Tja, wo bin ich? Wo ist er? Was will ich eigentlich?
Entsprungen der Diskussion hier
Exemplarisch stelle ich mal das Eingangpost ein:
und eine Antwort:38, Familienwunsch, und immer noch ohne Mann – was würdet ihr tun
Hallo,
was würdet ihr denn in dieser Situation tun? Einfach den Wunsch begraben und sich damit abfinden, nie eine Familie zu haben, oder doch noch hoffen?
Aber wo finde ich einen Mann, in den ich mich verliebe und der als Ehepartner in Frage kommt? Bars und Diskos scheiden ja schon mal aus, jedenfalls für mich, mich fühle mich da nicht wohl und gehe deshalb da auch nicht hin. Internet ist ebenfalls nicht geeignet, ich mag nicht Männer wie im katalog aussuchen und außerdem hab ich da keine besonders guten Erfahrungen gemacht. Aber langsam verzweifle ich.
Und ja, der Tipp „einfach den Wunsch mal loszulassen“ oder so, der funktioniert auch nicht.....
Hier wäre also der Platz für eine grundsätzliche Diskussion.Was ich meine ist, dass die TE sich selbst - meiner Meinung nach - einen Gefallen tun würde damit, sich auf die (bereits bestehenden) Aktiva in ihrem Leben zu konzentrieren. Wenn ich schaue auf das, was ich nicht hab, was mir fehlt, was ich meine zu brauchen, um glücklich zu sein, jetzt in diesem Moment, dann kann ich mich (ich mich selbst) damit runterziehen... Und ich wähle, bewußt (ja, das tue ich ganz real, jedesmal, wenn ich mich dabei erwische, wie ich auf das traurige in meinem leben starre) immer wieder, zu fühlen, wie es aussieht in meinem Leben. ...
Und die TE hat ja die Möglichkeit schwanger zu werden und ein Kind zu bekommen.. Sie ist jedoch nicht - seit sie in der Lage ist, schwanger zu werden - in der Lage, sich solcherart auf einen Mann einzulassen, dass sie auch ein Kind bekommen will. Oder welche Gründe auch immer ihr wichtiger waren und noch sind.
Also ist dies ihre (ihre höchsteigene) Entscheidung, die sie zugunsten der Umstände gefällt hat.
Dies scheint sie vergessen zu haben: Das es ihre Entscheidung ist.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 564
-
01.10.2008, 01:39
Ende 30, Kind oder nicht, wo ist der Mann oder was will ich eigentlich?
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
-
01.10.2008, 09:26
AW: Ende 30, Kind oder nicht, wo ist der Mann oder was will ich eigentlich?
Diese Diskussion haben wir ja im Verlaufe des Strangs schon geführt.
Diese Passage der Antwort
"Und die TE hat ja die Möglichkeit schwanger zu werden und ein Kind zu bekommen.. Sie ist jedoch nicht - seit sie in der Lage ist, schwanger zu werden - in der Lage, sich solcherart auf einen Mann einzulassen, dass sie auch ein Kind bekommen will. Oder welche Gründe auch immer ihr wichtiger waren und noch sind."
empfinde ich als vollkommen an der Realität vorbei.
Als gäbe es in den individuellen Leben nicht X-Baustellen und Irrungen und Wendungen, als läge es nur daran sich "auf einen Mann einzulassen" (auf welchen denn?), als ginge es hier um Wichtigkeit.
Für mein Denken und Fühlen ist das - ich muss es so direkt sagen - ausgemachter Blödsinn und viel zu simpel gedacht.
-
01.10.2008, 09:35Inaktiver User
AW: Ende 30, Kind oder nicht, wo ist der Mann oder was will ich eigentlich?
Unbestritten würde wohl nahezu jede Frau irgendeinen Mann finden, der sie heiratet oder ein Kind mit ihr will.
Und sicher lohnt es sich mal hinzuschauen, wenn man immer wieder auf eher bindungsunwillige Männer anspringt (an die eigene Nase fass).
Trotzdem ist es doch nicht ganz so einfach, oder soll hier der Vernunftehe das Wort geredet werden?? Ich erfülle mir den Kinderwunsch mit einem Mann, der akzeptabel ist - und mehr nicht??? Das kann's ja wohl auch nicht sein.
Man sollte das vielleicht auch mal etwas abstrahieren: ich denke, dass es sehr viel mehr Männer als Frauen gibt, die kein Interesse daran haben, Kinder zu bekommen, so geht die Rechnung also sowieso nicht auf.
-
01.10.2008, 09:37Inaktiver User
AW: Ende 30, Kind oder nicht, wo ist der Mann oder was will ich eigentlich?
also, die passage stammt nicht von mir.
"Und die TE hat ja die Möglichkeit schwanger zu werden und ein Kind zu bekommen.. Sie ist jedoch nicht - seit sie in der Lage ist, schwanger zu werden - in der Lage, sich solcherart auf einen Mann einzulassen, dass sie auch ein Kind bekommen will. Oder welche Gründe auch immer ihr wichtiger waren und noch sind."
aber als ausgemachten blödsinn empfinde ich sie weiß gott nicht, im gegenteil kann ich sie für mich deutlich unterschreiben.
ich glaube, k_b, du empfindest sie als blödsinn, weil du das gefühl hast, man wolle wieder 'dir' den schwarzen peter zuschieben, kann das sein?
ich glaub aber nicht, dass das einer will. aber so wie andere gründe für kinderlosigkeit möglich sind, ist eben auch der obige: möglich ...
-
01.10.2008, 09:37
AW: Ende 30, Kind oder nicht, wo ist der Mann oder was will ich eigentlich?
Sicherlich gibt es 'ne Menge Baustellen im Leben. Aber ich denke, man sollte schon etwas frueher anfangen, ueber einen eventuellen Kinderwunsch nachzudenken und die entsprechenenden Konsequenzen zu ziehen.
Jetzt, so kurz vor Torschluss klagen und fragen, was man machen soll, finde ich ein bisschen ... blauauegig.
Man sollte auch mal sein Leben so annehmen koennen, wie man es gelebt hat und dazu stehen! Und nicht immer in der Vergangenheit festhaengen und jammern, was alles nicht geklappt hat.

PischtiMan sollte sich nicht ueber Dinge aergern,
denn das ist ihnen voellig egal.
Euripides
Man soll nicht das Leben veraendern, man soll nicht die Welt veraendern. Man muss das Leben vielgestaltiger machen, ... Man muss die Unterschiede wuerdigen. Unterschiede staerken die Identitaet.
Carlos Fuentes "Die Jahre mit Laura Diaz"
-
01.10.2008, 09:40Inaktiver User
AW: Ende 30, Kind oder nicht, wo ist der Mann oder was will ich eigentlich?
ich fürchte ab einem bestimmten alter läuft es auf eine vernunftehe hinaus, ja. nur nennen wir die vernunftehe dann anders. wir sagen 'es war anderes wichtig als waschbrettbauch'. nämlich eben: versorgerfähigkeiten, familiensinn, zuverlässigkeit.
Zitat von Inaktiver User
und weil das eben wichtiger wird, sind andere männer da - eigentlich aber ist es eine vernunftsache.
wenn man die frage 'was will ich' mit 'familie' beantwortet muss man sich den entsprechenden mann dazu suchen ..
-
01.10.2008, 09:43
AW: Ende 30, Kind oder nicht, wo ist der Mann oder was will ich eigentlich?
Man SOLLTE vieles im Leben.
Zitat von Pischti_H
Nicht alles klappt immer so, wie man sich das vorstellen.
Ich fühlte mich bis Ende 20 selbst noch wie ein Kind.
Vielleicht individuelle Defizite, aber trotzdem nicht wegzuwischen.
Und meiner Ansicht nach bekommen viele Kinder (auch schon relativ jung), ohne die ganzen Konsequenzen durchdacht zu haben.
Und das würde ich von der Seite auch fordern.
Es geht auch nicht ums Jammern, sondern darum den Handlungsspielraum realistisch auszuloten.
-
01.10.2008, 09:50Inaktiver User
AW: Ende 30, Kind oder nicht, wo ist der Mann oder was will ich eigentlich?
So würd ich das nicht ausdrücken. Unter Vernunftehe versteh ich eine kameradschaftliche Verbindung ohne große Begeisterung. Wertschätzung ja, aber keine wirklich innige emotionale Anziehung.
Zitat von Inaktiver User
Das ist was anderes als im Lauf der Zeit bei der Partnerwahl die Prioritäten zu ändern, weil man erkannt hat, was man eigentlich wirklich braucht und was gar nicht mehr so wichtig ist wie früher. Damit werden andere Männer interessant als vielleicht in jüngeren Jahren, aber trotzdem würde ich auch in meinem fortgeschrittenen Alter von 45 niemals eine Verbindung mit einem Mann eingehen, wo das Kribbeln fehlt und ich das nur rational begründen kann, wieso ich mit ihm zusammen bin.
Ich hoffe, auch mit 80 werd ich noch an die Liebe glauben und an den EinenEinzigen!!
-
01.10.2008, 09:54
AW: Ende 30, Kind oder nicht, wo ist der Mann oder was will ich eigentlich?
Mit z.B. 38 ist da aber nicht mehr viel Handlungsspielraum.
Ich kann ja mal das worst-case-scenario versuchen:
1. Frau findet keinen Mann, entweder bereit waere zu einer Familiengruendung bzw. als Samenspender herzuhalten
2. Sie ist unfruchtbar bzw. beide sind unfruchtbar oder der Partner ist unfruchtbar.
Best-case-Scenario:
Sie hat Glueck findet einen wirklich tollen Partner, der gerne mit ihr eine Familie grunden moechte und beide sind auch noch fruchtbar ohne Ende ...
Und dazwischen gibt es noch unheimlich viele Moeglichkeiten.
Ich denke einfach, dass es ganz wichtig ist, dass man sein Leben, wie man es bisher gelebt hat, mit allen Baustellen, Fehlern und wunderschoenen Momenten akzeptiert. Denn man sollte Ende Dreissig damit rechnen, dass sich ein ploetzlicher Kinderwunsch nicht mehr erfuellen laesst
und das zu verdauen, ist nicht einfach.

PischtiMan sollte sich nicht ueber Dinge aergern,
denn das ist ihnen voellig egal.
Euripides
Man soll nicht das Leben veraendern, man soll nicht die Welt veraendern. Man muss das Leben vielgestaltiger machen, ... Man muss die Unterschiede wuerdigen. Unterschiede staerken die Identitaet.
Carlos Fuentes "Die Jahre mit Laura Diaz"
-
01.10.2008, 10:01Inaktiver User
AW: Ende 30, Kind oder nicht, wo ist der Mann oder was will ich eigentlich?
du hast die familienplanung abgeschlosseb, soweit ich das im kopf habe, einewiekeine. das heißt: du kannst es dir leisten an die große liebe zu glauben!
Zitat von Inaktiver User

es gibt ein ganz spannendes buch von einer ich glöaube dänischen oder schwedischen autorin, mit interviews von frauen in schweden, die vor dem zweiten weltkrieg 'heiratsfähig' waren - also so um die zwanzig jahre herum. zu dem zeitpunkt herrschte da eine wirtschaftskrise und ausnahmslos JEDE dieser frauen beschreibt, wie sie sich verliebt habe zu dieser zeit und zwar immer in jemanden, der halbwegs sichere arbeit hatte. zufall?
es gibt neuere forschung die zeigt, dass das was wir 'verliebtsein' nennen viel mehr von äußeren gegebenheiten abhängt als wir uns das vorstellen. eien der oben erwähnten interviewten sagt sehr lapidar: 'ich konnte es mir nicht leisten, mich nicht in ihn zu verlieben.'
ich halte auch dei 'fräuleins' der deutschen nachkriegszeit weder für bessere prostituierte noch für allesamt verliebt in besatzungssoldaten. die brachten essen ins haus, die halfen beim überleben. und natürlich entwickelten sich dann gefühle. wenn man mit menschen schläft, mit ihnen (schwere) zeiten durchsteht, entwickeln sich immer gefühle.
vernunftehe heißt ja nicht, dass man immer wie brüderchen udn schwesterchen nebeneinander einschläft. es bedeutet: als man sich traf, kenen lernte, sich entschied war zumindest bei einem von beiden am anfang nicht der große knall da.
(und um ganz ehrlich zu sein: ich fürchte, es ist unser bestehen auf den 'großen knall' und das austauschen der 'vernünftigen liebe' gegen die 'leidenschaftliche liebe', die uns zur single- und geschiedenen-nation macht. aber das ist wieder ein anderes thema, und wenn ich jetzt hier wieder off-topic abdrifte, dann, fürchte ich, haut mich lukulla
)


Zitieren