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  1. Inaktiver User

    Verantwortung...wie seht ihr das?

    Mal angenommen, man ist mit einem Mann verbandelt (nicht -mehr- fest zusammen), hat also quasi sowas wie ne lockere Beziehung.

    Vorher war man fest zusammen, hat sich aber getrennt, weil die Gefühle für eine "richtige" Beziehung nicht mehr ausreichten (in dem Falle war ich das ausnahmsweise mal).

    Man hat danach vorerst lockeren Kontakt per SMS und der besagte Mann schreibt einem irgendwann, dass er es ärgerlich findet, dass man keinen (gemeinsamen ) Sex mehr hat.

    Man lässt sich wieder auf ihn ein und sagt ihm gleich dazu, dass sich an den Gefühlen nix geändert hat...merkt aber sofort bzw im Laufe der Zeit, dass er sich Hoffnungen macht, dass es wieder werden könnte.

    Und hier kommen wir zur Kernfrage: wie seht ihr das mit der Verantwortung? Ich sehe mich aus ebendieser befreit, weil ich mit offenen Karten spiele (ihm also keine Gefühle vormache, die nicht vorhanden sind)...musste mir allerdings schon von einem Unbeteiligten (Freund/Bekannter) anhören, dass ich ein egozentrisches, rücksichtsloses und selbstgerechtes Arschloch (!!!) bin, weil ich seiner Meinung nach "ohne Rücksicht auf Verluste" mein Ding durchziehe.

    Ich persönlich sehe das anders. Wer gesteht sich schon gerne ein, ein Arschloch zu sein ...aber mal ernsthaft: ich halte es schlicht und ergreifend für unnötig, einem erwachsenen Menschen die Verantwortung abzunehmen, indem ich zu seinem (scheinbaren) Wohl handele und etwas cancele, das er sich selber ausgesucht hat.

    Bin gespannt auf eure Antworten...

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    AW: Verantwortung...wie seht ihr das?

    Hallo Sandra,

    hm, ich sehe das so ein wenig zwiespältig. Auf der einen Seite hast Du Recht, dass Du nicht die Veranwortung für die Gefühle Deines Ex-Freundes übernehmen kannst. Und so lange Du mit offenen Karten spielst, kann er ja auch nicht sagen, Du hättest ihm was vorgemacht.

    Auf der anderen Seite würde ich selbst mich sehr unwohl fühlen, wenn ich merken würde, dass der andere mehr in einer Geschichte sieht als ich. Das könnte ich auf Dauer nicht ausblenden und gleichgültig bleiben.

    Ich weiß eben auch zu gut, wie es ist, wenn man sich unberechtigte Hoffnungen macht, so dass ich selbst niemand sein möchte, der zu solchen Hoffnungen ungewollt Anlass gibt. Wenn ich merke, dass die Vorstellungen, Wünsche und Hoffnungen zu unterschiedlich sind, gehe ich lieber auf Distanz. Dabei nehme ich dann auch in Kauf, dass ein ansonsten netter Kontakt damit zu Ende ist. Ich würde mich in einer ungleichgewichtigen Beziehung zu einem anderen Menschen auf Dauer einfach nicht wohl fühlen.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  3. Inaktiver User

    AW: Verantwortung...wie seht ihr das?

    hallo sandra,
    sehe es ähnlich wie melina.
    wenn ich wüsste, dass er gefühle hat oder hoffnung, dass es doch wieder eine beziehung wird, würde ich es lassen. aus rücksicht auf die geühle des anderen. ist immer schwierig, wenn einer mehr gefühle hat als der andere. ist zwangsläufig mit schmerz verbunden. deswegen ist eine freundschaft zwischen mann und frau so schwierig... einer spinnt meistens....
    was anderes: wer maßt sich an, dich als arschloch zu bezeichnen???
    sachen gibts......

  4. Inaktiver User

    AW: Verantwortung...wie seht ihr das?

    Er ist ein erwachsener Mann und sollte für sich selbst 'sorgen' können und in diesem Fall (wenn er leidet), die Beziehung und auch den gelegentlichen Sex unterbinden.

    Still zu leiden, heißt Manipulation.

    Mir würde es nur, glaube ich, auch unverbindlich keinen Spaß mehr machen mit dem Mann. Die Sache ist schlichtweg nicht in der Balance und das würde mich wenig 'anmachen'.

    LG

  5. User Info Menu

    AW: Verantwortung...wie seht ihr das?

    Hi Sandra,

    ich seh das auch so wie Malina.

    Sicher hast Du nicht die Verantwortung für diesen Mann. Aber Du spielst mit seinen Gefühlen. Da er ja tiefer drinhängt ist es für ihn umso schwerer die Sache zu beenden.

    Wenn Du hier son büschen rumliest - und das tust Du ja - dann ist Dir ja sicher aufgefallen, dass die "andere" Seite in fast allen Fällen total getroffen ist und die Frage stellt "was will sie/er von mir...". Weißte? Das heißt doch, diese Menschen wissen gar nicht einzuordnen was läuft. Und mir fällts auch schwer, zu erfassen, warum Du das tust. Weil ER es ärgerlich findet, dass Ihr keinen Sex mehr habt? Merkwürdige Begründung, findest Du nicht auch?

    Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich nicht so der Typ für halbe Sachen bin.

    Ich finde, dazu passt: alles könnt so einfach sein, isses aber nicht....

  6. Inaktiver User

    AW: Verantwortung...wie seht ihr das?

    Liebe Sandra71,

    Also rein pragmatisch betrachtet fällt mir dazu ein, dass ich wohl nicht diesbezüglich über meine Gedanken in meinem Bekanntenkreis sprechen würde, hätte ich (noch) Sex mit einem ehemaligen Freund. Vielleicht auch nicht über den (Noch-)Sex.

    Manchmal ist es einfach bequemer und löst in der Umwelt keine Verunsicherungen aus.

    Liebe Grüße herbstblatt2

  7. User Info Menu

    AW: Verantwortung...wie seht ihr das?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Still zu leiden, heißt Manipulation.
    So wie sie da steht ist das eine ziemlich harte Aussage, finde ich. Vielleicht kannst du ein bisschen erklären was du damit meinst.

    LG

    sfumato
    None of the really important decisions are ever easy. And they can never be completely right, because there is always a point of view from which they are wrong.

  8. User Info Menu

    AW: Verantwortung...wie seht ihr das?

    Ich finde das ist ein sehr spannendes, klassisches Dilemma. Vor nicht allzulanger Zeit gab es hier eine Diskussion (dem Kletterer, dessen Aussagen du übrigens belustigt als außergewöhnliche Ausrede interpretierst hast) , ob es zulässig ist, aus Zuneigung, Liebe oder wie man es nennen will, ganz Schluss zu machen, weil die Partnerschaft/Liason aus der Sicht des Schlussmachenden keine Perspektive hat, der emotionale Schaden in einem späteren Phase noch viel größer wäre.
    Eine userin hat das als übergriffig bezeichnet und ich verstehe sie sehr gut, weil sie argumentiert, ich würde dann für sie mitentscheiden, obwohl sie doch erwachsen ist. Da hat sie schlicht und einfach Recht! Abgesehen davon, du hast die Fakten auf den Tisch gelegt, und er nimmt dich offenbar auch nicht ernst.

    Ich würde an deiner Stelle für den anderen mitentscheiden und Schluss machen, weil ich eben -um es beim Namen zu nennen- eine arrogante Ader habe und weil ich selber doch im Hinterstübchen auch darunter leiden würde, weil Erwartungen an mich gestellt werden, die ich nicht erfüllen kann. Ich habe dabei aber auch gleichzeitig ein schlechtes Gewissen, weil ich ich mir anmaße, die Entscheidung für jemanden anderen gleich mit zu fällen.
    Deinem Bekannten würde ich vorhalten, dass ihm so ein klares, vernichtendes Urteil nicht ansteht, zumal er selber nicht drin steckt. Es ist schlicht ein moralisches Dilemma, welches sich im Leben häufig wiederholt! Was du auch machst, es ist falsch.

    Schade ,das ich so wenig Zeit habe, würde gerne mehr dazu schreiben.
    Männer sind wie Hunde. Sie erkennen, dass sie ausgeschimpft werden, verstehen aber nicht warum.

  9. Inaktiver User

    AW: Verantwortung...wie seht ihr das?

    Zitat Zitat von Fruchtzwerg
    Ich finde das ist ein sehr spannendes, klassisches Dilemma. Vor nicht allzulanger Zeit gab es hier eine Diskussion (dem Kletterer, dessen Aussagen du übrigens belustigt als außergewöhnliche Ausrede interpretierst hast) , ob es zulässig ist, aus Zuneigung, Liebe oder wie man es nennen will, ganz Schluss zu machen, weil die Partnerschaft/Liason aus der Sicht des Schlussmachenden keine Perspektive hat, der emotionale Schaden in einem späteren Phase noch viel größer wäre.
    Eine userin hat das als übergriffig bezeichnet und ich verstehe sie sehr gut, weil sie argumentiert, ich würde dann für sie mitentscheiden, obwohl sie doch erwachsen ist.
    das war wohl ich.

    aber um ehrlich zu sein, ich finde nicht, dass man die fälle vergleichen kann. der kletterer hat ja nicht von gefühlen gesprochen, sondern da ging es darum, dass er meinte, sein leben und die sorge seiner nicht-partnerin nicht zumuten zu können. damit implizierte er ja gleichzeitig, gefühle zu haben. nur die umstände, ach ja, die umstände ...

    das finde ich übergriffig, denn ob ich mich auf umstände einlasse ist meine entscheidung. hier ist der fall ja anders gelagert, sandra hat ja keine gefühle (oder eben keine ausreichenden). und da - ganz ehrlich - ja, ich finde es verantwortungslos, da einfach weiter sex zu haben.

    ich kann jemanden, der in mich verliebt ist, tausendfach erklären, dass ich zwar mit ihm vögele, aber nichts weitergehendes dahinter steckt. es ist für den liebenden teil schwer das zu glauben - schwer bis unmöglich. wir hatten hier auch schon oft die diskussion ob sex für bindung sorgt. meiner ansicht nach tut er das, betreibt man ihn öfter und sind sowieso schon zuvor wenigstens rudimentär gefühle vorhanden.
    und ich fände es nicht in ordnung, würde ich mit jemandem schlafen, von dem ich weiß: der will mehr. selbst wenn ich ihm vorher, dabei und danach ins ohr singe: es ist nur sex.

  10. Inaktiver User

    AW: Verantwortung...wie seht ihr das?

    Zitat Zitat von sfumato
    So wie sie da steht ist das eine ziemlich harte Aussage, finde ich. Vielleicht kannst du ein bisschen erklären was du damit meinst.

    LG

    sfumato
    Hart?! Die Realität ist manchmal hart .

    Er weiß rein faktisch Bescheid, daß Sandra nur mit ihm v... will. Sie hat es artikuliert. Und ich gehe davon aus, daß sie nicht unbewußt etwas anderes signalisiert - das würde die Sachlage wieder ändern.

    Also ER weiß Bescheid, daß nicht mehr kommen wird. Und lässt sich auf diesen Deal ein.

    Dann ... muß er doch für sich die Reißleine ziehen, wenn er merkt, es tut ihm weh, er leidet.

    Leidet er jedoch stumm vor sich hin, sehe ich deshalb eine mögliche Manipulation, die 'Partnerin' möglicherweise weich klopfen zu wollen, ihr ein schlechtes Gewissen machen wollend (um ihr den freien Genuß ein wenig zu vergällen), sich der Welt als armes Opfer darzustellen u. ä.

    Jetzt klarer und weniger hart .

    Nochmal: er weiß Bescheid, wird also nicht verscheissert - ergo übernimmt er die Verantwortung für sich.

    Sich über ihn Sorgen zu machen als TE ginge quasi in's Thema Co-Abhängigkeit.

    Aber trotzdem: ich hätte keinen Spaß, mir täte er auch einfach Leid und wie ebenfalls schon geschrieben, die Beziehung hat kein Gleichgewicht - von daher: bye, bye.

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