Was ich kaum noch hören kann, ist:
Die alten Rollenbilder taugen nicht mehr und wir haben noch keine neuen.
- Und das auch noch verquickt mit latenter Individualunzufriedenheit. Und das dann noch von Männern ohne Kinder. Was haben die eigentlich für ein Problem?
Wer hindert uns denn daran, Neues auszuprobieren?
Klar taugt nicht jeder zum Pionier. Aber schaut man sich mal um, braucht man die noch nicht mal mehr.
Die Anforderungen werden höher, ja. Ob man sich allen stellen muss und will und die so annimmt wie sie scheinbar sind - das ist für mich die einzig relevante Frage - und zwar auf der Individualebene. Und nicht, ob es schon die kritische Masse an Neurollenbilder-Männer-und-Frauen gibt, die für einen gesellschaftlichen Umschwung nötig sind.
Vielleicht sollte man sich eher von der Idee lösen, dass es irgendwann DIE neuen Rollenbilder geben wird - in zig Generationen - die dann in der Breite gut funktionieren" - "besser jedenfalls als heute". Das halte ich für eine Illusion in die völlig falsche Richtung: Die Lebensformen und somit die "Rollenbilder" werden nicht uniformer werden, sie werden sich eher weiter individualisieren.
Auch auf der Ebene ist in Zukunft mehr Selbstverantwortung gefragt. Wer das nicht vereinbaren kann mit irgendeinem Modell wo auch Kinder bei rauskommen, der stirbt halt aus.
Die Klage in Richtung fehlender neuer Rollenbilder ist obsolet.
- Die Rahmenbedingungen werden sich sukzessive verändern (müssen), die werden sich den veränderten Lebensformen anpassen. Aber auch das wird nichts mehr für die "breite Masse" sein.
Naja, vielleicht für die breite Masse der Alleinerziehenden.
Gibt's eigentlich Männer, die sich von einer Frau ein Kind austragen lassen, um es dann als Alleinerziehender zu übernehmen?
Nur mal so eine angedachte Idee.
Was neben sinkenden Realeinkommen auch Realität bleiben wird:
a) Nur ein Teil der Menschheit bekommt die Kinder. Mütter sind und bleiben die Frauen.
b) Kinder wollen nicht nur betreut, sondern auch Lebenstaugliches vorgelebt bekommen.
Alles andere steht uns frei.
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23.07.2008, 10:40Inaktiver User
AW: Der neue Geschlechterkrieg...
Geändert von Inaktiver User (23.07.2008 um 10:47 Uhr)
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23.07.2008, 10:41Inaktiver User
AW: Der neue Geschlechterkrieg...
Kannst auch froh sein, in so einem normalen Umfeld zu sein.
Zitat von meikeline
Scheinen allesamt Leute zu sein, die mehr oder weniger a)
unbeeindruckt vom Zeitgeist ihr Ding machen weil sie schlichtweg
wissen daß und wie es funktioniert und b) nicht einfach jedes
"Rollenbild" übernehmen, was grad aktuell ist.
Ich frage mich, ob die Zahl derjenigen, die "früher" lebten und
"unglücklich" waren höher war als die Zahl derjenigen "heute".
Mir scheint Letzeres der Fall.
Naja und die Rollenbilder. Manchmal kommt es mir so vor, als
ob Wenige laut schreien und Lärm machen, dann wird das ganze
diffuse Gemenge aufgegriffen und verselbständigt sich, die
Medien greifen alles auf und forcieren. Ist ja schön und gut, daß
"was" anders werden soll, nur wenn keiner das praktikable "wie"
benennen kann - was soll das?
Ich weiß noch, wie verächtlich auf die Mehrgenerationen-Haushalte
herabgesehen wurde. Das war prinzipiell alles Scheiße. Freiheit
und jedem sein persönlicher Spaßfreiraum und die Entdeckung
aller Pseudomöglichkeiten waren angesagt. Nur hat z.b. das
"früher" außerordentlich gut funktioniert, jeder hatte Aufgaben,
hat sie zumeist ordentlich und gerne erfüllt.
Wenn sich dieser ganze Spuk beruhigt hat, werden wohl viele
da stehen, konsterniert blinzeln und sich fragen:
"Was war das jetzt eigentlich?"
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23.07.2008, 10:45
AW: Der neue Geschlechterkrieg...
Tja, Matze133,
ob die Menschheit ausstirbt oder nicht, ist weniger eine Frage der Emanzipation als der Evolution
Tatsache ist, dass sich viele Männer UND Frauen in ihren neuen Rollenbildern noch nicht wirklich gefunden haben.
Im Sinne von sich damit identifizieren können und damit glücklich und zufrieden leben.
Wie sollte das auch gehen? Jahrhundertelang wurden die Rollen so gelebt wie vorgelebt. (In vorwiegend ländlichen Gegenden rund um den Globus ist das bis heute so.)
Das kann man eben nicht mal eben so innerhalb von ein paar Jahrzehnten wegwischen. Emanzipation hin oder her. Es geht nicht nur um Gleichberechtigung.
Es ist auch eine Frage der persönlichen Mentalität und nicht nur ausschließlich lifestyle, wie es ja heute heißt.
Es ist eine Frage des Einkommens, des familiären Hintergrunds, der Vorbilder, der Bildung bzw. der Ausbildung etc.
Und da gilt eben für jeden etwas anderes.
Solange von unserer Gesellschaft das "herkömmliche Modell" Vati geht arbeiten und Mutti bleibt zuhaus hochgelobt und auch noch gefördert wird, sehe ich uns noch Lichtjahre von einem ECHTEN Fortschritt in Sachen neuer Rollendefinition beider Geschlechter entfernt!
Gruß
EchtefuffzigWer die Welt verändern will, sollte bei sich selbst anfangen!
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23.07.2008, 10:59
AW: Der neue Geschlechterkrieg...
Zitat von LorenzM
Eben, und diese Reihenhaus-2 Kinder-Mentalität-Idylle gibts schon längst nicht mehr. Das reale Leben erfordert, dass zwei Erwachsene arbeiten gehen, wenn man in seinem Leben noch etwas erreichen will. Mit zwei Kindern und evtl. noch Sandwich-Generation,......Stress pur, oder??? Zeit für Sex? Nada!!!
Und dabei noch eine Beziehung pflegen in der überzogene Erwartungshaltungen an Mann/Frau oft zum Ende führen, da Menschen halt nunmal nicht immer perfekt funktionieren.
Stell ich mir alles super vor.
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23.07.2008, 11:44Inaktiver User
AW: Der neue Geschlechterkrieg...
Was erreichen? Viel Urlaub? Titel? Massig Kohle?Eben, und diese Reihenhaus-2 Kinder-Mentalität-Idylle gibts schon längst nicht mehr. Das reale Leben erfordert, dass zwei Erwachsene arbeiten gehen, wenn man in seinem Leben noch etwas erreichen will.
Das reale Leben erfordert nicht, zu zweit zu schuften,
sondern es erfordert zu sehen ob man das durch`s schuften
zu erzielende überhaupt braucht. Schreibst du ja selber.
Wo soll da der Streß sein? Anstregend ja, aber Streß?Mit zwei Kindern und evtl. noch Sandwich-Generation,......Stress pur, oder??? Zeit für Sex? Nada!!!
Streß mag durchaus sein "wenn man in seinem Leben noch etwas
erreichen will". Und naja, Sex...es ist nicht so, daß man
Kinder auf den Buckel geschnallt hat. Man muß sie auch nicht
rund um die Uhr bespaßen - die können auch untereinander
lustig sein, ich glaub man nennt das spielen oder so.
Zeit für Sex bleibt durchaus auch, man muß sich nur davon
frei machen, einen Zeitplaner zu bemühen.
Frag mal deine Eltern, ob die ihr Leben durch ihr Kind
als so belastet empfanden.
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23.07.2008, 11:45
AW: Der neue Geschlechterkrieg...
Schrieb ja, dass es mit meinem Weg so wäre...
Zitat von Echtefuffzig
Genau.Tatsache ist, dass sich viele Männer UND Frauen in ihren neuen Rollenbildern noch nicht wirklich gefunden haben.
Im Sinne von sich damit identifizieren können und damit glücklich und zufrieden leben.
Und solange "Hausmütterchen" von ihren Freundinnen süffisant belächelt werden und hinter ihrem Rücken über ihr "verstaubtes" Leben gelästert wird, glaube ich nicht daran, dass jeder nach seiner Fasson glücklich werden darf/kann. Nicht jeder steht drüber.
Nur in ländlichen Gegenden?Wie sollte das auch gehen? Jahrhundertelang wurden die Rollen so gelebt wie vorgelebt. (In vorwiegend ländlichen Gegenden rund um den Globus ist das bis heute so.)
Eben.Das kann man eben nicht mal eben so innerhalb von ein paar Jahrzehnten wegwischen. Emanzipation hin oder her. Es geht nicht nur um Gleichberechtigung.
Es ist auch eine Frage der persönlichen Mentalität und nicht nur ausschließlich lifestyle, wie es ja heute heißt.
Ich sehe da einen gewissen Widerspruch.Es ist eine Frage des Einkommens, des familiären Hintergrunds, der Vorbilder, der Bildung bzw. der Ausbildung etc.
Und da gilt eben für jeden etwas anderes.
Solange von unserer Gesellschaft das "herkömmliche Modell" Vati geht arbeiten und Mutti bleibt zuhaus hochgelobt und auch noch gefördert wird, sehe ich uns noch Lichtjahre von einem ECHTEN Fortschritt in Sachen neuer Rollendefinition beider Geschlechter entfernt!
Gruß
Echtefuffzig
Warum ist das "herkömmliche Modell" generell so schlecht, dass es abgeschafft werden muss. Sagst du nicht noch weiter oben, dass es jeder so halten soll wie er es richtig findet?
Wo es hochgelobt und gefördert wird... kann ich auch nicht erkennen. Meinst du die Aussagen der Einzelperson Eva Herrmann?
Gruß
Matthias
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23.07.2008, 11:48
AW: Der neue Geschlechterkrieg...
Kommt m.E. darauf an, wie man "leben kann" definiert.
Zitat von LorenzM
Ski- und Sommerurlaub ist nicht mehr drin, alle fünf Jahre ein neues Auto, Küchen- Wohn- und Kinderzimmereinrichtung auch nicht mehr.
Und das scheint ja zum "leben können" zwingend dazu zu gehören...
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23.07.2008, 12:20Inaktiver User
AW: Der neue Geschlechterkrieg...
Solange es genügend Familien gibt, die ergänzendes ALG II erhalten, weil nur einer verdient, der aber einen Vollzeitjob hat, kann man da wohl kaum von überzogenen Ansprüchen sprechen.
Zitat von Matze133
Es sind auch nicht nur Luxusgüter, die Geld kosten. Was richtig viel Geld kostet und das wird mit Sicherheit nicht weniger, sondern mehr, ist Kindern eine vernünftige Bildung zukommen zu lassen.
Wieviele von den Postenden haben hier eigentlich Kinder und wieviele davon keinen akademischen Schulabschluss? Zu glauben, Eltern seien auf zwei Einkommen angewiesen, damit sie ausschweifende Konsumwünsche erfüllen wollen, klingen m.E. sehr vom akademischen Elfenbeinturm herab und haben mit der Realität vieler Familien, in denen die Eltern nicht die Superduper-Jobs haben, wenig zu tun.
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23.07.2008, 12:46
AW: Der neue Geschlechterkrieg...
"Wer hindert uns denn daran, Neues auszuprobieren?" - da mache ich als Schuldigen tatsächlich das Rollen-Chaos aus. Ich gebe Dir sofort recht, dass das auf der Indiviualebene völlig anders aussieht: Ich persönlich habe immer schon meine Nische gefunden und sitze auch jetzt gerade in einer sehr bequemen. Aber seit Ulrich Beck Gesellschaftsanalyse und Gegenwartsdeutung zum Breitensport gemacht hat, nehme ich an den rein akademischen Turnübungen gerne teil, auch, wenn das gar keinen konkreten Anhaltspunkt in meinem Leben hat.
Zitat von Inaktiver User
Die offensichtliche Lösung für das gar nicht existente Problem ist eben so leicht wie möglich in unserer Gesellschaftsform: Mach's halt anders. Dass sich das mittelfristig in der Breite gesehen totpluralisiert, mag ich allerdings nicht glauben. Die Rahmenbedingungen sind träge und Leitbilder sind beliebt und notwendig. Pimp my life bleibt Aufgabe der Einzelnen. Aber nur, weil das generell schon möglich ist, die Diskussion einstellen?
Das Rollen-Chaos äußert sich momentan einseitig als Anspruchs-Chaos. Im Eingangsthread hieß es "Frauen jammern: 'Warum findet eine so tolle Frau wie ich keinen Mann? Alles nur Weicheier...' Männer schimpfen über zu anspruchsvolle Zicken, die selbst oft nichts bieten haben, zumindest nicht mal annähernd das, was sie selbst erwarten." Batman bekommt soziales Engagement, Beruf, cool- und toughness locker unter einen Hut, ist aber leider stockschwul. Alle anderen strampeln sich eher ab. Ändert diese Realitätswahrnehmung etwas an den Ansprüchen? Nein.
"Rolle" hat nicht nur etwas mit Ansprüchen zu tun, sondern auch mit Privilegien. Jetzt spielt ist es völlig egal, ob eine "neue Rolle" gesellschaftlich breit anerkannt und definiert ist - es bleibt ja eh Aufgabe der Individuen, das en Detail auszuhandeln - aber die neueren, meinetwegen selbstdefinierten Rollenentwürfe trampeln auf der Stelle, weil die Rahmenbedingungen nicht hinterherkommen.
Da Du es selbst angesprochen hast, nehme ich das Beispiel mit den Trennungskindern auf: Solange im Konfliktfall die Kinder gerichtlich pauschal den Müttern zugesprochen werden, wird sich wenig ändern. Weder bildet das die 50/50-Doktrin ab, noch bietet das einen vernünftigen Anreiz für stabile Partnerschaften, und schon gar nicht nötigt das zu einvernehmlichen Trennungen. Aus Männerperspektive sieht das dann schnell mal so aus, dass die Kinder weg sind (und wenn man an eine Irre gerät auch noch dauerhaft), und der zu zahlende Unterhalt für die Frau (nicht! die Kinder, für die man selbstverständlich auch finanzielle Verantwortung trägt!) dem vorher gemeinsam gewählten Lebensmodell überhaupt nicht entspricht. Da ist die Klage über fehlende neue Rollenbilder dann alles andere als obsolet.
LG, BMNever trust the smiling cat
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23.07.2008, 12:50
AW: Der neue Geschlechterkrieg...
Zitat von Vinissima
Jaja, mehr muss man nicht schreiben, um klar zu machen, warum es SO nie funktionieren kann.....



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