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    AW: Erwartungen ans Leben / Lebenspläne

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich habe Ziele, immer wieder, aber keinen Lebensplan. Ich wusste nicht mal dass ich mal Kinder bekommen möchte, geschweige denn heiraten. Ich hatte eine berufliche Richtung vor Augen, die Schule, das Studium. Und dennoch verband ich mit diesen Vorstellungen niemals diese endgültige Note, die nach meinem Gefühl dem Wort Lebensplan innewohnt.

    Ich habe Grundziele in meinem Leben.

    Da wäre zum einen das Glücklichsein.
    Zum zweiten Spontaneität und Offenheit.
    Zum dritten „ausreichend“ Geld.
    Naja, über die Begrifflichkeiten kann man diskutieren.
    SO in etwa sehe ich das auch, wobei ich "Glücklichsein" durch "Zufriedenheit" ersetzen würde.

    Als ich mich dazu entschloss zu heiraten gab es einen weiteren Punkt. Wenn möglich-und auf alle Fälle schön für beide- gemeinsam alt werden. Als die Kinder kamen, kam hinzu, für eine gute Ausbildung zu sorgen und ihnen all das zu geben, was eine Mutter geben sollte.
    Hm.. mit dem Entschluss zu heiraten ist es ja nicht getan, ähnliches bei Kindern... da fehlt noch was... ;-)

    Glücklichsein wird für mich nicht immer dasselbe bedeuten. Was ist wenn einem Kind was passiert, mir, meinem Mann? Was wenn mein Mann sich eine andere Frau sucht? Wenn es Krieg gibt? Mein Beruf mir nicht mehr das an Abwechslung bietet was ich brauche?
    Naja, davon muss man ja jetzt auch nicht unbedingt ausgehen...

    Das alles weiß ich aktuell nicht. Ich weiß nur um den inneren Drang meiner Kreativität auf immer neue Weise ausleben zu müssen. Um die Herausforderungen die es auch an einen Partner stellt der damit konfrontiert wird, da ich keine, in seinen Augen, klare Linie verfolge. In meinen Augen ist es eine klare Linie. Sich guten Gewissens dem Moment hingeben bis er sich dem Ende neigt, um dann aufzubrechen, Neues zu entdecken, zu erleben, sich faszinieren zu lassen.

    Es gibt immer wieder Ziele die es erforderlich machen, dass man seinen Weg verfolgt ohne nach links und rechts zu schauen. Aber Ziele müssen für mich überschaubar bleiben. Ich kann und will nicht wissen was ich in 20 Jahren will.
    So etwa sehe ich das auch. Wobei ich eigentlich gerade gar keine Ziele habe. Hab nen Job, ne Wohnung, bin iGuG zufrieden... was will ich denn mehr?

    Vielleicht mache ich mir auch gerade deshalb so viele Gedanken, weil ich eben gerade wirklich nicht weiß, welches "Ziel" ich denn in Angriff nehmen soll...??

    Ich weiß nur, dass ich jetzt heim gehen und duschen werde, denn nachher möchte ich mit dem Kumpels fort... und essen muss ich noch kurz was, sagt mir mein Magen gerade mit Nachdruck.. ;-)

    Gruß

    Matthias

  2. Inaktiver User

    AW: Erwartungen ans Leben / Lebenspläne

    Zitat Zitat von Polarstern
    Zusammensein!

    Ernsthaft: ich bin in so jemanden verliebt. Na ja, jedenfalls so ähnlich. Daß er irgendwann mit mir zusammenleben möchte hat er immerhin schon gesagt.

    Aber ansonsten bin ich wohl wirklich Deine Horrorvorstellung: ich weiß nicht, wo ich in den nächsten Jahren arbeiten werde (und als was, da meine Jobsituation bescheiden ist), wie meine Beziehung weitergehen wird (falls er woanders hingeht), wovon ich im Alter leben werde...
    Und ich glaube auch, daß sich all das finden wird. Weil ich mich bisher relativ planlos habe treiben lassen und auch im Moment nicht planen kann.

    Natürlich hätte ich mir auch einen sicheren Beruf suchen, mich niederlassen und auf den Mann einlassen können, der mir als Lebensziel vom Reihenhaus in seiner Stadt vorgeschwärmt hat. Aber ich habe mich gefühlt, als ob mir die Luft abgeschnürt würde...

    Ich glaube, es muß auch die wirren Träumer wie mich geben.

    LG
    Polarstern
    Komisch, nö, kommt bei mir ganz anders an.

    Wirre Träume sind ja genau das, was ich bei Leuten wie Matze vermisse.

    Irgendwann zusammenleben möchten ist doch auch ein Traum, ein Wunsch, eine Vorstellung. Ob das nun 3/2008 ist oder am 12.10.2011 wär mir persönlich auch nicht soooo wichtig, das sieht man dann schon. Aber man hat zumindest eine Vision, wo man sich in der Zukunft gerne sieht, darum geht es doch!!

    Und dein Job, wenn ich mich recht erinnere, hat ja auch was Idealistisches, was ich sehr schön finde. Das ist genau das Gegengewicht zum BWL Studium mit Fondssparen und Karriereschritt planen, was mir alleine zu seelenlos wäre.

    Somit hast du doch damit genau einen großen Traum verwirklicht, ein Leben mit einem Inhalt, der dich fesselt, und du hast dich gut genug mit dir beschäftigt um zu wissen, dass das Leben im Büro und Reihenhaus nicht deins wär. Also hast du doch schon sehr viel reflektiert und verstanden, wer du bist und was dich ausmacht.

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    AW: Erwartungen ans Leben / Lebenspläne

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Somit hast du doch damit genau einen großen Traum verwirklicht, ein Leben mit einem Inhalt, der dich fesselt, und du hast dich gut genug mit dir beschäftigt um zu wissen, dass das Leben im Büro und Reihenhaus nicht deins wär. Also hast du doch schon sehr viel reflektiert und verstanden, wer du bist und was dich ausmacht.
    Hm, das stimmt. Es hat auch lang genug gedauert, bis ich mich selbst so weit verstanden habe. Trotzdem vermisse ich manchmal das Geplante, Bewußte. Aber immerhin weiß ich immer in etwa, was ich im nächsten Jahr mache, das ist ja auch schon ein Fortschritt! Mein Liebster würde gar nicht planen, aber er hat verstanden, daß ich zumindest das Gefühl brauche ein wenig über die Zukunft (also das nächste halbe Jahr) zu wissen. Das war für ihn ein Lernprozess, den er aber mir zuliebe auf sich genommen hat.

    Ich glaube, Matzes Exfreundin wäre ich wirklich zu unsolide.

  4. Inaktiver User

    AW: Erwartungen ans Leben / Lebenspläne

    Zitat Zitat von Polarstern
    Ich glaube, Matzes Exfreundin wäre ich wirklich zu unsolide.
    Mir nicht!!

    Wie gesagt, es geht nicht um betonierte Karriereplanungen, sondern eher um den Weg zu sich selbst.

    Das macht für mich den Sinn des Lebens aus: zu erkennen, wer ich eigentlich bin und mich von allem zu lösen, was von außen kommt und nichts damit zu tun hat, wie ich eigentlich im Innersten gemeint bin, was mich ausmacht als Individuum.

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    AW: Erwartungen ans Leben / Lebenspläne

    Zitat Zitat von Matze133
    Vielleicht mache ich mir auch gerade deshalb so viele Gedanken, weil ich eben gerade wirklich nicht weiß, welches "Ziel" ich denn in Angriff nehmen soll...??
    Ja, das glaube ich auch.

    Meine Meinung ist, dass Du Dich dabei mit der Grösse der Aufgabe verhedderst. Eine "Lebensplanung" als Ziel zu verfolgen ist für die meisten Menschen (inkl. mir) eine Nummer zu gross. Das ergibt sich.

    Als "ungeübter" Zielesetzer solltest Du mit kleineren Dinge anfangen. Es gibt sicher irgendetwas, was Dich in Deinem Leben stört. Irgendwas was Du gerne anders hättest. (Bessere Figur, mehr Freizeit, weniger Familienkram, irgendeine Marotte an Dir, die Dich selbst stört, irgendwas.) Das abzustellen oder zu veränderen kann Dein erstes Ziel sein. (Hast Du dieses erreicht werden sich daraus wie von Zauberhand neue ergeben)

    Und wenn auch das noch zu gross ist, kannst Du dieses in noch kleinere aufteilen. Du wirst etwas finden. Was Du gerne erreichen möchtest.

    Und wenn Du erstmal in den Strudel von Ziel setzen / Ziel erreichen geraten bist, wirst Du süchtig danach werden ;)

    Eine Lebensplanung hast Du deswegen trotzdem noch nicht. Sowas ist Genies vorbehalten.
    Ich hatte Lust, in das rohe Fleisch eines Fisches zu beißen, mit meinen Ohren in die Symphonie der Welt einzutauchen, zu schauen, um wirklich zu sehen, mich vom Licht blenden zu lassen, meine Hände in die warme Erde zu tauchen und die feuchte Schnauze der Wölfe zu berühren.
    Hélène Grimaud

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    AW: Erwartungen ans Leben / Lebenspläne

    Hallo einewiekeine:

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    AW: Erwartungen ans Leben / Lebenspläne

    Ich verstehe nicht, wieso Du Dich hast verunsichern lassen. Das hört sich doch gut an. Wenn man anfängt an einer Stelle unzufrieden zu werden, dann kann es passierten, dass man alles in Frage stellt. So sehe ich aber eigentlich keinen Grund.

    Dass man nicht immer 100% glücklich ist, ist wohl normal. Da lernt man die guten Zeiten auch viel besser schätzen, wenns mal mies gelaufen ist.

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    AW: Erwartungen ans Leben / Lebenspläne

    rennt nochmal mit eine Tube Senf durch, weil sie es nicht lassen kann:

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wie gesagt, es geht nicht um betonierte Karriereplanungen, sondern eher um den Weg zu sich selbst.
    Ich würde mal sagen, für mich ist das der Unterschied: ich mag Leute gerne, die in ähnlichem Maße reflektiert sind wie ich. Jetzt nicht gerade ganz so dolle vielleicht. Aber auch nicht total unreflektiert. Das kann ja in Sachen Leben ne Menge umfassen.

    Aber ein Lebensplan, der durch und durch aus zweiter (Eltern-)Hand kommt, macht einen Menschen für mich nicht solider als ein Plan, der keiner ist und sich im Quartalsrhythmus neu strickt. Eher im Gegenteil - letzteres ist viel weniger "störanfällig". Ist ein bisschen wie bei einem Navigationsgerät im Vergleich zu einem Ausdruck einer festen Route: verfahr ich mich, gibt's Alternativen, fast immer. Vielleicht brauche ich einen Moment länger und vielleicht such ich mir auch ein ganz neues Ziel (Umkreissuche - lieber doch ein italienisches Restaurant und kein französisches, lieber doch "nur" genau diesen Mann und keine Familie oder umgekehrt oder wie auch immer).

    Hab ich ne fixe Route und keine Karte, keine Orientierung, stresst es mich viel mehr, wenn ich mich verfahre. Weil ich ja dann genau auf diese Route zurückmuss...
    Der Crew gewidmet:

    „Wir sind gleichsam Zwerge, die auf den Schultern von Riesen sitzen, um mehr und Entfernteres als diese sehen zu können - freilich nicht dank eigener scharfer Sehkraft oder Körpergröße, sondern weil die Größe der Riesen uns zu Hilfe kommt und uns emporhebt.“


    Bernhard von Chartres

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    AW: Erwartungen ans Leben / Lebenspläne

    Zitat Zitat von Nicole78
    Ich verstehe nicht, wieso Du Dich hast verunsichern lassen. Das hört sich doch gut an. Wenn man anfängt an einer Stelle unzufrieden zu werden, dann kann es passierten, dass man alles in Frage stellt. So sehe ich aber eigentlich keinen Grund.

    Dass man nicht immer 100% glücklich ist, ist wohl normal. Da lernt man die guten Zeiten auch viel besser schätzen, wenns mal mies gelaufen ist.
    Blöderweise lasse ich mich in Dingen in denen ich mich nicht auskenne sehr schnell verunsichern. Ist auch z.B. bei Versicherungen so...

    Gruß

    Matthias

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    AW: Erwartungen ans Leben / Lebenspläne

    Zitat Zitat von Njarka
    [I]Ist ein bisschen wie bei einem Navigationsgerät im Vergleich zu einem Ausdruck einer festen Route: verfahr ich mich, gibt's Alternativen, fast immer. Vielleicht brauche ich einen Moment länger und vielleicht such ich mir auch ein ganz neues Ziel (Umkreissuche - lieber doch ein italienisches Restaurant und kein französisches, lieber doch "nur" genau diesen Mann und keine Familie oder umgekehrt oder wie auch immer).

    Hab ich ne fixe Route und keine Karte, keine Orientierung, stresst es mich viel mehr, wenn ich mich verfahre. Weil ich ja dann genau auf diese Route zurückmuss...
    Der Vergleich gefällt mir... Danke!

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