Hallo,
ich habe mich gerade gefragt, wie relevant heute Individualität auf der Patnersuche ist, im Vergleich zu 1958, also vor 50 Jahren?
Zum einen möchte jeder etwas "besonderes" außergewöhnliches sein, aber zum anderen müssen wir doch ganz besonders auf der Partnersuche als Single ganz bestimmten gesellschaftlichen Vorstellungen und Normen entsprechen (richtiger Beruf, Einkommen, gesellschaftlicher Stand).
Was sagt ihr dazu? Ist Individualität heute "gefragter" als vor 50 Jahren?
angieb![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 84
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28.03.2008, 16:40
Wie wichtig ist Individualität??!
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28.03.2008, 16:54Inaktiver User
AW: Wie wichtig ist Individualität??!
ja, müssen wir das
Zitat von angieb.
ich war noch nie angepasst in meinem leben....
zumindest in dieser angelegenheit....
bin ich immer super mit gefahren......
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28.03.2008, 17:02
AW: Wie wichtig ist Individualität??!
Ich denke auch, die Menschen werden immer individueller (was Beziehungen so oft auch schwieriger macht, wenn man nicht gleichzeitig auch sehr tolerant ist).
Und ich wollte zwar nie etwas "Besonderes" oder "Außergewöhnliches" sein, ich wollte nur - so weit es geht - ICH sein.
Und mir konnten Männer (und Frauen), denen irgendwelche "gesellschaftliche Normen" wichtig waren, gestohlen bleiben.
Ich bestreite aber nicht, dass es solche gibt, nur werden sie meiner Erfahrung nach immer weniger.************************
Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere recht haben könnte. Jürgen Habermas
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28.03.2008, 22:30Inaktiver User
AW: Wie wichtig ist Individualität??!
Ich bin der Meinung, dass es den Charme des Menschen ausmacht, wenn er sich selber bleibt. Der richtige Beruf mit entsprechendem Einkommen ist gewinnbringend für ein gutes Selbstbewusstsein. Beides zusammen hievt einen in einen guten gesellschafltichen Stand... et voilà... der Partnersuche sollte (fast) nichts mehr im Weg stehen.
Hey: Wir wollen doch alle Gewinner sein und ebensolches Pendant finden
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30.03.2008, 09:31
AW: Wie wichtig ist Individualität??!
Ixch glaube die beiden Zeiten 1958 und 2008 sind herzlich wenig vergleichbar. Damals musste Frau heiraten, heute fragt keiner mehr danach.
Zitat von angieb.
Ich denke jede Zeit hat seine Indivudialität( Mode etc), nur heute darf jeder so sein wie er mag. Macht es die Partnerschaftsfindung schwieriger? Das weiß ich nicht. Aus welchen Gründen hat man früher geheiratet? Aus reinen Versorgungsgründen oder war auch ein fünckchen Liebe dabei?
Heute sucht man wahrscheinlich nach der großen Liebe oder wie es in einigen Büchern heißt, nach dem SEELENVERWANDTEN. Ebenso ist es einfacher geworden Beziehungen zu beenden, wenn einem was nicht passt.Erfolg besteht darin, dass man genau die Fähigkeiten hat, die im Moment gefragt sind. (Henry Ford)
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Das Wesen wahrer Liebe lässt sich immer wieder mit der Kindheit vergleichen. Beide haben die Unüberlegtheit, die Unvorsichtigkeit, die Ausgelassenheit, das Lachen und das Weinen gemeinsam.
(Honore de Balzac)
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Grüße O_I
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30.03.2008, 11:18Inaktiver User
AW: Wie wichtig ist Individualität??!
ziemlich doof, oder? beim nächsten gibt es nämlich ganz sicher auch etwas, was einem nicht passt ...
Zitat von On_Ice
diese variante von 'wechsel das bäumchen' kann man sehr lange spielen.
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30.03.2008, 19:56
AW: Wie wichtig ist Individualität??!
Da die gesellschaftlichen Zwänge nicht mehr so eng sind wie in den 50er Jahren, ist es heute eher möglich, seine Individualität jenseits von einem Mehrheits-Lebensmodell zu leben.
Sehr viel eigene Individualität macht es jedoch schwerer, einen passenden Partner zu finden. Denn ein durchschnittlicherer Mensch wird als wenig anregend empfunden, während es mit einem anderen Individualisten erst mal passen muß. Wer da nur für Toleranz für die eigenen Macken streitet, aber kein Verständnis für die des anderen aufbringen will, hat da schlechte Karten.
Für mich persönlich ist Individualität sehr wichtig, da ich selbst Individualistin bin. Männer, die ein durchschnittliches bürgerliches Leben mit Karriere, Kindern und Haus im Grünen anstreben, sind nichts für mich. Diese Lebensweise ist nicht mit dem zu vereinbaren, was für mich persönlich das Leben lebenswert macht.
Wirkliche Individualisten haben sich auch nicht unbedingt die Maßstäbe dessen zu eigen gemacht, was die Mehrheit beim Partner für wünschenswert hält, z.B. berufliche Position mit hohem Prestige, hohes Einkommen, extrem gutes Aussehen, Modebewußtsein etc.. Für sie sind andere Dinge wichtiger.Geändert von Latona (30.03.2008 um 20:01 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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31.03.2008, 10:17
AW: Wie wichtig ist Individualität??!
Individualität leben bedeutet, Entscheidungen individuell und autonom zu treffen. D.h. sich von äußeren dominierenden Einflüssen emanzipieren und nach seinen eigenen Bedürfnissen leben.
Individualität ist also an der Lebensweise nicht identifizierbar.
Life-Style Verhalten kann genauso durch äußere Einflüsse induziert sein wie "spießiges" Verhalten eine individuelle Lebensentscheidung sein kann. Daher entpuppt sich mancher "Individualist" als Spießbürger mit umgekehrtem Vorzeichen.
Allerdings ist es einfacher, Mainstream-Individualist zu sein als
unangepasster Individualist.
Die Widerstände, gegen die man die Individiualität durchzusetzen hat, sind verschieden hoch. (Die Höhe der Widerstände sagt aber nichts über den Grad der Individualität aus.)
Hans----------------------------------------------------------------
"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
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31.03.2008, 12:09Inaktiver User
AW: Wie wichtig ist Individualität??!
HansDampf
Individualität ist also an der Lebensweise nicht identifizierbar.... Daher entpuppt sich mancher "Individualist" als Spießbürger mit umgekehrtem Vorzeichen.
Wie wahr
Individualität leben bedeutet, Entscheidungen individuell und autonom zu treffen. D.h. sich von äußeren dominierenden Einflüssen emanzipieren und nach seinen eigenen Bedürfnissen leben
Gut formuliertes post !
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31.03.2008, 13:12
AW: Wie wichtig ist Individualität??!
@ HansDampf
Ich verstehe, was Du meinst. Man kann antibürgerlich in seiner Lebensweise sein, ohne wirklich davon überzeugt zu sein, nur damit man in seinem eher antibürgerlichen Umfeld nicht aneckt, oder weil man Antibürgerlichkeit per se mit Individualismus gleichsetzt.Individualität ist also an der Lebensweise nicht identifizierbar.
Life-Style Verhalten kann genauso durch äußere Einflüsse induziert sein wie "spießiges" Verhalten eine individuelle Lebensentscheidung sein kann. Daher entpuppt sich mancher "Individualist" als Spießbürger mit umgekehrtem Vorzeichen.
Dennoch bleibe ich bei der Meinung, dass das bürgerliche Lebensmodell mit Karrieremann, Kindern und zu erwerbendem Hauseigentum im Grünen nicht genügend Freiräume für andere wesentliche Projekte läßt, jedenfalls nicht für Frauen, aber eigentlich auch nicht für Männer, denn irgendjemand muss ja für die relativ hohen materiellen und immateriellen Kosten dieser bürgerlichen Familienlebensweise aufkommen: Der Mann sorgt für den stabilen Teil des Einkommens, die Frau betreut die Kinder und den Haushalt (und arbeitet vielleicht mit). Das bürgerliche Familienleben bindet nämlich jede Menge Kräfte.
Ich frage mich, wo da noch die zeitlichen, energiemäßigen und finanziellen Ressourcen herkommen sollen, unkonventionellere Lebensträume konsequent zu verfolgen, ohne dass es zu Lasten des Familienlebens geht. Für jeden Ausritt aus dem bürgerlichen Leben des einen Partners muss der andere die Stellung halten. Wenn das beide hinkriegen, ist das ein bewundernswerter Balance-Akt. Allerdings ist dann die Frage, ob sich das Paar als solches nicht zu sehr auseinanderlebt. Bei etlichen Paaren reicht ein Kind schon völlig aus, damit sie sich bei dessen Schuleintritt nicht mehr viel zu sagen haben.
Eine Weltumsegelung kann man als Paar vielleicht noch machen, als Einzelner kann man auch viel Zeit für einen Hungerlohn in ein Projekt stecken, das man selbst für gesellschaftlich sehr wichtig hält, als Einzelner kann man eine sehr engagierte Künstlerkarriere verfolgen, die dennoch nicht viel einbringt, aber wenn erstmal zwei Kinder da sind, das Haus (aus)zubauen und Hypotheken abzuzahlen sind, kann man solche Projekte in der Regel vergessen.Geändert von Latona (31.03.2008 um 13:23 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!


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