Das sehe ich ganz genauso.Zitat von Golddrops
Solche Metaphern wie die mit Albert Camus hätte ich vor einigen Jahren auch noch zustimmend beurteilt.
Ich habe längst aufgehört, meine eigenen inhaltlichen Vorstellungen von Allgemeinbildung auf andere anzuwenden und das bekommt mir ausgesprochen gut, denn so habe ich selbst einiges dazugelernt.
Da die Diskussion hier stark akademikertumlastig ist , fragte ich mich gerade, wieso hier die Frage diskutiert wird, ob es richtig ist, wie die Statistik die Korrelation zwischen Bildungsgradgefälle und Geschlechtsabhängigkeit postuliert. Das ist eine Statistik, deren einziger Nutzen es ist, gelesen und wieder vergessen zu werden, und das wäre auch besser so, denn sonst werden sich geschäftstüchtige Plattformbetreiber diverse Sinnlosigkeiten einfallen lassen, um die grafische Oberfläche der Singebörsen auf akademische Frauen und deren angebliche Präferenzen abzustimmen und das finde ich schon vorstellungshalber entsetzlich langweilig.
Ein anderer Eindruck, den ich gewann, war, dass es innerhalb der Akademiker eine deutlich größere Standardabweichung im Allgemeinbildungsbereich gibt als innerhalb der Herrschaften unterhalb der Mittleren Reife. Ich habe viele Akademiker kennengelernt, die kein Buch anfassen, reiztechnisch auf ihren Fernseher angewiesen sind, sich weder für Kunst noch für irgendwas anderes interessierten. Aber ich habe nur extrem wenige Nichtakademiker getroffen, die ihrerseits mit Camus oder Heidegger etwas anfangen konnten.
Die klarste statistische Bestandsaufnahme der Gegebenheiten bringt mir aber nichts, solange jedem selbst nicht klar ist, wie die eigenen inneren Prioritäten eigentlich gewichtet und verteilt sind, deswegen lese ich fast nie Statistiken, sondern lieber Dossiers.
Beim Lesen des Artikels im Spiegel online fiel mir auf, dass ich selbst auch in einem ähnlichen Entwicklungsprozess gesteckt habe.
Anfangs "klickte" ich auch Männer mit Kindern weg, weil ich selbst nicht sonderlich kinderaffin bin und hier Probleme witterte. Nach einigen Monaten wurde mir klar, dass einem beruflich konsolidierten gutaussehenden Mittvierziger, der keine Beziehung länger als drei Jahre durchhielt und nie Kinder wollte, ethisch und sozialkompentent weit weniger zu trauen ist als einem, der nach 14 Jahren Ehe mit einer pupertierenden Tochter dasteht und einen Neuanfang sucht.
Wenn es statt der Zahlenfischerei mit Bildungsgradienten mal vernünftige Studien über die Verteilung und Ausrichtung der Beziehungs(un)fähigkeit sowie deren Gründe der typischen Singlebörsianer gäbe, fände ich das weit brauchbarer.
Denn mir persönlich hat die konzertierte Jagd auf denjenigen Partner, der mit meinen Interessen, meinem Kommunikationsstil und meinem Werteuniversum etwas anfangen kann, eindeutig auch ein paar Wunden eingebracht, die ich mir jetzt, nach Abgleichen der Erfahrungen, hätte sparen können.
Und noch eine unliebsame Erfahrung machte ich (nur teilweise persönlich, ich bin ja nicht promiskuitiv) : Männer, denen es an sexueller Genussfähigkeit, Lockerheit und Aufgeschlossenheit mangelt, sind unter Akademikern häufiger anzutreffen (PEACE). Ich habe keine wirkliche Erklärung dafür, die näherer Überlegung standhielte. Vielleicht fällt ja jemandem etwas dazu ein.
Heute suche ich immer noch den typischen Akademiker, aber ich achte primär auf ganz andere Charakertistika als früher. Es geht doch nichts über eine poetische Rezitation aus der "Pest", nachdem man genüsslich und lässig guten Sex hatte.![]()
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14.07.2008, 17:36Inaktiver User
AW: Warum es in den Singlebörsen nicht klappt...
Geändert von Inaktiver User (14.07.2008 um 20:16 Uhr) Grund: Tippfehler, wie üblich
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14.07.2008, 18:47Inaktiver User
AW: Warum es in den Singlebörsen nicht klappt...
das ist aber lieb,danke!
Zitat von fritte007
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14.07.2008, 18:53
AW: Warum es in den Singlebörsen nicht klappt...
Eine Erfahrung, die ich nicht gemacht habe.
Zitat von Inaktiver User
Es gibt viele schwachsinnige Studien, die gern einen Zusammenhang zwischen Intelligenz, Bildungsgrad und Libido/sexueller Genussfähigkeit feststellen wollen - und es letztlich auch tun:
Je höher der IQ eines Menschen, desto schwächer seine Libido.
Richtig ist:
Je höher die Auffassungsgabe eines Menschen ist, desto interessierter, aufgeschlossener und neugieriger erkundet er seine Umwelt, desto größer ist in der Regel sein Themenspektrum und Erlebnisradius. Sex ist also nur eine Faszination unter vielen, der Fortpflanzungstrieb lediglich ein Trieb unter anderen.
Ich habe wirkliche Sinnlichkeit, die Fähigkeit, Dinge sinnesübergreifend erfahren zu können und zu wollen, den sensiblen Sinn für Versinnlichung, das unbedingte Erkundenwollen von Beschaffenheiten und Realitäten jenseits von Norm und Erwartungsvorgabe bisher ausschließlich bei Menschen angetroffen, die geistig höchst flexibel waren.
Intelligenz ist Voraussetzung, allerdings niemals Garantie.
Sinnlichkeit ist zu komplex, um sich anhand von Studien, Zusammenfassungen und Fallbeispielen messbar zu zeigen.
Ich erinnere mich gerade an ein Date mit Professor Dr. Müller, der mich zum Abschied mit der Leidenschaft eines Stockfisches küsste und tatsächlich hinterher von akademischer Hemmung sprach.
Später schrieb ich ich ihm viele, vor Sinnlichkeit und poetischer Tiefenerotik nur so strotzende, Mails, weil es mich so brennend interessierte, womit dieser Mensch aus der Reserve zu locken sei.
Was ich auch anstellte - er antworte stets wiefolgt:
.....mmmhhhh......köstlich.......wirklich.......Si e machen mich ganz verrückt.....mmmmhhhhh...würde Sie wirklich gern mal in High Heels sehen....mmmhhhh.....
Wir bedienten uns gern der Siez-Erotik, die uns vorgaukelte, es gäbe da eine überbrückbare Distanz zwischen uns.
Gab es aber nicht.
Von seinen Fetischphantasien wollte der Dr. auch nicht abrücken.
Erfolg macht bloß dann sexy, wenn er die Folge einer Sinnesleistung ist, finde ich. Und auch nur dann, wenn der Erfolghabende wirklich erfolgreich ist, wenn sein Erfolg kein übervortylender Zustand, sondern die Stufe eines fortlaufenden Entwicklungsprozesses ist.
Mein Dr. war einfach ein wenig abgestumpft und seelisch zugemüllt. Das ließ ihn in geistiger Trägheit verharren und vertrocknete seine Sinne.
Wer weiß, vielleicht wäre Sex mit Schuhen sein Dornröschenkuss gewesen.
Ich persönlich habe jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass intelligente Männer in der Lage und meist auch willens sind, den Erosfaktor zu leben und aus einem weiten Sinnesspektrum zu schöpfen.
Plattbautencharmeure und erotische Flatliner, denen der Sinn nach einem Dorfdeppennümmerchen stand, bewegten sich auf geistigem Subniveau.1.) Der Unter zwischen einem Schied liegt immer oberhalb.
2.) Das Brot lebt nicht vom Mehl allein.
9.) Iss einen Keks.
Ein Buch ist wie ein Spiegel: Wenn ein Affe hineinschaut, kann kein Apostel herausblicken.
(Georg Christoph Lichtenberg)
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14.07.2008, 18:54Inaktiver User
AW: Warum es in den Singlebörsen nicht klappt...
schön geschrieben...
Zitat von Inaktiver User
und was mir noch besonders gut gefallen hat:
sag ich doch...stocksteif sind da viele.Und noch eine unliebsame Erfahrung machte ich (nur teilweise persönlich, ich bin ja nicht promiskuitiv) : Männer, denen es an sexueller Genussfähigkeit, Lockerheit und Aufgeschlossenheit mangelt, sind unter Akademikern häufiger anzutreffen (PEACE). Ich habe keine wirkliche Erklärung dafür, die näherer Überlegung standhielte. Vielleicht fällt ja jemandem etwas dazu ein.
spontanität?
fehlanzeige...aber nicht nur im sexuellen bereich.
meine erklärung wäre,es sind halt theoretiker.
lg lottchen
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14.07.2008, 20:58
AW: Warum es in den Singlebörsen nicht klappt...
Genau so ist das
Zitat von fritte007
Spezial
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14.07.2008, 20:58Inaktiver User
AW: Warum es in den Singlebörsen nicht klappt...
Gehe absolut mit dir konform. Im Kopf, instinktiv. Wunschdenken meinerseits? Denn eigentlich sagt mein Erleben, meine Beobachtung anderes. Die von dir am Beispiel der Auffassungsgabe beschriebene Art, die Umwelt auf sich wirken zu lassen, ist immer ein Kontinuum. Innerhalb eines individuellen Bereiches des Erlebens und des entsprechenden inneren Wertens dessen, was geschieht, hat jeder Mensch einen Automatismus, der alles mit eigenem Erlebten vergleicht, Assoziationen hervorruft, Lösungsstrategien vorschlägt, Absichten abruft, mit archetypischen Mustern konfrontiert wird. Das geschieht unbewusst und ist insofern enorm abhängig vom Individuum. Nur so ist erklärbar, dass ein hochintelligenter Mensch, der über alljene Qualitäten der Neugier, des Interesses und der Aufmerksamkeit verfügt, dennoch Sklave seiner anerzogenen Verhaltensmuster ist. Und das in einem Masse, das in keinem gefühlten Verhältnis zu seinen scheinbaren Möglichkeiten, die Welt zu erfahren, steht. Hier bewahrheitet sich das
Zitat von Golddrops
denn ein Mensch, der in hohem Masse fähig und auch willens ist, das Leben in allen Facetten aufzunehmen und auf sich wirken zu lassen, scheitert an der Hürde, die keine ist: er ist unfähig, die Schönheit des Lebens in den letzten Winkel einzulassen, seine Genussfähigkeit auf seinen Körper zu tragen, ein Lustempfinden zuzulassen und freizusprechen von den Insuffizienzen, mit denen seine Erziehung die Sexualität belegt hat. Ich rede von meinem Doktor.. Wir duzten uns , wir liebten uns, wir hatten eine geistige Schnittmenge, wir sahen Dinge, von denen wir behaupteten, dass sie kein anderer sieht. Dieser Mann war der erste und letzte Liebeskummer meines Lebens. Wir scheiterten im Bett und ich könnte ihn heute noch dafür in seinen promovierten Hintern treten, dass es ihm nicht gelang, Sex einfach Sex sein zu lassen.Intelligenz ist Voraussetzung, allerdings niemals Garantie.
Sinnlichkeit ist zu komplex,
"shocking, my dear" hätte er ausgerufen. Ich schrieb ihm später nichts. Ich schrieb eine pornografische Kurzgeschichte mit einem Germanisten, den ich in derselben Singlebörse kennengelernt hatte und delektierte mich an der Gewissheit, dass ich den Doktor damit hätte umbringen können wie mit dem tödlichen Witz von Monty Pythons oder dem Gedicht aus Lullaby.Später schrieb ich ich ihm viele, vor Sinnlichkeit und poetischer Tiefenerotik nur so strotzende, Mails, weil es mich so brennend interessierte, womit dieser Mensch aus der Reserve zu locken sei.
WerEr hätte keinen hochgekriegt. Und meine Trekkingsandalen stehen übrigens noch immer bei ihm.weiß, vielleicht wäre Sex mit Schuhen sein Dornröschenkuss gewesen.
ich denke, dass Faktoren wie anerzogene Werte Essentielles wie Intellekt, Auffassungsgabe und Sinnlichkeit derart überdecken können, dass aus dem Kontinuum Intelligenz ein Linienspektrum werden kann. Wenn das Kind unter der Prämisse aufgezogen wird, dass eine Frau per se keinen Spass an Sex hat, wird er jede Frau, die in seinem Bett laut stöhnt, für eine Nutte halten und selbst wenn seine rationale Gehirnhemisphäre kundtut, dass das kompletter Käse ist, wird seine rechte ihn erfolgreich davon abhalten, davon zu abstrahieren. Das menschliche Gehirn wehrt sich gegen jede Deformierung einer gefestigten Persönlichkeitsstruktur. Wir versuchen das ständig, denn Carnegie und Murphy sowie deren Verleger reden es uns ein. Davon leben ganze Buchhandlungen und therapeutische Folterwerkstätten. Der Dorktor ist immer noch Single, ich auch. Aber ich hatte wenigstens mal wieder Sex seitdem. Gott sei Dank.Ich persönlich habe jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass intelligente Männer in der Lage und meist auch willens sind, den Erosfaktor zu leben und aus einem weiten Sinnesspektrum zu schöpfen.Geändert von Inaktiver User (14.07.2008 um 21:10 Uhr)
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14.07.2008, 21:04
AW: Warum es in den Singlebörsen nicht klappt...
Den Eindruck muss ich bestätigen
Zitat von Inaktiver User
.. und erkläre mir das Phänomen damit, dass viele Akademiker nur da stehen wo sie heute sind weil sie ziemlich viel Disziplin über einen längeren Zeitraum an den Tag legen mussten. Das kann der Genussfähigkeit dann doch deutlich entgegen stehen. Manchmal scheint es, als seien sie in einer eigenen Welt gefangen.
Öhm, ehrlich gesagt pfeife ich auf Poesie wenn sich der Mann meines Herzens mit mir gemeinsam an den ganz simplen Genüssen des Lebens gütlich tun kannHeute suche ich immer noch den typischen Akademiker, aber ich achte primär auf ganz andere Charakertistika als früher. Es geht doch nichts über eine poetische Rezitation aus der "Pest", nachdem man genüsslich und lässig guten Sex hatte.
SpezialGeändert von SpezialEdition (14.07.2008 um 21:33 Uhr)
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14.07.2008, 21:15Inaktiver User
AW: Warum es in den Singlebörsen nicht klappt...
Da könntest du im Einzelfall Recht haben. Mit einer stark verkopften Denkstruktur kann es einem Menschen schwer fallen, Impulsen nachzugeben, die die Ratio nicht "freigegeben" hat.
Zitat von Inaktiver User
@SpezialEdition
Hallo Späschelchen, lange nicht gelesen!
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14.07.2008, 21:32
AW: Warum es in den Singlebörsen nicht klappt...
Obs nur daran liegt? Na.. ich weiss nicht. Ich bin auch verkopft .. öhm.. manchmal
Zitat von Inaktiver User
aber geniessen kann ich
und.. ja .. aber jetzt suche ich Euch wieder heim
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14.07.2008, 21:33
AW: Warum es in den Singlebörsen nicht klappt...
Ich muss schon gestehen, ich finde die Frage, ob akademische Männer es sexuell bringen wesentlich interessanter als das ursprüngliche Thema des Threads.
LG
sfumatoNone of the really important decisions are ever easy. And they can never be completely right, because there is always a point of view from which they are wrong.


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