Sicher ist: Der Weg bis hin zur heute von der Nahrungsmittelindustrie entdeckten Single-Packung war steinig und weit. Aber die "Singles" des 19. Jahrhunderts haben diesen Weg geebnet: "Die "Normalität", die ledige Frauen und Männer vorlebten, hat sicherlich zu einer breiteren Akzeptanz des alternativen Modells beigetragen," resümiert Dr. Bärbel Kuhn. "Ihre relative Zufriedenheit ließ Zweifel daran aufkommen, dass das Ehe- und Familienleben glücklicher machte, und letztlich konnte niemand mit Sicherheit wissen, wer das bessere Los gezogen hatte."
Der Artikel hat mich gerade zum Nachdenken gebracht... Warum gibt es überhaupt Singles, warum werden sie von manchen Zeitgenossen als nicht Normal angeguckt und warum wird Ihnen selbst die Schuld über Ihre Partnerlosigkeit in die Schuhe geschoben...
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Thema: Singleleben
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08.09.2008, 18:00
Singleleben
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08.09.2008, 18:25Inaktiver User
AW: Singleleben
Wo gibt es diese Packungen für Singles? Ich habe eben wieder Weintrauben wegwerfen müssen...
Die Frage, warum es überhaupt Singles gibt, betrachte ich mal als eine rein rhetorische.
Ich vermute mal ohne es wirklich zu wissen, dass die Bewertung des Singlestatus sehr viel damit zu tun hat, wie konservativ bzw traditionell der Standpunkt des Betrachters ist. Schlicht gesagt, auf dem Lande Niederbayerns dürfte ein Single im mittleren Alter schon eher einen Stempel auf der Stirn tragen als anderswo.
Ein Gefühl der Stigmatisierung ist absolut überflüssig. Wie der Artikel schon selbst andeutet, hängt die Beurteilung des besseren Loses eher von der individuellen Gesamtsituation ab als davon, dass das Paar-Sein in der gesellschaftlichen Norm höher angesiedelt ist - NOCH.
Dass das Singlesein immer mehr sogar zum Statussymbol wird (assoziiert mit autark, modern, unabhängig) und bei einem Menschen, der sein Leben in das "Joch" eines Kredites für ein Reihenhaus und seiner Familie gestellt hat, eine gewisse innere Wehmut erzeugen kann, weil sein Leben auf Jahre vorbestimmt und vorhersehbar scheint, ist meines Erachtens verständlich. Und ich denke, daraus resultieren auch gewisse Verschiebungen der allgemeinen Bewertung.
Und , nicht zuletzt, ja, ich bin an meinem Alleinsein selbst schuld. Ich habe Fehler gemacht, aus denen ich lerne, aber ich habe Horizonte gesucht, die ich nun habe und geniesse. Ich habe keine Kinder, bin autark und los und ledig. Ich kann morgen nach Asien gehen oder mir einen Job in einer niedersächsischen Pferdefarm suchen...ich kann sonntags ausschlafen und meinen Toast mit dem Finger bestreichen- ich kann ...................
Der Punkt ist, dass ich davon ausgehen kann, dass es eines Tages wieder eine Partnerschaft geben könnte, die die Fehlstellen besetzt. Der Mensch mit dem Reihenhaus und dem vorbestimmten Leben sieht seine Optionen anders. Er verliert eine Familie für mehr Bewegungsfreiheit, ich gewinne jemanden, der mir auf den Finger haut, wenn ich frühstücke.
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08.09.2008, 18:30Inaktiver User
AW: Singleleben
Mit diesen Fragen habe ich Mühe - das ist wie: warum gibt es Scheidungen, Homosexuelle, Asexuelle, Leute, die keine Kinder wollen...!Warum gibt es überhaupt Singles, warum werden sie von manchen Zeitgenossen als nicht Normal angeguckt und warum wird Ihnen selbst die Schuld über Ihre Partnerlosigkeit in die Schuhe geschoben...
Irgendwie schwingt da immer so etwas "Unnormales", nicht Gesellschaftkonformes mit...
Was ist "normal"? Was die grosse Masse der Menschheit tut? WEnn die Mehrheit in Partnerschaft lebt, ist das normal. Und was normal ist, ist auch gut...
? So sieht es wohl die Gesellschaft...
!
Zum Glück haben wir in der heutigen Zeit die Möglichkeiten, so zu leben, wie es für uns passt. Ob in Partnerschaft, offener Beziehung, Alleinerziehend oder als Single.
Nach der Schuld zu suchen, warum jemand partnerlos ist, macht doch erst dann Sinn, wenn der Betroffene ein grosses Problem damit hat, und auch dann hat das doch mit Schuld wenig zu tun...
Estelle
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08.09.2008, 18:41Inaktiver User
AW: Singleleben
Zitat von Inaktiver User
ja, man hat Freiheiten, die man als nie wieder bekommt, wie wahr!
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08.09.2008, 18:43
AW: Singleleben
Zitat von Inaktiver User
Den passenden Smilie dazu gibt es (noch) nicht.
Ersatzweise der nächstpassende:
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08.09.2008, 18:44Inaktiver User
AW: Singleleben
Zitat von olfi
ich finde, der passt doch gut, oder?
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08.09.2008, 19:44
AW: Singleleben
Ich denke, daß hat viel mit der jeweiligen Konservativität oder Aufgeschlossenheit des "Bewerters" zu tun.
Eine verheiratete oder sonstwie verbandelte Frau, die Angst vor Veränderungen und überhaupt viel Angst hat (da wenig Selbstbewußtsein, vielleicht auch öfter mal geduckt vom eigenen Mann), fühlt sich von einer einzelnen Frau vielleicht in Ängste getrieben "nimmt sie mir meinen Mann weg, ist die immer auf der Pirsch? Is die hübscher oder sonstwie BESSER als ich??". Wehe !! Dann wird aktiv bekämpft. Behauptet "die is selber Schuld!" und so weiter.
Der NEID spielt eben eine sehr große Rolle. Worauf man neidisch ist, das wertet man gerne ab, das ist eine der Strategien, um den Neid auszuleben, ohne ihn offen benennen zu müssen. Also wird Negatives geäußert. Das ist leider leicht zu durchschauen, das wissen die Anwender dieser "Strategie" aber scheinbar nicht.
Generell ist jemand, der "anders" doch ein gefundenes Fressen für die Allgemeinheit, die Gelangweilte :-)) sehr schön bei den Ärzten in ihrem Song "Lasse reden" dargestellt. Hast Du ein Kleid an, was gewagt ist, wird Dir gleich ne Affäre mit Osama Bin Laden angehängt, so ähnlich texten sie. Im Leben der Singles wie im Büro-Büro. Die Neue - die hat es oft erstmal schwer. Wenn sie besser ist als die "Alten", na gute Nacht Marie!
Singles haben es in den Augen sehr vieler verheirateter Menschen einfach besser: Sie sind unabhängig, müssen sich vor niemandem rechtfertigen, ihr Geld nicht teilen, nicht auf end-öde Tante-Gerda-Geburtstage gehen, keine Kompromisse schließen, nicht Sex haben wenn sie keinen wollen bloß ihm zuliebe ;-) usw. Die schwierigen Seiten des Singlelebens werden nicht gesehen, ganz bewußt zum Teil wird verneint, daß es sie überhaupt gäbe.
Ich hab da so meine eigenen leidvollen Erfahrungen gemacht früher..."So gut wie Du, jaaaaa dann, das ist ja ein schönes Leben! So gut hätt ichs auch gerne" (warum hat sie dann geheiratet??)
. Daß man mit jedem Mist mutterseelenalleine dasteht, wird nicht gesehen. Wo verheiratete Damen nur auf Pfiff ihren Handwerker-Gatten rankriegen, da hat die Single-Frau erstmal ne Weile ein Problem. Sie allein zahlt all ihre Rechnungen. Und wenn ihr dann der Nachbar hilft beim Hecke schneiden oder so etwas, kann dessen Frau sie schonmal einfach so - nicht leiden. Alles erlebt! Traurig, aber so isses und so wird es bleiben. Denn Angst bestimmt den größten Teil der Gesellschaft. Das ist auch so beabsichtigt, meiner Meinung nach. Eine verängstigte Masse ohne Selbstbewußtsein kann man leichter steuern. Nicht umsonst lernt man über "Beziehungen" oder "Manipulation" nichts in der Schule. Bloß die Leute nicht zu schlau machen :-) aber das ist ein weites Feld und ein wenig OT.
Fest steht: Wer in sich ruht, und tolerant ist und auch nicht allzu dusslig im Oberstübchen, der läßt jede/n so leben, wie er mag. Ohne ihn ggfs zu kritisieren in seinem völlig-anders-sein.
Soweit mal meine Gedanken dazu. Geh als Single Frau Deinen Weg, den der zu Dir paßt und kümmere Dich nicht darum, so zu leben, wie andere es für passend halten. Das wäre nämlich fatal und kann den Beginn einer schleichenden Depremierung einleiten, die - das ist bekannt - tödlich enden kann.
Man muß ein wenig darauf achten, wem man vertraut, und einige Gegebenheiten sich nicht schönreden. Wenige gute Freunde sind besser als die Nachbarn, die doch nur warten, bis Du einen Fehler machst ;-))
Übrigens lohnt es sich m.E., sich mal den "Knigge" im Original anzuschaffen (muß nicht teuer sein, war letztens bei Amazon im Angebot für ein paar Euro). Was dort geraten wird, nciht zu tun in Beziehungen zu wem-auch-immer, fand ich hoch interessant. Hätt ich´s vor 10 Jahren so klar gewußt, ich hätt mir viel erspart...;-)
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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08.09.2008, 20:00Inaktiver User
AW: Singleleben
Stigmatisierung ist doch beliebit - ob kinderloses Paar, Großfamilie, Alleinerziehende/r... jeder bekommt sein Fett weg.
Und auch für einen Zwei-Personen-Haushalt sind die meisten Verpackungseinheiten heutzutage einfach zu groß.
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08.09.2008, 21:32Inaktiver User
AW: Singleleben
... weshalb es für einen Single kaum möglich ist bei Aldi und Co. einzukaufen, da dort wohl noch immer von der mehrköpfigen Familie ausgegangen wird. Aber ich möchte nicht Bananen in solchen Mengen kaufen, dass ich mind. eine Woche lang überreife essen muss
Zitat von Inaktiver User
Ich möchte auch keine Champignons in Mengen, von denen ich nur 20 % verwerten kann, bevor sie braun werden....
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08.09.2008, 22:07
AW: Singleleben
Ist es wirklich so, dass das Leben eines Ledigen auf Dauer als Normalität betrachtet wird?
Zitat von Tanzbaerin
Vielleicht ein Stück weiter als früher, aber nicht generell.
Bei meinen Single-Freunden ist das so, aber die verheirateten Bekannten sehen das ganz anders. Das geht hin bis zum tiefsten Bedauern...wenn sie auf Feiern mal was getrunken haben, erzählen sie mir dann auch noch wie schlimm sie finden, dass ich keinen Partner haben.
Noch mehr die ältere Generation. Ich wurde von meiner Mutter und einer Tante auf einem Geburtstag mal öffentlich als "Blindgänger" bezeichnet.
Da klappt dir erst mal die Kinnlade runter!
Irgendwie finde ich es dabei schon fast wieder lustig, dass ich selbst mit mir so voll zufrieden bin und keinen der Männer, den die anderen so haben haben möchte und über deren Mitleid dann eher lächeln kann....viele Grüße
Mohnblume


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