JDas Thema geht zwar um wenn "Sie krank wird" , möchte aber ein wenig weiter zwischen beiden Geschlechtern ausholen, es kommt immer auch darauf an, wie krank der /die Partner/in ist.
Ich habe 10 Jahre meines Lebens meinen schwer kranken Mann
gepflegt, war immer an seiner Seite,habe mein eigenes Leben
nicht mehr richtig gelebt, wäre beinahe selber daran zu Grunde gegangen.
Ich könnte für mich nicht nochmal ein schwer kranken Partner an
meiner Seite haben, wer von euch vielleicht schon mal seinen kranken(sehr kranken ) Partner gepflegt hat, kann sich (so hoffe ich) hineinversetzen.
Ich kenne eine sehr nette Frau, deren Ehemann, vor 5 Jahren gestorben ist, sie hat ihn viele Jahre gepflegt hat.
Nun hat sie einen neuen Freund, sie verstehen sich so gut, vor ein paar Tagen, stellte sich heraus, das ihr Freund an Krebs erkrankt ist, sie hat nicht mehr die Kraft ,um noch einmal einen
Menschen zu pflegen, dass kann ich sehr gut nachvoll ziehen.
Es kommt immer darauf an, wie krank der Partner ist und ob man bereit ist so viel Opfer zu bringen, sein eigenes Leben beiseite
zu stellen.
Ich kann,nur aus meiner eigenen Erfahrung berichten, ich könnte es nicht mehr..Schwerstpflege.
Wie es nun in umgekehrter Weise ist, kann ich auch nur aus eigener Erfahrung schreiben, wenn ich mal krank war, haben sich Nachbarn oder gute Freunde um mich gekümmert.
Aber ich muss dazu erwähnen, ich kann auch (wenn ich mich nicht wohl fühle) keinen um mich herum haben(aber jeder ist anders) .
Zum anderen, habe ich die bittere Erfahrung machen müßen, wenn jemand wirklich schwer erkrank ist, wenden sich viele der (auch so lieben Bekannten/Verwandten) von einem ab.
Es ist leider so........
Liebe Bienie, ich bin ein wenig vom eigendlichen Thema(Sie) abgewichen, ich sehe beide Seiten.
Adrienne
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Thema: "Sie" wird krank - und nun?
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19.10.2007, 21:12
AW: "Sie" wird krank - und nun?
Probleme kann man niemals mit der gleichen
Denkweise lösen durch die sie entstanden sind
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19.10.2007, 21:51
AW: "Sie" wird krank - und nun?
@adrienne - sicher, ich kann Dich verstehen. Bei einem "Pflegefall" verschärft sich die Situation grundsätzlich.
Aber oftmals geht es schon bei "Kleinigkeiten" los. Wie glückselfe geschrieben hat: Erkältung!
Ja, um einmal in meinem Umfeld zu bleiben:
Es gibt - klar, was auch sonst - dort eine Frau, sie ist mittlerweile allerdings schon älter. Jahrelang hat sie wirklich alles geschluckt, sich von ihrem Mann alles gefallen gelassen. Dieses Schlucken: Sie ist jetzt krebskrank! Zwei OPs mit Chemo - alles hat sie hinter sich bekommen - sie kommt heim, er fährt erst einmal in den Urlaub, ist ihm alles zu anstrengend...
Meine Familie und ich haben uns dann um sie gekümmert, als sie zusammengeklappt ist, nicht mehr fahren konnte. Die Blutwerte hatten sich rapide verschlechtert - er wusste es - ist aber nicht zurückgekommen...
Ach Sonnenblume! Wie hast Du das aushalten können? 13 Jahre? Das ist eine sehr lange Zeit und ich hoffe, dass Du jetzt an Dich denken kannst und ein neues Leben auf Dich wartet!
BienieTanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
22.06.06
"Bienie"
, 04.04.11
"King"
, 24.05.17
"Raica"
29.09.21
"Pirry" 
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19.10.2007, 23:15Inaktiver User
AW: "Sie" wird krank - und nun?
Ich komme aus einem familiären Umfeld, in dem selbst Schwerkranken auch über lange Zeit beigestanden wurde. Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit, die Last nach Möglichkeit zu tragen und sich gemeinsam - so lange dies ohne stationöre Hilfe geht - persönlich zu kümmern.
Vielleicht stoßen mich deshalb Männer so ab, die mich bereits dann links liegen lassen bzw. sich in einer Singlebörse anmelden, wenn ich nur eine Erkältung oder einen Mageninfekt habe und einmal einige Tage nicht vollumfänglich verfügbar bin. Das Fortführen einer Beziehung ist in solchen Fällen für mich auf Dauer undenkbar.
Weiter oben wurde geschrieben, dass man sich auch z.B. anschauen kann, wie mit Tieren umgegangen wird. Sehr richtig! Da fängt es doch schon an....
Grüße
PS
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19.10.2007, 23:44
AW: "Sie" wird krank - und nun?
Ich hätte an meine Partnerin nicht den Anspruch, dass sie für mich "Opfer" bringt und "ihr Leben beiseite stellt", weil ich krank bin/wäre ...
Zitat von adrienne
There are a hundred paths through the world that are easier than loving. But, who wants easier?
Mary Oliver
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19.10.2007, 23:49
AW: "Sie" wird krank - und nun?
Wenn Du geliebt wirst bist Du ein sehr großer Teil dieses Lebens.
Zitat von _Beate_
Ich denke nicht, dass Deine Partnerin es als Opfer sehen würde.
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...Und es ist gar nicht Großmut zu verzeihn,
Dass andere ganz anders als wir glauben...(Ringelnatz)
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19.10.2007, 23:55
AW: "Sie" wird krank - und nun?
Zitat von _muschelkalk
adrienne scheint es aber so zu empfinden? Zumindest hab ich das so gelesen und für mich klingt das nach Selbstaufgabe ... das würde mich nicht unterstützen, sondern belasten, wenn ich eine Partnerin hätte, die sich/ihr Leben für mich aufgibt ... so meinte ich das
There are a hundred paths through the world that are easier than loving. But, who wants easier?
Mary Oliver
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20.10.2007, 00:15
AW: "Sie" wird krank - und nun?
Hatte ich natürlich nicht gelesen. *schäm*
Zitat von _Beate_
Nein, ich würde auch nie wollen, dass sich jemand für mich aufgibt. Ich erlebe nur gerade, wie jemand es gänzlich anders sieht. Natürlich bin ich nicht sooooo pflegebedürftig.
Aber, dennoch ... ich erlebe gerade dass, was ich unter Liebe verstehe. Einfach da sein und den Menschen sehen. Keine perfekte gesunde Larve mit der man irgendwo Hof halten kann.
Ich würde selbst nicht anders handeln und empfinde es als sehr schön mich geliebt zu fühlen.
Würde mein Partner denken, ich erbringe Opfer, wäre ich sehr gekränkt. Hätte ich das Gefühl, er würde für mich Opfer bringen, würde ich keine Hilfe mehr annehmen können.
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Dass andere ganz anders als wir glauben...(Ringelnatz)
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20.10.2007, 00:21
AW: "Sie" wird krank - und nun?
Das meinte ich
Zitat von _muschelkalk
There are a hundred paths through the world that are easier than loving. But, who wants easier?
Mary Oliver
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20.10.2007, 00:23
AW: "Sie" wird krank - und nun?
Zitat von _Beate_
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...Und es ist gar nicht Großmut zu verzeihn,
Dass andere ganz anders als wir glauben...(Ringelnatz)
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20.10.2007, 00:40Inaktiver User
AW: "Sie" wird krank - und nun?
Ich weiß nicht, ich würde manches genau umgedreht sehen wie einige von euch:
Ihr beschreibt es so, als sei man quasi selbst schuld, wenn man nicht unterstützt wird, weil man ja immer die Starke gespielt habe. Würde man zu seinen Schwächen stehen, würde man auch eher Menschen anziehen, die einem beistehen würden.
Für mich ist dieses "keine Schwäche zeigen können" aber nicht ein ursprüngliches Verhalten, sondern bereits ein gelerntes: dass nämich dann niemand für mich da ist, wenn ich schwach und bedürftig bin. Erst aus dieser Erfahrung heraus werde ich erst so, dass ich immer die Starke spiele - um eben nicht wieder wegen meiner Schwäche fallengelassen zu werden, wie ich es schon erfahren habe.
Das entspricht jedenfalls meiner Erfahrungswelt, wär schön, wenn es so wäre, wie ihr das erklärt: man zeigt sich bedürftig, und, schwups, ist ein Mann da (um die geht es ja vorrangig), der einen unterstützt. Ich halte das für ein Märchen, leider.


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