Ich schließe mich hier einmal dem allgemeinen „Macken“-Thema an – allerdings weniger auf andere gemünzt, als vielmehr auf mich (oder sich) selbst.
Wir machen uns viele Gedanken darüber, was denn der andere für „Macken“ hat und vergessen oft darüber die eigenen (damit meine ich jetzt nicht „unwesentliche“ Macken wie Unordnung usw.).
Je älter wir werden, umso mehr Erfahrung sammeln wir – logisch. Wenn ich von mir ausgehe, so gibt es viele Erfahrungen, die ich lieber nicht gemacht hätte, aber rückwirkend das zu ändern – geht wohl leider nicht. Jedenfalls war der Griff ins Klo oft ziemlich tief.![]()
In meinem Rucksack aus Erfahrung trage ich also u. a. : Eifersucht, Misstrauen und hemmungslosen „Emotionsauswurf“. Beisst sich irgendwie.
Ich wollte schon ins Kloster gehen – aber ich finde Männer leider viel zu anziehend, als dass ich mich dauerhaft entziehen könnte. Ob das gut für die Männer ist? – Nein, besser nicht darauf antworten!![]()
Also: Alicia trifft nun mit ihrem schweren Gepäck auf einen ahnungslosen Mann, der sie anzieht. Womit schon die erste Hürde geschafft wäre, denn so schnell finde ich einen Mann nicht mehr richtig anziehend, sympathisch ja (wie frau Schwätzer und Angeber aussortiert, das habe ich zum Glück gelernt). Dieses Prachtexemplar kommt nun in den Scanner...nanu, ist das nicht ein ähnliches Verhalten wie von dem Idioten XY, der doch damals Dich betrogen hat? Oder – das erinnert mich an das Verhalten von Z, der mich immer nur angelogen hat?
Gibt es das tatsächlich noch offene und ehrliche Männer? Kaum zu glauben – jedenfalls nicht in meinem Umfeld??? Ist der echt?
Im Kampf gegen diese „erlernten“ Vorurteile schwappen die Emotionen über. Argh – ich wünschte, ich wäre eine beherrschte und ruhigere Frau. Nix da, ich komme mir vor wie ein Vollidiot, der mit all dem, was er fühlt sofort hausieren geht und dem OdB womöglich gleich auf die Nerven fällt. Diese überfallartigen Emotionen können ausarten in schnellen Rückzug (fühle mich schnell ignoriert und greife dann lieber vor), absolute Unsicherheit im Verhalten (der kann mich doch gar nicht meinen, muss ein Irrtum sein), naja oder frau neigt zu Dingen, die einfach nicht rational erklärbar sind...(ich erkläre das mal lieber nicht weiter, ich meine damit nicht, dass ich Schuhe kaufen gehe..)...
Manchmal habe ich das Gefühl, trotz aller Erfahrungen irgendwie nie richtig „erwachsen“ zu reagieren. Will kopfgesteuert handeln und was kommt dabei heraus? Eine Zumutung – jedenfalls sehe ich mich dann so..Mich nerven diese Belastungen sehr...![]()
Wie geht ihr mit Eurem Erfahrungsrucksack um? Einfach akzeptieren oder versuchen, das Gerümpel dauerhaft zu entfernen? Dem OdB gleich ankündigen, dass ich mich halt gelegentlich wie ein Trottel verhalte oder streng nach dem Vorsatz leben: Bloß nix mehr anmerken lassen...?![]()
Der Länge des Textes nach wieder sehr emotionsgeladen...![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 45
Thema: Rucksack der Erfahrungen
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06.03.2008, 23:20Inaktiver User
Rucksack der Erfahrungen
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07.03.2008, 09:51Inaktiver User
AW: Rucksack der Erfahrungen
Hihi - darin erkenne ich mich irgendwie wieder.
Zitat von Inaktiver User
Ich packe meinen Koffer und nehme mit: ...
Misstrauen, Verlustangst, "Emotionsauswurf" ...
Und binde ihm das gleich auch auf die Nase.
Nun, darüber reden kann helfen. Aber nicht nur reinsteigern, auch wieder raussteigern, mal ein wenig Geduld haben, auch wenn es schwer fällt.
Aber dem Manne geht es ja oft auch nicht besser: jede/r hat sein/ihr Päcklein zu tragen.
Gemeinsam kann man es aber schaffen.
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07.03.2008, 14:29Inaktiver User
AW: Rucksack der Erfahrungen
Hallo,
das ist aber schweres Gepäck!!
Hast Du schon mal die Möglichkeit in Erwägung gezogen eine Therapie zu machen...
LG
Ursella
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07.03.2008, 14:41Inaktiver User
AW: Rucksack der Erfahrungen
Hm...wie gehe ich damit um...
Also, ich habe im Laufe der Erfahrungen gelernt, nicht immer alles nach außen dringen zu lassen, bzw. die Dinge an anderer Stelle durchzukauen.
Das heißt nicht, dass die Bedenken dem OdB gegenüber nicht mehr existent sind. Sie brodeln im Inneren weiter - und wirken sich dann insgesamt vermutlich nicht wesentlich weniger destruktiv auf das Geschehen aus.
Manchmal gelingt es mir, mich zur Unbefangenheit zu zwingen. Aber auch diese ist sehr störanfällig.
Frag mich in zehn Jahren nochmal.
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07.03.2008, 14:45Inaktiver User
AW: Rucksack der Erfahrungen
Ich hab´nen dicken erfahrungs-rucksack, der mir jahrelang als massive last erschienen ist....
Als ich - wohlgemerkt: nach jahren - erkannt habe, dass es möglich ist, diesen rucksack, diese altlasten produktiv für mich zu verwenden, ging´s mir besser
Heißt bei weitem nicht, dass ich keine macken mehr habe. Heißt aber, dass ich über meine macken-analyse allerlei über mich selbst, meine bedürfnisse und mein einfügen in die mich umgebende welt/die männer rausgefunden habe:
Wer ich bin, was ich will, welcher mann dazu passt, wen (als typ von mann) ich lieben könnte und wen nicht, welche macken mann haben darf, damit er mit dem was er ist noch kompatibel ist mit dem was ich bin und mit meinem macken.
Man kann dieses manko des umfangreichen rucksacks also auch ins gegenteil verkehren und für sich selbst glückstiftend nutzen. Dauert bloß ´ne weile .
Hört sich nun alles sehr analytisch an, als wäre das die die lösung einer mathematischen aufgabe, so ist´s natürlich nicht. Aber ich glaube nach wie vor: An dem punkt, an dem man (nach trennung) und anschließender auseinandersetzung mit der vergangenheit mit sich selbst und dem umfeld wieder klar ist, klappt´s auch wieder mit den männern.
LG von K.
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07.03.2008, 14:52
AW: Rucksack der Erfahrungen
Hallo Alicia,
eine Freundin von mir nannte es "matchen".
Das Gehirn scannt ja permanent eine Situation danach ab, ob es "bekannt" ist oder nicht. Leider gehen mit all diesen Situationen auch Gefühle einher. Bei mir leuchtet dann sofort mein mein "Frühwarnsystem" und ich frage mich manches Mal: "Ist das nun gerechtfertigt oder nicht???"
Übrigens stellt sich sehr häufig heraus, es war in der Tat gerechtfertigt!
In der Zwischenzeit versuche ich mich in Geduld zu fassen, in mir selbst zu ruhen, die Situation zu analysieren und mit positiven Ereignissen zu vergleichen. Und wenn es überhaupt keine Ähnlichkeit mit einer positiven Erfahrung aufweist, dann hilft nur Ansprechen und eventuelle die Notbremse ziehen.
Naja und dann darf man eben nicht vergessen: Jeder Jeck ist anders.
LG X.
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08.03.2008, 00:51Inaktiver User
AW: Rucksack der Erfahrungen
Das mit dem "Reinsteigern" - uff, das kommt mir bekannt vor. Die Geduld habe ich leider auch nicht gepachtet, aber ich übe mich darin. Kann man denn Geduld erlernen? Ich wünsche es mir....
Zitat von Inaktiver User
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08.03.2008, 00:55Inaktiver User
AW: Rucksack der Erfahrungen
Jepp - habe ich. Was mir aber außerdem aufgefallen ist - ich bin damit absolut nicht alleine. Und ich setze mich intensiv damit in auseinander, denn wenn ich könnte einen Menschen mit meinem Gepäck schier erschlagen, nicht wahr? Das will ich aber nicht, wünsche mir mehr Gelassenheit, diese Gelassenheit, wie sie früher einmal war.
Zitat von Inaktiver User
Ich habe mich übrigens für reden entschieden, damit ich auch niemanden verletze...gerade die Phase des Kennenlernens ist doch sehr ...gefühlsbetont?!
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08.03.2008, 00:57Inaktiver User
AW: Rucksack der Erfahrungen
Wie meinst Du das jetzt mit der "anderen Stelle"?
Zitat von Inaktiver User
Weil es eben erzwungen ist? Die Natürlichkeit fehlt? Bzw. die Natürlichkeit der Empfindungen?
Zitat von Inaktiver User
Okay - ich trags mir mal in den Kalender ein! Bitte den Nickname nicht ändern, ja?
Zitat von Inaktiver User
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08.03.2008, 01:00Inaktiver User
AW: Rucksack der Erfahrungen
DAS klingt doch sehr positiv! Ja, abschließen können, wie schnell geht so etwas und was nimmt das Unterbewusstsein nicht doch noch mit.
Zitat von Inaktiver User
Würdest Du mir das noch einmal erklären, was Du mit "produktiver Verwendung der Altlasten" genau meinst? Klingt interessant, ich bin mir nur nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe!


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