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  1. Inaktiver User

    AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert

    Caramon, ich bedanke mich für Deine offene und ausführliche Antwort.

    Zitat Zitat von Caramon
    Seltsam klingt es nicht. Frage mich nur, inwieweit das OK aufrecht erhalten wird, wenn die vertretene Meinung des Menschen nicht mit der eigenen uebereinstimmt.
    Genau das habe ich auch bereits erwähnt - vielmehr in andere Worte gefasst.

    Zitat Zitat von Caramon
    Hatte gerade ueberlegt, das wenn ein Mensch die Meinung fuer sich vertritt, das er Behinderte per se als Partner ablehnt und es auch fuer sich so lebt, es ok waer.....dann waer die gesammte Diskussion hier ueberfluessig, oder?
    Zumindest wuerde sie keinen Sinn machen.
    Absolut, das sehe ich auch so.

    Zitat Zitat von Caramon
    Ausser es gibt bloss bestimmte Meinungen, die OK sind (womit wir bei der Toleranz waeren *g*)


    Zitat Zitat von Caramon
    Solange jemand diese eine bestimmte Meinung (welche sei dahingestellt) fuer sich individuell aus sich heraus auf sich bezogen lebt, ist das OK.....hm....was aber wenn es mehrere Menschen gibt, die individuell so denken, so das sich in der Summe eine Mehrheit ergibt........waer das noch immer individuell oder sagt man dann "alle"?
    Eine Mehrheit sind meiner Meinung nach immer noch nicht "alle" - und in die Köpfe der Menschen zu schauen, das stelle ich mir doch recht schwierig vor.

    Zitat Zitat von Caramon
    Bei diesen Zeilen meinte ich mich im Rollstuhl. Topic des Threads ist primaer der potentielle Partner, korrekt. Ich meinte das so, das es sicher beschissen ist im Rolli zu sitzen, aber bei weitem nicht so beschissen, wie die Leute einen behandeln und umgehen, weil und das man drin sitzt. Ist vielleicht auch individuell bedingt. Manche haben ein dickeres Fell andere sind duennhaeutiger beplankt.
    Es bedarf einer starken Persönlichkeit, veränderte Einstellung zum Leben - mehr als mancher Mensch, der nicht behindert ist.

    Zitat Zitat von Caramon
    Was ich mitbekommen habe, ist das maennliche Behinderte Probleme haben einen Partner zu finden, weibliche Behinderte eher weniger bis gar nicht. Kann aber auch am Geschlecht liegen, eine Frau im Rollstuhl ist partnerschaftlich betrachtet was anderes als ein Mann. Eine Frau im Rollstuhl wird viel eher von Maennern akzeptiert als "Frau" als ein Mann im Rolli von Frauen als "Mann".
    Dafür dass Du keine weiblichen Behinderten im Rolli kennst stelle ich Deinen letzten Satz doch eher in Frage. Bzw. ich stelle die Frage so: Woher weißt Du das?

    Zitat Zitat von Caramon
    Wonach guggt Mann bei einer potentiellen Partnerin und wonach schaut wohl eine Frau?
    Dazu kommt das Alter, eine 40jaehrige Frau wird wahrscheinlich anders "guggen" als eine 25jaehrige Frau.
    Bei Maennern....nun ja.
    Schade, dass ich den Artikel nicht mehr gefunden habe, aber so weit ich mich erinnere stand da, dass Männer vor allem auf die Funktionalität (Kinder, Haushalt usw.) und die Optik einer Frau achten.
    Kann es sein, dass Du mit dem Satz der 40jährigen meinst, dass mit zunehmendem Alter gedacht wird: Egal welchen, Hauptsache einen? Ich sage mal - es ist ein Unterschied, ob man mit dem Herzen sieht oder nur mit den Augen.

    Zitat Zitat von Caramon
    Schade, das es Sensis so nicht mehr gibt.
    Vollkommen off-topic aber wenn es wen interessiert: Hier bitte klicken
    Ich werde mir das sicher noch in Ruhe anschauen.

    Zitat Zitat von Caramon
    Einerlei, ich wuerde es jedenfalls versuchen. Ob es aber haelt und die Beziehungskiste stabil wird/ist, hab ich keine Ahnung.
    Das ehrt Dich. Wobei man auch ohne behinderten Partner nie sagen kann, ob eine Beziehung stabil bleibt oder nicht (aber das nur am Rande erwähnt).

    Zitat Zitat von Caramon
    Hm, ok. Der Himmel voller Geigen, alles rosarot, Sonne scheint....

    ...Saiten springen, Finsternis breitet sich aus, Weltuntergang.
    ohne einen kleinen Seitenhieb geht es nicht? Leonora hat etwas weniger theatralisch geantwortet

    Zitat Zitat von Caramon
    Dann waeren da noch die Sprueche wie "fand er keine normale Frau?", "geht er soweit auf dem Zahnfleisch, das er eine Kaputte nimmt", "was hat er fuer einen Defekt, das er eine Behinderte nimmt?", "ist er vielleicht auch behindert?", "pinkelt die nicht alles voll?". Sind nicht mal boese gemeint, teilweise einfach neugierig fragend, teilweise aber ziemlich abwertend und ablehnend. An diesen Spruechen sieht man auch, das der Mensch keine grosse Rolle spielt, ausloesendes Moment ist die Behinderung.
    Wenn es ablehnend gemeint ist, dann kannst Du Dir mangelnder Unterstützung dieser Menschen gewiss sein, solltest Du plötzlich im Rollstuhl sitzen. Im Grunde wird auch Deine Wahl nicht akzeptiert, die Deine eigene Persönlichkeit ausmacht.

    Zitat Zitat von Caramon
    Ich weiss es nicht. Ich versuche es aber ob es gelingt....ich weiss es wirklich nicht.
    Manche Dinge sagen sich wesentlich leichter als sie getan sind und Meinung leben ist so eine Sache.
    Ich finde Deine Antwort sehr sehr ehrlich!

    Zitat Zitat von Caramon
    Bei einer Behinderung gibt es einen ganzen Sack voll an Einschraenkungen, ist das dieser Mensch fuer mich "wert"?
    (diese Frage stellen sich auch Nichtbehinderte, personenbezogene Einschraenkungen gibt es viele)
    Ich weiss nicht, wie ich diese Frage fuer mich beantworten kann. Es kommt eigentlich auf den Menschen an. Bloss will ich den Menschen kennenlernen, wenn ich weiss, was fuer unangenehme Saecke und Einschraenkungen mich erwarten?
    Klar koennte man das "Kreuz" schultern aber ob ich fuer dieses Schultern "belohnt" werde ist fraglich.
    Das ist jetzt wirklich eine schwierige Frage, denn den Wert eines Menschen zu bestimmen...das würde hier vermutlich den Rahmen sprengen. Genausowenig kann ich mir im Augenblick vorstellen, was mit einer "Belohnung" gemeint sein könnte. Ich persönlich sehe es als Bereicherung und Belohnung an, überhaupt geliebt zu werden.

    Zitat Zitat von Caramon
    Wieso "leider"? Das ist der Normalzustand. Es sind Menschen und keine Maschinen oder Fabelwesen.


    Zitat Zitat von Caramon
    Als Beispiel das Beenden eines Lebens. Jeder Mensch hat eine bestimmte Lebenszeit abhaengig von seinen Genen und seiner Umwelt (Futter, Feinde, Lebensraum etc.). Von einem Menschen wird das Leben vorzeitlich beendet. Ist dieser Vorgang gut oder boese?
    Weder das eine noch das andere- es ist traurig.

    Zitat Zitat von Caramon
    Manchmal kann man auch den Mund zu voll nehmen. Etwas wird behauptet, was sich dann als persoenlich unhaltbar erweist. Meinungen koennen sich aendern. Z.B. Behinderung. Offiziell ist es toll und Behinderte sind auch Menschen etc. pp. aber wenn man damit nicht kann?
    Genau meine Meinung! Habe ich auch bereits hier im Strang erwähnt.

    Zitat Zitat von Caramon
    Bekannter von mir ist leidenschaftlicher Sportler, der wuerde mit einer behinderten Frau per se nichts anfangen, kann die Frau noch so toll sein. Er moechte einen Partner, mit dem er Sport machen kann (abgesehen davon, das er meint, das mehrere Menschen passen...).
    Damit bezieht er klar Stellung - den Satz in Klammern - den muss ich nicht verstehen, oder?

    Ich stelle fest, dass die Gedanken doch sehr in ähnliche Richtungen gehen und Deine Zeilen beweisen, dass Du Dir wirklich sehr viele Gedanken gemacht hast über das Leben von und mit Behinderten - Darstellung von Wunschdenken und Realität!
    Sollte ich jetzt Fragen von Dir übersehen haben, so bitte ich um einen Hinweis.

    Anima

  2. Inaktiver User

    AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert

    Mein Vater war schwerbehindert. Von daher ist mir das mein ganzes Leben vertraut und ich weiß, daß das wesentliche, was einen Menschen ausmacht, nicht die Behinderung ist. Viel wichtiger ist der Umgang damit, die Haltung. Alla: Schau ich, daß ich das, was ich will, irgendwie verwirklichen kann oder bleibe ich im Selbstmitleid hängen?
    Das ist es, was zählt. Mit einem behinderten Partner, der mit seinem Schicksal hadert, könnte ich nicht umgehen. Mit einem, für den seine Behinderung "normal" geworden ist, schon. Denn dann kann die Behinderung auch für mich normal und zu ihm/ihr gehörend werden.

  3. User Info Menu

    AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ja richtig!
    Es ist so: Wir fragen uns danach, was ein behinderter Mensch uns geben kann. Hat er die Stärke erreicht, zu sich selbst zu stehen und findet er einen Menschen, der ihn liebt - hat dann dieser Mensch auch so viel Stärke in sich?
    Eben. Diejenigen, die, ohne jemals in einer solchen Situation gewesen zu sein, behaupten, ihre Liebe wuerde garantiert alle Schranken ueberwinden, sind meinem Eindruck nach naiv.

    Widerstaende koennen Menschen zusammenschweissen und sie sich ihrer Bindung immer sicherer werden lassen. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass sie auch den eigenen Zweifeln Nahrung geben, bis die Zweifel staerker sind als die Gefuehle fuer den anderen.

    Ob Beziehungen mit starker 'Normabweichung' eine Chance haben, haengt daher meist ganz wesentlich von der Reaktion der Umwelt ab.


    Zitat Zitat von Caramon
    Ganz grob gesagt, ist es schlicht die Frage einer Abwaegung. Wenn ich mit diesem Menschen zusammen bin, tut mir das gut oder nicht?

    Bei einer Behinderung gibt es einen ganzen Sack voll an Einschraenkungen, ist das dieser Mensch fuer mich "wert"?
    Absolut. Daher meinte ich weiter oben ja auch, dass es fuer mich auf den konkreten Menschen, aber auch auf die Art und das Ausmass seiner Einschraenkung ankaeme.

    Zitat Zitat von Caramon
    (diese Frage stellen sich auch Nichtbehinderte, personenbezogene Einschraenkungen gibt es viele)
    Ja. Beispielsweise wuerde ich mir auch die Entscheidung, mit einem alleinerziehenden Vater eine Beziehung einzugehen, alles andere als leicht machen. Zwar wuerde ich das nicht komplett ausschliessen, waere aber doch sehr vorsichtig. Und wie Marla schon schrieb, haben solche Bedenken nichts damit zu tun, ob man den anderen als Menschen schaetzt.
    Geändert von Leonora (22.09.2008 um 14:48 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Mein Vater war schwerbehindert. Von daher ist mir das mein ganzes Leben vertraut und ich weiß, daß das wesentliche, was einen Menschen ausmacht, nicht die Behinderung ist. Viel wichtiger ist der Umgang damit, die Haltung. Alla: Schau ich, daß ich das, was ich will, irgendwie verwirklichen kann oder bleibe ich im Selbstmitleid hängen?
    Das ist es, was zählt. Mit einem behinderten Partner, der mit seinem Schicksal hadert, könnte ich nicht umgehen. Mit einem, für den seine Behinderung "normal" geworden ist, schon. Denn dann kann die Behinderung auch für mich normal und zu ihm/ihr gehörend werden.
    Damit kannst Du auch aus der Erfahrung leben. Es hat Dich stärker gemacht, ihn zubegleiten und Du weißt, was auf Dich "zukommen" könnte- hast keine Angst davor.

    Anima

  5. Inaktiver User

    AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert

    Und es hat mir gezeigt, das es auch ganz viele Wege gibt, sein Ziel zu erreichen, wenn man die Behinderung angenommen hat, aber nicht als Mass aller Dinge betrachtet. Schaut euch mal Paralymics an. Das heißt nicht, daß jeder Behinderte Höchstleistungen bringen muß, aber wenn einem an einer Sache liegt, kann man manchmal sehr weit kommen, wenn die Umstände günstig sind und nicht die eigene Schere im Kopf herrscht.

  6. User Info Menu

    AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert

    Hallo Amina.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Eine Mehrheit sind meiner Meinung nach immer noch nicht "alle" - und in die Köpfe der Menschen zu schauen, das stelle ich mir doch recht schwierig vor.
    Meinungsmehrheit bedeutet nicht wirklich alle sondern das ein sehr grosser Teil ein und dieselbe Meinung hat was man aber per Aufrunden zu *alle* macht. Klar wird es welche geben die eine andere Meinung haben aber ob die mangels Masse relevant sind bezweifel ich.

    Wenn ich einen Menschen persoenlich nicht kenne, kann ich nur abschaetzen oder Annahmen aufgrund bestimmter Merkmale treffen. Diese sind zwar mit einer Fehlerquote behaftet aber meist ist die Fehlerquote akzeptabel.

    Alle bedeutet im Sprachgebrauch auch nicht mathematisch "alle" sondern die Mehrheit. Minderheiten spielen mangels Masse keine oder geringe Rolle.

    Uebrigens ist es recht einfach in die Koepfe von Menschen zu schauen bei manchen Dingen. Einfach beobachten, wie sie sich verhalten und benehmen. Labbern kann jeder und tut auch jeder aber handeln....das veranlasst der Kopf und anhand des Handels hast Du den Inhalt des Kopfes.

    Es bedarf einer starken Persönlichkeit, veränderte Einstellung zum Leben - mehr als mancher Mensch, der nicht behindert ist.
    Geistige Retardierung haette mein Freund dazu gesagt, andere sehen es als Entwicklung.
    Eine starke Persoenlichkeit....hm...

    Dafür dass Du keine weiblichen Behinderten im Rolli kennst stelle ich Deinen letzten Satz doch eher in Frage. Bzw. ich stelle die Frage so: Woher weißt Du das?
    Aus einigen, teilweise sehr intimen, Unterhaltungen mit Menschen (u.a. Menschen, die mit Behinderten arbeiten).

    Schade, dass ich den Artikel nicht mehr gefunden habe, aber so weit ich mich erinnere stand da, dass Männer vor allem auf die Funktionalität (Kinder, Haushalt usw.) und die Optik einer Frau achten.
    Korrekt.
    Der Rolli wuerde die Funktionalitaet einschraenken bzw. zunichte machen, koennte man denken, richtig? Waer auch korrekt, wenn es nicht die Denke gaebe "meine Frau soll es nicht noetig haben zu arbeiten". Gut diese Denke ist am Fallen und somit spielt die Funktionalitaet (gerade in unserer effiziensverseuchten Gesellschaft) wieder eine verstaerkte Rolle.
    Koennte man gut drueber diskutieren aber da sehr viele Teilnehmer das Emotionale nicht raushalten koennen ist eine Diskussion darueber hier sinnlos.

    Kannst Du Dich vielleicht erinnern, wonach Frauen so schauen? (falls das in der Studie drin stand...)

    Kann es sein, dass Du mit dem Satz der 40jährigen meinst, dass mit zunehmendem Alter gedacht wird: Egal welchen, Hauptsache einen?
    Bei 30+jaehrigen ja. Die biologische Uhr tickt, der Kinderwunsch meldet sich staerker, der Nestbautrieb geht los (ist auch nichts schlimmes, sind schliesslich Menschen, fast jeder bekommt den Nestbaukoller auch Maenner *g*).
    Bei 40+jaehrigen...hm...egal welchen, hauptsache Partnerschaft? *gruebel* Hab eher so den Eindruck, das sie sich auf das Alleinsein eher einrichten. Mittlerweile ist es fast Usus allein zu sein, der Anteil der Singles ist nicht gerade gering anzusehen. Kann es sein, das Du ein aelteres Semester bist und daher dieser Gedankengang auftrat?

    Nein, ich meinte was anders.

    Eine Frau mit 25 Jahren denkt, handelt und fuehlt(?) anders als mit 40 Jahren. Wenn Du zurueckdenkst und Dir Deine Schwaerme ins Gedaechtnis ruft, wuerdest Du heute diese Menschen genauso toll finden wie damals?
    In juengeren Jahren will man was erleben, Spass haben, viel unternehmen, man macht sich kaum Gedanken um die Zukunft, was morgen wird und ob der Kerl fuer eine Nacht bleibt oder laenger. Man lebt unbeschwert in den Tag hinein. Mit fortschreitendem Alter aendert sich das. Die Unbeschwertheit verfliegt, man wird ernster und ist etwas gesetzter. Manche Menschen, die Du mit 25 akzeptiert hast wuerdest Du wahrscheinlich mit 40 nicht so ohne weiteres akzeptieren.

    Junge Frauen suchen meistens einen Kerl, der "stark" ist und weiss wo es lang geht, salopp formuliert. Vielleicht mit ein Grund warum viele junge Frauen (teilweise deutlich)aeltere Maenner attraktiv finden.
    Ob ein Mann mit diesem Attribut eine gestandene 40jaehrige Frau vom Hocker reisst....vielleicht schon aber gewiss nicht genauso wie wenn sie 20 ist.

    (die Altersangaben waren zufaellig gewaehlt, bedingt durch den Nummernblock der Tastatur, haette genausogut 50jaehrig waehlen koennen und 18jaehrig. Das Alter an sich ist irrelevant, wichtig ist die Altersdifferenz)


    Ich sage mal - es ist ein Unterschied, ob man mit dem Herzen sieht oder nur mit den Augen.
    Und auf welchem der beiden "Sehorgane" traegt man die rosarote Brille dann, Auge oder Herz?

    Das ehrt Dich.
    Warum ehrt mich das? *irritiert*

    Wobei man auch ohne behinderten Partner nie sagen kann, ob eine Beziehung stabil bleibt oder nicht (aber das nur am Rande erwähnt).
    Richtig, das zeigt sich im Laufe der Zeit. Den Rolli sieht man aber vorher als belastendes Moment, andere Dinge zeigen sich spaeter (aber da ist man emotional anders involviert und tiefer gebunden als am Anfang, mancher Stoplerstein wuerde am Anfang die Beziehung killen, spaeter aber nicht...)

    ohne einen kleinen Seitenhieb geht es nicht? Leonora hat etwas weniger theatralisch geantwortet
    Hat mit Seitenhieb nichts zu tun, sollte nur illustrieren, wie gross die Differenz ist zwischen dem wie es sein sollte....und ist. Leonora hat es laenger ausgedrueckt, meins ist kuerzer.

    Wenn es ablehnend gemeint ist, dann kannst Du Dir mangelnder Unterstützung dieser Menschen gewiss sein, solltest Du plötzlich im Rollstuhl sitzen.
    Richtig. Soll ich aber deswegen den Kontakt zu diesen Menschen (prophylaktisch?)abbrechen? Sind trotzdem Menschen, bloss manche Dinge moegen sie eben nicht.

    Im Grunde wird auch Deine Wahl nicht akzeptiert, die Deine eigene Persönlichkeit ausmacht.
    Den Satz verstehe ich nicht. Was hat meine Persoenlichkeit mit der Wahl zu tun?

    Das ist jetzt wirklich eine schwierige Frage, denn den Wert eines Menschen zu bestimmen...das würde hier vermutlich den Rahmen sprengen.
    So schwierig wie Du sie darstellst ist die Frage nicht. Eigentlich ist sie recht einfach zu beantworten fuer einen persoenlich.

    Weder das eine noch das andere- es ist traurig.
    Hm, also ich kenne nicht wirklich viele Menschen, die es traurig finden, das eine...hm, was nehmen wir denn mal...Moerderin oder Vergewaltigerin hingerichtet wird. Viele jubeln dabei sogar.

    Damit bezieht er klar Stellung - den Satz in Klammern - den muss ich nicht verstehen, oder?
    Eine klare Stellung, die ihm sehr viele Angriffe einbrachte. Oftmals wurde er gefragt, was er machen wuerde, wenn er zwischen einer nichtbehinderten Frau und behinderten Frau waehlen muesste, wobei die behinderte Frau ihn abgoettisch liebt die nichtbehinderte weniger oder halb so viel liebt. Aehnlich idiotisch solch eine Frage wie die, ob Mann eine fette aber dafuer nette und intelligente Frau oder eine schlanke, huebsche aber dafuer bloede Frau waehlen wuerde.

    Mit mehreren Menschen, die passen meinte er (und der Meinung schliess ich mich an), das es nicht nur einen einzigen Menschen zum Verlieben und Gluecklichsein gibt. Es kommen mehrere Menschen in Frage. Dadurch das mehrere Menschen in Frage kommen, ist die Entscheidung behinderter Mensch oder nicht sinnfrei, weil die Frage vorraussetzt, das man keine Auswahl hat. Diese ist aber gegeben. Die Frau im Rollstuhl kann sicher gut zu ihm passen. Es gibt aber auch eine Frau ohne Rollstuhl die genausogut zu ihm passt. (klingt unromantisch? stimmt, ist es)
    Er wird die ohne Rolli waehlen bzw. suchen. Manch anderer wuerde anders entscheiden. Beides ist Ok.
    Ich persoenlich wuesste nicht, wie ich mich entscheiden wuerde.

    Ich stelle fest, dass die Gedanken doch sehr in ähnliche Richtungen gehen und Deine Zeilen beweisen, dass Du Dir wirklich sehr viele Gedanken gemacht hast über das Leben von und mit Behinderten - Darstellung von Wunschdenken und Realität!
    Letzteres bedingte den Freitod meines Freundes.


    Gruss
    Caramon

  7. Inaktiver User

    AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert

    Zitat Zitat von Caramon
    Hallo Amina.
    Hallo Caramon – ich danke Dir für das Kompliment. Aber vermutlich wird es doch nur ein Tippfehler gewesen sein?

    Zitat Zitat von Caramon
    Meinungsmehrheit bedeutet nicht wirklich alle sondern das ein sehr grosser Teil ein und dieselbe Meinung hat was man aber per Aufrunden zu *alle* macht.
    Verallgemeinerungen sind nicht unbedingt meine Welt. Zu oft habe ich erlebt, dass es hieß: „Alle sind dieser Meinung“ – und ich musste protestieren, dass ich nicht „alle“ bin. Nicht relevant? Nun, es gibt Minderheiten, die eine Mehrheit durchaus beeinflussen können...was jetzt vermutlich vom Thema abkommt.
    Zitat Zitat von Caramon
    Uebrigens ist es recht einfach in die Koepfe von Menschen zu schauen bei manchen Dingen. Einfach beobachten, wie sie sich verhalten und benehmen. Labbern kann jeder und tut auch jeder aber handeln....das veranlasst der Kopf und anhand des Handels hast Du den Inhalt des Kopfes.
    Damit vereinfachst Du die Menschen fast zu einem Objekt, das logisch durchleuchtet werden kann. Vielleicht kommt es auch darauf an, was genau Du sehen willst. Nicht jeder handelt so, wie er denkt oder fühlt und vermittelt damit etwas ganz anderes. Ein Mensch ist meiner Meinung nach nicht so einfach gestrickt.

    Zitat Zitat von Caramon
    Aus einigen, teilweise sehr intimen, Unterhaltungen mit Menschen (u.a. Menschen, die mit Behinderten arbeiten).
    In Ordnung – damit hast Du eine Quelle, dazu kann ich nichts sagen.

    Zitat Zitat von Caramon
    Korrekt.
    Der Rolli wuerde die Funktionalitaet einschraenken bzw. zunichte machen, koennte man denken, richtig? Waer auch korrekt, wenn es nicht die Denke gaebe "meine Frau soll es nicht noetig haben zu arbeiten". Gut diese Denke ist am Fallen und somit spielt die Funktionalitaet (gerade in unserer effiziensverseuchten Gesellschaft) wieder eine verstaerkte Rolle.
    Koennte man gut drueber diskutieren aber da sehr viele Teilnehmer das Emotionale nicht raushalten koennen ist eine Diskussion darueber hier sinnlos.
    Die Funktionalität spielt eine sehr große Rolle – sowohl bei Männern als auch bei Frauen – bei Behinderungen sind diese bei beiden stark eingeschränkt. Wobei ich den Satz zur sog. „Denke“ leider nicht nachvollziehen konnte.
    Zitat Zitat von Caramon
    Kannst Du Dich vielleicht erinnern, wonach Frauen so schauen? (falls das in der Studie drin stand...)
    Doch, es stand etwas da – da ich gelegentlich nur zum Überfliegen neige...Ich werde den Artikel suchen. Irgendwo müsste er noch herumliegen.
    Zitat Zitat von Caramon
    . Kann es sein, das Du ein aelteres Semester bist und daher dieser Gedankengang auftrat?
    Mein Alter ist absolut irrelevant – Du hattest lediglich die 40jährigen zuerst erwähnt, deshalb bin ich darauf eingegangen.

    Zitat Zitat von Caramon
    Eine Frau mit 25 Jahren denkt, handelt und fuehlt(?) anders als mit 40 Jahren. Wenn Du zurueckdenkst und Dir Deine Schwaerme ins Gedaechtnis ruft, wuerdest Du heute diese Menschen genauso toll finden wie damals?
    Ja! Ich fand und finde auch im Nachhinein die Jungs im Kindergarten toll!
    Zitat Zitat von Caramon
    Junge Frauen suchen meistens einen Kerl, der "stark" ist und weiss wo es lang geht, salopp formuliert. Vielleicht mit ein Grund warum viele junge Frauen (teilweise deutlich)aeltere Maenner attraktiv finden.
    Und ein Mann im Rollstuhl weiß nicht, wo es lang gehen kann?
    Zitat Zitat von Caramon
    Und auf welchem der beiden "Sehorgane" traegt man die rosarote Brille dann, Auge oder Herz?
    Auf den Augen! Da braucht man ja die Brille. Würden noch mehr Menschen auf ihr Herz und Bauchgefühl hören, würde es weniger Kummer geben.

    Zitat Zitat von Caramon
    Warum ehrt mich das? *irritiert*
    Vor Ehrlichkeit habe ich Respekt, manchmal ist Ehrlichkeit nicht so bequem – Grund zu Irritationen wollte ich natürlich nicht geben.

    Zitat Zitat von Caramon
    Richtig, das zeigt sich im Laufe der Zeit. Den Rolli sieht man aber vorher als belastendes Moment, andere Dinge zeigen sich spaeter (aber da ist man emotional anders involviert und tiefer gebunden als am Anfang, mancher Stoplerstein wuerde am Anfang die Beziehung killen, spaeter aber nicht...)
    Oh – doch – so mancher unsichtbare „Rollstuhl“, der kann viel killen.

    Zitat Zitat von Caramon
    Hat mit Seitenhieb nichts zu tun, sollte nur illustrieren, wie gross die Differenz ist zwischen dem wie es sein sollte....und ist. Leonora hat es laenger ausgedrueckt, meins ist kuerzer.
    Dann nenne es „bunter“ – aber es ist kein direkter Vergleich zu Leonoras Antwort.

    Zitat Zitat von Caramon
    Richtig. Soll ich aber deswegen den Kontakt zu diesen Menschen (prophylaktisch?)abbrechen? Sind trotzdem Menschen, bloss manche Dinge moegen sie eben nicht.
    Es ist alles Deine Entscheidung. Ich persönlich verstehe unter Freunden etwas anderes – und wenn mir etwas nicht gefällt, dann spreche ich es an. Ansonsten sind das keine Freunde für mich.

    Zitat Zitat von Caramon
    Den Satz verstehe ich nicht. Was hat meine Persoenlichkeit mit der Wahl zu tun?
    Sehr viel, denn wenn Du eine Persönlichkeit besitzt, die im Umgang mit Behinderten kein Problem hat, sondern im Gegenteil, die Behinderung nicht als Problem siehst – und diese sog. Freunde akzeptieren das dennoch nicht – dann akzeptieren sie Deine ganze Person nicht und Dich nicht als wirklichen Freund.

    Zitat Zitat von Caramon
    Hm, also ich kenne nicht wirklich viele Menschen, die es traurig finden, das eine...hm, was nehmen wir denn mal...Moerderin oder Vergewaltigerin hingerichtet wird. Viele jubeln dabei sogar.
    So weit bin ich mit meinen Gedanken dabei nicht gegangen, ich habe dabei im Grunde nur an Deinen Freund gedacht – und das war eindeutig traurig.

    Zitat Zitat von Caramon
    Eine klare Stellung, die ihm sehr viele Angriffe einbrachte. Oftmals wurde er gefragt, was er machen wuerde, wenn er zwischen einer nichtbehinderten Frau und behinderten Frau waehlen muesste, wobei die behinderte Frau ihn abgoettisch liebt die nichtbehinderte weniger oder halb so viel liebt. Aehnlich idiotisch solch eine Frage wie die, ob Mann eine fette aber dafuer nette und intelligente Frau oder eine schlanke, huebsche aber dafuer bloede Frau waehlen wuerde.
    Der Vergleich ist humpelt etwas. Denn Liebe mit nett und intelligent zu vergleichen – das sind doch zwei Paar Schuhe. Das eine hat mit Gefühl zu tun, das andere mit der Optik. Eine behinderte Frau kann zusätzlich intelligent und hübsch sein. Was die klare Stellung angeht: Manchmal hängt es auch davon ab, wie man eine Stellung vertritt. Er hat seine Prioritäten gesetzt – und auch jede Frau hat die freie Wahl, ihn zu nehmen.
    Zitat Zitat von Caramon
    Mit mehreren Menschen, die passen meinte er (und der Meinung schliess ich mich an), das es nicht nur einen einzigen Menschen zum Verlieben und Gluecklichsein gibt. Es kommen mehrere Menschen in Frage. Dadurch das mehrere Menschen in Frage kommen, ist die Entscheidung behinderter Mensch oder nicht sinnfrei, weil die Frage vorraussetzt, das man keine Auswahl hat. Diese ist aber gegeben. Die Frau im Rollstuhl kann sicher gut zu ihm passen. Es gibt aber auch eine Frau ohne Rollstuhl die genausogut zu ihm passt. (klingt unromantisch? stimmt, ist es)
    Er wird die ohne Rolli waehlen bzw. suchen. Manch anderer wuerde anders entscheiden. Beides ist Ok.
    Ich persoenlich wuesste nicht, wie ich mich entscheiden wuerde.
    Etwas verwirrend – polyamor? Wobei ich das fast nicht glauben kann, denn Verlieben und Glücklichsein, das klingt ein wenig schülerhaft und unreif. Die Beschreibung des „passens“ – sie klingt nicht unromantisch, sie klingt egoistisch. Da ich hier absolut weiß, wovon ich schreibe – gerne den Rest per PN.
    Zitat Zitat von Caramon
    Letzteres bedingte den Freitod meines Freundes.
    Was ich zu tiefst wirklich bedaure. Es geht um ein Leben!
    Anima

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