Ja, genau das meine ich. Ich kenne einen Mann, der aufgrund eines Motorradunfalls ein Bein verloren hat und mit Prothese sehr sportlich sehr viel aktiver war (Wandern, Skifahren), als viele mit zwei gesunden Beinen - und das bis ins hohe Alter.Zitat von Inaktiver User
Wenn aber jemand aufgrund seiner Behinderung verbittert ist oder nur um sich und seine Krankheit kreist, käme er aus diesem Grund als Partner nicht in Frage.
Gruß,
Malina
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01.09.2008, 13:10
AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert
Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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01.09.2008, 15:46
AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert
Das sieht man demjenigen nicht immer sofort an. Und gerade in einer Singlebörse wird er das kaum sofort sagen.
Zitat von Malina70
Ich war mal kurze Zeit mit einem sehr stark gehbehinderten Mann zusammen. Leider war nicht nur die Fortbewegung schwierig, sonder auch der sonstige Umgang. Er war extrem empfindlich, launisch und egoistisch. War es gewohnt, dass man auf ihn Rücksicht nahm, was er eigentlich nicht wollte, dann aber doch wieder eingefordert hat.
Jeder der ihn kennengelernt hat war begeistert von ihm. Er sagte auch immer, dass er froh wäre überhaupt laufen zu können (saß mal im Rollstuhl). Hinter der Fassade sah es aber doch anders aus.
Ich habe mich mit einem sehr guten Freund beraten (Arzt), der meinte, er habe noch niemanden mit einer solchen Einschränkung kennengelernt, der nicht auf die Dauer sehr empfindlich geworden ist.
Mich hat die ganze Geschichte viel Kraft gekostet. Nicht die Einschränkungen in der Freizeitgestaltung, nicht die Blicke der anderen Leute (nicht zu unterschätzen), nicht die Frage nach der Zukunft. Sondern seine "Art", die wohl auf seine Einschränkung zurückzuführen ist.
Letztlich hat es nicht geklappt, was ich sehr schade fand und woran ich wirklich zu knabbern hatte.
Ich weiß wirklich nicht, ob ich es nochmal machen würde. Ein bisschen Selbstschutz muss schon auch sein.Man sieht und hört nur mit dem Herzen gut.
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01.09.2008, 21:49
AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert
Also,für mich wäre es im Kennenlernprozess mit einem chronisch kranken/"behinderten"/körperlich beeinträchtigten Mann ein Problem, wenn er durch die Krankheit sehr entstellt wäre, vor allem im Gesicht, oder wenn z. B. die sprachliche Verständigung erschwert wäre. Ebenfalls schwierig wäre es mit einem absehbaren chronisch fortschreitenden Krankheitprozess (physisch wie psychisch), da würde ich wohl von Beginn an die Reissleine ziehen. Wichtig wäre, dass mein Partner trotz seiner Beeinträchtigungen aktiv ist, körperlich, soweit möglich, wie geistig, und ohne Verbitterung ist. Lebensfreude und Humor sind mir sehr wichtig.
LG, Katrin
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02.09.2008, 08:00
AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert
Naja, den Gesunden sieht man ihre charakterlichen Mängel ja auch nicht an - zumindest in der Hinsicht hat ein Behinderter keinen Vor- oder Nachteil gegenüber einem nicht Behinderten
Zitat von Felina
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Ich finde es nur wichtig, wenn der Betroffene mit seiner Einschränkung offen umgeht. Und ob jemand gut im Leben steht (mit Job und Hobbies) kann man schon mal im Vorfeld eruieren.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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02.09.2008, 08:42
AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert
Ich denke auch, die Frage, wie ein Behinderter mit seiner Behinderung fertig wird, ist sehr entscheidend für seine Attraktivität bzw. für ein einigermaßen glückliches Leben mit ihm. Man kann schlecht an der Seite eines Menschen glücklich sein, der ständig mit seinem Schicksal hadert. Das gilt übrigens auch für Nichtbehinderte. Natürlich haben es die Behinderten dabei wesentlich schwerer, denn sie werden tagtäglich mit ihren Einschränkungen konfrontiert. Es darf schon als erfolgreiche Lebensbewältigung gesehen werden, wenn ein Behinderter trotz seiner Behinderung nicht verbittert oder nur noch darauf fixiert ist. Aber es ist keineswegs selbstverständlich.
Wir sollten übrigens nicht vergessen, dass viele von uns im Alter irgendwelche Einschränkungen unserer körperlichen oder geistigen Fitness hinnehmen müssen, die unsere Lebensqualität empfindlich beeinträchtigen können. Das ist der Hintergrund dessen, das alte Menschen oft übermäßig über ihre fehlende Gesundheit klagen.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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02.09.2008, 23:48
AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert
Ich danke für Einstellungen.
Nachdem ich bei meiner Freundin die sofortige Abkehr von dem Parkinson-Mann mitbekommen habe, kam ich ins grübeln, ob diese Reaktion nicht sehr hart war. Sie wollte sich bei dieser Zukunftsperspektive einfach gar nicht einlassen. Dabei kam er aus einer Single-Börse und es war ein erstes Treffen. Also, wie ich auch, sind wir beide bisher zwar mit Sympathie auf sie zugegangen aber es bestand/besteht noch keine Verliebtheit.
Noch mal zu meiner Bekanntschaft: er geht am Stock, man sieht die Spuren in einer Gesichtshälfte, kann seinen Beruf nicht mehr ausüben (was macht er also den Tag über? Ich weiß es-noch- nicht). Ich bin ein visueller Mensch, gehe gerne wandern, Rad fahren .....
Aber mir ist noch etwas anderes gekommen, durch deinen Schlusssatz, Latonia.
Wir sollten übrigens nicht vergessen, dass viele von uns im Alter irgendwelche Einschränkungen unserer körperlichen oder geistigen Fitness hinnehmen müssen, die unsere Lebensqualität empfindlich beeinträchtigen können.
Wir sind natürlich ab einem gewissen Alter (ich bin 54) immer mehr mit diesem Thema konfrontiert.
- beim meinem Wanderurlaub bilden sich neuerdings 2 Gruppen, ... die Frauen machen in Kultur und Almenwanderungen über 4 -6 Stunden. Die Männer sind mit den wenigen fitten Damen (ich halte teilweise noch mit) und mit dem Nachwuchs im 'Leistungs-Camp'. Die Gespräche um Knie, Hüfte, Rücken werden mehr.
- mein Ex hatte Bluthochdruck und viel Stress. Er fiel alle 2 bis 3 Tage fast vollkommen aus, schlief stundenlang am Tag, war wie gelähmt (wohl auch psychisch). Zudem wirkten sich seine Beta-Blocker leider auch auf sein Lustempfinden aus.
- ein netter Mann in meinem Umfeld ist meines Erachtens fast sozial behindert. Ich arbeite weiß Gott auch viel und gerne. Aber er kann über nichts anderes als über seinen Job reden. Privat gibt's nicht, ein Urlaub, mal eine Woche am Stück schafft er nicht ohne ständigen Kontakt zum Büro oder Urlaubsunterbrechung. Womit will er die gewünschte neue Partnerin 'beglücken', wenn von ihm ansonsten nicht mehr viel übrig ist.
Gut, das geht scheinbar ein Stück vom Thema weg. Aber es sind auch Einschränkungen, die ein Partner mittragen muss. Meist sieht man diese aber auch erst nach einiger Zeit, wie man Alkoholismus erst 'aufdeckt'.
Für mich ist aber der Punkt, dass ich schon 'im Zwist' bin, einen Mann mit einer 'Einschränkung' als Partner in Betracht zu ziehen. Wenn da ein Knall ist, werde ich mich sicher doppelt und dreifach damit auseinander setzen.
Danke für mehr Erfahrungen und Meinungen !
LG B ....Geändert von kukkuck (03.09.2008 um 01:13 Uhr)
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03.09.2008, 10:08Inaktiver User
AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert
Das schon - aber man muß solche Themen nicht noch "ohne Not" in sein Leben holen. Weil man meint, es "gehöre sich nicht", einen Behinderten "auszusortieren".
Zitat von kukkuck
Wenn einem die Nase, das Lachen, die Art ... eines SB-Mannes nicht gefällt, trifft man ihn nicht wieder.
Warum soll man es nicht genauso handeln, wenn die Gesundheitsumstände und das, was damit verbunden ist (Rentner) nicht kompatibel scheinen ?
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03.09.2008, 11:01
AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert
Dem schließe ich mich an. Darüber hinaus finde ich in Deinen postings,kukkuck, keinen rechten Hinweis, dass Dir der Mann mehr als sympathisch ist. Und letztlich zählt für mich die Gesamtbilanz. Wenn der Mann mich so sehr fasziniert, dass seine körperliche Beeinträchtigung dahinter zurücktritt, wäre ich wohl bereit, mich näher auf ihn einzulassen. Aber wenn er mir nicht mehr als sympathisch ist, würde ich es lassen.
Zitat von Inaktiver User
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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03.09.2008, 14:53Inaktiver User
AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert
@Kukkuck,
Zitat von Malina70
ich habe sogar den Eindruck, daß Du meinst, mit 54 nehmen zu müssen, was da kommt.
Liege ich damit richtig ?
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03.09.2008, 16:37
AW: Ganz schwierige Frage: er ist behindert
Meine Lieben,
ich kann das scheinbar nicht wirklich vermitteln. Ich weiß schon was ich will und nicht. Und wenn ich mich in einen Mann verliebe, der ein Problem hat, werde ich nicht kneifen, wäre ja blöd. Zumindest was dann die Emotionen angeht.
Ich habe euch von dem gedanklichen Auslöser, der Einstellung meiner Freundin berichtet. Ich war daraufhin über die coolheit perplex und machte mir Gedanken. Daraufhin kam meine Frage an euch.
Das ich nun auch konfrontiert wurde, kommt hinzu. Ich bin gefühlsmäßig überhaupt nicht engagiert. Aber was passiert, wenn man merkt, man KÖNNTE SICH VERLIEBEN ?
ABBLOGGEN weil er einen 'Defekt' hat oder sich einlassen und sich vielleicht ne Menge neuer Aufgaben oder Beschränkungen einhandeln. Ist diese Frage so abstrus oder nicht existent?
Zu meinen 54 Jährchen: ich bin gut drauf, hab meine alte Kiste soweit abgehandelt, wenn sie mir ab und zu auch noch im Nacken sitzt. Aber das gehört sicher dazu. Ich möchte aber endlich mal den Partner, mit dem ich meine gewünschte Perspektive umsetzen kann. Und da blitzt das Thema 'kann, soll ich einen Kompromiss eingehen' schon mal durch. Mit dem 'Alter' sieht man mehr, auch die Töne zwischen schwarz und weiss. Meine letzte lange Beziehung hat sich immer weiter entwickelt, obwohl es auch nicht 'eine große Liebe' war. Man geht natürlich das Risiko ein, dass einen dieser Punkt irgendwann zum Stolperstein wird. Aber das kann nach grandiosem Start ja genauso umgekehrt passieren, weil man Vieles deswegen erstmal außer Acht gelassen hat, oder ?
.... sorry, ich schweife ab ....
Das Thema 'Behinderung' (oder wie auch immer) stellt sich derzeit für mich nicht. Aber darüber nachdenken sollte man vielleicht trotzdem mal. Deshalb hab ich's ja zur Diskussion gestellt.Geändert von kukkuck (03.09.2008 um 16:46 Uhr)


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