Hallo forum,
nimm es mir bitte nicht übel, aber für meinen Geschmack liest sich Deine Geschichte so, als sei da ziemlich viel Kopfkino im Spiel gewesen und wenig konkrete Anhaltspunkte für eine beiderseitige Verliebtheit.
Du schreibst, er sei unter einem dienstlichen Vorwand vorbeigekommen. Woher weißt Du, dass es nur ein Vorwand war? Habt Ihr dann lange und ausgiebig über andere, persönlichere Dinge gesprochen? Oder gab es nur die besagten Blicke?
Du schreibst, dass ein sachliches Gespräch mit dienstlichem Hintergrund Dir signalisiert hätte, einen Zwischenstopp einzulegen?
Das ist mir nicht so ganz klar. Wenn Ihr zusammen arbeitet, dann lässt sich die dienstliche Ebene doch so oder so nie ganz ausblenden. Im Fall eines Falles verkehrt man halt auf zwei Ebenen miteinander, die man aber auch tunlichst getrennt halten sollte.
Oder ist Dir bei diesem Anlass bewusst geworden, dass da wohl nie was Ernsthaftes sein wird zwischen Euch, weil das Prickeln in dem Moment nicht mehr da war?
Du schreibst, er habe erzählt, dass er am WE einen Baum im Garten fällen müsse und das sei so eine Art von Schlussmachen gewesen.
Das leuchtet mir ebenso wenig ein, wie der Rest. Ich meine, wenn ich deutlich machen wollte, dass ich glücklich verheiratet bin, dann würde ich ganz andere Dinge erzählen (nämlich, was ich mit meiner wunderbaren FRAU und dem bezaubernden KIND am Wochenende Schönes unternehme).
Mir kommt das alles sehr vage und mit viel Interpretationsspielraum vor. Ich schreibe das nicht, um Dich zu frustrieren oder Deine Wahrnehmung anzuzweifeln. Aber manchmal hilft es in so einem Fall, mal einen Schritt zurückzutreten und sich bewusst zu machen, was denn wirklich konkret passiert ist und was nur Kopfgeburt. Und dann wird einem schon oft klar, dass man sich selbst in etwas verrannt hat, was in der Form nie exisitiert hat.
Das tut dann erst mal eine ganze Zeit lang ziemlich weh, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Aber es setzt auch Kräfte frei, sich wieder zu entlieben. Denn je weniger wirklichen Response es von der anderen Seite gibt, desto weniger muss man sich vom anderen abgrenzen. Da bleiben dann nur noch die eigenen Phantasien, die man in den Griff bekommen muss.
Aufmunternde Grüße,
Malina
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05.02.2008, 20:32
AW: Entlieben, ohne Schaden zu nehmen - wie geht das ??
Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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05.02.2008, 21:06
AW: Entlieben, ohne Schaden zu nehmen - wie geht das ??
Hallo Malína70,
Kopfkino ist das ganz sicher nicht, was ich da erlebe.
Und ich habe auch nicht vom "Schluß-Machen" geschrieben. Das müßte deutlich werden, wenn Du Dir meine Schilderung nochmal durchliest.
Kann es sein, daß Du in Deine Interpretation gedanklich eigene Erlebnisse mit hereingebracht hast
? Habe so ein bißchen das Gefühl.
Es prickelt schon auf beiden Seiten. So etwas spürt man. Jeder, der das erlebt hat, wird mir das bestätigen. Und noch etwas: ich hatte selbst in keiner Weise die Absicht, es zwischen uns "funken zu lassen", Ich fand ihn lange, lange Zeit nur nett.
Es ist einfach passiert (wobei mir sogar im nachhinein einige Situationen einfallen, in denen ich bemerkt habe, dass er mich beobachtet; ich dachte damals sogar "Oh, der scheint Dich nett zu finden. Aber da war nicht mehr bei mir... .. .
Und plötzlich ist das anders.
Viele Grüße,
ForumGeändert von forum (05.02.2008 um 21:11 Uhr)
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06.02.2008, 10:43
AW: Entlieben, ohne Schaden zu nehmen - wie geht das ??
Hallo forum,
ich glaube nicht, dass ich mehr eigenes Erleben in meine Antwort gepackt habe, als das die meisten hier tun.
Ich muss aber zugeben, dass mir tiefe Blicke und ein gefühltes Prickeln zu wenig sind, um mich wirklich zu verlieben. Ich würde mich dann schon irgendwann fragen, wieviel davon wirklich ist... Für eine ernsthafte Verliebtheit braucht es in meinen Augen einfach mehr als das. D.h. ich könnte mich, wenn es darüber nicht hinaus geht, auch relativ schnell wieder entlieben.
Aber gut, das mag bei jedem anders sein.
Ich denke zudem, dass Blicke, Beobachten, etc. sehr interpretationslastig sind. Wenn ich keine weiteren konkreten Anhaltspunkte im Verhalten des anderen hätte (also sprich Worte und Taten), dann wäre mir das einfach zu wenig, um mir sicher zu sein. Und für Blicke kauf ich mir ehrlich gesagt nix.
Ich glaube einfach nicht mehr an Kopfgeburten. Und wenn aus Blicken nicht mehr wird, dann sind das für mich so oder so Kopfgeburten. Als solche sind sie ja auch völlig okay und haben ihre Berechtigung. Aber ich finde, man sollte sie auch nicht überbewerten.
Aber jeder wie er meint. Nur, was hast Du selbst davon, wenn Du nun darauf beharrst, dass da mehr war? Offenbar wird nix weiter draus werden. Also kann man sich doch auch damit trösten, dass da vielleicht doch nicht so viel war, wie man zeitweise meinte.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)


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