Hallo allerseits!
Ich brauche mal Euren Rat! Es ist echt zum Verzweifeln...![]()
Vor 5 Monaten habe ich über eine Sprachgruppe einen Mann kennengelernt. Wir waren uns zu Anfang lediglich sympathisch, mehr nicht. Vor 8 Wochen hat es dann plötzlich gefunkt. Es ging dann auch recht schnell mit dem weiteren (auf seine Initiative hin). Wir kannten uns ca. 3 Wochen näher, und schon ist "es" passiert. Ich habe es nicht bereut, aber es war schon recht schnell für meine Verhältnisse. (Wer mag, kann meinen anderen Strang zum Thema ansehen..)
Er ist Ende 40 und 12 Jahre älter als ich. Außerdem hat er sich gerade von seiner 10 Jahre dauernden Beziehung getrennt (oder sie von ihm). Sie ist bereits ausgezogen, und er hat auch schon eine neue Wohnung. Soviel zum äußeren.
Wir verstehen uns einfach super - ich kann mich nicht an viele Situationen in meinem Leben erinnern, in denen ich mit einem Mann so viel gelacht und Spaß gehabt habe, wie mit ihm. Er ist einfach göttlich in dieser Beziehung, und er schein es mit mir auch zu genießen bzw. er lacht auch viel über mich und ist dann sehr entspannt. Außerdem ist er sehr wortgewandt und kann viel interessante Dinge erzählen.
Ich denke, ich mag ihn sehr, und es könnte sich viel mehr aus uns entwickeln...
Als ich krank war, hat er für uns leckeres Essen mitgebracht. Er schreibt regelmäßig SMS oder ruft an. Er ist of geschäftlich unterwegs, bringt mir aber nie etwas mit oder schreibt eine Karte. Als ich ihn mal fragte, ob er etwas mitbringt, kam er mit einer Tüte Keksen. Hab mich gefreut!
Nie ist in seinen SMS die Rede von Gefühlen (in meinen auch nicht, jedenfalls nicht vordergründig). Er verbirgt alles immer hinter seinem wahrlich meisterhaften Wortwitz. Ich haue dann immer in die selbe Kerbe, da mir diese Art Humor auch sehr liegt und viel Spaß bringt. Aber irgendwie frage ich mich des öfteren, warum er nie etwas liebes, wenn auch nur angedeutet, sagt.
Auch mit Komplimenten geizt er sehr. Ich ziehe mich schon schön an für ihn und finde mich dann auch recht attraktiv, aber er sagt es mir nie.
In seinen SMS schreibt er oft zum Abschied auf spanisch "viele Küsschen" oder auch zu Beginn "Hallo, mein Schatz". Aber noch nie kam etwas direktes von Zuneigung. Auch wenn wir miteinander im Bett sind, komt diesbezüglich nichts deutliches, obwohl er schon zärtlich ist - aber dieses bestimmte etwas fehlt halt. Was ich als sehr intim und angenehm empfand war, als wir letztes Mal oft gelacht oder geschmunzelt haben und uns "dabei" angesehen haben. Das hatte schon etwas besonders vertrautes, wir waren sehr entspannt, und haben auch später noch viel gelacht - waren einfach glücklich miteinander.
Am nächsten Tag schrieb er eine SMS und rief mich abends an. Ich war irgendwie glücklich und ganz beschwingt. Ich dacht mir, vielleicht wird es doch noch etwas. Außerdem haben wir schon einen Kurzurlaub in Barcelona im November fest geplant, nur die Flüge müssen noch gebucht werden.
Zwei Tage nach jenem Abend haben wir dann telefoniert (am Tag davor konnte ich nicht, da ich im Krankenhaus war, habe ihm aber eine Nachricht auf die Mailbox gesprochen und eine SMS geschickt als Antwort auf seinen Anruf). Meiner Mutter (nein, nicht Oma) geht es noch immer sehr schlecht, und sie liegt wieder seit 3 Wochen im Krankenhaus. Er fragt aber so gut wie nie, wie es ihr geht, geschweige denn dass er mir irgendeine Art von Hilfe anbietet, obwohl er weiß, dass ich mich um ALLES alleine kümmern muss. Ganz alleine...
Das betrübt mich sehr. Ich erzähle auch extra nicht allzu viel, um ihn nicht zu belasten, bzw. ihm die Möglichkeit zu geben, selbst zu fragen.
Als ich ihm dann am Telefon kurz sagte, ich sei im Krankenhaus gewesen, kam nur eine kurze Nachfrage, die dann vom Läuten seines anderen Telefons unterbrochen wurde. Danach fragte er nicht mehr weiter. Vorm Abschied sagte ich dann, man werde sehen, wie es weitergeht (ich meinte meine Mutter). Er dachte, ich meinte uns und sagte dann: Da sind ja mehrere Personen, auf die das zutrifft: deine Mutter, du, ich, wir... Ich war etwas verwirrt, weil ich das ja nun überhaupt nicht gemeint hatte und fragte, wie er denn jetzt darauf käme. Er meinte dann, er wisse ja nicht, was in meinem Kopf so vorginge. Daraufhin sagte ich, dass ich das bei ihm genausowenig wisse.
Ich ließ durchblicken, dass ja irgendwie keiner von uns etwas dazu sagen mag. Ich war ganz verstört und fragte nochmal, wie er dann darauf jetzt plötzlich käme. Man wisse ja nicht, wie es sich entwickelt und so und ob man sich weiterhin gut versteht. Daher sei es gut, ein Wochenende in Barcelona zu verbringen, sagte er.
Er sagte außerdem, dass wir das ja mal in Ruhe und von Angesicht zu Angesicht besprechen können, wenn uns der Sinn danach steht. Ich war echt von den Socken. Bin quasi aus allen Wolken gefallen. Vorher war ich noch so guter Dinge, hab sogar schöne Unterwäsche eingekauft, um ihn zu überraschen....
Soetwas am Telefon zu besprechen ist furchbar, finde ich. Zumal ich sehr abgespannt war und sicher war, das das Telefonat mich aufmuntert, wie sonst immer.
Dann sagte ich noch, dass ich im Moment große Sorgen hätte und wir uns wohl in einem ungünstigen Zeitpunkt meines Lebens kennengelernt hätten, in der Hoffung, er möge auf das Thema (meine Mutter) nochmal eingehen. Ja, das wisse er, sagte er; dann kam eine weitere Störung von außen, und er meinte dann kurz "Halt Dich wacker.", wünschte mir noch einen schönen Abend. Noch ein paar weiteren Abschiedsfloskeln war das Gespräch zu Ende. Ich hab noch halbherzig versucht, ihn an der Leitung zu halten, wollte aber dann nicht mit Vorwürfen loslegen - schon gar nicht am Telefon. Hinterher hab ich geheult...
Was haltet Ihr davon? Ich finde es sehr schade, dass er so gar keinen Anteil nimmt. Wie kann man denn so sein?? Sind Männer solche Holzklötze??![]()
Vielleicht bin ich auch sehr zurückhaltend, und er deutet es als Abwarten oder Unsicherheit ihm gegenüber- vielleicht genau wie ich bei ihm. Aber nach 6 Wochen kann man doch schon etwas mehr Verbindlichkeit erwarten, oder? Oder ist er so unsicher wegen seiner "alten" Beziehung? Und er deutet mein Abwarten total falsch?
So kenne ich das überhaupt nicht... Wenn ich verliebt war, musste man nicht großartig drüber sprechen. Es hat sich halt ergeben, und man hatte Anteil und Interesse am Leben des anderen. Vielleicht frage ich ihn auch nicht genug? Das hat er auch schonmal angedeutet. (Ich weiß nicht einmal sein Geburtsdatum - nur das Jahr und sein Sternzeichen. Er weiß meinen, hab ich im mal erzählt.)
Oder er denkt sich, dass ich heiraten und Kinder haben will, und er selbst möchte das vielleicht nicht mehr. Ich weiß es einfach nicht!
Ich weiß jedoch, dass ich eine feste Beziehung will - und ja: heiraten! Kinder? Keine Ahnung... Vielleicht...
Früher hätte ich solche Themen mit meiner Mutter besprochen... Aber das geht nun nicht mehr, da sie nicht mehr klar bei Verstand ist und selbst große Angst hat. Es ist echt alles zum Heulen!!!![]()
Ich fühl mich so allein... Das Leben will einfach nicht, dass ich mal ein Zuhause finde und jemanden, der zu mir gehört... Immer muss ich stark sein und mich um alle(s) kümmern. Dann geht es eine zeitlang gut, es erscheint Licht am Horizont... Und dann kommt wieder ein Nackenschlag, von dem ich mich aufrappeln muss...
Ich habe es so satt manchmal...
![]()
Aber jetzt gehe ich schlafen...
Liebe Grüße,
Adelilah
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 28
-
11.10.2007, 22:58
Keine Anteilnahme - bin verzweifelt...
Geändert von Adelilah (11.10.2007 um 23:08 Uhr)
-
11.10.2007, 23:04
AW: Keine Anteilnahme - bin verzweifelt...
Zitat von Adelilah
lass dich kurz drücken
hier im Forum wirst du sicherliche viele Menschen finden, die dir gerne zuhören und mit dir deine Situation besprechen.
also gut Nacht
-
11.10.2007, 23:15
AW: Keine Anteilnahme - bin verzweifelt...
Liebe Trambahn!
Vielen Dank fürs Drücken! Das ist echt lieb...
Dir auch eine gute Nacht!
Adelilah
-
11.10.2007, 23:28
AW: Keine Anteilnahme - bin verzweifelt...
liebe adelilah,
erst mal: fühl dich gedrückt. das ist ein schlimme situation für die du alle kräft brauchst.
zu deinem problem mit dem mann kann man nicht viel sagen, weil man weder ihn kennt, noch miterlebt, wie euer umgang so ist. auch wenn dein post sehr ausführlichwar, so sagt es für mich nicht allzuviel aus.
es kann tausende gründe dafür geben warum er so ist wie er ist.
es kann sein, dass du ihm wirklich nicht genug zeigst, dass du sehr interessiert bist, es kann sein, dass er mit der situation überfordert ist, es kann sein, dass sein interesse nicht so groß ist, als das er mit dir "probleme" bestreiten will.
das kann dir hier aber keiner sagen.
aber du hast verschiedene möglickeiten:
a) ein offenes egspräch in dem du ihm sagst, was du von ihm erwartest und welchen weg du mit ihm gehen willst
b) du legst die sache auf eis, bis du die situation mit deiner mutter besser im griff hast
ich finde 8 wochen noch arg früh. da ist noch keine bekanntschaft so gefestigt, dass sie starken belastungen standhält.
ich persönlich würde niemals fragen ob er mir ne karte von geschäftsreisen schreibt oder mir was mitbringt. geschäftsreisen sind kein urlaub und da ist meist die zeit knapp und es ist stress pur.
und warum soll er sich jetzt in die angelegenheit mit deiner mutter reinhängen, wenn du selbst sagst, du weißt nicht ob du ihm gegenüber vielleicht auch zu zurückhaltned warst.
letzenlich: er kann nicht hellsehen. er kann nicht wissen, dass du hilfe möchtest. andeutungen helfen da nur wenig. männer verstehen sowas subtiles eher selten.
sprich mit ihm und frage dich, was du noch tust um dein interesse zu zeigen außer netter klamotten.
wenn er dir sagt, dass er dir nicht das geben kann was du dir wünscht zum aktuellen zeitpunkt, dann solltest du dich vorrangig um dich kümmern und ihm nicht hinterher weinen.
aber sprich erstmal mit ihm. ich glaube eher ihr redet gerade aneinander vorbei.
lg ti
p.s. ich frage auch nie nach. ich stehe auf dem standpunkt: wenn mir jemand was zu sagen hat, was ich wissen sollte, dann soll er das tun. ich bin gerade was krankheitsgeschichten oder familie angeht sehr zurückhaltend, was nachfragen angeht. ohne es böse oder desinteressiert zu meinen.Maybe I'm too young to keep good love from going wrong
But tonight you're on my mind so you never know
I'm broken down and hungry for your love with no way to feed it
Where are you tonight, you know how much I need it
Too young to hold on and too old to break free and run
__________________________________
Das Schwierigste am Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten. In meinem Fall verkehren sie noch nicht mal auf freundschaftlicher Basis (Woody Allen)
-
12.10.2007, 07:49
AW: Keine Anteilnahme - bin verzweifelt...
Liebe Adelilah,
aus deiner Schilderung kann ich nicht den Eindruck gewinnen,
dass dein neuer Freund oberflächlich, desinteressiert, gefühllos oder dergleichen ist. Deine Situation, die Sorge und der Kummer
um deine Mutter, macht dich sehr (anlehnungs)bedürftig und
sicher auch sehr empfindlich. Das ist für andere nicht immer so leicht erkennbar. Vielleicht vermittelst du auch den Eindruck, über
deine Sorgen mit deiner Mutter gar nicht so gerne zu reden.
Ich würde versuchen, diese neue Beziehung nicht mit zu vielen
Erwartungen zu überfrachten. Hast du nicht auch einen guten Freund, der dir Unterstützung in dieser schwierigen Lebenssitation bieten kann - eben auch durch ausführlichere Gespräche?
LG
Abendstille
-
12.10.2007, 09:04
AW: Keine Anteilnahme - bin verzweifelt...
Er meinte dann, er wisse ja nicht, was in meinem Kopf so vorginge. Daraufhin sagte ich, dass ich das bei ihm genausowenig wisse.Das sind für mich die beiden Knackpunkte in Deiner Geschichte.So kenne ich das überhaupt nicht... Wenn ich verliebt war, musste man nicht großartig drüber sprechen. Es hat sich halt ergeben, und man hatte Anteil und Interesse am Leben des anderen. Vielleicht frage ich ihn auch nicht genug? Das hat er auch schonmal angedeutet. (Ich weiß nicht einmal sein Geburtsdatum - nur das Jahr und sein Sternzeichen. Er weiß meinen, hab ich im mal erzählt.)
Er weiss nicht was Du willst – da Du es nicht sagst.
Du kennst es anderes, eigentlich ergibt sich alles einfach so. Mit Leichtigkeit. Natürlich. Ohne, dass man darüber nachdenken muss.
Genau die gleiche Situation hatte ich auch kürzlich. Letztendlich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich mich unterbewusst gegen eine Beziehung mit diesem Mann gesträubt habe. Ich weiss auch warum, finde nur die Gründe lächerlich. Kann das sein, dass es bei Dir auch so ist?
Du scheinst Dich nicht natürlich ihm gegenüber zu geben. Es wirkt alles sehr verhalten. Und so reagiert er zum Teil auch auf Dich.
Wie wäre es, wenn Du mal ein ich hab Dich lieb oder ähnliches beim nächsten Treffen zu ihm sagst? (Ihr seid erst seit 6 Wochen ein Paar – ich finde das ist sehr kurz um überhaupt schon handfeste Gefühle entwickelt zu haben)Nie ist in seinen SMS die Rede von Gefühlen in meinen auch nicht
Ich wette, das kannst Du nicht. Ich konnte es jedenfalls nicht... (was, denke ich schon mal viel aussagt)
Du willst ihn nicht belasten? Es ist DEINE Mutter die krank ist, er kennt sie doch nicht, von daher wird es ihn auch nicht so sehr belasten.Er fragt aber so gut wie nie, wie es ihr geht, geschweige denn dass er mir irgendeine Art von Hilfe anbietet, obwohl er weiß, dass ich mich um ALLES alleine kümmern muss. Ganz alleine...
Ich erzähle auch extra nicht allzu viel, um ihn nicht zu belasten, bzw. ihm die Möglichkeit zu geben, selbst zu fragen.
Aber Du könntest ihm sagen, dass Du ein bisschen Trost brauchst.
Einerseits erzählst Du nichts darüber, willst aber das er sich um Dich kümmert. Wer über persönliche Probleme nicht sprechen will, da bohre ich nicht nach. Ok, er hätte einmal sagen können „willst Du darüber reden“ oder „ich bin da wenn Du mich brauchst“ das ist aber erstmal das maximale was ich zu jemanden sage, der mit einer schweren Krankheit oder Tod in der Familie zu kämpfen hat, einfach weil jeder anders mit der Belastung, Angst und Trauer umgeht.
Du versuchst es ihm Recht zu machen, Dich anzupassen?Er verbirgt alles immer hinter seinem wahrlich meisterhaften Wortwitz. Ich haue dann immer in die selbe Kerbe, da mir diese Art Humor auch sehr liegt und viel Spaß bringt.
Wenn Du Dich klar ausdrückst und dann kommt nichts von ihm, solltest Du Dir überleben ob es das Richtige ist.
Nichts zu sagen, aber zu erwarten dass er so reagiert wie Du es gerne hättest oder von früheren Beziehungen her kennst, ist zu viel. Das kann er nicht.
Wichtig ist dabei auch noch, dass Du selbst Dich ganz anderes als üblich verhältst, denke da vielleicht auch mal drüber nach.
Von ihm kommen, bemessen an der kurzen Zeit von 6 Wochen, schon einige Zuneigungsbekundungen:
Als ich krank war, hat er für uns leckeres Essen mitgebracht. Er schreibt regelmäßig SMS oder ruft an.Ich sehe von Dir allerdings nicht allzuviel „direktes“.In seinen SMS schreibt er oft zum Abschied auf spanisch "viele Küsschen" oder auch zu Beginn "Hallo, mein Schatz".
-
12.10.2007, 09:51
AW: Keine Anteilnahme - bin verzweifelt...
Dein Wunsch nach Unterstützung ist selbstverständlich nachvollziehbar. Aber es gibt Menschen, die äußerst vorsichtig damit sind, sich in die persönlichen Dinge Anderer einzumischen. Die müssen erst explizit dazu aufgefordert werden.
Bei Frauen wird Fürsorglichkeit vorausgesetzt, bei Männern ist das nicht so der Fall, die tun sich etwas schwerer damit. Ich denke, es ist jetzt Deine Sache, zu verstehen, dass Männer anders gestrickt sind. Würde es um ein defektes Auto gehen, hätte er Dich wahrscheinlich schon mit Tipps und Ratschlägen überhäuft, aber wenns den emotionalen Bereich betrifft, löppt das nicht so.
Ist hier auch schon mehrfach geantwortet worden, dass aus Deinem Posting nicht hervorgeht, dass er genau weiß, wie Deine Bedürfnisse sind.
Außerdem kommt dazu, dass er ebenfalls sicher einiges zu bewältigen hat aufgrund der Trennung, die ja auch noch nicht allzu lange her ist. Ich denke, er wird die Leichtigkeit mit Dir genießen wollen und nicht unbedingt scharf drauf sein, weitere Probleme zu wälzen. Verstehste?
-
12.10.2007, 11:48Inaktiver User
AW: Keine Anteilnahme - bin verzweifelt...
Gedanken lesen kann niemand...und ich glaube fast, dass er sich vllt nicht "öffnet", weil DU es auch nicht tust. Ich würde das an deiner Stelle mal versuchen...merkst ja dann, ob von ihm was zurückkommt.
-
12.10.2007, 11:49Inaktiver User
AW: Keine Anteilnahme - bin verzweifelt...
Du reagierst mehr auf ihn, anstatt selbst zu agieren.
Fragt er dich was, drehst du seine Frage rum.
Das bringt dich nicht weiter.
Wenn du eine Beziehung mit ihm willst, musst du die Karten offenlegen.
-
12.10.2007, 17:13
AW: Keine Anteilnahme - bin verzweifelt...
Hallo Adelilah,
schön, wieder von Dir zu lesen. Ich habe Deinen anderen Strang ja recht intensiv verfolgt und war gespannt, wie die Geschichte weitergeht.
Ich kann mich erinnern, dass Du zeitweilig befürchtet hattest, die Beziehung könne auf nicht mehr als eine Affäre hinauslaufe und Dich daher auch nicht zu sehr emotional einlassen wolltest. Kann es sein, dass es genau daran krankt? Keiner von kann oder will wirklich Nähe zulassen, aus Angst verletzt zu werden?
Vielleicht fehlt Deinem Freund ja genauso etwas wie Dir. Darüber solltet Ihr wirklich mal miteinander reden. Klar ist so eine Andeutung am Telefon blöd. Man macht sich hinterher dann wer weiß was für Gedanken, ob das jetzt der Anfang eines Rückziehers war. Aber es kann genauso gut sein, dass er damit nur seine Unsicherheit ausdrücken wollte.
Karten und Geschenke von Geschäftsreisen finde ich zwar sehr schön, würde ich aber nicht erwarten. Ich selbst schreibe sehr gerne Karten und bringe etwas mit. Aber dafür braucht es auch ein wenig Zeit. Wenn es in Stress ausartet, wird es schnell zur Belastung. Anrufe und SMS finde ich da einen akzeptablen Ersatz.
Was die Anteilnahme an der Krankheit Deiner Mutter angeht, nehme ich an, dass er mit dieser Situation etwas überfordert ist. Tod und Krankheit sind Themen, mit denen die meisten Menschen nicht so souverän umgehen können. Und häufig äußert sich diese Unsicherheit dann in Zurückhaltung. Ich habe das mal beim Tod eines mir sehr nahestehenden Menschen gemerkt, den aber in meinem näheren Umfeld niemand kannte, weil er sehr weit weg wohnte. Die Anteilnahme hielt sich in sehr engen Grenzen, was ich damals auch belastet hat. Heute denke ich, dass einerseits kaum jemand wusste, wie nahe mir dieser Mensch stand. Und auf der anderen Seite sind die Menschen halt auch unsicher, was sie sagen oder fragen sollen oder dürfen. Erzähl von Deiner Mutter, wenn Dir danach ist (natürlich nicht pausenlos, aber dennoch sollte sie ein Thema zwischen Euch sein). Und wenn Dein Freund ablenkt, dann besteh ruhig freundlich darauf, dass Du jetzt gerne mal darüber reden möchtest und Dir ein wenig Anteilnahme wünschst. Vielleicht ist er ja durchaus dankbar, wenn er weiß, was Du möchtest. Manchmal glauben die Leute ja auch, dass man eher Ablenkung will und wechseln deshalb das Thema.
Den Urlaub solltet Ihr unbedingt nutzen, um mal herauszufinden, welche gemeinsame Wellenlänge Ihr jenseits Eures Humors noch habt. Ich kann mir nämlich vorstellen, dass Ihr Gefahr lauft, die tieferen Seiten auszusparen zugunsten von Wortwitzen und Ironie. Ich kenne das ganz gut von mir, und manchmal muss man bewusst dagegen angehen und einfach mal den Mut haben, sich selbst zu zeigen, wie man ist, auch mit seiner eigenen Verletzlichkeit.
Aber ich finde, nach acht Wochen tastet man sich an diese Bereiche gerade mal so langsam ran. Das muss nicht alles von Anfang an da sein.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)


Zitieren