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  1. Inaktiver User

    AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert

    Zitat Zitat von kukkuck
    Ich habe euch von dem gedanklichen Auslöser, der Einstellung meiner Freundin berichtet. Ich war daraufhin über die coolheit perplex und machte mir Gedanken.
    Ich finde es nicht cool, sondern eine klare Abwägung.

    Das ich nun auch konfrontiert wurde, kommt hinzu. Ich bin gefühlsmäßig überhaupt nicht engagiert. Aber was passiert, wenn man merkt, man KÖNNTE SICH VERLIEBEN ?

    ABBLOGGEN weil er einen 'Defekt' hat oder sich einlassen und sich vielleicht ne Menge neuer Aufgaben oder Beschränkungen einhandeln. Ist diese Frage so abstrus oder nicht existent?
    Auch das sollte man abwägen .... Malina hat es eigentlich schön geschrieben: Wer der andere einen so vom Stuhl haut, daß es einem egal ist, ob er behindert/überschuldet/ein Straftäter .... ist, sollte man es tun.

    Wobei ich - offenbar ähnlich wie Du - nicht der Typ bin, der sich Hals über Kopf verliebt, wenn der Verstand nein sagt (was nicht heißt, daß ich nicht auch schon unvernünftige Beziehungen hatte ).

    Der erwähnte Rollstuhlfahrer z.B. wäre in Frage gekommen .... Er sah gut aus, war intelligent, sympathisch ..... Aber eben völlig auf seine Krankheit fixiert.
    Und selbst wenn nicht: Vor'm Verlieben hätte ich mir sicher noch verstärkt Gedanken gemacht, ob ich damit klar komme.

    Hobbies wie "gerne wandern" würden mich z.B. nicht davon abhalten - das kann man auch mit anderen und muß nicht zwangsläufig mit dem Partner sein.

    [B]Das Thema 'Behinderung' (oder wie auch immer) stellt sich derzeit für mich nicht.
    Das sollte durchaus für jeden ein Thema sein.
    Ich habe auch einen hohen Blutdruck - und weiß ich's: Vielleicht krieg' ich heute noch einen Schlaganfall.

    Gesundheit ist ein unschätzbares Gut, das sollte einem immer bewußt sein.

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    AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich finde es nicht cool, sondern eine klare Abwägung.

    Das wollte ich damit u. a. ausdrücken. War trotzdem beeindruckt, wie geradlinig sie damit umgegangen ist. Da wurden frühzeitig 'die Schotten' dicht gemacht, bevor Anderes hätte entstehen können.

    Auch das sollte man abwägen .... Malina hat es eigentlich schön geschrieben: Wer der andere einen so vom Stuhl haut, daß es einem egal ist, ob er behindert/überschuldet/ein Straftäter .... ist, sollte man es tun.

    ... denke ich auch. Allerdings sollte man sich schon im Klaren sein, was man dann auch mitzutragen hat.

    Wobei ich - offenbar ähnlich wie Du - nicht der Typ bin, der sich Hals über Kopf verliebt, wenn der Verstand nein sagt (was nicht heißt, daß ich nicht auch schon unvernünftige Beziehungen hatte ).

    .... bedingt bei mir. Bei meiner letzten und vorletzten* Beziehung gab große berufliche Schwierigkeiten (*dort entstand es in unserer Zeit). ich kann euch sagen, das zermürbt einen ganz schön. Bei * waren es 5 von 5 1/2 Jahren, ich kam mir hinterher wie nach einem Marathonlauf vor. War nicht der Grund der Trennung .... hat vielleicht mitgewirkt. Es muss also nicht unbedingt ein Defekt in der Gesundheit sein, der belastet.

    Der erwähnte Rollstuhlfahrer z.B. wäre in Frage gekommen .... Er sah gut aus, war intelligent, sympathisch ..... Aber eben völlig auf seine Krankheit fixiert.
    Und selbst wenn nicht: Vor'm Verlieben hätte ich mir sicher noch verstärkt Gedanken gemacht, ob ich damit klar komme.

    jap, ein bisschen Realismus sollte sein

    Hobbies wie "gerne wandern" würden mich z.B. nicht davon abhalten - das kann man auch mit anderen und muß nicht zwangsläufig mit dem Partner sein.

    .... ich möchte aber mit meinem Partner meine Freizeit teilen können. Arbeiten tu ich alleine, Freunde habe ich reichlich. Wenn es dann darauf hinausläuft, dass man nur Händchen halten und reden kann (geistige, emotionale Ebene), wird's für mich kritisch. Eine Beziehung lebt -meine Meinung- auf Dauer nicht nur davon.

    Das sollte durchaus für jeden ein Thema sein.
    jap
    Ich habe auch einen hohen Blutdruck - und weiß ich's: Vielleicht krieg' ich heute noch einen Schlaganfall.

    Gesundheit ist ein unschätzbares Gut, das sollte einem immer bewußt sein.

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    AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert

    mh, das ist eine verdammt schwierige frage . . . und man merkt selbst, wie man hin- und hergerissen ist . . . und sich selbst moralische fragen stellt .. und sich auch bissle schaemt, dass man nicht nur den mensch, sondern auch das handicap sieht.

    ich habe einen sehr lieben freund, der durch einen unfall (war vor ca. 20 jahren, ansonsten weiss ich nichts darueber. er blockt das thema total ab) beide beine verloren hat.
    soll ich ehrlich sein? ich mag den kerl verflucht gerne und er sieht klasse aus. tolle breite schultern (klar, braucht er ja), ein sehr schoenes gesicht . . intelligent, studiert, gebildet, total charmant . .
    aber ich koennte mir eine beziehung mit ihm nicht vorstellen. vielleicht, weil ich weiss, welche einschraenkungen er durch sein handicap hat.
    ann-christine

    lebe lieber ungewoehnlich

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    AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert

    Ich denke auch nicht, dass man sich mit einem behinderten Mann abgeben muss, der einem lediglich sympathisch ist, nur um sich politisch korrekt zu fühlen. Wir sind nicht Mutter Teresa.

    Dennoch frage ich mich, ob wir mit zunehmendem Alter wirklich noch den Anspruch erheben können, gefälligst nur Menschen ohne körperliche Einschränkungen als Partner in Betracht zu ziehen, jedenfalls, wenn wir unsere Partner unter den etwa gleichaltrigen Männern und nicht unterm gesunden Frischfleisch suchen. Das war der Hintergrund meines Nachsatzes über das Alter.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

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    AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert

    Dann will ich mich als Betroffene ("Behinderte") mal zu Wort melden.

    Teilweise lese ich hier, was ich auch im Leben erfahre und mir sträuben sich die Nackenhaare!!!

    Die Gesellschaft ist ja soooo tolerant, behaupten die meisten Menschen jedenfalls,.....aber die Realität sieht ganz anders aus.
    Höchstens 20 % sind es aus meiner Erfahrung und der Rest tut zumindest so..... aber ist es nicht und wird es nie sein.

    Ich fühle mich nicht behindert aber diese 80 % machen mich zu einer Behinderten bzw. behindern mich an meinem Leben.

    Und es kann jeden zu jeder Zeit treffen !!!!!!

    Und dann ist da noch die Frage wo fängt "Behinderung" eigentlich an, ist eine Brille auch schon eine "Behinderung" .....???

    Ich habe mein "neues Leben" zu lieben gelernt, bin glücklich und zufrieden, meistens sogar glücklicher als in meinem "alten Leben". Das war ein langer, harter Weg....

    So ein Schicksalsschlag läßt einen in die Abgründe gucken, das Wesentliche im Leben sehen und unwahrscheinlich wachsen.
    Das ist durchaus ein Vorteile den ein "Nichtbehinderter" so gar nicht sehen kann.... und in den Genuss er nie kommen wird.

    Da könnte man ja glatt sagen, dass der "Nichtbehinderte" in der Beziehung ziemlich "Behindert" ist. ;-)

    So kann man hier lange hin- und her philosophieren......

    Wir "Behinderte" möchte einfach nur ganz normal behandelt werden, kein Mitleid, kein in-die-Ecke geschiebe, wir sind ganz normal, haben halt nur ein Handicap, können einige Dinge vielleicht nicht mehr machen und brauchen für andere vielleicht etwas länger.......aber auch ihr "Nichtbehinderte" könnt von uns lernen. Ein "gesundes" Geben und Nehmen das wünschen wir uns.

    die Pusteblume

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    AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert

    Zitat Zitat von Pusteblume4
    Dann will ich mich als Betroffene ("Behinderte") mal zu Wort melden.

    Teilweise lese ich hier, was ich auch im Leben erfahre und mir sträuben sich die Nackenhaare!!!

    Die Gesellschaft ist ja soooo tolerant, behaupten die meisten Menschen jedenfalls,.....aber die Realität sieht ganz anders aus.
    Höchstens 20 % sind es aus meiner Erfahrung und der Rest tut zumindest so..... aber ist es nicht und wird es nie sein.

    Ich fühle mich nicht behindert aber diese 80 % machen mich zu einer Behinderten bzw. behindern mich an meinem Leben.

    Und es kann jeden zu jeder Zeit treffen !!!!!!

    Und dann ist da noch die Frage wo fängt "Behinderung" eigentlich an, ist eine Brille auch schon eine "Behinderung" .....???

    Ich habe mein "neues Leben" zu lieben gelernt, bin glücklich und zufrieden, meistens sogar glücklicher als in meinem "alten Leben". Das war ein langer, harter Weg....

    So ein Schicksalsschlag läßt einen in die Abgründe gucken, das Wesentliche im Leben sehen und unwahrscheinlich wachsen.
    Das ist durchaus ein Vorteile den ein "Nichtbehinderter" so gar nicht sehen kann.... und in den Genuss er nie kommen wird.

    Da könnte man ja glatt sagen, dass der "Nichtbehinderte" in der Beziehung ziemlich "Behindert" ist. ;-)

    So kann man hier lange hin- und her philosophieren......

    Wir "Behinderte" möchte einfach nur ganz normal behandelt werden, kein Mitleid, kein in-die-Ecke geschiebe, wir sind ganz normal, haben halt nur ein Handicap, können einige Dinge vielleicht nicht mehr machen und brauchen für andere vielleicht etwas länger.......aber auch ihr "Nichtbehinderte" könnt von uns lernen. Ein "gesundes" Geben und Nehmen das wünschen wir uns.

    die Pusteblume
    Und was koennen wir von euch lernen?

    Du hast weiter oben von "Vorteilen" gesprochen....sicher, das es Vorteile sind?
    Falls ja, koenntest Du sie bitte konkret benennen?

    Gruss
    Caramon
    Geändert von Caramon (06.09.2008 um 02:46 Uhr)

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    AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert

    Hab ich mich so undeutlich ausgedrückt?
    Aber ich kopier es gerne noch einmal rein.

    So ein Schicksalsschlag läßt einen in die Abgründe gucken, das Wesentliche im Leben sehen und unwahrscheinlich wachsen.
    Das ist durchaus ein Vorteile den ein "Nichtbehinderter" so gar nicht sehen kann.... und in den Genuss er nie kommen wird.

    Vielleicht ist das Wort Vorteil falsch gewählt....Chance ist vielleicht passender.

    die Pusteblume

  8. Inaktiver User

    AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert

    @Pusteblume

    Du sprichst mir - obwohl nicht Betroffenen - aus der Seele.
    Ich finde diese Diskussion auch haarsträubend.

    Was ist eine Behinderung anderes als eine Beeinträchtigung? Und haben wir die nicht alle in irgendeiner Form?

    Meine Tochter hat vier Jahre lang eine integrative Tagesstätte (Kiga) besucht. Von den Kindern können wir uns alle eine grosse Scheibe abschneiden.
    Das eine Kind kann nicht so schnell laufen, dafür malt es tolle Bilder. Ein Kind kann nicht sehen dafür ist es im Ton kneten unschlagbar. Die Kinder gehen völlig unbefangen damit um und es wird nicht zwischen "Behinderung: ja oder nein" unterschieden, es geht lediglich um "mag ich diesen Menschen oder nicht".

    Jeder Mensch hat seine Beeinträchtigungen.
    Solange wir unterscheiden in behindert oder nicht denken wir in Schubladen und Menschen bekommen einen Stempel. Ich finde das schrecklich.

    Ich könnte jetzt noch Romane schreiben aber mag das mal so stehen lassen.


    LG
    Susi

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    AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert

    Ok, dann schreibe ich Dir meine Gedanken, die mir beim Lesen Deines Postings durch den Kopf gingen.
    ich seh da immer noch keine Vorteile, tut mir leid, die Dinge die Du nennst sind nutzlos reden aber einem die bescheidene Situation ausreichend schoen, das man damit klarkommt
    Vorweg eins noch, ich kannte/kenne Freunde, die im Rollstuhl sitzen. Ich sitze nicht im Rolli, bin auch froh drum. Weniger das ich nicht im Rolli sitze sondern das mir das nicht widerfaehrt, was ich bei meinen Freunden erlebt hab...

    Zitat Zitat von Pusteblume4
    Dann will ich mich als Betroffene ("Behinderte") mal zu Wort melden.

    Teilweise lese ich hier, was ich auch im Leben erfahre und mir sträuben sich die Nackenhaare!!!
    Es sind dieselben Leute, die hier posten, die Du draussen auf der Strasse triffst. Aufgrund der Pseudoanonymitaet sind die Leute bloss etwas ehrlicher, was ihre privaten Meinungen angeht.

    Die Gesellschaft ist ja soooo tolerant, behaupten die meisten Menschen jedenfalls,.....aber die Realität sieht ganz anders aus.
    Höchstens 20 % sind es aus meiner Erfahrung und der Rest tut zumindest so..... aber ist es nicht und wird es nie sein.
    Muss eine Gesellschaft tolerant sein? Waer mir neu. Unsere Gesellschaft ist alles andere als tolerant. Find es immer wieder erstaunlich, das dieser Muell von Toleranz tatsaechlich geglaubt wird.
    Amuesant finde ich, das Toleranz immer gefordert wird. Ist auch einfacher.
    (20% halte ich fuer zu hoch, 10% bis max. 15% trifft eher zu)


    Ich fühle mich nicht behindert aber diese 80 % machen mich zu einer Behinderten bzw. behindern mich an meinem Leben.
    Und es kann jeden zu jeder Zeit treffen !!!!!!
    Treffen kann es jeden, das stimmt schon, bloss wozu ueber etwas Gedanken machen, was aktuell(!) nicht ist? Machst Du Dir Gedanken darueber, was ist bzw. sein kann, wenn Du im Lotto gewinnst? Tun die wenigsten und genauso viele denken ueber eine Behinderung nach, die sie vielleicht mal ereilen kann.
    Tod ist ein Tabuthema und da erwartest Du, das die Menschen sich ueber eine Behinderung Gedanken machen, die sie nicht haben?

    Und dann ist da noch die Frage wo fängt "Behinderung" eigentlich an, ist eine Brille auch schon eine "Behinderung" .....???
    Ja, ist sie. Vor nicht allzuferner Vergangenheit waren Brillen eine Behinderung. Worte wie Brillenschlange, Glasbaustein-Idiot oder Blindfisch waren sehr gaengig und markierten eindeutig die Trennung zwischen den "Normalen" und den "Behinderten". Mittlerweile hat sich das geaendert, weil sehr viele Leute eine Brille tragen. Es ist kein seltenes Merkmal, so das man darauf herumhacken kann. Fast jeder traegt heute eine Brille (Computerbildschirmen sei Dank ). Diese Behinderung ist gesellschaftlich anerkannt.
    Der Rollstuhl nicht.
    Ich glaube auch nicht, das er gesellschaftlich irgendwann mal akzeptiert wird. Dazu schraenkt er zu sehr ein und wer nimmt Ruecksicht auf Minderheiten, denen er nicht angehoert. Verdammt wenige.

    Ich habe mein "neues Leben" zu lieben gelernt, bin glücklich und zufrieden, meistens sogar glücklicher als in meinem "alten Leben". Das war ein langer, harter Weg....
    Das freut mich fuer Dich Mein Freund hat das nicht hinbekommen, der Weg hat ihn gefressen u.a. .

    So ein Schicksalsschlag läßt einen in die Abgründe gucken, das Wesentliche im Leben sehen und unwahrscheinlich wachsen.
    Das ist durchaus ein Vorteile den ein "Nichtbehinderter" so gar nicht sehen kann.... und in den Genuss er nie kommen wird.
    Den aber offensichtlich die wenigsten "Nichtbehinderten" vermissen oder offenbar brauchen.

    Ich hatte Dich gefragt, was das denn fuer ein Vorteil ist und wie er sich denn aeussert?
    Halte das fuer eine verbale Nebelkerze ohne Inhalt. Gibt einem ein gutes Gefuehl ist aber halt- und sinnlos.

    Da könnte man ja glatt sagen, dass der "Nichtbehinderte" in der Beziehung ziemlich "Behindert" ist. ;-)
    Juckt ihn ziemlich wenig bis nichts. Zumal wenn es so ist, wie Du hier beschreibst (Vorteile und so weiter...), weshalb meckern dann Behinderte bloss?

    So kann man hier lange hin- und her philosophieren......
    Koennte man.

    Wir "Behinderte" möchte einfach nur ganz normal behandelt werden, kein Mitleid, kein in-die-Ecke geschiebe, wir sind ganz normal, haben halt nur ein Handicap, können einige Dinge vielleicht nicht mehr machen und brauchen für andere vielleicht etwas länger.......aber auch ihr "Nichtbehinderte" könnt von uns lernen. Ein "gesundes" Geben und Nehmen das wünschen wir uns.

    die Pusteblume
    Die meisten Menschen (mich eingeschlossen) haben Angst vor etwas, was man nicht kennt. Man weiss nicht, wie richtig reagieren, wie sich verhalten, man moechte nichts falsch machen oder sich blamieren.
    Wann und wo kommt man mit Rolli-Fahrern denn in Kontakt? Es ist ein Teufelskreis. Mangels Masse duerfte man ihn schwer aufbrechen koennen und ob das Interesse dazu vorhanden ist bezweifel ich stark. Da spricht das Effizienzdenken unser Gesellschaft gegen.

    Im Rolli sitzen ist sehr unangenehm und schraenkt einen ziemlich ein. Geistig als auch koerperlich. Man entspricht nicht der gesellschaftlichen Norm und fliegt raus.

    Und nochmals meine Frage, WAS koennen "wir" denn von "euch" lernen?
    Koennte es nicht eher sein, das das was ihr "anbietet" fuer Nichtbehinderte keinen Sinn macht? Das ihr schlicht nichts in der Hand habt, was einen Nichtbehinderten interessieren oder geben kann?

    Der eine behinderte Freund hat sich das Leben genommen, weil das Leben schlicht und ergreifend fuer ihn nicht lebenswert war. Ein besoffener Vollidiot fuhr ihn an (wieso gibt es eigentlich nicht die 0-Promille Grenze? ) und seitdem ab in den Rolli. Gut, wir waren befreundet, haben einiges unternommen und einiges erlebt. Es war nicht viel Positives. Mag vielleicht auch am Alter gelegen haben, er war 24.
    Vielleicht haetten ihn die Vorteile am Leben gehalten oder wenn er wem anders was geben konnte....vielleicht.

  10. User Info Menu

    AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert

    Liebe Pusteblume, liebe Susi,

    hier muss ich mich zu Wort melden! Ich finde, alle diese Schreiberinnen setzen sich wie ich, 'ohne Not' mit dem Thema Behinderung auseinander. Und wenn ihr aufmerksam gelesen habt, versuchte ich auch andere Gedanken, die weit über ein körperliches Handicap hinausgehen, mit einzubeziehen.

    Ihr hättet auch anders lesen, denken und schreiben können. Nämlich, dass man sich hier versucht auseinander zu setzen. Einem meiner Partner fehlten durch einen Unfall diverse Finger, mein letzter Freund hatte ziemlichen Bluthochdruck und hat dadurch, auch für mich, diverse Begrenzungen gehabt. Nichts davon hat mich jemals gestört. Sie sind allerdings auch offensiv bzw. locker damit umgegangen, was wohl nicht immer der Fall ist. Kenne auch andere Menschen, bei denen sich 'Ihr Thema' immer und andauernd in den Vordergrund drängt. Und das ohne Not und nur durch sie selbst.

    Es ist schade, wenn ihr das als Zerfleddern von außen / von Unbeteiligten betrachtet, was wir hier machen. Eigentlich könntet ihr doch zufrieden sein, dass es Menschen gibt, die sich Gedanken darüber machen. Und wir tun es sicher auch aus Respekt vor Menschen, die mit einer Einschränkung irgendwelcher Art leben. Bitte 'verzeiht' uns, dass wir derzeit nicht betroffen sind; dürfen wir deshalb darüber dann nicht schreiben?

    Ich weiß auch, dass, wenn es emotional tiefgehend kommt, ich keine Grenzen sehe. Man muss aber auch sagen dürfen, dass man vor Beschränkungen Angst hat und ihnen deshalb ausweicht. Das tue ich auch, wenn ich andere Dinge an meinem Gegenüber feststelle, die mir nicht sympathisch sind. Ich liebe Menschen jedweder Art, habe eben keine Berührungsängste! Deshalb habe ich ja auch hier dieses Thema hier angestoßen!

    Ich freue mich aber, dass gerade du, Pusteblume, uns deine Sicht der Dinge und deine Erfahrungen mitteilen kannst. Ich gehe immer noch davon aus, dass jeder Topf seinen Deckel finden kann. Und da tun sich 'die Schönen' vielleicht oft gar nicht leichter als du, die mit sich im Reinen ist, diese Ausstrahlung versendet und dadurch sehr wohl anziehend ist.

    Das soll's gewesen sein, jetzt seid ihr wieder dran.

    Liebe Grüße,
    B ......
    Geändert von kukkuck (06.09.2008 um 14:22 Uhr)

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