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  1. Inaktiver User

    AW: Wie wichtig ist Individualität??!

    Zitat Zitat von Latona
    @ Bereschit Damit hab ich kein Problem.
    *schweiß von der stirn wisch*

    Aber irgendwo muss ein spürbarer Unterschied zwischen ihm und der Mehrheit sein. Und da die Gestaltung des eigenen Lebens immer auch ein Ausdruck des eigenen Denkens ist, muss es sich zwangsläufig irgendwo auch im Lebensstil niederschlagen.
    da gehe ich weiter. ich denke, dass es menschen gibt, die sich einfach nicht der 'großen', 'allgemeinen' mehrheit anschließen wollen - aus welchen gründen immer. also suchen sie sich ein biotop und schließen sich einer kleineren, aber eben immer noch einer gruppe an.

    das ist, denke ich, kein individualismus. das ist 'mainstream entgegengesetzt'. also protest gegen was auch immer.

    ich denke, den individualisten interessiert einfach überhaupt nicht, was 'mehrheit', 'rest der menschheit', etc. macht. es interessiert ihn insoweit nicht, dass es keinerlei einfluß auf sein leben und seine entscheidungen hat - damit hat er auch nicht das bedürfnis in die opposition zu gehen (und/oder sich ein oben genanntes biotop zu suchen)

    wenn man es gena bedenkt ist heute schon die idee individualistisch und selbstverwirklichend zu sein mainstream ...

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    AW: Wie wichtig ist Individualität??!

    Hallo Latona,

    vom Gefühl her stimme ich deiner Definition von individualistisch=unkonventionell zu.

    Logisch habe ich aber ein Problem damit. Denn diese Definition ist eine Negativ-Definition, sie sagt also inhaltlich nur, was nicht-individualistisch ist. Und das führt zum Paradox, daß in einer individualistischen Gesellschaft, die keinen Mainstream mehr hat, es keine Individualisten mehr gibt. Wenn 50% aller Paare eine Weltumseglung machen, ist eine Weltumseglung plötzlichn kein individualistischer Akt mehr. Wenn 30% aller Jugendlichen der Gothic-Subkultur angehören (die damit keine Subkultur, sondern Mainstream würde), wäre Gothic kein Individualismus mehr.

    Daher kann der Gegensatz zum Mainstream nicht ausreichen für eine (positive) Definition von Individualismus.

    Ich bevorzuge den soziologischen Ansatz in der Individualisisierungs-Definition. Danach ist Individualisierung dann gegeben, wenn Klassen- und Schichten-Grenzen aufweichen, Berufsbiographien zum Patchwork werden und dies individuell begriffen wird. D.h. derjenige ist ein Individualist, der sich sein Leben selbstbestimmt gestaltet und nicht durch seine soziale Herkunft, seinen erlernten Beruf usw. determinieren läßt.

    In diesem Sinne sind heute alle Akademiker Individualisten, und auch weite Kreise anderer sozialer Milieus.

    Das ist von Deiner Auffassung allerdings meilenweit entfernt

    Gruß

    Hans

    P.S. Günter Burkart (Soziologe) gibt eine Teildefinition von Individualisierung (in seinem Buch Liebesphasen - Lebensphasen): Individualisierung heißt unter anderem, daß die Planung der eigenen Biographie Vorrang vor der Bindung an einen Partner bekommt. Daher gibt es in individualisierten Milieus (großstädtisch-akademisch) weniger Ehen, weniger Kinder, mehr Scheidungen, mehr Singles.
    Geändert von HansDampf (01.04.2008 um 10:48 Uhr)
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    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

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    Erleuchtung AW: Wie wichtig ist Individualität??!

    Wer von sich behauptet, Individualist zu sein, geht lediglich in der Masse der Individualisten unter...
    Frauen sind nicht kompliziert. Sie wollen einfach nur geliebt werden.
    Und tolle Überraschungen. Und Schuhe. Und Schmuck.
    Und andere Dinge, die man erraten muss.

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    AW: Wie wichtig ist Individualität??!

    @ Bereschit
    da gehe ich weiter. ich denke, dass es menschen gibt, die sich einfach nicht der 'großen', 'allgemeinen' mehrheit anschließen wollen - aus welchen gründen immer. also suchen sie sich ein biotop und schließen sich einer kleineren, aber eben immer noch einer gruppe an.
    Individualist zu sein bedeutet nicht notwendigerweise, ein Einzelgänger zu sein, der sich keiner Gruppe anschließt. Aber er wird trotz seiner Verbundenheit mit der Gruppe nie seine geistige Unabhängigkeit aufgeben. Im Konfliktfall wird er sich von der Gruppe wieder lösen.
    - damit hat er auch nicht das bedürfnis in die opposition zu gehen (und/oder sich ein oben genanntes biotop zu suchen)
    Individualismus bedeutet auch nicht, keine Meinung zum Mainstream zu haben. Es gibt Individualisten, die sich um die Gesellschaft einen Dreck scheren, und Individualisten, die sich sehr wohl politisch engagieren.
    wenn man es gena bedenkt ist heute schon die idee individualistisch und selbstverwirklichend zu sein mainstream ...
    Auch Selbstverwirklichung macht noch keinen Individualisten aus. Dass Individualismus existieren kann, ist jedoch eine Voraussetzung für Selbstverwirklichung. In sehr kollektiven oder konformen Systemen ist Selbstverwirklichung schwierig, weil sie als nicht legitim erachtet wird.


    @ HansDampf
    Ich bevorzuge den soziologischen Ansatz in der Individualisisierungs-Definition. Danach ist Individualisierung dann gegeben, wenn Klassen- und Schichten-Grenzen aufweichen, Berufsbiographien zum Patchwork werden und dies individuell begriffen wird. D.h. derjenige ist ein Individualist, der sich sein Leben selbstbestimmt gestaltet und nicht durch seine soziale Herkunft, seinen erlernten Beruf usw. determinieren läßt.
    Auch Individualisierung ist kein Individualismus. Individualisierung ist eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung, die dem Einzelen das Ausleben seiner Individualität ermöglicht. Die weitgehende Selbstbestimmung in der Lebensplanung ist ebenfalls eine Voraussetzung für Individualismus, aber nicht jeder, der sein Leben selbstbestimmt plant, ist deswegen bereits ein Individualist.

    Hier werden überhaupt zuviele Begriffe durcheinander geschmissen:

    Individuell – das bezieht sich auf jeden Einzelnen
    Individualität – das ist das einzigartige Eigenschafts- und Bedürfniskonglomerat jedes Einzelnen
    Individualismus – in Abgrenzung vom Konformismus und Kollektivismus eine Geisteshaltung, die den Einzelnen und seine Individualität in den Mittelpunkt stellt
    Individualist – ein nicht mit gesellschaftlichen Normen und/oder Mehrheitsvorstellungen konform denkender bzw. lebender Mensch
    Individualisierung – siehe oben.
    Wenn 50% aller Paare eine Weltumseglung machen, ist eine Weltumseglung plötzlichn kein individualistischer Akt mehr.
    Das versteht sich von selbst.
    Wenn 30% aller Jugendlichen der Gothic-Subkultur angehören (die damit keine Subkultur, sondern Mainstream würde), wäre Gothic kein Individualismus mehr.
    Dann sind Gothics immer noch Angehörige einer Minderheit unter den Jugendlichen, wenn auch einer großen.

    Und die Zugehörigkeit zu einer Gruppe schließt Individualist sein nicht aus, wie ich oben ausgeführt habe.


    @ Fender
    Wer von sich behauptet, Individualist zu sein, geht lediglich in der Masse der Individualisten unter...
    Das wird gerne behauptet, stimmt aber dennoch nicht.
    Ich denke, man kann es mit einem methodisch sinnvollen Fragebogen sozialpsychologisch messen, wie konformistisch bzw. individualistisch jemand ist.
    Geändert von Latona (01.04.2008 um 13:52 Uhr)
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

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    AW: Wie wichtig ist Individualität??!

    Zitat Zitat von Latona
    Ich denke, man kann es mit einem methodisch sinnvollen Fragebogen sozialpsychologisch messen, wie konformistisch bzw. individualistisch jemand ist.
    Latone,

    Danke für die Trennung zwischen Individualisierung und Individualismus. Trifft den Punkt genau.

    Mit einem Fragebogen kann man zumindest die diskursive Einstellung recht gut erkennen. Da aber heute gerade in individualistischen Milieus diskursive Einstellung (d.h. im Gespräch behauptete) und Handlung auseinanderklaffen können, ist zur Validierung der behaupteten Einstellung auch eine Verlaufsstudie notwendig, um die Aussagen an den Taten zu messen.

    Doch zurück zum eigentlichen Thema. Ist bei der Partnerwahl Individualität wichtig? Da jeder Mensch ein Individuum ist, müßte es besser heißen: haben Individualisten Vorteile bei der Partnerwahl?

    Ich glaube, Individualisten haben es schwerer, eine befriedigende Langzeitbeziehung zu führen, da eher eine Kollision der Partnerschaftsbedürfnisse mit individuellen Bedürfnissen zu erwarten ist. Sie haben es schwieriger, einen "passenden" Partner zu finden, der zu ihrer Individualität passt, da die Auswahl kleiner ist.

    Gruß

    Hans
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    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

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    AW: Wie wichtig ist Individualität??!

    Zitat Zitat von Latona
    @ Fender Das wird gerne behauptet, stimmt aber dennoch nicht.
    Ich denke, man kann es mit einem methodisch sinnvollen Fragebogen sozialpsychologisch messen, wie konformistisch bzw. individualistisch jemand ist.
    Nach meiner Erfahrung stimmt es.
    Gerade Menschen, die bspw. dieses ausgelutschte "Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom" und ähnliche Phrasen von sich geben, und sich damit als "sowas von individuell" empfinden, sind die Angepasstesten.
    Frauen sind nicht kompliziert. Sie wollen einfach nur geliebt werden.
    Und tolle Überraschungen. Und Schuhe. Und Schmuck.
    Und andere Dinge, die man erraten muss.

  7. Inaktiver User

    AW: Wie wichtig ist Individualität??!

    sehe ich wie fender. oder um es anders auszudrücken: das deutlichste anzeichen von spießertum ist die angst, spießig zu sein ...

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    AW: Wie wichtig ist Individualität??!

    @ Fender
    Zitat Zitat von Fender
    Nach meiner Erfahrung stimmt es.
    Gerade Menschen, die bspw. dieses ausgelutschte "Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom" und ähnliche Phrasen von sich geben, und sich damit als "sowas von individuell" empfinden, sind die Angepasstesten.
    Diese Sprüche sind in der Regel ähnlich abgelutscht wie das hier schon häufig zitierte "carpe diem" und zeugen daher in der Tat nicht von großer geistiger Originalität.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

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    AW: Wie wichtig ist Individualität??!

    Zur Ausgangsfrage:

    für die persönliche Zufriedenheit halte ich Individualität für sehr wichtig, wurde hier ja auch schon öfter und sehr gut formuliert.

    zum Forum "Kennenlernen": mir wurde neulich noch von einem sehr interessanten Mann gesagt, er sei ein "normaler Mann, mit einem normalen Geschmack was z.B. Musik, aber auch Frauen angeht"... so - was heißt das: für mich heißt das, Zum Kennenlernen gerne mainstream, alltagstauglich, eher weniger auffallend sowohl optisch als auch charakterlich. Dann, nach erfolgereicher Kontaktaufnahme, gerne etwas facettenreicher und individueller.

    Also mal wieder der Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

    Um nochmal auf dieses Forum einzugehen: ich glaube, jeder Mensch will einen einzigartigen Partner haben und einen ebensolchen abgeben, aber auf den ersten Blick schreckt zuviel Individualität ab, oder?
    Wer etwas will, findet Wege.
    Wer etwas nicht will, findet Gründe.

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    AW: Wie wichtig ist Individualität??!

    Zitat Zitat von Sigrid_U
    Um nochmal auf dieses Forum einzugehen: ich glaube, jeder Mensch will einen einzigartigen Partner haben
    Meine Partnerin wird dadurch einzigartig, dass ich sie einzigartig mache.
    Denn meine Partnerin ist nicht beliebig eintausch- oder auswechselbar. Sie ist für mich "die Eine". Das ist mir Individualität genug.

    Zitat Zitat von Sigrid_U
    aber auf den ersten Blick schreckt zuviel Individualität ab, oder?
    Mich schreckt zu viel Individualität ab, wenn sie wie ein Markenzeichen vor sich hergetragen wird.
    Ich gebe ein Beispiel: In meiner Firma sind überwiegend Schlipsmenschen tätig. Bis auf die Computerfreaks. Die sind nämlich ganz individuell. Und in ihrer Individualität allerdings schrecklich uniformiert.
    Ich beschreibe die Sommeruniform:
    Sockenlose Teva-Sandalen, dreiviertellange Outdoor-Hose in "Khaki" oder "Schlamm", quergeringeltes Outdoor-T-Shirt.
    Das ist genausowenig individuell wie flanellgrauer Anzug, hellblaues Hemd und gestreifter Binder.

    Wenn sich mir Frauen als individuell vorstellen, dann aber den ganzen Abend den kleinen Prinzen zitieren... DAS schreckt mich ab. Das passt nämlich nicht zusammen.
    Frauen sind nicht kompliziert. Sie wollen einfach nur geliebt werden.
    Und tolle Überraschungen. Und Schuhe. Und Schmuck.
    Und andere Dinge, die man erraten muss.

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