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  1. Inaktiver User

    AW: "Sie" wird krank - und nun?

    Zitat Zitat von bienie
    Wie aber merke ich, ob ich mich auch im "Falle eines Falles" auf einen Partner verlassen kann? Ist das überhaupt möglich???
    uff, ne ist nicht möglich... man kann menschen nur vor den kopf gucken....
    wie jemand mit so einer ausnahmesituation dann umgeht, steht auf ganz anderen blättern...
    ich hätte es mir vorstellen können, meinen (ex)mann pflegen zu können, wenn ihm etwas passiert wäre...
    auf der anderen seite, nein, auch wieder nicht.
    kommt auch immer auf die situation an.
    wird man in jungen jahren z.b. pflegebedürftig, dann kann man nicht von anderen menschen "erwarten" dass die einen pflegen.
    eine krankheit ist ja wieder was anderes.
    wird jemand schwer krank, kann sich aber sonst alleine versorgen (sprich anziehen und essen usw.), dann finde ich es schon merkwürdig, wenn der partner dann sagt, ach du, ne, funktionierst nicht mehr, ich bin dann mal weg.....

    was ist in dem zusammenhang mit "funktionieren" gemeint? ist so allgemein?
    im bett, oder als putze?

  2. Inaktiver User

    AW: "Sie" wird krank - und nun?

    Zitat Zitat von Ente
    Ich denke einmal, dass es diesen Frauen vor allem selbst extrem wichtig ist immer stark und leistungsfähig zu erscheinen, so schlucken sie z.B. lieber Kiloweise Schmerztabletten, als sich einfach einmal krank zu melden und zu Hause zu bleiben.
    so ist es....
    und wenn ich mich so in meiner umgebung umgucke muss ich feststellen, dass manche frauen ihre männer zu das machen, was sie dann am ende sind: hilflos

    hilflos, wenn mal die waschmaschine bedient werden muss
    hilflos, wenn der kühlschrank leer ist usw.......
    so war mein papa auch... meine mutter hat ALLES gemacht... er kann mittlereile alleine einkaufen
    und das mit 68 jahren

  3. Inaktiver User

    AW: "Sie" wird krank - und nun?

    Zitat Zitat von bienie
    Aber ich werde wohl beim Kennenlernen nie wissen, ob ich mich in solchen Fällen auf einen Partner verlassen könnte - oder doch?

    Liebe Bienie,

    beim Kennenlernen direkt vielleicht nicht.
    Aber wenn Du etwas mehr über seine Lebensgeschichte weißt, könnte es doch den ein oder anderen Anhaltspunkt geben.

    Der bisherige Umgang mit kranker oder älterer Verwandschaft/Bekanntschaft.

    Aber auch der Umgang mit Haustieren kann da Hinweise geben. Es gibt ja nicht wenige Charaktere, für die Tiere wirklich nur eine Sache sind und die entsprechend behandelt werden- für 14 Tage Mallorca wird dann der Hund mal eben an der Autobahn ausgesetzt. Da sollten schon Alarmglocken bei Dir läuten.

    Zugegeben ein drastisches Beispiel, aber ich glaube, Du weißt, worauf ich hinaus will.

  4. Inaktiver User

    AW: "Sie" wird krank - und nun?

    Zitat Zitat von bienie
    @seawasp
    Du bringst mich schon ins Grübeln.

    Womöglich hat sie nie auf ihre eigenen Interessen geachtet?
    Und erst jetzt, wo es ihr wirklich schlecht geht, bricht der ganze Konflikt auf?

    Soweit ich weiß war sie vorher immer gesund, gut, Kleinigkeiten, wie sie bei Frauen gel. anfallen einmal ausgeschlossen....

    Aber ich werde wohl beim Kennenlernen nie wissen, ob ich mich in solchen Fällen auf einen Partner verlassen könnte - oder doch?

    Was mich betrifft, so hatte ich mein drastischstes Erlebnis dann, wo eigentlich nur ein "Verdacht" bestand - der sich zum Glück nachher als ganz harmlos herausgestellt hat.

    Ansonsten bin ich ein "Glückskind", schon als Kind habe ich mir beim Sport usw. Verletzungen geholt. Wenn jemand einen Virus zu verteilen hat, schreie ich unbewusst auch schnell hier.... Bin also auch nicht "pflegebedürftig", aber halt auch mal schwach...

    Seufz - ich höre wohl gerade zu viel an Negativem?

    Gruß Bienie
    Bienie,

    was mir gerade in den Sinn kam:

    Mich störte massiv der Subtext des postings über diese Frau. Ich konnte zunächst nicht den Finger darauf legen, aber dann kam es mir zu Bewusstsein:

    Es liest sich so, als sei es für einen kranken oder behinderten Menschen, inbesondere eine Frau, eine GNADE, einen Partner zu haben - so als müsse sie froh sein, einen Partner "abbekommen" zu haben und sich nun besonders anstrengen, um ihn zu halten. Das ist für jede Beziehung eine ganz ungute Basis, die schief gehen muss.

    Ich bin krank, aber ich bin deshalb kein Ausschuss, sondern eine gute Partnerin, eine gute Wahl. Ich habe mich nie anders wahrgenommen, entsprechend muss ich in meinen Beziehungen nicht beweisen, dass ich "trotzdem" gut für eine Partnerschaft bin.

    Ob Du Dich auf einen Partner auch in Krisenzeiten (und das sehe ich nicht auf das Thema Krankheit/Behinderung reduziert) verlassen kannst, hängt imho von zwei Aspekten ab.

    Der Wichtigste: Kannst Du Dich denn auf DICH verlassen? Wenn Du das bejahen kannst, ist das die halbe Miete. Ein Partner kommt dann nämlich weder auf die Idee, noch bekommt er das Gefühl, für etwas gerade stehen zu müssen, was er gar nicht leisten kann.

    Der zweite Punkt: Kann der Mensch, der als Partner in Frage kommt, ebenfalls in erster Linie für sich sorgen, für sich die Verantwortung übernehmen?

    Wenn zwei Menschen sich zusammen tun, die das können und wollen, ja gern tun, dann stehen die Chancen gut, dass sie auch Krisen miteinander gut meistern. Weil sie beide viel in die Waagschale zu werfen haben und nicht darauf bauen, dass ein anderer es prinzipiell richten wird, oder dass sie grundsätzlch in Vorleistungen treten und anderen die Verantwortung für sich abnehmen müssen.

    Grüssle
    Seawasp

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    AW: "Sie" wird krank - und nun?

    Zitat Zitat von bienie
    macht alles, um für ihren Mann da zu sein.
    Das ist mir auch sofort ins Auge gestochen und den entsprechenden Bemerkungen hierzu stimme ich alle zu und will sie nicht wiederholen.

    Ich kann wenig von mir selber berichten, aber ich kenne Menschen, die wie Seawasp schon immer "krank" sind. Anführungszeichen deswegen, weil mir meine auch betroffene Tochter eins überziehen würde wenn sie das zu Gesicht bekäme. Nicht weil sie verdrängt, sondern weil sie sich heute selber nicht mehr als krank definiert, einige Organe sind es.
    Aber es ist trotzdem sehr ernsthaft und doch ist meine Tochter eine der optimistischsten und fröhlichsten Menschen die ich kenne.

    Viele dieser betroffenen Menschen, auch meine Tochter, haben sehr liebevolle und teilweise langjährige Partnerschaften. Mir ist im Laufe der Jahre aufgefallen, dass gerade die Menschen dauerhaftere Beziehungen haben oder überhaupt welche, die sich "normale" Partner gesucht haben, die sie nicht verhätscheln und ihnen alles nachtragen, egal ob Frau oder Mann. Meine Tochter und viele andere haben schon sehr früh Wert darauf gelegt wie normale gesunde Menschen behandelt zu werden und ein/e Betüttler/in wäre eher Gift gewesen. Und da ich gerade Seawasp neuen Beitrag gelesen habe, ja, sie hat es auf den Punkt gebracht, sich auf sich selber verlassen können. Und alles ausprobieren was auch gesunde Menschen können. Das war meiner Tochter und anderen immer wichtig, die Grenzen der Möglichkeiten auszuloten, aber rechtzeitig zu sagen, wenn es nicht mehr geht. War für mich als Mutter gar nicht immer einfach, aber ich habe es ausgehalten, sie zu lassen und ihr nicht meine Ängste überzustülpen. Das Ergebnis war es wert .

    Dann ist meine persönliche Überzeugung, dass ein Mensch der einen erkrankten Partner im Stich lässt nicht wegen ihm davon läuft, sondern vor sich selber. Er wäre ganz sicherlich auch in anderen Situationen geflohen, weil er wohl im Grunde ein konfliktscheuer Mensch ist, oder/und einer der es nicht erträgt, nicht mehr ausschliesslich im Mittelpunkt zu stehen. Ausserdem meiden manche Leute kranke Menschen, weil sie dann erinnnert werden könnten, dass auch ihr Körper irgendwann anfällig werden könnte.

    Und bieni, ich will Deine Erlebnissen nicht herunterspielen. Du hast sie so gemacht oder bei anderen erlebt. Ich kenne das auch von früher. Krank durfte ich nicht werden, denn dann verzog er sich ganz schnell. Aaaaber, ich war immer diejenige die sich in jeder Lebenslage stark zeigte und es bekam ganz selten jemand mit wie es wirklich in mir ausschaute. Und Ente beschreibt es ja treffend, ich habe mir auch nur das abgeholt was ich damals "verdient" hatte. Und sich "nix anmerken lassen" ist genau der Weg der dazu geführt hatte .

  6. VIP

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    AW: "Sie" wird krank - und nun?

    Wißt Ihr, was ich mich bei der Lektüre Euer sehr schön geschriebenen Posts frage?

    Warum verhält man sich so, ich meine, warum hat man permanent das Gefühl, sich zusammenreißen zu müssen? Ich habe das im Laufe der Jahre etwas abgelegt, aber auch ich kann nicht gut offen aussprechen, daß es mir schlecht geht. Vielleicht habe ich die Sorge, den anderen zur Last zu fallen, keine Ahnung. Oder den anderen in Verlegenheit zu bringen? Ich "trainiere" es seit ein paar Jahren und habe nur gute Erfahrung gemacht. Hört sich komisch an, aber früher mochte ich noch nicht einmal darüber sprechen, wenn ich brutalste Kopfschmerzen hatte, die mich fast umgehauen haben.

    Krankheit ist doch keine Schwäche, jeder wird mal krank, der eine (leider) ernsthafter, der andere (Glückliche) nicht.

    Aber das gehört nur am Rande zum eigentlichen Thema...

  7. Inaktiver User

    AW: "Sie" wird krank - und nun?

    Zitat Zitat von Orange
    Wißt Ihr, was ich mich bei der Lektüre Euer sehr schön geschriebenen Posts frage?

    Warum verhält man sich so, ich meine, warum hat man permanent das Gefühl, sich zusammenreißen zu müssen?
    weil die gesellschaft das so will?! oder wir meinen sie will es so....
    nimm depressive menschen. die gehen nicht zum arzt, weil sie ihr eigenes scheitern nicht zugeben möchten oder können....
    die schwachen gehen unter....

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    AW: "Sie" wird krank - und nun?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    weil die gesellschaft das so will?! oder wir meinen sie will es so....
    nimm depressive menschen. die gehen nicht zum arzt, weil sie ihr eigenes scheitern nicht zugeben möchten oder können....
    die schwachen gehen unter....
    vorsicht. nicht alle depressiven menschen gehen so mit ihrer krankheit um. etliche durchbrechen dieses muster auch, wenn der leidensdruck groß genug ist.

    du tust mit einer solchen verallgemeinerung weder den an depressionen erkrankten einen gefallen, und auch nicht denen, die durch genau solche vorurteile gegenüber dieser erkrankung befangen sind.


  9. User Info Menu

    AW: "Sie" wird krank - und nun?

    Na ja, auch auf die Gefahr hin, daß ich jetzt als unsensibler Mann gelte, ich denke bei längeren Erkrankungen (der Partnerin) gilt es, eine gesunde Mischung aus Empathie und gelebter Normalität zu finden.

    Ich habe da nun schon einige Erfahrungen gemacht und weiß, daß ein totales Eingehen auf (psychische) Erkrankungen beiden nicht gut tut.

    Es ist Ewigkeiten her, daß ich mit einer bulimischen Frau zusammen war und es war wirklich kein Zuckerschlecken. Zwei Jahre hat es gedauert, bis wir halbwegs normal damit umgehen konnten (in der Zeit habe ich halt eben vegetarisch gelebt - weil Fleisch gar nicht ging). sie hat dann irgendwann die Beziehung beendet, weil ich es wohl nicht war. Das war OK.

    Später war ich dann mit einer Frau zusammen, die heftig an einer bipolaren Störung litt (man nennt so etwas auch manchmal manische Depression). Wenn ich da nicht klar mein Leben gelebt hätte und mich auch ab und zu deutlich abgegrenzt hätte, dann wäre es zu größeren Katastrophen gekommen; womöglich wäre auch ich dann in den Strudel mit hineingezogen worden.

    Aktuell lebe ich in einer beziehungsähnlichen Form mit einer Frau, die vermutlich an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leidet. Ich kann nicht durch jeden Sumpf mitgehen, durch den sie muß. Das kann ich nicht leisten. Sie hat aber meine Unterstützung und einen Anspruch auf einen wahrhaftigen Umgang, daß heißt aber auch, daß ich in einigen Fällen ein klares "Nein" sagen muß.

    Im Grunde genommen ist Empathie in schweren Zeiten wichtig, genauso wichtig ist es für mein Empfinden aber auch, das eigene Leben nicht für eine Partnerin aufzugeben (ich weiß, wovon ich schreibe, denn in dieser Gefahr befinde ich mich häufig - das ist, wenn man so will, meine Krankheit).

  10. Inaktiver User

    AW: "Sie" wird krank - und nun?

    Zitat Zitat von Lizzie64
    vorsicht. nicht alle depressiven menschen gehen so mit ihrer krankheit um. etliche durchbrechen dieses muster auch, wenn der leidensdruck groß genug ist.

    du tust mit einer solchen verallgemeinerung weder den an depressionen erkrankten einen gefallen, und auch nicht denen, die durch genau solche vorurteile gegenüber dieser erkrankung befangen sind.
    du hast natürlich recht....
    das wollte ich auch weder verallgemeinern, noch verharmlosen, noch sonst was....

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