken; mir schien dies eine nette Überraschung, und so haben wie weitere Gründe uns zu schreiben. Was denkt ihr?
Ist so ein Geschenk zu aufdringlich, zu übertrieben?
Ich werde mich in 5-7 Wochen mi ihr treffen um Kaffee zu trinken und um über die Doktorarbeit zu reden. Ich möchte diesen Anlass gebrauchen um sie zu fragen ob sie vielleicht Lust hat mit mir in ein Museum zu gehen (kenne mich recht gut aus mit Kunst)?
wie geschrieben, es mag sein, dass sie 'nur freundlich ist'. es mag auch sein, dass sie jetzt 'nur freundlich' ist und sich daraus später mehr entwickelt. ich glaube aber, du gibst zu viel gas. du willst alle deine pläne umschmeißen wegen ein paar freundlicher mails. das wirkt nicht attraktiv, weil es den eindruck macht, dassIch bin so faziniert von ihr, dass ich denke daran jetzt sofort nach Paris um zu siedelen (anstatt in 8 Monaten). Andererseits fürchte ich mich dass ich mir zu viel einbilde, und sie "nur freundlich" ist.
es nichts mit ihr zu tun hat, sondern reines kopfkino ist.
bleib ruhig, schreib freundlich weiter mit ihr, bleib bei deinen plänen und warte ab, was weiter passiert.
-
26.10.2008, 10:55
AW: Eine gut Idee? oder nur verliebt?
Ich schließe mich meiner Vorschreiberin voll und ganz an und gebe auch zu bedenken, dass die Mail als normale, etwas überschwängliche amerikanische Höflichkeit zu interpretieren ist.
Wie sich der Kontakt entwickelt, wirst Du bald sehen. Jetzt ein Geschenk an der Uni für sie zu hinterlegen, halte ich auch für verfrüht... mich an ihrer Stelle würde so etwas eher befremden.
Alles Gute! Bald wirst Du ja wissen, wie es weitergeht. Bis dahin darfst Du Deine Verliebtheit ruhig genießen, aber sei Dir klar darüber, dass sie hauptsächlich auf Projektion beruht ... Ihr müsst Euch doch erst kennenlernen!
Liebe Grüße,
Raratonga
-
13.11.2008, 23:54
AW: Eine gut Idee? oder nur verliebt?
Ja, jetzt bin ich aber voll ins Fettnäpfchen getreten!
Mein Verstand wusste auch was ihr hier so freundlich mir als Rat mitgabt: "Ist nur Amerikanische Höflichkeit, ohne jeglichen romantischen Hintergedanken".
Aber das Herz.... zu ungeduldig, zu dummm, so unbelehrbar!!
Ich hab folgendes getan. Ich dachte mir: ihr habt natürlich recht; ein Geschenk schicken ist dumm-dumm, also dachte ich eine Postkarte um mich für ihre Ratschläge zu bedanken. Das schien mir ein guter Kompromis.
Zwei Wochen nichts.
Dann schickte ich ihr eine Email und fragte ob Sie ihr Postfach an der Uni geleert hat? Nein, habe Sie nicht , wird sie morgen tun, "Hast du mir deine akademischen Recherchen geschickt? Tut mir leid dass ich deine letzte Email nicht beantwortet habe, habe schon den Anfang einer langen Mail geschrieben, war sehr busy weil ich eigene Klassen habe und zugleich ich angefangen habe Unterricht gegeben. Kommst du noch nach Paris im Dezember?".
Ausch.....ich Idiot, wie peinlich.....Morgen findet Sie also diese Karte. Schöner Briefumschlag, alles in bester Schönschrift, ein "Danke"-Text an dessen Nuancen ich Stunden gefeilt habe.... dies kann ihr nur als gänzlich überflüssig, gänzlich übertrieben befremdend, und irgendwie absurd und "komisch" vorkommen....
Bei dem ganzen Stress in der Vorbereitung und dem Abwachten auf ihre ausgebliebene Reaktion hab ich gar keine Zeit mehr investiert in diese akademische Arbeit ......
Ich hab ihr nun eine Mail geschrieben und gesagt das es nur eine dankesschreiben ist und dass ich ihr die Arbeit erst im Januar schicke, und dass ich nichtsdestoweniger im Dezember Paris besuchen werde.
Ach, jetzt fürchte ich dass ich jeglich Chancen verbockt habe....ist mir nocht zu helfen?
-
14.11.2008, 07:34
AW: Eine gut Idee? oder nur verliebt?
Ach was, als Fettnäpfchen würde ich das nicht bezeichnen. Sie wird jetzt vermutlich merken, dass da von Deiner Seite etwas mehr Enthusiasmus am Werk ist als von ihrer. Aber das muss ja nicht verkehrt sein. Vielleicht freut sie sich sogar darüber. Ich würd sie jetzt nicht weiter bedrängen, freundlich bleiben und sie im Dezember auf einen Kaffee treffen. Dann siehst Du weiter.
Zitat von Hallo-WeltX
Solche Karten können ja auch eine Langfrist-Wirkung haben, und wer weiß, vielleicht löst was aus bei ihr. Aber nur, wenn Du Dich jetzt zurückhältst, sonst verschreckst Du sie wirklich noch.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
-
17.11.2008, 03:19
AW: Eine gut Idee? oder nur verliebt?
kleines Update.
Heute (Sonntag) bekam ich endlich eine Reaktion auf meine Postkarte (die sie jedoch bereits Donnerstag empfangen hatte).
Sie bedankte sich für die "lovely" Postkarte, schrieb mir das sie die Karte zu schätzen weiss, diese Geste sowie meinen offenen Stil sehr aufmerksam drührend (touching) findet. Dass Sie davon überzeugt ist dass eine Doktorarbeit mich glücklich machen würde und ich den richtigen Karakter dafür habe.
Nach einem Paragraphen über schulischen Kram und den Stress/Zeitmangel den dieser bei ihr auslöst, sagt sie mir dann noch mal, dass sie "love to see me" im Dezember...
hmm... scheinbar bin ich da noch mal mit nem blauen Auge davon gekommen, und hab mich nich gänzlich blamiert.
Es ist wirklich schwierig solche Emails zu lesen, und ihre Absicht genau einzuschätzen. Als verliebter Mensch
bin ich schnell dazu geneigt jedes Wort, jede Präposition auf ein Goldwaage zu legen. Vielleicht interpretier ich wiederum zu viel in diese Zeilen, aber ich glaube dass diese Nachricht einen etwas entspannteren Ton hatte als die vorherigen.


Zitieren